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Stellungnahme der Open University zur BAföG-Diskussion

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    In der Flexibilität liegt die Zukunft der Universitäten

    Prämierte Lehrmethoden und wissenschaftliche Exzellenz zeichnen die britische Open University aus. Elitäre Selektionsmechanismen durch formale Zugangsvoraussetzungen für den Studieneinstieg verhindern Bildungsgerechtigkeit. Der erfolgreiche universitäre Abschluss ist das, was am Ende zählt.

    Die britische Open University (OU) ist eine der führenden Universitäten Großbritanniens, mit einem weltweiten Ruf in Forschung und Lehre. Mit über 250.000 Studenten pro Jahr ist sie eine wahrlich globale Universität, die in über 40 Ländern der ganzen Welt tätig ist.

    Während ihrer vier Jahrzehnte langen Tätigkeit hat die Open University die Landschaft der Hochschulbildung in Großbritannien verändert und zunehmend ein weltweites Umdenken ermöglicht. Die OU-Lehrmethoden und -Materialien werden von jeder britischen Universität genutzt und spiegeln die wichtige Rolle der OU als Anbieter von universitären Studienmaterialien wider.

    Die Open University wurde 1969 als gemeinnützige Einrichtung (Royal Charter) gegründet und hat den gleichen rechtlichen Status in Großbritannien wie alle anderen Campus-Universitäten. Ihr ursprünglicher Auftrag geht auf eine Zeit zurück, als die Zahl der Universitätsabsolventen bei unter sechs Prozent lag und das Vereinigte Königreich mehr Absolventen für den Aufbau einer Wissensgesellschaft benötigte. Die Open University bietet eine Hochschulausbildung für diejenigen, die gleichzeitig studieren und arbeiten wollen: Das sind Menschen, die sich in der Mitte ihrer Karrierelaufbahn befinden, die beispielsweise ihre berufliche Laufbahn verändern, ihre Fähigkeiten erweitern oder auffrischen möchten. Dazu benötigen sie eine aktuelle Qualifizierung. Oftmals haben Studenten, die über ein hohes Potential verfügen, geringere formale Qualifikation, und die Open University vertritt die couragierte Haltung, dass sie keine formalen Zugangsvoraussetzungen für ein Bachelor-Erststudium fordert.

    Das Motiv für die Politik des offenen Studienzugangs ist simpel: Der Open University ist die Qualifizierung durch den Studienabschluss wichtiger als die Zugangsvoraussetzung des einzelnen Einsteigers. Der Abschluss sollte der eigentliche Zweck einer jeden Universität sein. Die Herausforderung für Studierende besteht nicht darin, dass sie eingangs formal unter Beweis stellen, ein Studium anfangen zu dürfen, sondern vielmehr, dass Studenten die Universität mit einem qualifizierten Abschluss verlassen. Aufgrund ihrer offenen Zugangsvoraussetzungen stellt die Open University ein höheres Maß an formalen Leistungs- und Qualitätskontrollen, als es traditionelle Universitäten machen. Jedes Kursmodul wird von leitenden Wissenschaftlern anderer Universitäten mitbetreut, die als Qualitätsbeauftragte und als externe Prüfer handeln, so dass die Gleichwertigkeit mit dem Vollzeit-Universitätssektor erhalten bleibt.

    Die OU-Studienmethode kann als „betreutes offenes Lernen" anstelle des Begriffes „Fernlernen“ bezeichnet werden. Die Lernmethode heißt „Blended Learning“. Die Studenten lernen mit einer Mischung aus gedruckten Studienbüchern sowie Online- und Offline-Ressourcen. Sie treffen sich regelmäßig in den Präsenzphasen in Tutorien und in den Residential Schools. Zuweilen kann ein Studium auch komplett online angelegt sein, mit Online-Tutorien und dem elektronischen Einreichen von Hausarbeiten und Tests; meist beinhaltet das Studium einen Mix aus Präsenz- und medialen Lernmethoden.

    Bei der letzten englandweiten Bewertung der Lehre, bei der die einzelnen Fächer durch

    die „UK Quality Assurance Agency“ geprüft wurden, erreichte die Open University den fünften Platz von 136 britischen Hochschulen hinsichtlich der Qualität ihrer Lehre– einen Platz besser als die Universität Oxford. ("Sunday Times" Universities Guide. Quality table 2004 und 2005)

    Die Qualifikationen und Abschlüsse der OU-Absolventen werden von den Arbeitgebern im hohen Maße anerkannt und sind besonders gefragt. Die Open University-Absolventen erzielen von allen britischen Hochschulen eine der höchsten Quoten in der Akademikerbeschäftigtenzahl auf dem britischen Arbeitsmarkt. (Association of Graduate Recruiter, November 2009).

    Vier von fünf britischen Top 100 Unternehmen (vergleichbar mit den Dax-Unternehmen) unterstützen ihre Mitarbeiter auch finanziell bei ihrem Studium an der Open University.

    Die Open University betreibt einen weitreichenden, dynamischen und wissenschaftlichen Forschungs- und Wissenstransfer und fördert ihre Forschungsteams, damit sie mit den Besten der Welt konkurrieren. Weitere Informationen zur Forschung finden Leser auf der OU-Website: http://www.open.ac.uk/research/

    Die jüngsten Forschungsuntersuchungen des britischen Assessment Exercise (RAE 2008) platzieren die Open University in die Liste der Top 50 Hochschulen des Vereinigten Königreichs. (Times Higher Education Tabelle of Excellence, 18. Dezember 2008). Über die Hälfte der universitären OU-Forschung wurde im Exzellenzwettbewerb als "international hervorragend" und 14 Prozent als "weltweit führend" bewertet.

    Über 16.000 wissenschaftliche Publikationen sind frei zugänglich http://oro.open.ac.uk

    Die Open University ist an EU-finanzierten Forschungsprojekten mit einem Wert von fast 14 Millionen Euro beteiligt.

    Die Open University Lern- und Lehrmethode stand Pate für viele andere Fernuniversitäten der Welt.

    Die Open University verleiht alle akademischen Abschlüsse vom Bachelor bis hin zur Promotion. Sie ist anerkanntes Mitglied in verschiedenen Organisationen der Wirtschaft und Industrie, wie z.B. in der Royal Society of Chemistry, im Engineering Council UK, im The Royal Town Planning Institute.

    Die Open University setzt sich dafür ein, begabte Studenten unabhängig von ihrer Herkunft ohne Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium zu motivieren. Viele OU-Studierende, die exzellente wissenschaftliche Studienleistungen erreicht haben, waren während ihrer Schulzeit aus einer Vielzahl von Gründen nicht erfolgreich. Manche haben die Schule zu früh verlassen, andere mussten für die Familie sorgen, litten an einer längeren Krankheit oder Behinderung.

    Die OU ist stolz darauf, Menschen zu unterstützen und zu fördern, das zu tun, was ihren wirklichen Fähigkeiten entspricht und glaubt, dass ihre betreuten Open Learning Methoden und die vielfältige mediale Lernumgebung für viele der bessere Studienweg sei.

    Die Open University ist auch ein weltweit führender Anbieter von kostenlosen, freizugänglichen Bildungsressourcen. 41 Jahre Partnerschaft mit der Rundfunkanstalt BBC ermöglichte einige der besten Bildungsfernsehsendungen Englands. Die kostenlose Lern- Website OpenLearn teilt über zehn Prozent des OU-Curriculums mit der Welt und wurde mittlerweile von fast 16 Millionen Studierenden genutzt. Der iTunes University-Bereich der

    OU hatte bereits 32 Millionen Downloads zu verzeichnen.

    Die OU engagiert sich in elf Ländern Afrikas und fördert dort die Qualität der Lehrerausbildung und bringt Unterrichtsmaterial zu den ärmsten Menschen auf der Erde. Auch in Indien und Bangladesch ist sie tätig und trug dazu bei, dass Tausende muslimische Frauen auch im Nahen Osten einen universitären Abschluss machen konnten.

    Die Open University ist eine ganz besondere Universität, die zu wissenschaftlichen Spitzenleistungen ohne elitäres Denken anleitet und für soziale Gerechtigkeit sorgt, ohne dass sie die Voreingenommenheit eines selektiven Systems unterstützen möchte, die oftmals nur die Elite der Gesellschaft begünstigt.

    Wir hoffen, dass die deutschen Leserinnen und Lesern anhand dieser Darstellung erkennen, dass die Open University eine international hochgeschätzte Universität ist, die sich zudem für eine gerechte und demokratische Gesellschaft engagiert.

    Beatrix Polgar-Stüwe
    Open University Pressestelle Deutschland

    Kontakt: B.Polgar-Stuewe@open.ac.uk

    Weitere Informationen: www.open.ac.uk/germany
    Geändert von Markus Jung (09.03.2011 um 12:18 Uhr) Grund: Aktualisierte Version
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