schleichendes Desinteresse
von am 03.04.2010 um 10:09 (1458 Hits)
Beinahe schon wieder eine Woche vorbei, diesmal habe ich noch keine 10 Stunden Workload zu vermelden, eher 3,5.
Dafür vermelde ich eine schleichende Abnahme von Interesse an meinem Studium. Immerhin habe ich die letzten Wochen gute Fortschritte erzielt, bei immer kürzeren Aufmerksamkeitsspannen, immer kürzeren (dafür eben häufigeren) Lernabschnitten und immer mehr Ablenkung.
So langsam gipfelt es darin, dass ich so viele Dinge habe von denen ich mich so leicht und gerne ablenken lasse, dass ich nicht mal ein leichtes schlechtes Gewissen habe.
Das schöne Wetter, Termine, Verpflichtungen und einfach Gedanken über die Zukunft und über privates sind so verlockend, dass mich an meinem Studium aktuell so gar nichts reizt.
Der Grund dafür liegt sicherlich nicht nur in der privaten Zukunft, aber wird zum Teil davon beeinflusst. Der Hauptteil liegt aktuell in der Arbeit.
Immerhin habe ich mich in den letzten 2,5 Jahren wiederholt dafür entschieden das Studium bei meinem Arbeitgeber durchzuziehen, trotz unterdurchschnittlicher Bezahlung und trotz (offensichtlich) nicht vorhandener Aufstiegschancen. Mein Grund war und ist die Nähe zu meinem Wohnort (spart immerhin Fahrtkosten) und die damit verbundene zeitliche Freiheit, wer in 4 Minuten Zuhause ist, kann leichter mit Überstunden jonglieren.
Nachdem ich bei meinem AG die Elternzeit von 2 Monaten angekündigt hatte, passierte aber plötzlich etwas. Aufgeschreckt davon, dass ich plötzlich 2 Monate fehlen würde, wurde wohl klar, dass viele Prozesse und Abläufe bisher gar nicht ohne mich geplant waren. Selbst bei 3 Wochen Urlaub findet sich auf meinem Schreibtisch ein großer Haufen an Aufgaben, die niemand anders erledigen will/kann/soll/darf/usw.
Von dieser "Schreckvorstellung" getrieben, wurde plötzlich über Zukunft gesprochen, über Entwicklung und Potential, über Dinge, die ich bisher niemals auf dem Radar hatte, da sie nicht zu allem passen was bisher in dem Unternehmen abgelaufen ist.
Vielleicht ist es ja wirklich gute Absicht, aber nun ist schon wieder April - 3 Monate sind vergangen und die Worte waren leer. Ich warte immer noch auf das Personalentwicklungsgespräch, ich warte immer noch auf die Hilfe ob ich für das letzte Jahr noch einen Zuschuss für das Studium bekommen kann, ich warte immer noch darauf, dass meine Ideen und Vorschläge ernst genommen werden, ich warte auf Unterstüzung meiner Cheffing ... und ich warte auch darauf, dass dafür die teilweise Fehlbesetzung vor Ort nicht mehr in Schutz genommen wird, sondern tatsächliche Personalentwicklung betrieben wird.
Nach der aufkeimenden Hoffnung, dass sich mein Studium in diesem Unternehmen doch bezahlt machen wird, ist nach 3 Monaten nicht mehr viel übrig. Ein großartig angekündigtes Projekt, an dem ich teilnehmen darf/soll entpuppt sich als Massenveranstaltung ... und meine Rückfragen zu o.g. Themen führen nur dazu, dass aktuell wieder andere Themen als Personalentwicklung vorne an stehen... für die 2 Monate meiner Abwesenheit wird es auch keine Vertretung geben, für soetwas gebe es kein Geld - nun gut, das zeigt evtl. die Wertschätzung der Arbeit, denn alle anderen können mich wohl 2 Monate lang ersetzen.
Gerade in meiner jetzigen persönlichen Situation wollte ich einfach sehr gerne daran glauben, dass mir das Studium hier einen direkten Vorteil bringt und es sich lohnt. Es wäre einfach für 1-2 Jahre "angenehm", wenn ich hier vor der Haustür arbeiten könnte, etwas voranbringen und Spaß haben aber dennoch direkt, dank der zeitlichen Komponente, bei der Familie sein könnte, ganz ohne große Karriere sondern einfach
Sicherlich projiziere ich diesen Frust und diese Enttäuschung nun auf das gesamte Studium, weswegen ich aktuell auch so gar keinen Sinn in den Bemühungen sehe. Zusätzlich gibt es so viel mehr, mit dem ich mich viel lieber beschäftige.
Es liegt sogar auf der Hand, dass es absolut gegen das steht, was ich mit dem Studium erreichen wollte ... immerhin habe ich nie geplant bei meinem AG eine Karriere zu machen. Aber dennoch hat mir die letzte Woche so richtig die Motivation geraubt ...
Andere suchen zu Ostern Eier im Garten... ich versuche es mit meinen Gründen dafür, das Studium wieder ernster zu nehmen, mal gucken ob der Osterhase da helfen kann.



... für die 2 Monate meiner Abwesenheit wird es auch keine Vertretung geben, für soetwas gebe es kein Geld - nun gut, das zeigt evtl. die Wertschätzung der Arbeit, denn alle anderen können mich wohl 2 Monate lang ersetzen.
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