Modellieren
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Das Unterforum, das sich mit Lerntechniken und Arbeitsmethoden beschäftigt, finde ich toll und das Lesen der Beiträge, die schon recht zahlreich hinterlegt sind, ist sehr informativ.
Vorweg möchte ich sagen, dass auch ich kein Patentrezept habe, was die optimale Lerntechnik betrifft. Die optimale Lerntechnik wird es wohl auch kaum geben, da die Studenten zwar klassifiziert werden können und sonach eine Einteilung in Lerntypen ermöglicht, trotzdem jedoch jeder individuell veranlagt ist und deshalb unterschiedliche Bedürfnisse an das Lernen gegeben sind.
Meine Erfahrungen über das Fernlernen beruhen bisher nur auf der Arbeit und Auseinandersetzung mit juristischen Unterrichtsmaterialien in Form von Texten. Da aber viele Fernlehrgänge, gleichgültig, mit welchem Thema sie sich beschäftigen oder auf welchen Beruf sie vorbereiten wollen, auf der Arbeit mittels Texten beruhen, kann es durchaus Parallelen geben. Der Anteil von Präsenzvermittlung ist regelmäßig gering. Das bloße Durchlesen der Texte genügt mir zum Beispiel nicht, um auch zu verstehen, also über einen eher gefühlsmäßigen Aha-Effekt hinaus zu kommen.
Wenn es darum geht, z. B. eine strafrechtliche Klausur zu lösen, dann schafft der Bearbeiter dies eigentlich nur meiner Meinung nach, wenn er sich in die Gedankenwelt des Täters begibt und er es schafft, sich ein individuelles Bild vom Tatgeschehen zu machen. Dieses kleine Beispiel ist nur als Vorbemerkung zu verstehen. Aber das Prinzip und der Nutzen daraus sind einleuchtend. Was beim Täter funktioniert, klappt auch beim Professor. Der erstellt und liefert nämlich ein Skript in Form eines Textes nicht ohne Struktur.
Als eine für mich sehr nutzbringende Lerntechnik hat sich das Modellieren der Studienbriefe herausgestellt. Ich sehe in jedem einzelnen Skript die Anleitung und Gelegenheit, diese Vorgehensweise anhand des Textes einzuüben. Die Studienbriefe enthalten dabei das konkrete Lernziel jedes Kapitels, das es zu erreichen gilt durch die eigene Herausarbeitung des Weges. Zunächst ist diese Lernmethode sehr zeitintensiv, weil ein prozedurales Vorgehen, also die Einarbeitung vieler Details unabdingbar ist. Dabei hilft mir sehr oft auch das Erstellen einer Grafik oder einer Aufzeichnung, die zugegeben vermutlich nur von mir nachvollzogen werden kann, die aber dadurch ihren Zweck voll erfüllt. Später, nach Durcharbeitung eines Themenblocks, bekomme ich eine Sichtweise, die es mir erlaubt, optionaler, ich meine damit zielorientierter, vorzugehen. Das bringt mir Kreativität und zahlt sich für mich aus, wenn ich eine Klausur bearbeiten soll. Auf der Basis meiner Erfahrung will ich die beiden Voraussetzungen dieser Lerntechnik darstellen. Das Prozedere muss erkannt werden, um später mit der eigenen Arbeitsweise ein Ziel zu erreichen.
Das, was ich unter dem Modellieren verstehe (s.o.), geht über das bloße Kopieren der Gedanken des Erstellers des Skriptes hinaus. Zum einen beschränke ich mich nicht auf das nur Abstrukturieren des vorgegebenen Textes oder dessen Abschrift auf ein Blatt Papier und zum anderen benötige ich es geradezu, den Text in eine für mich eingängige Darstellung zu übersetzen.
Assessorreferent jur. (FSH) - Abschluss Mai 2011
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 Zitat von ment1
Als eine für mich sehr nutzbringende Lerntechnik hat sich das Modellieren der Studienbriefe herausgestellt.
Hallo ment1,
mich würde interessieren, wie das Modellieren konkret aussieht. Könntest Du das noch etwas erklären, wie du dabei vorgehst?
Elke
AKAD International Business Communication (BA)
Mit leerem Kopf nickt es sich leichter
Zarko Petan
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Ich habe es so verstanden, dass die Vorgehensweise hier erklärt ist:
"Ich sehe in jedem einzelnen Skript die Anleitung und Gelegenheit, diese Vorgehensweise anhand des Textes einzuüben. Die Studienbriefe enthalten dabei das konkrete Lernziel jedes Kapitels, das es zu erreichen gilt durch die eigene Herausarbeitung des Weges. Zunächst ist diese Lernmethode sehr zeitintensiv, weil ein prozedurales Vorgehen, also die Einarbeitung vieler Details unabdingbar ist. Dabei hilft mir sehr oft auch das Erstellen einer Grafik oder einer Aufzeichnung, die zugegeben vermutlich nur von mir nachvollzogen werden kann, die aber dadurch ihren Zweck voll erfüllt. Später, nach Durcharbeitung eines Themenblocks, bekomme ich eine Sichtweise, die es mir erlaubt, optionaler, ich meine damit zielorientierter, vorzugehen. Das bringt mir Kreativität und zahlt sich für mich aus, wenn ich eine Klausur bearbeiten soll." und "Das, was ich unter dem Modellieren verstehe (s.o.), geht über das bloße Kopieren der Gedanken des Erstellers des Skriptes hinaus. Zum einen beschränke ich mich nicht auf das nur Abstrukturieren des vorgegebenen Textes oder dessen Abschrift auf ein Blatt Papier und zum anderen benötige ich es geradezu, den Text in eine für mich eingängige Darstellung zu übersetzen."
Ich sehe es so, dass dies die Vorgehensweise vieler Studierender ist, mal auf eine andere Art formuliert. Mich würde interessieren, @ment1, wie Du Kreativität in diesem Zusammenhang definierst bzw. wie sich das für Dich dann darstellt.
Viele Grüsse
Zippy
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Fernstudien vermitteln ihre Inhalte durch die Verwendung von Sprache. Sprachliche Ausdrucksformen, wie z. B. Sätze, Absätze oder auch mathematische Formeln sind Stellvertreter für etwas anderes, deren konkrete Bedeutung, die ganz oftmals nur in Verbindung mit einem Kontext ersichtlich wird.
In jedem Themengebiet eines Fernstudiums geht es darum, für sich selbst Sinn zu suchen. Eine geeignete Vorgehensweise, Sinn zu finden, habe ich zu beschreiben versucht. Das Ergebnis ist die Aktivierung von Kreativität. Jeder Mensch ist von Natur aus zu kreativen Leistungen fähig und kann dies auch in jedem Bereich grundsätzlich sein. Dazu bedarf es aber der Anleitung, weil von der Natur her kaum jemand in der Lage sein dürfte, in einem Wissenschaftsbereich (der sich dadurch auszeichnet, eigens aufgestellten Denkgesetzen zu folgen) gute oder herausragende Leistungen zu erbringen. Die Kreativität, die ich meine, ist ausgerichtet auf einen wissenschaftlichen Bereich, der allgemein als sehr trocken und lebensfremd bezeichnet wird. Hinter jeder Aufgabe, die zu bewältigen ist, steht mindestens ein Ziel (z. B. die Frage danach, ob ein Anspruch entstanden ist), in der Regel aber ein Oberziel und n-Unterziele. Hier dürfte es Parallelen zu anderen wissenschaftlichen Bereichen geben, so z. B. BWL, Psychologie und anderen. Die Kreativität, von der ich sprach, lässt sich nicht ohne ein Äquivalent in Form einer Aufgabe messen oder betrachten. Und die Komplexität der juristischen Aufgaben macht es ungleich schwerer, in wenigen Worten darzulegen, was ich unter Kreativität verstehe. Jedenfalls wird Kreativität sichtbar anhand einer Leistung, die im Rahmen einer Kombination von allgemein anerkannten und damit verfügbaren Elementen durch ein für das Ziel individuell konstruiertes Modell Effizienz und Effektivität zugleich hervorbringt. Das gilt es anhand der Studienbriefe und Übungsklausuren einzuüben.
Mir ging es bei der Erstellung des Themas nicht darum, ein Patentrezept zu liefern, sondern bei der Diskussion um geeignete Lerntechniken auf das nahe liegende zu verweisen. Ich habe damit gute und nachhaltige Erfahrungen machen können.
Assessorreferent jur. (FSH) - Abschluss Mai 2011
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 Zitat von Zippy
Ich habe es so verstanden, dass die Vorgehensweise hier erklärt ist:
[/I]."
Ich sehe es so, dass dies die Vorgehensweise vieler Studierender ist, mal auf eine andere Art formuliert.
Hallo Zippy,
danke für deinen Hinweis (wobei ich gestehen muß, dass es mir trotzdem nicht so ganz klar geworden ist).
Elke
AKAD International Business Communication (BA)
Mit leerem Kopf nickt es sich leichter
Zarko Petan
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Mir ist klar, was Zippy meint, kann das aber nicht bestätigen, weil ich nur Kenntnis darüber habe, wie ich lerne, und keine Kenntis darüber habe, wie andere lernen, die Spitzenleistungen im Studium erzielen.
Ich verstehe schon das Interesse an Information, Elke. Mir fehlt jedoch die Kompetenz zur Vermittlung von Lernmethoden, weil ich kein "Professor" bin, der das ja tut mit der Erstellung jedes einzelnen Studienbriefs. Eine ausführlichere Beschreibung meinerseits wäre im Endeffekt dilettantisch und der Nutzen aus der Beschreibung wäre vergleichsweise gering. Deshalb möchte ich von einer näheren Beschreibung absehen. Sie würde den Rahmen überdehnen.
Viele der im Unterforum dargestellten Lernmethoden führen zu einer Verbesserung der Selbstorganisation beim Fernlernen. Als inhaltliche Methode (siehe Eingangsbeitrag des Theams) findet das Modellieren als eine Vorgehensweise zur Erlangung von Erkenntnis daneben Platz, weil diese Lerntechnik zwischen dem Text aus dem Studienbrief und dem Verstehen beim Lernen steht.
Assessorreferent jur. (FSH) - Abschluss Mai 2011
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