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Als größte staatliche Hochschule in Europa bietet die britische Open University (OU) verschiedene Studienabschlüsse und akademische Weiterbildungskurse im betreuten Fernstudium an. Studierende können zwischen rund 170 Studienfächern und verschiedenen Abschlüssen wie „Certificate“, "Diploma", Bachelor (BA/BSc) und Master-, MBA- und Promotionsstudiengängen wählen. Das Abitur oder die Fachhochschulreife werden für ein Bachelor-Studium nicht verlangt. Studierende müssen bei Studienbeginn 18 Jahre alt sein und in einem EU-Land wohnen. Ferner werden gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. Ein Sprachtest wie IELTS wird zwar nicht verlangt, ist aber sinnvoll, um das eigene Sprachniveau einzuschätzen. Die einzelnen Module sind mit Credit Points ausgezeichnet. Je nach gewünschtem universitären Abschluss muss eine vorgegebene Anzahl von Leistungspunkten studienrelevant gesammelt werden. Alle universitären Abschlüsse sind in Deutschland und international anerkannt. Dank internationalem Credit-Points-System kann eine deutsche schulische oder universitäre Vorleistung an der OU zeit- und geldwerte Vorteile bringen.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1969 ist die Open University „offen“ in Bezug auf Menschen, Orte, Methoden und Ideen. Sie setzt sich ein für Bildungschancen und soziale Gerechtigkeit, indem sie allen Menschen, die ihr Potential ausschöpfen möchten, eine qualitätsvolle Universitätsausbildung ermöglicht.
Die OU hat ungefähr 200.000 Studenten pro Jahr, gut 160.000 „undergraduate“ (Bachelor-) Studenten und etwa 40.000 „postgraduate“ (Master-)Studenten. Rund 10.000 Studenten sind behindert. Fast alle Studierenden lernen berufsbegleitend in Teilzeit. Über 25.000 OU-Studierende leben außerhalb Großbritanniens in rund 40 Ländern.
Die mehrfach ausgezeichnete Unterrichtsmethodik der Open University nennt sich „Blended Learning“ und beinhaltet ein von Tutoren betreutes, offenes Lernen mit verschiedenen klassischen sowie elektronischen Lehrmitteln und elektronischen Konferenzsystemen zum Austausch untereinander. Die Teilnahme an Tutorien wird empfohlen; manche Studienfächer beinhalten Residential Courses, die etwa ein mal pro Jahr meistens in England stattfinden. Die Teilnahme an diesen zwei bis drei Tagen dauernden Seminaren ist verpflichtend.
Die Open University steht mit an erster Stelle der besten britischen Universitäten. Das haben verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen u.a. der „Times Higher Education“ unter 170.000 fortgeschrittenen Bachelor-Studenten bereits zweimal ergeben: Von rund 130 britischen Hochschulen erzielte die Open University, befragt nach der Zufriedenheit ihrer Studenten, den ersten Platz. Auch bei der Frage nach der Einschätzung der Leistungskontrolle, der Beurteilung und beim Feedback durch die Lehrkräfte erreichte die Open University die höchste Punktzahl und damit die Spitzenstellung bei allen britischen Hochschulen. Bezüglich der Qualität der Lehre und der Güte der Unterrichtsmethodik stand die Open University auf dem zweiten Platz von allen Hochschulen. Keine andere britische Hochschule erzielte gleich in zehn verschiedenen Fächern die Top-Bewertung „most satisfied“. Besonders beliebt sind bei den britischen Studierenden die naturwissenschaftlichen Studienfächer mit medizinischen, biologischen und mathematischen Schwerpunkten, gefolgt von Fachbereichen aus dem Ingenieurwesen sowie Sozial- und Wirtschaftwissenschaften.
Die Open University in Deutschland
Die OU ist seit 1992 in Deutschland mit Studienzentren vertreten. Sie hat drei Repräsentanten, Dr. Marion Bruhn-Suhr an der Universität Hamburg, Jackie Schüller an den Carl Duisberg Centren in Köln und Matthew Hawkes in München. Die OU Business School hat Studienberater u.a. in München, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt.
Zur Zeit studieren rund 1.500 Studierende in Deutschland an der OU; ein Drittel davon sind Studierende an der OU Business School, die einen MBA-Abschluss anstreben. Die OU Business School ist eine Fakultät der OU. Ihre MBA-Programme genießen einen hervorragenden Ruf und sind dreifach akkreditiert von EQUIS, AMBA und AASCB. Spezialisierte Programme wie der MBA in Technolgy Management, Life Science oder Master Programme u.a. in Human Resource Management, Finance oder Public Administration werden angeboten. Auch große deutsche Unternehmen wie die Deutsche Telekom oder DHL und viele international tätige wie IKEA oder KPMG unterstützen ihre Fach- und Führungskräfte, an der OU Business School eine Managementfortbildung zu absolvieren. Im Schnitt dauert ein MBA-Studium berufsbegleitend mindestens 2 1/2 Jahre. Das erlernte Managementwissen kann unmittelbar in die Praxis umgesetzt werden. Für den direkten Studienstart müssen Teilnehmer einen Hochschulabschluss und Management-Erfahrung nachweisen, mindestens 25 Jahre alt sein und über gute Englischkenntnisse verfügen. Auch diejenigen, die kein abgeschlossenes Studium haben, aber über langjährige Berufserfahrung als Führungskraft verfügen, können an der OU Business School ihren MBA machen. Hier bietet die Hochschule spezielle Aufbaukurse. Die Studienzeit verlängert sich im Schnitt um ein Jahr.
Ein Bachelor-Studium dauert für gewöhnlich sechs bis acht Jahre, wenn es in Teilzeit und berufsbegleitend studiert wird. In Deutschland ist als "undergraduate" Studienfach Psychologie besonders begehrt. Aber auch Wirtschafts-, Sozial- und Naturwissenschaften sind sehr gefragt. Die Erfolgsquote liegt bei rund 80 Prozent.