Qualität von privaten Fernhochschulen
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Hallo zusammen,
in meinem Xing-Forum wird gerade die Frage diskutiert, ob eine private Fernuni (jetzt mal Hagen ausgenommen, aber die ist ja sowieso offentlich-rechtlich!) die gleichen fachlichen Anforderungen stellt wie jede staatliche Uni.
Macht denn der hohe Preis fürs Studium die Profs dort "gefügig", was gute Benotungen angeht? Vielleicht hat ja jemand "richtig" studiert und dann noch an einer Fernuni und wagt einen Vergleich?
Danke!
Sabine Kanzler
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Meiner Meinung nach erhält man an privaten Hochschulen keine Gefälligkeitsabschlüsse - das wäre für die Anerkennung auch fatal.
Dennoch glaube ich, dass es möglich ist, bei den Privaten bessere Noten zu erzielen, da die Unterstützung und zum Teil auch das Lehrmaterial besser ist.
Die FernUni Hagen taugt als Vergleich allerdings nicht, weil die privaten Hochschulen meist Fernfachhochschulen sind und die FernUni Hagen eine Fernuniversität ist. Und an der Uni ist das fachliche Niveau schon ein anderes (nicht unbedingt höher, aber "anders" im Sinne von abstrakter und theoretischer, eher wissenschafts- bzw. forschungsorientiert denn praxisorientiert).
Als ich an der Wilhelm Büchner Hochschule (damals PFFH Darmstadt) angefangen habe, war diese noch recht jung und ich habe noch ein bisschen etwas von dem Anerkennungsverfahren mitbekommen und das Ministerium hat damals sehr genau auf das Prüfungsniveau geachtet. Zum Beispiel war während meines Kolloquiums ein Mitarbeiter des Ministeriums mit dabei, der auch sehr kritische Fragen an mich gestellt hat.
Wir haben das Thema auch schon einige Male hier im Forum diskutiert, finde nur gerade die passenden Themenstränge nicht.
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Wenn Sie das Statement vielleicht kopieren und "am anderen Ort" einfach einfügen könnten?
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Ich habe 1992 ein technisches Diplomstudium an einer Präsenzhochschule abgeschlossen und mache derzeit ein wirtschaftswissenschaftliches Aufbaustudium (Bachelor) an der HFH.
Meine Noten im Präsenzstudium waren besser (soviel zum Thema "Gefügigkeit" durch hohen Preis). Aber das Umfeld war damals auch anders: Vollzeitstudium ohne Nebenjob und Familie, Zielsetzung guter Abschluss und 20 Jahre jünger .
Die Studiengänge sehe ich auch als total unterschiedlich an. Ein Großteil des BWL-Wissens basiert auf stupidem Auswendiglernen, der Transferteil ist im Ingenieurswesen wesentlich ausgeprägter. Dazu kamen jede Menge nicht benoteter Studienleistungen mit erheblichem Zeitaufwand ("Labore"). Ich vergleiche also Äpfel und Birnen (Dipl. vs. Bachelor; Ing. vs. BWL).
Durch den Akkreditierungsprozeß ist mitterweile wahrscheinlich eine bessere Vergleichbarkeit hergestellt, als vor 20 Jahren als die Bildung noch streng föderal gehandhabt wurde.
Im Fernstudium- werden Prüfungen nicht bestanden,
- gibt es erregte Diskussionen über zu schwere Klausuren,
- ist die Notenverteilung normalverteilt über das gesamte Notenspektrum,
- gibt es Studienabbrecher (deren Zahlen genau wie an den Präsenzhochschulen kaum bekannt werden)
- und die Studieninhalte sind die gleichen wie an Präsenzhochschulen
Fazit: Fernstudium ist anders, aber keinesfalls einfacher als ein Präsenzstudium.
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Ich habe diverse Fernunis ausprobiert und an mehreren auch zu ende studiert, andere auch abgebrochen, gewechselt, unterbrochen.
Mein Fazit ist, dass sich die Unis deutlich unterscheiden, aber nicht unbedingt nach dem Raster Privatuni vs. staatliche Uni. Die Unis und FHs sind verschieden, haben verschiedene Programme. noten wurden nie hinterhergeworfen.
Hier ein paar subjektive Einschätzungen:
Fernuni Hagen, Mathematik: recht hohes Niveau direkt von Beginn an, aus meiner Sicht recht schlechte Betreuung. durch die schlechte Betreuung werden die Ergebnisse auch eher schlecht.
Wilhelm Büchner Hochschule - Informatik: Einsteig von geringerem Level aber recht schnell ansteigend, Betreuung sehr gut. Noten werden nicht hinterher geworfen.
VAWi Programm Uni Bamberg - Wirtschaftsinformatik: Hohes Niveau von beginn an (ist aber ein Masterprogramm). Noten sind stark verteilt, werden nicht hinterhergeworfen. Durch die dezentrale Struktur recht unterschiedliche Ansätze in der Betreuung und der Notenvergabe.
USQ - BWL: das Niveau ist anfangs ok, zieht dann schnell an. Die Notenvergabe ist durchweg recht streng.
OU - Mathe: Die Startpunkte sind sehr unterschiedlich, das Niveu ist spätestens ab den Lvel 2 Kursen auf Fernuni Hagen Niveau, allerdings mit weitaus besserer Pädagogik und Betreuung. Die Notenvergabe habe ich als recht streng erlebt.
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Hallo Gemeinde,
ich denke, es ist auch noch ein gewaltiger Unterschied was man im Fernstudium studiert!
Glaube kaum das man Technik, Controlling, Wirtschaftsprüfung oder Steuern mit Gesundheitsökonomie, Sport oder Tourismusmanagement vergleichen kann...
Lg
Speedy
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