Informatik B.Sc. - viele offene Fragen
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Der Unterschied liegt aus meiner Sicht vor allem im zeitlichen Aufwand bedingt durch das doch sehr unterschiedliche Anforderungsniveau. Als ich noch an der Fernuni studiert habe, habe ich teilweise gar keine Klausuren im Semester geschrieben und von Semesterzu Semester vor mir hergeschoben, weil ich einfach häufig das Gefühl hatte, nicht richtig vorbereitet zu sein. (Ich arbeite Vollzeit, habe zwei Kinder und damit verbundene Verpflichtungen, und meine Frau ist auch berufstätig. Daher sind die zeitlichen Möglichkeiten eben begrenzt).
An der FH dagegen sind die Module zeitlich wirklich gut zu bewältigen. Und das Anspruchsniveau bei den Klausuren ist auch deutlich(!) unter dem der FernUni. Es gibt in den meisten Fächern relativ großzügige Klausurbedingungen, derart, dass man mehrere Blätter Notizen mitnehmen darf (manchmal sogar die kompletten Unterlagen). Man kann mit überschaubarem Aufwand sogar gute Noten schreiben, ich habe zur Zeit einen Durchschnitt von 1,9 (auch wenn mir das gar nicht wirklich wichtig ist). An der Fernuni hätte ich oft schon Bedenken gehabt, eine Klausur überhaupt zu bestehen.
(Das ist jetzt auch nicht nur an der FH WF so, ich habe auch mal ein Semester die Wings (HS Wismar) ausprobiert, da war es quasi noch "einfacher". Da gab es z.B. am Anfang des Semesters ein (freiwilliges und separat zu bezahlendes) Tutorium, bei dem ein paar Übungszettel ausgeteilt wurden und mehrere Aufgaben davon ausführlich gerechnet und besprochen wurden. Am Ende des Semesters gab es dann eine halbtägige Präsenzveranstaltung, bei der noch einige andere Aufgaben von diesen Übungen gerechnet wurden und nachmittags war dann die Klausur. Und die Klausuraufgaben waren den ausführlich besprochenen Übungsaufgaben so ähnlich, dass ich mir nicht mal wirklich sicher bin, ob da andere Zahlen eingesetzt wurden :-)
Wings wäre mir allerdings auf Dauer zu teuer gewesen und die Organisation fand ich auch nicht so toll.
Es geht aber bei den Unterschieden auch um inhaltliche Dinge. Ich könnte ich mich nicht mehr auf Dauer motivieren, mich in der knappen Freizeit ständig mit schwierigen und größtenteils trockenen und teilweise auch recht langweiligen Dingen zu beschäftigen. Ein Kurs wie "Computersysteme I/II" würde mich quasi zu Tode langweilen und ist dann auch noch sehr anspruchsvoll.
Da ich schon seit zehn Jahren im IT-Bereich arbeite, weiss ich auch recht genau, was ich in der Praxis gebrauchen kann und was eher nicht. Wie ich schon schrieb: Ich habe keine Ambitionen, nach dem Studium etwas anderes zu machen oder großartig aufzusteigen. Ich arbeite jetzt im wesentlichen als IT-Systemanalytiker und Projektleiter und
ab und zu programmiere ich selbst auch noch etwas. Das ist sehr vielseitig, macht mir viel Spaß und dabei möchte ich auch bleiben. Das Studium an der FH ist da wirklich eine gute Ergänzung, weil die Inhalte wirklich sehr praxisnah sind und sich teilweise auch direkt in der Berufspraxis anwenden lassen. Für mich ist das wirklich optimal. Wer dagegen z.B. gern in der Forschung bzw. im wissenschaftlichen Bereich arbeiten möchte und z.B. nach eine Promotion anstrebt, wird das für sich sicherlich anders entscheiden. Ich habe großen Respekt vor allen, die diese Mühen auf sich nehmen und ihr Studium an der Fernuni erfolgreich beenden. Für mich ist das aber nichts. Letzlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.
Grüße,
Lippi
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Hey Lippi,
danke für deine ausführliche Antwort. War sehr interessant zu lesen und hilft bestimmt noch den einen oder anderen bei seiner Entscheidung FH <=> FU Hagen .
Grüße
Stefan
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 Zitat von lippi
Wie ich schon schrieb: Ich habe keine Ambitionen, nach dem Studium etwas anderes zu machen oder großartig aufzusteigen. Ich arbeite jetzt im wesentlichen als IT-Systemanalytiker und Projektleiter und
ab und zu programmiere ich selbst auch noch etwas. Das ist sehr vielseitig, macht mir viel Spaß und dabei möchte ich auch bleiben. Das Studium an der FH ist da wirklich eine gute Ergänzung, weil die Inhalte wirklich sehr praxisnah sind und sich teilweise auch direkt in der Berufspraxis anwenden lassen. Für mich ist das wirklich optimal. Wer dagegen z.B. gern in der Forschung bzw. im wissenschaftlichen Bereich arbeiten möchte und z.B. nach eine Promotion anstrebt, wird das für sich sicherlich anders entscheiden. Ich habe großen Respekt vor allen, die diese Mühen auf sich nehmen und ihr Studium an der Fernuni erfolgreich beenden. Für mich ist das aber nichts. Letzlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.
Interessant wie sehr sich unsere Ambitionen decken. Mir geht es sehr ähnlich wie dir und das hat die Entscheidung, nicht nach Hagen zu gehen, noch einmal bestärkt.
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