Ist langsamer lesen besser als schneller lesen?
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Hier im Forum gab es schon einige Diskussionen und Informationen zum Thema "schneller lesen" und insgesamt war bisher so das Fazit, dass sich die Besucher hier auch wünschen, schneller lesen zu können.
Gerade erst vor kurzem hat Fernstudium-Infos.de zusammen mit Improves Reading einen Workshop zu dem Thema verlost.
Nun bin ich heute an einem (englischen) Artikel von Leo Babauta in seinem Minimalismus-Blog hängen geblieben. Er ist der Meinung, dass schneller lesen die Produktivität nicht erhöht (Why reading faster doesn’t increase productivity), sondern nur dafür sorgt, dass wir noch mehr lesen, statt uns auf das wirklich wichtige zu konzentrieren.
Eine interessante These. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich dem zustimme, möchte es aber hier mal zur Diskussion stellen und denke doch, dass da zumindest etwas dran sein könnte...
Was meint Ihr? - Natürlich speziell auch bezogen auf das Fernstudium, wo die Menge des zu lesenden Materials (zumindest die "Mindestmenge") ja irgendwo vorgegeben ist.
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Ich habe versucht die Studienbriefe schneller zu lesen. Es klappt bei mir nicht, denn es bleibt nichts hängen. Ich muss langsam lesen, um sie zu begreifen. Es kann aber auch daran liegen, dass es kein zusammenhängender Text ist, sondern das Absätze immer wieder von Symbolen, Zeichnungen oder grauen Kästen unterbrochen wird. Da lohnt sich schnelles lesen meines Erachtens nicht.
Wo es bei mir wunderbar funktioniert sind normale Bücher, die einen breiten Rand frei lassen, z.B. das Buch "Exploratives Lernen" von Verena Steiner oder "Direkt von Dell" von Michael Dell. Diese Bücher lese ich wirklich schnell und es bleibt viel hängen.
Also ich würde sagen: es kommt immer drauf an. Meine Studienbriefe lese ich langsam.
AKAD - Wirtschaftsinformatik
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Hallo
Wichtig fand ich auch das Fazit des Artikels: Lies langsamer - und Du wirst das Lesen mehr genießen. Die Geschichte mit dem Lesegenuss gilt natürlich vor allem für den Bereich der Belletristik, aber vielleicht ja auch für den ein oder anderen Lehrbrief?!
Ich habe schon für verschiedene Fernlehrgänge die Lehrmaterialien konzipiert und auch viele Lehrbriefe verfasst. Dabei ist es mir als Autorin auch wichtig, dass der Lesespaß für die Teilnehmer an einem Lehrgang nicht völlig unter den Tisch fällt. Ich hoffe, die Kursteilnehmer der Fernstudienakademie sehen das mit dem Lesespaß ähnlich.... ;-)))
Ich frage mich zudem, ob man sich, wenn man eine besonders hohe Lesegeschwindigkeit anstrebt, dann wirklich noch die Zeit nimmt für die (meist ja fakultativen) Übungsaufgaben, die in vielen Lehrbriefen zu finden sind. Diese Aufgaben können einem schnell den "Schnitt" verderben - und bleiben dann u.U. unbeantwortet, so dass man am Ende doch nicht sooo von dem Lehrbrief profitieren konnte, wie man sich das eigentlich gewünscht hätte.
Viele Grüße
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Also ich lese von Natur aus relativ schnell (Romane, etc.) und habe schon immer festgestellt, dass dabei aber etliches gar nicht gut hängen bleibt, so z.B. Beschreibungen von Gegenden, Räumen oder Personen. Das merke ich dann, wenn ich den Inhalt widergeben sollte. Ich erfasse dabei eher die Handlungen, die sich abspielen.
Mein Ziel ist es deswegen nicht, schneller lesen zu lernen. Ich persönlich bin überzeugt, dass dies auf Kosten von etwas anderem geht. Wichtig finde ich, sich überhaupt nicht auf die Lesegeschwindigkeit zu konzentrieren, sondern wirklich auf den Inhalt. Und manchmal muss man sogar nochmals mit den Augen zurückkehren und etwas wiederholt lesen, um den Sinn genau zu erfassen. Es gibt sicher Stellen im Text, die man schnell durch hat, weil es schon irgendwie bekannt ist. Andere Stellen muss man dafür um so intensiver lesen, um alles zu verstehen.
Mit dem Schnell-Lesen wollen schafft man sich meiner Meinung nach nur einen zusätzlichen Streß. Lernen und Verstehen braucht einfach seine Zeit.
Das ist meine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema.
Elke
AKAD International Business Communication (BA)
Mit leerem Kopf nickt es sich leichter
Zarko Petan
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Ich bin ja auch eher skeptisch, aber zum Beispiel Improved Reading sagt ja, dass man mit deren Lesemethode nicht nur schneller lesen, sondern auch besser verstehen soll.
Der durchschnittliche Bundesbürger hat eine Lesegeschwindigkeit von etwa 220 Wörtern pro Minute. Spitzenleser hingegen können aber locker das dreifache schaffen - und paradoxerweise wird das Textverständnis mit höherer Lesegeschwindigkeit nicht schlechter, sondern besser.
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vor kurzem war in der "Zeit" auch ein ähnlicher Artikel. Dieser unterschied in "funktionales Lesen" wie es z. B. beruflich braucht und "genussvolles Lesen" von z. B. Romanen. Ich fand diese Unterscheidung ganz interessant.
ich muss meine Studienbriefe auch langsam lesen - manche Abschnitte auch mehrfach, damit ich den Sinn richtig verstehe und die Inhalte auch hängen bleiben.
Romane lese ich viel schneller - aber da muss ich hinterher auch nicht beweisen, dass ich den gesamten Inhalt behalten habe
Geändert von Dadi (02.12.2009 um 19:46 Uhr)
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