Markus Jung: Die Teilnahme an den Präsenzveranstaltungen ist in den von der PFH angebotenen Fernstudiengängen freiwillig. Welche Inhalte werden bei diesen Terminen vermittelt?

Prof. Dr. Mörstedt: Wir greifen die Inhalte aus den Fernlehrbriefen auf und machen dazu Übungsaufgaben. Zunächst geht es darum, alle Teilnehmer auf einen Stand zu bringen. Denn meistens haben sich einige bereits intensiv mit den Studienheften beschäftigt, manche ein wenig und andere noch gar nicht.

Dann bietet sich in der Regel die Möglichkeit, Fragen zum Fernlehrbrief zu stellen oder bestimmte Sachen noch mal durchzurechnen. Ein Beispiel: Im Bereich Kostenrechnungssysteme/Lagrangefunktion merkt der Professor dass da alle noch nicht so fit sind. Dann wird das nochmal vertieft, bis es sitzt, weil es klausurrelevant ist.

Die klausurrelevanten Themen stehen in unserem internen Bereich. Während der Präsenzphasen sagen wir nichts zu Klausuren, weil das ungerecht wäre gegenüber denen, die nicht teilnehmen. Alles, was in einer Klausur relevant ist, ist in einer Fokussierung im internen Bereich eingestellt, daran kann der Studierende sich orientieren und kann dann auch in den Präsenzphasen Fragen stellen. Die Präsenzveranstaltungen sind also eine Vorbereitung auf die Klausuren, es ist ein Nachfragen zu Fernlehrbriefen, es ist vielleicht eine weitergehende Fragestellung zu Fernlehrbriefen, wenn dies von den Studierenden aus Interesse gewünscht wird. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, vorab Fragen per Mail an die Dozenten zu stellen. Sie können diese aber auch während der Präsenzphasen stellen. Und alle Materialien, welche der Professor zu den Präsenzphasen mitbringt werden anschließend in unsere Internetplattform eingestellt. Dort ist eine Bibliothek hinterlegt, wo die Studierenden sich unabhängig vom Standort und vom Dozenten alle Unterlagen ansehen können.

Außerdem bieten wir auch Ergänzungsveranstaltungen an. Zum Beispiel bietetn wir in Mathe einen sogenannten "Brückenkurs" an einem Tag für alle an, die ohne Abitur zu uns kommen. Das heißt, wir fangen quasi bei null an und coachen die Teilnehmer, um sie auf einen Stand zu bringen. Interessanterweise nutzen auch viele Abiturienten das Angebot und Leute, bei denen das Abitur schon 20 Jahre her ist.

Außerdem bieten wir auch Softskills-Veranstaltungen an. Die Teilnahme daran ist freiwillig und außercurricular. Wir haben dort beispielsweise eine sehr gut besuchte Veranstaltung "Business-Knigge, skaten auf dem gesellschaftlichen Parkett". Da geht die Dozentin einen Tag hin und spricht mit den Studierenden über Kleidung, über Smalltalk, und geht anschließend abends mit ihnen ein 5-Gänge-Menü essen. Dort geht es dann um so schwierige Themen wie das richtige Verhalten im Restaurant. Und am anderen Tag geht es weiter. Dieses Seminar ist in der Regel sofort ausgebucht. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten bei den Softskills-Seminaren. Egal ob es sich dabei zum Beispiel um ein Teamtraining handelt oder um Personalmanagement auf Englisch. Lediglich bei der Veranstaltung "Skaten auf dem gesellschaftlichen Parkett" bezahlen die Studierenden ihr Essen selbst.

Dieser Beitrag ist Teil eines Interviews mit der PFH, das ich für Fernstudium-Infos.de am 13.10.2009 in Göttingen geführt habe.