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Interview mit Alicia Kaleta - Teil 1: Die Fernstudentin

  1. #1
    Avatar von Markus Jung
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    Bitte stelle Dich zunächst vor.

    Hallo, ich heiße Alicia, bin 26 Jahre alt. Nach meinem Erststudium in Lüneburg hat es mich aus beruflichen Gründen nach Hamburg verschlagen. Mittlerweile wohne ich nun seit knapp drei Jahren in der schönsten Stadt Deutschlands, wo ich seit April dieses Jahres zusammen mit meinem Mann selbstständig tätig bin.

    Wie bist Du auf die FernUni Hagen aufmerksam geworden und seit wann studierst Du dort?

    Die Agentur, in der ich vor Aufnahme meines Fernstudiums gearbeitet habe, hat mehrere Fernlehrinstitute betreut, sodass ich mit dem Thema Fernstudium, sowie den einzelnen Anbietern, recht gut vertraut war. Und in Sachen Fernunterricht kommt man an der FernUni Hagen, Deutschlands größter Universität, nicht vorbei.

    Als ich irgendwann mit dem Gedanken gespielt habe, selbst ein Fernstudium aufzunehmen, habe ich mich eingehender mit dem Studienangebot und dem Verlauf eines Fernstudiums an der FernUni Hagen auseinandergesetzt.

    Im vergangenen Sommer fiel dann die Entscheidung, mich zum Wintersemester 2010/11 für den Bachelorstudiengang Wirtschaftswissenschaften einschreiben zu lassen. Und im Oktober 2011 ging es dann offiziell los.

    Welche Ziele verfolgst Du mit dem Studium?


    Meine Studienziele haben sich im Verlauf des Fernstudiums stark verändert, ebenso, wie sich meine beruflichen und persönlichen Ziele in eine neue Richtung entwickelt haben.

    Zu Beginn wollte ich nach meinem Erststudium der Wirtschaftspsychologie eigentlich nur einen Masterabschluss draufsetzen. Damals war ich noch als Angestellte tätig und versprach mir von dem Masterabschluss bessere Karrierechancen auf dem Arbeitsmarkt.

    Da die FernUni allerdings keinen Master in Wirtschaftspsychologie anbietet und mir die Studiengebühren privater Fernhochulen zu hoch waren, bewarb ich mich an der FernUni zuerst für den Masterstudiengang Wirtschaftwissenschaften.

    Kurz darauf kam dann die Absage, da der Anteil an betriebswissenschaftlichen Inhalten meines Erststudiums zu gering war. Das ist nun mal das Pech, das man bei solchen „Misch-Studiengängen“, wie Wirtschaftspsychologie hat – es reicht weder für ein Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften, noch in Psychologie.

    Nach der Absage habe ich überlegt, was ich jetzt machen soll und mich dann für den längeren Weg bis zum Wiwi-Master entschieden, indem ich nämlich zuerst den Bachelorabschluss in Wirtschaftswissenschaften absolviere.

    Mit Aufnahme der Selbstständigkeit haben sich meine Studienziele nochmals gewandelt. Das vordergründige Ziel, das Fernstudium für bessere Karrierechancen zu nutzen, ist in den Hintergrund gerückt. Denn meine aktuelle Tätigkeit erfüllt mich und bereitet mir sehr viel Spaß.

    Mittlerweile steht für mich die persönliche Weiterbildung im Sinne des lebenslangen Lernens im Vordergrund. Ich möchte meine grauen Zellen einfach noch ein bisschen fordern, denn es gibt so viel Interessantes, dass ich noch kennenlernen möchte.

    Hast Du schon einmal daran gedacht aufzugeben?

    Na klar, nicht nur einmal. Ehrlich gesagt, habe ich den zeitlichen Umfang des Fernstudiums und den hohen Anspruch der Studienmaterialien anfangs deutlich unterschätzt. So musste ich z.B. im Kurs zu Wirtschaftsmathematik viel Zeit zur Aufarbeitung und Wiederholung von Grundlagenwissen investieren, welches mich letztendlich in Zeitnot gebracht hat.

    Auch die Anforderungen an das Zeitmanagement konnte ich erst im Laufe der Zeit erfüllen. Es war für mich eine große Herausforderung, die Studienorganisation selbst zu übernehmen, mir feste Termine zu setzen und diese dann auch einzuhalten.

    Als ich gemerkt habe, dass mir die Zeit davonläuft oder Verständnisprobleme bei der Bearbeitung der Studienhefte auftraten, habe ich mich oft gefragt, warum ich mir den Stress eigentlich antue.

    Letztendlich lag meine Überforderung und Unzufriedenheit aber an unrealistischen Zielen und überhöhten Ansprüchen an mich selbst begründet. Wenn ich daran zurückdenke, dass ich es anfangs für realistisch hielt, neben meinem Vollzeitjob auch noch das Fernstudium in Vollzeit durchzuführen, so kann ich heute nur darüber lachen. Zum Glück hat mir damals ein freundlicher Mitarbeiter der FernUni Hagen auf Nachfrage in Erinnerung gerufen, dass der Tag nur 24 Stunden hat und selbst ein Teilzeitstudium viel Zeit erfordert - Recht hat er.

    Welche Erfahrungen hast Du mit den Klausuren gemacht?

    Diese Frage trifft einen kleinen wunden Punkt bei mir. Denn bislang habe ich noch keine Klausur mitgeschrieben.

    Im ersten Semester bin ich in puncto Zeitmanagement kläglich gescheitert. Bei zwei Modulen muss die Studienorganisation von Anfang an sitzen, ansonsten wird man das Lernpensum nicht meistern. Ich habe damals mit Wirtschaftsmathe und Statistik angefangen und festgestellt, dass ich den erforderlichen Zeitaufwand zur Bearbeitung der Studienunterlagen, sowie die Extra-Zeit zur Aufarbeitung von Grundlagenwissen unterschätzt habe.

    Die fehlende Zeit hat es dann praktisch unmöglich gemacht, ausreichend Kapazitäten für die intensive Prüfungsvorbereitungsphase zu finden.

    Mit Aufnahme der Selbstständigkeit hat sich die zeitliche Situation noch verschärft, da ich gerade in der Anfangs- und Aufbauphase, klare Prioritäten setzen musste. Und diese lagen und liegen immer noch ganz klar im Aufbau der eigenen Existenz. Das Fernstudium muss daher zurzeit zurückstecken, bis sich die zeitliche Situation etwas entspannt.

    Wie gut ist die Betreuung in Hagen?

    Ich habe die Betreuungsangebote der FernUni Hagen zwar nur sehr selten in Anspruch genommen, jedoch wurden alle meine Fragen in kürzester Zeit zufriedenstellend beantwortet.

    Alleine schon das Gefühl, zu wissen, dass es für jede Frage- und Problemstellung einen Ansprechpartner gibt, ist beruhigend.

    Zudem bietet die FernUni Hagen in ihren Regional- und Studienzentren ein umfangreiches Betreuungsangebot zur allgemeinen Studienberatung und fachlichen Betreuung. So gibt es zahlreiche Veranstaltungen zu den einzelnen Modulen und Kursen, bei denen inhaltliche Fragestellungen geklärt werden können. Auch Kompaktveranstaltungen und Veranstaltungen zur Klausurvorbereitung werden regelmäßig angeboten.

    Neben diesen Präsenzveranstaltungen wird das Angebot durch den „Virtuellen Studienplatz“ und „moodle“ abgerundet.

    Alles in allem kann man bei der Betreuung an der FernUni also nicht meckern.

    Bietet Dir das Studium ausreichend Freiräume und Flexibilität?

    Ja, definitiv. Für mich war es von Anfang an wichtig, dass ich das Fernstudium meinen zeitlichen Möglichkeiten flexibel anpassen kann. Und die FernUni Hagen macht es möglich. So kann man – ob Voll- oder Teilzeitstudium – theoretisch so viele Module/Kurse bearbeiten, wie es die persönliche Lebenssituation zulässt.

    Die Regelstudienzeit, bzw. die Studienpläne sind keinesfalls verpflichtend, sondern nur exemplarisch. Es ist also sowohl möglich, mehr Module zu belegen, um schneller fertig zu werden, als auch mal ein Semester zu pausieren, falls die Zeit es nicht anders zulässt.

    Auch der Anteil an verpflichtenden Präsenzseminaren spielte für mich eine wesentliche Rolle. Denn diese beuteten zusätzliche Anfahrtswege, Kosten und evtl. Urlaubstage. Da kommt es mir sehr entgegen, dass die Betreuungsveranstaltungen an der FernUni freiwillig sind. In meinem Studiengang gibt es lediglich ein Pflichtseminar zum Studienende. Im Vergleich zu vielen privaten Anbietern ist der Anteil an Präsenzseminaren an der Fernuni Hagen sehr gering, was für mich persönlich von großem Vorteil ist.

    Wem kannst Du die FernUni Hagen empfehlen?

    Ich kann die FernUni Hagen jedem empfehlen, dessen Wunschstudiengang vom Studienangebot der FU abgedeckt wird und dem die Studiengebühren privater Fernhochschulen zu hoch sind.

    Man sollte sich zumuten können, die komplette Studienorganisation selbst zu übernehmen, sich Lehrinhalte selbstständig zu erarbeiten und auch bei Verständisproblemen eigenhändig geeignete Lösungswege zu finden.

    Zudem sollte sich dessen bewusst sein, dass es keinen persönlichen Studienbetreuer, wie bei vielen privaten Anbieter, gibt, der einen in regelmäßigen Abständen anruft und Hilfestellungen gibt. Auch die vielen unterstützenden, verpflichtenden Präsenzseminare, die an privaten Fernhochschulen in größerem Umfang angeboten werden, sind an der FernUni eher rar gesät.

    Wer also ein geeignetes Studienangebot findet, Organisationsfähigkeit, sowie eine selbstständige Arbeitsweise mitbringt und auf Präsenzphasen gut verzichten kann, hat gute Chancen, an der FernUni Hagen glücklich zu werden.

    Wer sollte sich besser nach einem anderen Anbieter umsehen?

    Das sind vor allem diejenigen, die einen Studiengang belegen möchte, der an der FernUni Hagen nicht angeboten wird. Die geringen Studiengebühren mögen zwar verlockend sein, jedoch macht es keinen Sinn, nur aus Kostengründen irgendeinen anderen Studiengang zu belegen.

    Manchmal kann man einen Kompromiss schließen und z.B. Wirtschaftswissenschaften anstelle von Betriebswirtschaftslehre studieren. Aber gerade bei spezialisierten Fernstudiengängen, z.B. im Gesundheitswesen oder Logistikbereich macht es mehr Sinn, sich an einen privaten Fernstudienanbieter zu wenden. Viele Fernhochschulen haben sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert, sodass ihr Studienangebot besser auf die persönlichen Studienziele abgestimmt ist.

    Auch Personen, die einen international ausgerichteten Studiengang suchen, sind bei privaten Anbietern besser aufgehoben.

    Letztendlich muss man Kosten und Nutzen immer für sich persönlich abwägen. Meiner Meinung nach kann man aber nur dann Erfolg im Fernstudium haben, wenn man auch für den Studiengang „brennt“. Das persönliche Interesse für die Studieninhalte sollte daher vor dem Kostenfaktor stehen. Falls man aber die doch recht hohen Gebühren privater Anbieter nicht aufbringen kann oder möchte, wäre die Aufnahme eines Präsenzstudiums eine Überlegung wert.

    Im zweiten Teil des Interviews geht es um Fernstudium-WiWi, den Blog von Alicia.
    Geändert von Markus Jung (16.11.2011 um 07:05 Uhr)
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  2. #2
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    Zitat Zitat von Ferny Beitrag anzeigen
    Ist diese Frau prominent oder warum wurde ein Interview geführt und nun hier veröffentlicht?
    Alicia bloggt sehr ausführlich über ihr Fernstudium und wir stehen schon länger immer wieder mal in Kontakt. Ich habe auch schon einige ihrer Artikelserien (zuletzt zur Motivation) hier aufgegriffen und im Fernstudium-WiWi Blog gibt es immer wieder mal Hinweise auf Fernstudium-Infos.de.

    Und da es hier zur FernUni Hagen ja immer wieder viele Fragen gibt, kam mir die Idee für das Interview, so wie ich es auch immer wieder mal mit Studierenden oder Absolventen anderer Fernhochschulen führe.
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  3. #3
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    Im Artikel Fernstudium: Falscher Studiengang, was dann? in ihrem Blog erläutert Alicia, warum sie bis auf Weiteres mit dem Fernstudium pausiert und auch eine Wiederaufnahme eher fraglich ist.
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