Bachelor / Master = Pillepalle?
-
Hallo erstmal,
ich habe mich jetzt lang mit Ablauf der in deutschland anerkannten Studiengänge befasst und bin zu dem Schluss gekommen, dass der Bildungsweg Bachelor/Master im Gegensatz zum deutschen Diplom absolut Pillepalle ist.
Während die Master of Business Administration Weltweit als die Creme de la Creme bezeichnet wird, ist ein deutscher Diplomwirtschaftswissenschaftler teilweise besser ausgebildet...
Warum zum Geier hat man das Diplom bitteschön abgeschafft? Wie soll man den Bildungsstandort Deutschland fördern, in dem man den weltweit höchstdekoriertesten BIldungsabschluss (abgesehen von Dr. etc) einfach abschafft?
Ich finde es schade, dass ich so spät dran bin, mir einen Studiengang auszusichen - mittlerweile gibt es sehr wenig Diplom-Angebote...
-
Hallo Michael,
du sprichst hier sicherlich einigen aus der Seele, hast aber gleichzeitig deine Frage selbst beantwortet.
Warum zum Geier hat man das Diplom bitteschön abgeschafft? Wie soll man den Bildungsstandort Deutschland fördern, in dem man den weltweit höchstdekoriertesten BIldungsabschluss (abgesehen von Dr. etc) einfach abschafft?
Was bringt mir ein gut ausgebildeter Abschluß, wenn er international wenig bekannt und somit auch nicht vergleichbar ist. Der Bildungsstandort Deutschland würde sich somit von den anderen Nationen abgrenzen. Ein italienischer Arbeitgeber könnte doch mit dem Titel "Diplom" nicht viel anfangen, während er den Bachelor-Grad, oder Master interpretieren kann.
Der Verlust des Diploms gegen den Bachelor/Master ist nunmal die bildungstechnische Antwort auf Globalisierung und dem Zusammenwachsen Europas.
Gruß Lutz
Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. (Benjamin Franklin)
(8. Semester BWL an der HFH und alle Prüfungen hinter mir)
-
Die bisherigen Diplom-Studiengänge(Uni) sind für diejenigen ideal, die die nötige Intelligenz mitbringen, um die sehr anspruchsvollen Anfangssemester zu überstehen, insbesondere in Ingenieur- und Naturwissenschaften. Für den Rest(ca. 90 %) ist das Bachelor/Master-System besser geeignet. Im Bachelor-Studium beginnt man eher praxisorientiert und geht nicht ganz so tief in die Theorie wie im Diplom-Grundstudium, also eher wie an einer FH.
Aufgrund der in den letzten 30 Jahren enorm gestiegenen Studentenzahlen und auch Studienabbrecher war eine Änderung des Studiensystems nicht mehr zu vermeiden. Natürlich wird im deutschen Bildungssystem eine Bezugnahme auf Intelligenzunterschiede (politisch korrekt) vermieden, so daß manchem die Umstellung unverständlich erscheint.
-
Also ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum Bachelor + Master < Diplom sein soll bzw. muss. Weder von der addierten Studiendauer noch vom Abschluss her.
Heute machen doch sogar einige nach dem Diplom noch einen Master, weil dieser als höherwertig angesehen wird.
Viele Grüße
Markus
-
Also ich denke, daß Bachelor-Master konsekutiv genausogut wie das Uni-Diplom ist - nur eben etwas anders aufgebaut. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen und insbesondere den einzelnen Absolventen sind da wesentlich größer. Letzten Endes kommt es immer auf den Studenten und dessen Fähigkeiten an, und was er draus macht.
Aber genausowenig wie man zwei Drittel eines Altersjahrgangs zum Uni-Diplom unter Beibehaltung seiner Qualität mit durchziehen kann, werden zwei Drittel einen konsekutiven Master machen. Der größte Teil wird beim Bachelor aufhören (müssen), wobei die Absolventenzahlen in D dann immer noch niedriger sein werden als z.B. in den USA.
Ein MBA oder andere Weiterbildungs-Master stellen keine wissenschaftliche Vertiefung dar, sondern können ein Erststudium ergänzen. Was BWL betrifft, so gibt es traditionell Unterschiede zwischen den deutschsprachigen und den angelsächsischen Ländern. In D entstand die BWL als wissenschaftliche Disziplin viel eher als anderswo - dies leichtfertig zugunsten von rein praxisorientierten Management-Lehrgängen aufzugeben könnte den Verlust eines Standortvorteils zur Folge haben. Insofern stimme ich den geäußerten Befürchtungen zu.
-
Hallo Michael,
 Zitat von michaelffm
Pillepalle
Wie kommst du zu dieser Einschätzung? Dass die Deutschen Veränderungen skeptisch gegenüber stehen und alles Neue erstmal schlecht finden, ist ja bekannt. Aber auf welchen Fakten beruht das denn?
Wenn man sich mal die Mühe macht und an einer Hochschule oder Universität die Studienpläne eines Diplomstudiengangs mit den entsprechenden des Bachelorstudiengangs vergleicht (habe ich für PFFH Darmstadt, HS Darmstadt und HS Fulda gemacht), wird man feststellen, dass der inhaltliche Unterschied so riesig nicht ist. Gerade an FHs sind die sehr nahe beieinander, da auch die bisherigen Studiengänge schon sehr straff organisiert waren.
Ich selbst habe in meinen paar Semestern Informatik (Dipl.) an der TH-/TU-Darmstadt erfahren, wie ineffizient gerade an der Uni mit Zeit umgegangen wurde. Ähnliche Inhalte auf sechs oder sieben Semester zu straffen, ist für die Unis vielleicht unangenehm, aber durchaus machbar. Ein Vergleich mit dem aktuellen BSc-Informatik an der TUD hat mir gezeigt, dass auch hier einiges umorganisiert/-bennant wurde, aber die grundlegenden Inhalte sind die gleichen. Natürlich nicht mehr so wissenschaftlich wie früher, aber wenn man ehrlich ist, wollen die meisten Studenten nicht in die Forschung sondern in den Beruf. Für alle anderen gibt's den Master. Hier stimme ich Markus zu, dass Bachelor+Master sicherlich mindestens den gleichen Stellenwert hat, wie das Diplom.
Pillepalle kann ich nicht nachvollziehen!?
Gruß
Michael
joergs.com/mijoe/ | 1. Semester | Bachelor of Science Angewandte Informatik | Wilhelm Büchner Hochschule Darmstadt
|
|