Bietet Fernkurs bessere Materialien als im Buchhandel erhältlich?
-
Hallo,
ich habe gestern meine ersten Unterlagen für den Salamanca-Diplomkurs erhalten und bin erstmal enttäuscht.
Das Lehrbuch ist, wie zu erwarten war auch in der Buchhandlung zu erhalten, der größte Teil der Lösungen, die in den mitgesandten Studienheften enthalten sind jedoch auch.
Somit ist dieser Teil des Kurses (die ersten 3 Monate) praktisch umsonst, beziehungsweise viel billiger zu haben, wenn ich mir die Bücher selbst kaufen würde.
Bietet ein Fernkurs tatsächlich bessere Materialien als sie im Buchhandel für wenig Geld erhältlich sind?
Mich würde sehr interessieren ob in dem angekündigten "Lektürekurs" mehr gemacht wird als nur das Buch ohne irgendwelche Übungen dazu gelesen wird. Dann könnte ich mir den Kurs nämlich sparen (da ich als Freiwilligendienst Leistende nicht gerade viel Geld habe). Genauso wie die Vorbereitung auf das DELE auch mit einem Buch für circa 20€ aus dem Buchhandel zu haben wäre.
Über Erfahrungen oder Informationen zu den sogenannten "Lektürekursen" würde ich mich sehr freuen.
-
Hallo wishuponastar,
ob die Unterlagen besser sind, als ein Buch, das Du im Handel kaufen kannst, lassen wir mal dahin gestellt. Nicht immer sind die Studienbriefe aktuell.
Beim Fernkurs "kaufst" Du den Service, die Korrekturen und das Drumherum mit. Das bietet Dir ein Buch eben nicht.
Du hast doch eine gewisse Probezeit und kannst entscheiden, ob Du mit dem Kurs oder lieber mit einem Buch im Selbststudium arbeiten willst. Persönliche Erfahrungen mit Deinem gewählten Kurs habe ich allerdings keine.
Viele Grüsse
Zippy
-
Hallo wishuponastar,
die ersten Unterlagen bei einem Kurs für Fortgeschrittene sind vor allem da damit man sieht wo man steht. Wichtig ist nicht nur die Selbstbewertung sondern auch wie man von anderen bewertet wird und das kann man anhand eines Buches nicht feststellen. Auch kann man anhand der Korrekturen dann seine Schwächen feststellen und diese verbessern. Ein guter Fernlehrer gibt einem auch Tipps worauf man achten sollte.
Die folgenden Studienhefte sollten sich dann an die Anforderungen des Diploms richten.
Was mir immer fehlt bei den Sprachkursen im Fernstudium ist die Konversation. Dafür muss man, finde ich, einen Konversationskurs vor Ort belegen oder sich einige Zeit im Ausland aufhalten.
Wichtig ist in der Probezeit einige Einsendaufgaben lösen und einschicken, damit kannst du dann auch testen, ob dir die Korrekturen was bringen.
Gruß und viel Spaß
-
Man kann wohl davon ausgehen, dass im Regelfall die Unterlagen eines Fernkurs nicht um Welten besser sind als im Buchhandel erhältliche Lehrbücher. Das kann auch nicht gut anders sein, schließlich werden beide "nur" von Menschen verfasst und im Regelfall in beiden Fällen von ausgewiesenen Experten ihres Faches (manchmal auch von den gleichen). Der Vorteil eines Fernkurses/Fernstudiums liegt auch in anderen Dingen:
- Zusammenstellung des Kursmateriales aus Text, Aufgaben, Übungen
- Durchführen von Präsenzveranstaltungen
- Betreuung, Korrektur
- Prüfungen
- Erwerb eines Abschluss oder akademischen Grades.
Nun habe ich den Fragesteller so verstanden, dass sowieso auf eine externe Prüfung vorbereitet wurde, die man wahrscheinlich auch ohne den Kurs machen kann. Dann fällt natürlich ein gewichtiges Argument weg. Wenn man sich dann noch zutraut, ohne Hilfestellung auszukommen, ist in der Tat fraglich, warum man den Kurs machen sollte. Denn um Welten bessere Materialien wird man im Regelfall nicht bekommen, warum sollten sie das auch sein?
-
Ich kenne einen Anbieter, der sein gesamtes Lehrgangskonzept auf fertige Lernmaterialien aufbaut. Ich persönlich halt das jetzt nicht für schlimm, denn warum soll man das Rad neu erfinden? Ganz ehrlich, die meisten Sprachkurse, die man im Buchhandel erwirbt, sind ja explizit für den Selbstunterricht konzipiert. Warum sollte man da also noch viel Geld in die Entwicklung eigener Lernmaterialien stecken, wenn das schon jemand anderes gemacht hat?
Auf der anderen Seite habe ich es selber schon probiert, mit solchen Selbstlernkursen eine Sprache zu lernen. Am Anfang klappt es immer ganz gut, aber irgendwann legt man das Material beiseite, liest nicht jeden Tag ein paar Seiten, macht nicht alle paar Tage mal Übungen, usw. Es ist ja kein Druck da, man lernt ja nur für sich selber und kann dann auch mal eine Pause einlegen. Ehe man sichs versieht hat man dann plötzlich 2 oder 3 Wochen pausiert und wenn man wieder in die Bücher schaut stellt man fest, dass sich Lücken auftun. Das motiviert nicht gerade und irgendwann gibt man dann auf.
Ein Fernkurs hat also irgendwo auch die Funktion, die Struktur vorzugeben, eine gewisse Leistung zu fordern (in Form von Einsendeaufgaben), was dann wiederum motivationsfördernd ist, weil man eine Verpflichtung eingegangen ist. Man bekommt auch immer wieder Feedback und kann damit gut einschätzen, wo man selber steht.
Klar, das braucht nicht jeder. Wenn du gut ohne diesen Druck eine Sache angehen und dich auch selber gut einschätzen kannst, dann brauchst du den Fernkurs nicht.
Der von mir genannte Anbieter bietet übrigens neben dem Buch, das man auch so kaufen kann, eigenes Material an, dass ergänzende Übungen und Erklärungen anbietet und natürlich die Einsendeaufgaben.
Gruß,
Sonja
-
Vielen Dank für die Antworten!
TomSon hat wohl recht damit, dass einem schnell die Motivation für eigenständiges lernen fehlt und Korrekturen von außenstehenden sind wichtig. Das spricht also für den Fernkurs.
Allderdings sind die Einsendeübungen, dich ich bis jetzt bekommen habe, nichts weiter als dieselben Übungen, die ich auch alleine zu lösen habe, mit dem einzigen Unterschied, dass keine Lösung angegeben ist und der Fernlehrer sie mir "gibt". Ich habe das jetzt sehr schlecht beschrieben, aber es wäre einfach nicht schwer diese Aufgaben selbst zu korrigieren.
Weiß jemand, ob später in Sprachfernkursen auch längere Texte verfasst und diese korrigiert werden? Dann wäre dies ein für mich persönlich guter Grund den Fernkurs zu belegen.
Vielen Dank nochmals und liebe Grüße
|
|