Studie: Personalverantwortliche sehen Vorzüge des Bachelors gegenüber dem Diplom
Personalverantwortliche bewerten Studienmerkmale
der Diplom- und Bachelorstudiengänge / Bachelor vor allem mit
Vorzügen bei der Internationalität
Die Umstellung der Diplomstudiengänge auf das
zweistufige Bachelor-/Master-Studiensystem bringt nach Meinung der
Personalverantwortlichen in Deutschland zahlreiche Vorteile für
Studierende und Unternehmen mit sich. Vor allem bei der Praxisnähe
sowie bei der Internationalität der Abschlüsse und der Studieninhalte
punkten die neuen Bachelorstudiengänge gegenüber dem traditionellen
Diplom. Dies ist das Ergebnis einer empirischen Untersuchung des
Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität
Frankfurt mit den Personalverantwortlichen der 1.000 größten
Unternehmen in Deutschland. Prof. Dr. Wolfgang König, Dekan des
Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, sieht den Kurs seines
Fachbereichs durch die Studie bestätigt: "Wir wollten mit der
Befragung ganz bewusst die Einschätzung der Personalverantwortlichen
zu den Veränderungen der Hochschullandschaft erfassen. Die Ergebnisse
zeigen, dass es eine richtige Entscheidung des Fachbereichs war, bei
der Einführung der Bachelorstudiengänge in den
Wirtschaftswissenschaften eine Vorreiterrolle unter den großen
Fachbereichen in Deutschland einzunehmen."
Die Studie zeigt, dass sich die Personalverantwortlichen durch die
neuen Studiengänge vor allem eine praxisnähere Ausbildung ihres
Führungsnachwuchses erwarten. So bewerten 47,4% der Befragten den
Bachelor für das Kriterium der Praxisnähe gut oder sehr gut. Für das
Diplom sind es dagegen nur 12,5%. Noch größere Unterschiede zeigen
sich sogar für das Kriterium der Internationalität der Ausbildung.
Hier bewerten 60,2% der Teilnehmer an der Studie die neuen
Studiengänge mit Blick auf diese Eigenschaft gut oder sehr gut. Das
Diplom erhält nur von 17,2% der Personalverantwortlichen ähnlich gute
Noten. Auch für die internationale Vergleichbarkeit werden Vorteile
erwartet. Für dieses Kriterium erzielt der Bachelor-Abschluss mit
59,9% einen Vorsprung von 35,5 Prozentpunkten gegenüber dem Diplom
(24,4%). Schließlich gehen die Personalverantwortlichen auch davon
aus, dass die Bachelor-Studierenden im Rahmen ihres Studiums besser
betreut werden als in den alten Diplom-Studiengängen. Demnach sind
26,3% der Befragten der Ansicht, dass Studierende in
Diplom-Studiengängen in Wirtschaftswissenschaften intensiv betreut
werden, für die neuen Bachelor-Studiengänge sind es dagegen 58,5%.
Insgesamt bewerten die befragten Rekrutierungschefs den
Bachelor-Abschluss für sieben von neun Kriterien besser als die alten
Diplomstudiengänge. Nachteile werden insofern erwartet, als ein
höherer Anteil der Unternehmen die nationale Vergleichbarkeit der
Diplomstudiengänge positiver bewertet als für den Bachelor. Ein Grund
hierfür könnte in der Tatsache liegen, dass Universitäten,
Fachhochschulen und Berufsakademien mit Blick auf die nationale
Vergleichbarkeit der Abschlüsse formal den gleichen Abschluss
vergeben werden.
Quelle: Presse-Mitteilung der Uni Frankfurt
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