Interview: Absolventin der Euro-FH kurz vor der Promotion
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Andrea Wistuba (28) hat nach einem Präsenz-Studium das Fernstudium zum Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre an der Euro-FH erfolgreich absolviert. Zur Zeit schreibt Sie an Ihrer Doktorarbeit und will sich danach neuen Herausforderungen in der Wirtschaft stellen. Fernstudium-Infos.de sprach mit Ihr über Ihr Studium und Ihre Zukunftspläne.
Entscheidungsfindung
Warum haben Sie sich für ein Fernstudium entschieden und nicht zum Beispiel für ein Präsenzstudium oder ein Abendstudium?
Mein BWL-Studium habe ich 2003 im regulären Präsenzstudiengang an der Universität Hamburg angefangen. Da ich aber nebenbei arbeitete, kollidierte der Semesterplan mit seinen Präsenzveranstaltungen immer wieder mit meinen Arbeitszeiten. Ich wollte mein Studium aber unbedingt erfolgreich abschließen, dies in möglichst kurzer Zeit und unter Studienbedingungen, die meine Arbeitszeiten verkraften. Diese Flexibilität sah ich dann in einem Fernstudium an der Euro-FH bestmöglich gegeben.
Was war Ihr Erststudium?
Nach dem Abitur habe ich – beruflich damals relativ orientierungslos – ein Lehramtsstudium absolviert. Meine Studienfächer Germanistik, Mathematik und besonders mein Hauptfach Geographie interessierten mich zwar sehr, allerdings weniger die schuldidaktischen Inhalte und die Perspektive als Lehrerin. Durch meinen Fokus auf Wirtschaftsgeographie stellte ich zunehmend meine große Begeisterung für wirtschaftliche Zusammenhänge fest. In den Schulpraktika schreckte mich die generelle Arbeitshaltung und das aktuelle Erziehungsverständnis vieler Lehrer. Diese entsprachen nicht meiner persönlichen Mentalität und meinem Ziel, ambitioniert und mit Leidenschaft weiter zu kommen.
Wo haben Sie sich informiert? Was waren Ihre Kriterien?
Die wichtigste Informationsquelle für mein Fernstudium war 2004 das Internet. Zudem habe ich mich bei der Agentur für Arbeit erkundigt. Dort wurden allerdings nur sehr vage und wenig hilfreiche Aussagen zu meinen Plänen gemacht – es herrschte offenbar ein beträchtliches Informationsdefizit oder eine generelle Abneigung gegenüber privaten Hochschulen.
Warum haben Sie sich für diesen Anbieter und für diesen Studiengang entschieden?
An der Euro-FH kann man jederzeit sein Studium aufnehmen. Zudem läuft der Studienbetrieb ganzjährig und bietet monatlich Prüfungstermine für alle Leistungsnachweise an. Des weiteren beinhaltet der Studiengang eine internationale Ausrichtung und mehrere bilinguale Module; Kriterien, die ich als sehr zukunftsträchtig für den Arbeitsmarkt einstufe. Da ich mein Studium privat finanziert habe, spielte sicherlich auch das Vorhandensein eines Prüfungs- und Seminarstandortes in Hamburg eine entscheidungsrelevante Rolle für mich.
Der Status des Studienganges als „staatlich anerkannter Abschluss“ war 2004 an vielen anderen privaten Hochschulen noch nicht obligatorisch, für mich aber ein weiteres Qualitätskriterium für die Euro-FH, ebenso wie die Akkreditierung.
Mit welchen Erwartungen sind Sie an das Studium herangegangen? Eventuell auch mit Befürchtungen?
Zunächst erwartete ich, dass ich an der Euro-FH besser den Spagat zwischen Arbeiten und Studieren bewältigen kann und mein Studium in der Regelstudienzeit erfolgreich abschließe.
Ernsthafte Befürchtungen hatte ich eigentlich nicht, aber ein Fernstudium als „Studium in Eigenregie“ ohne feste regelmäßige Seminarzeiten erfordert schon ein höheres Maß an Selbstdisziplin. Diese Herausforderung war mir bewusst, stellte aber keine unüberwindbare Barriere für mich dar.
Ablauf
Haben sich die Erwartungen/Befürchtungen erfüllt?
Ja, die Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Neben dem Ziel, innerhalb der Regelstudienzeit den Abschluss zu erlangen, habe ich während des Studiums gemerkt, dass ich lerntechnisch eine intensive persönliche Entwicklung erlebte: Anfangs musste ich mir – auf ein geisteswissenschaftliches Studium zurückblickend – erst einmal gute Lerntechniken aneignen, um mir den doch sehr umfangreichen Stoff eines jeden Moduls, der komplett prüfungsrelevant war, anzueignen. Das klappte von Modul zu Modul immer besser und am Ende des Studiums merkte ich, dass mich künftig kein noch so großer Berg an Lerninhalten schrecken kann. Bezüglich der Selbstdisziplin, kontinuierlich am Ball zu bleiben und stringent jeden Leistungsnachweis abzuarbeiten, fand ich rasch meinen Weg und die für mich ideale Zeit- und Arbeitseinteilung. Dies ist ja ein Punkt, der sehr auf die individuelle Person und die entsprechenden Lebensumstände abgestimmt werden muss, um über einen so langen Zeitraum von drei Jahren konzentriert und erfolgreich zu studieren.
Was war besonders gut?
Hervorzuheben ist sicherlich das Gefühl, wenn man wieder eine Studieneinheit komplett bestanden hat – wieder ein Meilenstein Richtung Ziel. Sehr motivierend wirkten auch die alle paar Monate absolvierten Präsenzseminare, da man dort mit Kommilitonen zusammenkam, die sich in der gleichen Lage befanden. So unterstützte man sich gegenseitig und hielt teilweise auch den Kontakt über das gesamte Studium.
Das obligatorische Auslandsstudium stellte ein besonderes Highlight dar: Vierzehn Tage Peking pur – die Fülle an Eindrücken, von den Elendsvierteln bis hin zu Hospitationen bei Roland Berger Consultancy und anderen Unternehmen sowie vielen interessanten Fachvorträgen von Wirtschaftsexperten, brachten einem China als unglaublich vielschichtiges Land mit ungeahnten Potentialen, aber auch noch ungelösten Problemen näher. Die Gruppe der Studierenden war mit knapp sechzehn Kommilitonen nicht zu groß, sodass auch während des Fernstudiums „Teamgeist“ erlebt wurde.
Was war weniger gut?
Manchmal musste bei organisatorischen Anfragen nochmals, zum Beispiel telefonisch, nachgefasst werden. Zudem waren teilweise Seminarplätze schon Monate im voraus ausgebucht. Die Euro-FH expandiert derzeit stark und hatte phasenweise mit den vielen Studierenden zu kämpfen. Inzwischen ist das Personal aber aufgestockt worden und die Zuständigkeiten der einzelnen Studienberater sind für jeden Studierenden abrufbar. Zudem wurde das Seminarangebot den aktuellen Studierendenzahlen entsprechend angehoben.
Wie war die Qualität der Unterlagen?
Mit den Studienunterlagen der Euro-FH bin ich sehr gut zurecht gekommen. Der Aufbau war didaktisch einwandfrei, wenngleich das Pensum schon recht umfangreich war, aber allzeit eine gute Vorbereitung auf die Prüfungen bot. Einige Module wurden auf Englisch vermittelt; dies bot eine sehr gute Möglichkeit, sich diesbezüglich fit zu halten. Heute macht es für mich weder inhaltlich noch zeitlich einen Unterschied, ob ich deutschsprachige oder englischsprachige Literatur konsumiere – auch ein sehr positiver Nebeneffekt des Studiums.
War zusätzliches Material notwendig?
Mit Ausnahme der Bachelor-Thesis, für die ein umfangreicheres Literaturstudium nötig war, habe ich keine weitere Bücher oder Skripte außer den gestellten benötigt.
Wie war die Qualität der Betreuung?
Die Euro-FH als private Hochschule versteht ihre Studierenden hinsichtlich der organisatorischen Studienbedingungen als Kunden und ihre Betreuungsangebote als Dienstleistung. Dies war durchweg spürbar. Manchmal gab es zwar ein paar Problemchen bezüglich der Reaktionszeiten auf Anliegen beziehungsweise personelle Zuständigkeiten, die dann aber bei entsprechendem Nachhaken umgehend und immer freundlich behoben wurden.
Gab es einen Online-Campus? War dieser hilfreich?
Den Online-Campus habe ich regelmäßig als Informationsplattform genutzt. Seminarzeiten und allgemeinen News wurden dort tagesaktuell angekündigt. In den Foren konnte man mit Kommilitonen in Kontakt treten und sich zum Beispiel für Seminare zusammen anmelden oder Arbeitsgruppen bilden. Neben weiteren Funktionen wurden die Prüfungsergebnisse ergänzend zur postalischen Übermittlung auch auf dem Online-Campus via persönlichem Zugang angezeigt – sehr praktisch, wenn man erwartungsvoll auf seine Ergebnisse wartete.
Wie gestaltete sich der Kontakt zu Kommilitonen?
Man kann über den Online-Campus, über die Präsenzseminare sowie über regionale, von den Studierenden selbst initiierte, Stammtische problemlos mit Kommilitonen in Kontakt kommen – aber man muss dies natürlich nicht. Dies bleibt jedem selbst überlassen; ich persönlich habe viele tolle Leute kennengelernt, aus denen teilweise Freundschaften über die Studienzeit hinaus entstanden sind.
Wie hoch war der wöchentliche Zeitaufwand?
Die Euro-FH empfiehlt etwa fünfzehn Stunden pro Woche. Diesen Wert halte ich für realistisch. Allerdings ist es eine Typfrage, ob man kontinuierlich dieses Soll erfüllt oder mal weniger Stunden veranschlagt und dann, zum Beispiel an Feier- oder Urlaubstagen, wieder vier volle Tage durchpowert.
Konnten Sie die Regelstudienzeit einhalten?
Ja, ich habe sie um drei Monate unterboten – zum Ende des Studiums gab es nochmal einen großen Motivationsschub, zeitnah fertig zu werden!
Wurden Sie durch Ihre Familie, Freunde etc. unterstützt? - Wo gab es eventuell Probleme?
Die Unterstützung war nicht immer von allen gegeben. Ganz klar von Vorteil ist es, wenn der Partner beispielsweise auch Erfahrungen im Fernlernen hat oder generell beruflich ehrgeizig ist – dann werden durchgearbeitete Wochenenden auch eher verziehen. Ein Fernstudium ist kein einmal wöchentlich stattfindender Volkshochschulkurs, den man einfach nebenbei macht. Inhaltlich und vom Umfang war mein Fernstudium keineswegs leichter als ein Präsenzstudium an einer staatlichen Uni.
Im weiteren Bekanntenkreis gab es hin und wieder Vorbehalte, das Studium sei ein „Abklatsch“ eines „ordentlichen Studiums“ – dieser Auffassung muss ich nach meinen Erfahrungen sowohl im Präsenz- als auch im Fernstudium vehement widersprechen. Wo Curricula das einheitliche European-Credit Point System (ECTS) zugrunde liegt und Studiengänge staatlich anerkannt und akkreditiert sind, können die Anforderung direkt miteinander verglichen werden.
Wurden Sie durch den Arbeitgeber unterstützt?
Nein.
Wussten Ihre Kollegen von dem Studium? Gab es Probleme oder Unterstützung?
Ja, sie wussten davon. Probleme gab es aber nicht – außer hin und wieder augenzwinkernd halbironische Bemerkungen, dass da wohl jemand ganz nach oben möchte...
Wie beurteilen Sie aus Ihrer Sicht den Schwierigkeitsgrad des Studiums - insbesondere im Vergleich zu Ihrem Erststudium?
Betriebswirtschaft lässt sich lerntechnisch mit Geographie oder Germanistik kaum vergleichen; die Methoden sind grundlegend andere. Im BWL-Studium muss wesentlich mehr gepaukt werden, das heißt, Inhalte müssen stringent auswendig gelernt werden, bevor man den Gesamtzusammenhang begreift. In Geographie zum Beispiel ist der Blickwinkel auch meist ganzheitlich, aber man nähert sich ausgehend vom Ganzen den einzelnen Aspekten und nicht umgekehrt. Dieses Pauken bedeutete anfangs eine Herausforderung für mich; die aber nötig war, um gewisse Inhalte einfach drauf zu haben und später situationsgerecht anwenden zu können.
Haben Sie irgendwann einmal daran gedacht aufzugeben?
Bis zum Vordiplom war es insgesamt schon ein kleiner Kraftakt von Modul zu Modul, aber nach dem „Bergfest“ lief es schnurstraks Richtung Abschluss.
Würden Sie das Studium aus heutiger Sicht erneut belegen?
Ja, sofort. Nicht nur wegen der Qualifikation, sondern vor allem, weil man durch ein Fernstudium über sich hinauswächst und merkt, wie leistungsfähig man ist und dass lebenslanges Lernen keine Phrase ist, sondern unabdingbar, wenn man Karriere machen möchte.
Nutzen/Karriere
Welche Tätigkeit haben Sie vor/während/nach dem Studium ausgeführt, ggf. bei welchem Unternehmen oder in welcher Branche?
Meine Tätigkeit während des Studiums ist aus einer studentischen Tätigkeit entstanden: Nachdem ich damals am Empfang und als Trainerin für die Fitness-Studios der Universität Hamburg gearbeitet habe, bot sich mir die Chance, diese auf selbstständiger Basis als rechte Hand der Bereichsleitung mitzuleiten. So konnte ich einerseits meine Arbeitszeiten frei bestimmen; andererseits konnte ich meinen berufspraktischen Horizont deutlich erweitern: Die fachliche Führung der Trainer- und Empfangsteams, die Entwicklung, Durchführung und fortlaufende Kontrolle von Marketingkampagnen sowie alle PR-Arbeiten fielen in meinen Aufgabenbereich. Dies war vielseitig und abwechslungsreich. Inzwischen liegen meine Qualifikationen und meine Ambitionen jedoch höher als es in dieser Abteilung üblich ist, so dass ich im Oktober 2006 diese Tätigkeit auf eigenen Wunsch beendete, um neben dem Studium meine Promotion fertig zu stellen und mich dann in führenden Managementaufgaben zu etablieren.
Können Sie die Inhalte aus dem Studium in der beruflichen Praxis einsetzen?
Natürlich lernt man im Studium immer auch Dinge, die eher theoriebasiert sind und in dieser Form in der Praxis wenig relevant sind. Ich denke aber, dass ich einen Gesamteindruck von allen Facetten der BWL bekommen habe und damit auch zu allen Unternehmensbereichen etwas zu sagen habe. Zum Beispiel hatten wir auch ein Modul Wirtschaftsinformatik – für mich als Marketingmanagerin nicht gerade mein Lieblingsfach, aber dennoch sehr wichtig, wenn etwa die Marketingabteilung IT-Budgets zu vergeben hat. Dann kann ich zumindest grob einschätzen, ob dieses oder jenes EDV-Modul aus Marketingsicht sinnvoll ist – und hierzu benötigt man einen Grundstock an fachspezifischen Wissen. Dasselbe gilt für Bereiche wie Recht, VWL oder Wirtschaftspolitik – sehr interessante Themen, wenn man Wirtschaft und insbesondere unternehmerische Entwicklungen ganzheitlich verstehen will.
Von den Fremdsprachenmodulen profitiere ich darüber hinaus ganz sicherlich, ebenso hatten wir ein sehr professionelles Präsentations- und Rhetorikseminar sowie eines zum Konfliktmanagement. Diese waren sehr praxisnah gestaltet und stellen aus meiner Sicht einen entscheidenden Qualitätsvorsprung zu vielen anderen BWL-Curricula dar.
Hat sich das Studium finanziell (Gehalt) positiv ausgewirkt?
Das kann ich zur Zeit noch nicht beurteilen, da ich mich gerade im Bewerbungsprozess befinde – meine Gehaltswünsche gehen aber ganz stark davon aus! ;-)
Welche Erfahrungen haben Sie ggf. bei Bewerbungen gemacht (Bekanntheit und Akzeptanz des Fernstudiums etc.)?
Ein heikles Thema. Generell glaube ich, dass hierzulande eine flächendeckende Akzeptanz der Bachelor- und Masterstudiengänge und des dahinter stehenden Konzepts, nach dem Bachelor in das Arbeitsleben zu starten und später einen Master draufzusetzen, noch nicht gegeben ist. Ich habe Bewerbungen an verschiedene namhafte deutsche Unternehmenden versandt – auch wenn es nicht direkt kommuniziert wird, herrscht augenscheinlich ein immenses Informationsdefizit hinsichtlich der qualitativen Anforderungen eines Fernstudiums.
Sobald man mit Entscheidungsträgern jenseits der klassischen Weges über die Personalbteilungen in Kontakt kommt, wandelt sich das Bild hingegen sichtlich: Potenzial wird erkannt, die freiwillige Mehrarbeit, Selbstdisziplin und Organisationsstärke, die man sich durch das Fernstudium angeeignet hat, wird honoriert. Ich denke aber auch, dass viele Personaler stutzig werden, wenn eine 28-Jährige zwei Studienabschlüsse, bald einen Doktor sowie auch schon erste Berufserfahrung nachweisen kann – und damit so richtig durchstarten möchte, während andere Frauen schon an den Rückzug aus dem Arbeitsleben und Kinderwünsche nachdenken...
Ausblick
In welchem Bereich promovieren Sie?
Ich promoviere in Geographie und bearbeite ein Thema aus dem Bereich Dienstleistungs-/Eventmarketing im Destinationsmanagement. Somit kann ich meine geographische Expertise sehr gut mit meinem BWL-Schwerpunkt Marketing verbinden. In der Forschungsarbeit entwickele ich einen Beratungsansatz für strategisches Eventmanagement, der neben seiner wissenschaftlichen Fundierung eine große Praxisrelevanz für aktuelle und künftige Eventinszenierungen aufweist.
Was haben Sie danach vor?
Ich plane Anfang 2008, wenn meine Dissertation eingereicht ist, im Bereich Dienstleistungsmarketing Fuß zu fassen und mich dort ganz nach oben zu entwickeln. Ideal wäre ein Arbeitsplatz im Großraum Hamburg. Momentan führe ich parallel eine Marktanalyse durch, welche reellen Chancen bestehen, aus meiner Expertise gegebenenfalls ein Beratungsunternehmen für strategisches Eventmanagement zu gründen.
Können Sie sich vorstellen, ein weiteres Fernstudium oder einen Fernkurs zu belegen?
Ganz sicher. Wie gesagt, lebenslanges Lernen ist für mich keine Phrase sondern eine selbstverständliche Auffassung von unserer modernen Berufswelt. Da ich nun im Fernstudium meinen Lernrhythmus gefunden habe kann ich mich sehr gut vorstellen, mich mittelfristig wieder in dieser Form weiterzubilden.
Tipps für andere Interessenten und Fernstudienanfänger
Worauf sollten Interessenten bei der Auswahl eines Fernstudiengangs/Anbieters achten?
Das hängt natürlich von den persönlichen Präferenzen ab. Ich würde Flexibilität immer sehr groß schreiben: Kann man jederzeit einsteigen? Können regelmäßig Klausuren geschrieben werden? Wie viele Seminare finden wann statt? Man sollte sich, sofern man sein Studium selbst finanziert, unbedingt einmal eine Komplettrechnung aufstellen: Studiengebühren, Fahrt- und ggf. Übernachtungskosten zu den Klausurstandorten und Seminaren, Auslandsaufenthalte usw. Und schließlich muss man realistisch einschätzen, wann sich diese Gesamtsumme für einen persönlich amortisiert: Man studiert ja nicht zum Spaß, sondern in aller Regel, weil man einen beruflichen Aufstieg plant.
Inhaltlich würde ich immer darauf achten, auch internationale Themen zu integrieren – Stichwort Global Thinking.
Welche Empfehlungen können Sie Fernstudien-Anfängern geben?
In den ersten Monaten sollte man zwar stringent am Ball bleiben, aber nicht gleich verzweifeln, wenn zum Beispiel Lernschwierigkeiten auftauchen. Ich persönlich habe etwa ein halbes Jahr gebraucht, bis ich meinen persönlichen Lernaufwand, die für mich effizienteste Methode für die Prüfungsvorbereitungen und die Anforderungen genau einschätzen konnte.
Für sinnvoll halte ich die regionalen Stammtische, die von Studierenden organisiert werden und eine gute Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch unter Kommilitonen bieten und die gegenseitige Motivation fördern.
Und wenn der Abschluss dann endlich geschafft ist, ist es ein unbeschreiblich schönes Gefühl und man merkt, wie leistungsfähig man doch sein kann, wenn man es nur anpackt.
Was hat Ihnen im Studium geholfen (Organisation, lernen, Selbstmanagement etc.)?
Ein paar Dinge haben mir das Studium im Laufe der zweieinhalb Jahre sichtlich erleichtert:
- Herauszufinden, zu welchen Zeiten und in welchem Tempo ich am effektivsten lernen kann und mein Studienpensum dementsprechend auszurichten
- Die große Motivation, die von jedem bestandenen Modul ausging, gleich für die Bearbeitung der nächsten Studieneinheit zu nutzen und so kontinuierlich am Ball zu bleiben
- Der Kontakt zu Kommilitonen, die zwar nicht immer vor Ort, aber dafür stets erreichbar sind und die (Fernstudien-)Welt mit denselben Augen sehen
Was würden Sie aus heutiger Sicht anders machen?
Im Prinzip würde ich es genauso machen. Allerdings wäre ich heute von Beginn an wahrscheinlich zielstrebiger und produktiver, da ich meinen Lernstil ja nun kenne und keine Zeit mehr für das Ausprobieren verschiedener Lernmethoden benötigen würde.
Vielen Dank für dieses Interview.
Die Kontaktaufnahme zu Frau Wistuba ist über XING möglich.
Geändert von Markus Jung (31.03.2012 um 17:29 Uhr)
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