BIBB: Weiterbildungsabschlüsse verbessern Aufstiegschancen
Meine Meinung zu dem Artikel in der Rundschau und zu den darin aufgeführten Forderungen ist:
Von den angebotenen Weiterbildungen und Fernstudiengängen wird nur ein Teil nach den Vorschriften des BBiG ausgerichtet und unterfällt daher der Kompetenz der IHK`s bei der Vergabe der Zertifikate oder der Durchführung von vorbereitenden Lehrgängen. Hat der Interessent erst mal Klarheit über ein Bildungsziel, ist der nächste Schritt, einen Studiengang auszuwählen, zumal in der heutigen Zeit mit den angebotenen Medien, bei weitem einfacher als in der Studie festgestellt. Die Studie legt offenbar die Prämisse zugrunde, der Interessent sei eher unmündig, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Aber gerade der Mut des Interessenten, einen anderen Weg einzuschlagen, zahlt sich nicht selten auch für ihn aus.
Wovon die Bildungsbranche, aber auch das hohe Gut der beruflichen Bildung in Deutschland, m. E. am wenigsten profitiert, sind weitere Vorschriften in Form von Gesetzen und Verordnungen, die in Gesetzessprache gehalten sind und dadurch kaum zur Klarheit beim Interessenten beizutragen vermögen. Außerdem sollte bei der Aufstellung der Forderungen dargelegt werden, ob deren Umsetzung den Bedarf der Arbeitgeber auch berücksichtigt. Die Arbeitgeber benötigen individuell befähigte Mitarbeiter. Mitarbeiter, die in einem Studium ihre individuellen Stärken gezielt ausgebaut haben. Die Studie unterschätzt die Arbeitgeber insofern, weil diese sehr gut in der Lage sind, geeignete Mitarbeiter zu identifizieren. So sind z. B. deutlich die Vor- und Nachteile der europaweit einheitlichen und gleichförmigen Bologna-Reform sichtbar.
Anstatt Unmengen an finanziellen Mitteln dafür zu vernichten, es wissenschaftlich untersuchen zu lassen, wer was leisten kann "gemäß seiner Weiterbildung oder seines Studiums", sollte sich ein Weiterbildungsangebot und dessen Existenz nach Angebot und Nachfrage regeln, nicht aber durch bezuschusste Verbände oder den von diesen beauftragten Wissenschaftlern.
Die in der Studie geschasste Mund-zu-Mund-Probaganda ist in Wirklichkeit ein hocheffektives Mittel der Studenten, sich zu informieren über alle Belange im und rund um ein Studium.
Assessorreferent jur. (FSH) - Abschluss Mai 2011