Fernlehrgang SachbuchautorIn: Das Pech liegt auf der Treppe (Teil 2)
von am 02.02.2012 um 06:28 (266 Hits)
Im letzten Blogbeitrag ging es ja bereits um das „Pech, das auf der Treppe liegt“, also die fast unweigerlich eintreffenden Verlags-Absagen, die ein Autor in großen Briefumschlägen häufiger findet.
Was tun, wenn es Absagen hagelt?
Was aber tun, wenn es über einen längeren Zeitraum Absagen hagelt? Das nagt ja schon ganz schön am Selbstbewusstsein eines jeden Autors – und sei er noch so erfahren.
Zunächst einmal geht es darum, dass das eigene Selbstbild nicht immer mickriger wird: Man muss sich nämlich klar machen, dass man ja nicht als Person abgelehnt wird, sondern dass es „nur“ um die Ablehnung eines Buchprojektes geht.
Für Absagen kann es viele Gründe geben
Verlagsabsagen können ganz unterschiedliche Gründe haben, die manchmal noch nicht einmal etwas mit diesem Buchprojekt zu tun haben müssen:
- Der Verlag nimmt vielleicht gar keine Sachbücher (sondern nur Romane) bzw. keine Sachbücher zum Thema XY an. Der Titel passt also gar nicht ins Verlagsprogramm. (Bei sorgfältigerer Vorbereitung hätte das der Autor allerdings auch selbst herausbekommen können...
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- Der Verlag hat vielleicht seine programmatische Ausrichtung geändert und nimmt in Zukunft nur noch Titel an, die thematisch zu dieser neuen Ausrichtung passen.
- Vielleicht hat der Verlag ja erst vor wenigen Tagen ein Buchprojekt zum selben Thema angenommen?
- Der Lektor hat vielleicht heute auch nur seinen schlechten Tag und wirft mit Absagen um sich.
Gründe für eine Absage kann es also viele geben: Manche haben etwas damit zu tun, dass das Exposé des Autors oder das Probekapitel des Buches nicht wirklich gut sind – daran kann ein Autor etwas tun. Manche liegen aber auch an den äußeren Umständen – und daran kann ein Autor dann eher wenig tun!
Nach der Absage ist (vielleicht) vor der Zusage
Wichtig ist es, auch nach der fünften, zehnten oder zwanzigsten Absage nicht den Mut zu verlieren – und ggf. etwas an seinem „Bewerberverhalten“ zu ändern. Dafür lohnt es sich, einmal genauer zu analysieren, wie es eigentlich zu der Absage kam:
- Wenn man bereits beim telefonischen Erstkontakt mit dem Verlagslektorat keinen Lektor findet, der sich das eigene Exposé anschauen mag, kann es daran liegen, dass man sich am Telefon einfach nicht überzeugend anpreisen kann. Dann könnte vielleicht ein dazwischen geschalteter Literaturagent wertvolle Dienste leisten.
- Wenn man eigentlich bei jeder Exposévorstellung zu hören bekommt, dass es zu dem Thema XY schon massenweise Bücher gibt, dann hat man sich nicht ausreichend informiert, ob es überhaupt eine Marktlücke für das Buch gibt. Dann kann es helfen, dass Buchthema weiter einzugrenzen. (Statt „PR-Arbeit für Einsteiger“ dann eher „PR für Reisebüros“.)
- Wenn die meisten Lektoren am Telefon eigentlich noch recht begeistert klingen, aber dann doch nur Absagen ins Haus kommen, kann es daran liegen, dass das Exposé und das Beispielkapitel einfach zu schlecht sind. Hier sollte man die eigenen Unterlagen unbedingt noch einmal überarbeiten.
- Wenn das Lektorat etwas spitz nachhakt, was den jeweiligen Autor denn eigentlich zum Fachmann / zur Fachfrau für das Thema XY macht, ist noch nicht klar geworden, ob der Autor tatsächlich vom Fach ist. Ist er es wirklich nicht – dann sollte man das Buchprojekt besser abblasen. Ist er es doch, dann sollte der Autor noch mehr in Sachen Selbstvermarktung unternehmen.



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