Frage 1) Ich interessiere mich für ein Studium in Teilzeit bei Ihnen. Konkret für die Gesundheitsökonomie (Bachelor).
Derzeit frage ich mich vor allem, wie lange das vorgesehene Praktikum dabei dauern soll. In Ihrer Informationsbroschüre habe ich leider keine genaue Angabe gefunden. Desweiteren interessiert mich, welche beruflichen Tätigkeiten Sie als Praktikum anerkennen. Ich arbeite im Bereich der klinischen Forschung. Könnte diese Tätigkeit angerechnet werden?
Antwort 1) Sicherlich ist das möglich.
Das Praktikum soll durch die Umsetzung der in den einzelnen Fachdisziplinen des Studiums erworbenen Kenntnisse und Fä¬higkeiten durch Anwendung auf komplexe Probleme der Praxis den Theorie-Anwendungsbezug vertiefen und die Rückkopplung der Praxiserfahrung in die Hochschule ermöglichen. Zielset¬zung ist die Anregung zur Reflexion über berufliche Qualifikationen, die Anregung für den Erwerb gesellschaftlicher Handlungsorientierung, der Anstoß zu selbstkritischer Reflexion insbe¬sondere hinsichtlich des Berufszieles und der Anstoß zur Reflexion über die gesellschaftlichen Wirkungen der eigenen Tätigkeiten. Als leistungsbezogene Prüfung muss ein unbenoteter Praxisbericht (20 CP) erstellt werden, der der Reflexion persönlicher Erfahrungen in professionellen Arbeitsbereichen der Gesundheits¬wirtschaft dient. Er sollte insbesondere die Anwendung der im Studium erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse kritisch bewerten. Darüber hinaus soll mit dem Praktikumsbericht die Fähigkeit unter Beweis gestellt werden, dass Sie in der Lage sind, eine praxisbezogene wissenschaftliche Abhandlung präzise, sachlich und sprachlich richtig zu formulieren.
Für einen Wissenstransfer aus Ihrer Tätigkeit im Forschungsinstitut in die Studieninhalte bieten sich zahlreiche Module des Studiums an.
Frage 2) Ich persönlich möchte mich im Bereich der Pharmaindustrie und der klinischen Forschung im speziellen Weiterentwickeln. Da ich weder ein Medizinisches, biologisches noch ein pharmazeutisches Studium vorweisen kann, bin ich auf ihr Angebot gestoßen. Leider sind – nach meiner Information – viele Studienangebote im Bereich des Gesundheitsmanagements sehr speziell auf die Ansprüche in der Verwaltung von Gesundheitseinrichtungen (Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, etc.) ausgerichtet. Wie groß ist Ihre Ausrichtung dabei? Und wie stark berücksichtigen Sie auch die Anforderungen der stetig wachsenden Gesundheitsindustrie, als Versorger von Gesundheitseinrichtungen und Patienten?
Antwort 2) Die Gesundheitswirtschaft ist sehr breit gefächert und bleibt nicht in der stationären oder ambulanten Versorgung stehen, auch wenn diese im Zentrum stehen. Gerade die Zulieferindustrie macht ein großes Potenzial in dieser Wachstumsbranche aus. Vergegenwärtigen Sie sich das alt bekannte Zwiebelmodell (siehe unten), dann sehen Sie, dass die Branche, in der Sie tätig sind, eine wichtige Rolle spielt. Unsere Studienhefte und die Inhalte der Module beziehen diese Gruppe mit ein. Das machen wir nicht nur, weil sie Teil der Wertschöpfungskette sind, sondern weil ein Teil unserer Studierenden auch aus dieser Branche kommt und sich – wie Sie auch – in dem Arbeitsfeld wiederfinden möchte. Zudem kommen unsere Studienleiter aus verschiedenen Einrichtungen der Praxis ( der Kollege Prof. Franken z.B. arbeitet als Geschäftsführer bei Doc Morris) und bringt seine Erfahrungen entsprechend ein.
Frage 3) Speziell vermisse ich z.B. in Ihrem Rechtsmodul die Behandlung des Arzneimittels- und Medizinprodukterechts. Auch die Praxisanwendungen und Fallbeispiele – soweit sie in Ihrem Infoheft genannt sind – beziehen sich immer auf Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen.
Antwort 3) Richtig und wichtig ist, dass Sie als fertige Gesundheitsökonomin viele Facetten der Rechtsnormen und Vorschriften kennen und nicht einseitig ausgebildet sein sollten. „Rechtliche Grundlagen des Gesundheitswesens im Zeichen des Wettbewerbs und des Versandhandels“ nennt sich ein Studienheft in dem Studiengang, das auch Themen zur Palette der Medizinprodukte zum Schwerpunkt hat.
Viele Prüfungsaufgaben widmen sich den Versorgungseinrichtungen, da sie die größten Ressourcen im Gesundheitswesen verschlingen. Trotzdem werden die angrenzenden Bereiche auch hier nicht außer Acht gelassen.
Noch ein letzter Satz: Die Gesundheitsökonomie ist eine Querschnittsdisziplin und verlangt den Blick über den Tellerrand der eigenen Disziplin, was unsere Studierenden auch gerne machen, um nach dem Abschluss eine vielseitige und adäquate Position zu erhalten.