Lernerleichtung durch Vorbildung
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Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Vorerfahrung auch genau das Gegenteil bewirken kann. Ich habe z.B. gute Programmierkenntnisse, vor allem in Java, und bin Sun Certified Java Programmer. Im Studium habe ich dann das Modul "Objektorientierte Programmierung mit Java" auf Anhieb mit 1.0 bestanden, ohne dass ich mich ernsthaft damit beschäftigt hätte. Im folgenden Semester habe ich dann das Modul "Relationale Datenbanken" belegt, was auf der Arbeit auch mein Tagesgeschäft ist. Da ist die Strategie aber nicht aufgegangen. Es kamen in der Klausur dann Themen dran wie Relationenkalkül und Relationenalgebra, die in der Praxis nicht so eine große Rolle spielen. Die Klausur habe ich dann mit 3,7 gerade so eben bestanden, was mich schon sehr geärgert hat.
Es macht einfach auch keinen Spass, über Themen zu brüten, die man schon in- und auswendig kennt, denn dann ist es nicht mehr so spannend, sich damit zu beschäftigen, als wenn man etwas ganz neues lernt.
Ein Bekannter war erst auf dem Wirtschaftsgymasium, hat dann eine schulische Ausbildung zum kfm. Assistenten und danach eine kaufmännische Berufsausbildung gemacht, dann ein VWA-Studium zum Betriebswirt angefangen, das er vor allem deshalb nicht mehr ertragen konnte, weil jedesmal Themen wie Rechnungswesen oder Kostenrechnung bei Null anfangen. Das kann den einen oder anderen schon zu Tode langweilen.
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Ups, da scheint es ja riesige Unterschiede je nach Studienrichtung / Hochschule zu geben. Ich studiere Verfahrenstechnik zum B.Eng. im Fernstudium an der Hochschule Anhalt (FH). Alles, was man jemals in Schule und Berufsausbildung gelernt hat, war nach dem ersten Semester weitgehend abgehandelt. Großartig ausruhen konnte sich darauf ohnehin niemand, dafür ist die Bandbreite an Fächern einfach zu groß.
Das scheint ja im wirtschaftswissenschaftlichen / kaufmännischen Bereich teilweise anders zu sein?! Trotzdem würde ich den Rat geben, zunächst mit einer guten Portion Demut an jedes Hochschulstudium heranzugehen. Dass sich jemand dabei langweilt, höre / lese ich hier zum ersten mal.
Gruß
flox
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 Zitat von flox
Ups, da scheint es ja riesige Unterschiede je nach Studienrichtung / Hochschule zu geben. Ich studiere Verfahrenstechnik zum B.Eng. im Fernstudium an der Hochschule Anhalt (FH). Alles, was man jemals in Schule und Berufsausbildung gelernt hat, war nach dem ersten Semester weitgehend abgehandelt. Großartig ausruhen konnte sich darauf ohnehin niemand, dafür ist die Bandbreite an Fächern einfach zu groß.
Das scheint ja im wirtschaftswissenschaftlichen / kaufmännischen Bereich teilweise anders zu sein?! Trotzdem würde ich den Rat geben, zunächst mit einer guten Portion Demut an jedes Hochschulstudium heranzugehen. Dass sich jemand dabei langweilt, höre / lese ich hier zum ersten mal.
Gruß
flox
Dass schulisches Wissen für die Uni nützlich wäre, hat hier imho auch keiner behauptet. Lediglich für Mathe war es bei mir nützlich ein paar Notationen zu kennen, und schon einmal etwas von Integralen und Differentialrechnung gehört zu haben. Das wars dann aber auch schon.
Bzgl. Ausbildung wüsste ich jetzt keine Ausbildung, die deiner Verfahrenstechnik so nahe stehen würde, wie bspw. die Fachinformatiker-Ausbildung im Vergleich zu einem Informatik-Studium. Du lernst dort, aber vor allem durch die spätere Berufserfahrung, eben die Praxis, deren Techniken dann im Studium vertieft, theoretisch hinterleuchtet und erweitert werden. Bspw. Modul Datenstrukturen, wird wohl jeder Fachinformatiker auch mal mit in Berührung gekommen sein, aber wohl kaum in der Tiefe wie im Studium. Bspw. Compilerbau, jeder Entwickler wird schon einmal etwas kompiliert haben und wissen, für was ein Compiler gut ist. Aber die genaue Technik dahinter kennt er nicht. Bspw. Datenbanken, die meisten Fachinformatiker haben schon mal einen SQL geschrieben und können Tabellen anlegen. Aber was ist das Relationskalkül, wie ist ein DBMS intern genauf aufgebaut, ... Sowas lernt man eigentlich erst im Studium. Der Vorteil besteht imho darin, dass man einiges schon einmal gehört und/oder verwendet hat, was einem dann beim Verstehen der Theorie dahinter hilft.
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