FernUniversität geht ihren eigenen Weg: Vorerst keine Studienbeiträge
Fernstudium in Hagen bleibt auch kostenmäßig eine Studienalternative
Studienbeiträge für Neueinschreiber wird es an der FernUniversität in
Hagen vorerst nicht geben. Der Senat der Universität schloss sich am
Mittwochabend einstimmig einem entsprechenden Vorschlag des Rektorats
an. Das Studium an der einzigen staatlichen deutschsprachigen
Fernuniversität bleibt damit eine ebenso kostengünstige wie flexible
Alternative zum Studium an einer Präsenzuniversität. Ob die
FernUniversität auf Dauer auf Studienbeiträge verzichten kann, wird
erstmalig nach dem Start des Wintersemesters 2006/2007 überprüft.
Das Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen hatte es den
Hochschulen des Landes überlassen, ob sie für Neueinschreiberinnen und
-einschreiber zum Wintersemester 2006/07 Studienbeiträge von bis zu
500 Euro pro Semester erheben werden. Ab dem Sommersemester 2007
können dann alle Studierenden zu Studienbeiträgen herangezogen werden.
Verschiedene NRW-Hochschulen haben sich bereits für die Einführung von
Studienbeiträgen entschieden.
Wesentliches Kriterium für die anders lautende Entscheidung der
FernUniversität ist, dass es für die Hochschule bei der
Risikobewertung nicht wägbar ist, ob und gegebenen falls wie viel sie
bei der Einführung von Studienbeiträgen tatsächlich erwirtschaften
würde. Hintergrund ist, dass sich die FernUniversität zu 18 Prozent
selber finanziert mit der Folge, dass die durch die Einführung von
Studienbeiträgen möglicherweise zurück gehenden Studierendenzahlen zu
Einnahmeverlusten an anderer Stelle führen würden. Einnahmen und
Verluste müssen dann gegen einander gerechnet werden.
Für die Bewertung des wirtschaftlichen Risikos ist darüber hinaus
problematisch, dass das Gesetz durch weitere Rechtsverordnungen
präzisiert werden soll, die allerdings noch nicht vorliegen. Noch
kritisch zu hinterfragen ist beispielsweise die Bewertung von
Befreiungstatbeständen sowie die Höhe des Beitrags der Universitäten
zum Ausfallfonds zur Unterstützung von BAFöG-Empfängern. Die
FernUniversität will deshalb zunächst analysieren, ob die Einführung
der Studienbeiträge sich überhaupt für sie rechnet bevor weitere
Entscheidungen getroffen werden. Das aktuelle Votum von Rektorat und
Senat ist also nicht als endgültiges Nein zu Studienbeiträgen zu
verstehen.
Für die derzeit Studierenden ändert sich durch die Beschlusslage
zunächst nichts.
Das Studienkonten- und -finanzierungsgesetz läuft erst zum 1. April
2007 aus. Betroffen von diesem Gesetz sind lediglich die Langzeit-,
die Zweitstudierenden und ältere Studierende (ab dem 60. Lebensjahr),
die bis zu dem Zeitpunkt nach wie vor zahlungspflichtig sind.
Quelle: Presse-Mitteilung der FernUni Hagen
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