-
AW: VDI fordert Erhalt der Marke Diplom-Ingenieur
Das ist auch mit dem Bachelor-Master-System nicht möglich. Ich halte das auch für richtig. Warum sollte bspw. ein BWLer einen technischen Master oder z.B. einen Mathe/Bio/Chemie/Physik-Master absolvieren dürfen? Da fehlt doch eine Menge an Vorbildung. Das ist schon aus rein praktischen Gründen gar nicht möglich.
Oder hast Du das irgendwie anders gemeint?
ich habe dabei an Dinge gedacht wie den Aufbaustudiengang Technik, den du absolviert hast oder einen MBA für Mediziner, Ingenieure, Biologen etc. vielleicht auch ein Kommunikations-, Politik- oder Philosophie/Ethik-Master für BWLer
mir ist schon klar, dass du jetzt wohl keinen vollständigen Ingenieur ersetzen kannst. Aber es gibt doch auch Jobs, in denen du nicht unbedingt Ingenieur sein musst, aber durchaus technisches Verständnis und Wissen brauchst. Und das gilt in anderen Bereichen wohl auch - und genau das meinte ich damit: die Welt wird bunter, man muss nicht länger "nur" Ingenieur oder "nur" BWLer sein und muss sich auch nicht schon vor Beginn des Studiums auf "Wirtschaftingenieur" festlegen. Man kann zunächst ein Fach studieren und bei Bedarf und Wunsch sich später in einem anderen Fach weiterbewegen.
-
AW: VDI fordert Erhalt der Marke Diplom-Ingenieur
 Zitat von Michael Knight
Das ist auch mit dem Bachelor-Master-System nicht möglich.
Natürlich ist das möglich, ist doch sogar einer der wesentlichen Punkte. Das Beispiel sitzt hier gerade vor dem Rechner. Ich habe ein FH-Diplom in BWL und strebe jetzt einen viersemestrigen nicht grundständigen Master an, der früher der Diplom-Ingenieur war.
 Zitat von Michael Knight
PS: Bevor jetzt hier wieder irgendwelche britischen oder australischen Privathochschulen rauskramt, an denen sowas doch irgendwie geht
Ich bin nicht an irgendeiner angelsächsischen Hochschule, sondern an der Ruhr-Universität in Bochum.
 Zitat von Michael Knight
Ich halte das auch für richtig. Warum sollte bspw. ein BWLer einen technischen Master oder z.B. einen Mathe/Bio/Chemie/Physik-Master absolvieren dürfen?
Gegenfrage: Warum denn nicht? Nach der Bologna-Theorie kann ich einen Bachelor in Theologie machen, dann den Master in Agrarwissenschaft und in Medizin promovieren. Warum denn auch nicht? Ich muss ja jeweils die Leistungen bringen und fehlendes Wissen schlicht nachholen, einfacher wird dadurch nichts, im Gegenteil! Grobe Grenzen ziehen natürlich die Studienordnungen ein, auch zukünftig werden wir keine Mediziner ohne Physikum haben.
 Zitat von Michael Knight
Da fehlt doch eine Menge an Vorbildung. Das ist schon aus rein praktischen Gründen gar nicht möglich.
Teilweise richtig, ich musste auch extra in den Prüfungsausschuss, war aber nicht so dramatisch: Ich musste im Vergleich zu den "normalen" Teilnehmern (z.B. Informatik-Bachelor als Vorbildung) einen einzigen Kurs zusätzlich machen, um sicherzugehen, das die Vorkenntnisse in Informatik, Mathe und Informationstechnik passen.
Aber es geht doch darum, dass das früher formal undenkbar war. Vom BWL-Studium wäre mir faktisch früher nichts angerechnet worden, jetzt entfällt quasi das Grundstudium.
Gruß
Stonie
-
AW: VDI fordert Erhalt der Marke Diplom-Ingenieur
ich habe dabei an Dinge gedacht wie den Aufbaustudiengang Technik,
Das ist aber kein Master, sondern ein Bachelor.
oder einen MBA für Mediziner, Ingenieure, Biologen et
Ok, klar. MBAs habe ich jetzt ausgeklammert. MBA bedeutet aber immer BWL für irgendeinen Fachfremden. Business Administration (=BWL) steckt ja schon in der Abkürzung drin. Es ist aber momentan nicht absehbar, dass es einen MEB =(Master of Engineering Basics) geben könnte, der sich an BWLer richtet. Der MBA ist ein Spezialfall den ich hier bewusst ausgeklammert habe.
Kommunikations-, Politik- oder Philosophie/Ethik-Master für BWLer
Ok, das könnte eventuell möglich sein. Ich denke aber, dass es eher unwahrscheinlich ist. Ein Master ist per Definition ein konsekutives Beispiel. Deine Beispiele sind stets nicht-konsekutiv und da meine ich, dass das nur Ausnahmefällen möglich sein wird. Denkbar wäre zum Beispiel, dass eine Wirtschaftsmathematikerin einen reinen BWL-Master (also kein MBA!) macht. Das ist dann aber nicht fachfremd, sondern stark verwandt. Es wird aber niemals möglich sein, dass BWL B.A. einen Mathe-Master macht.
Genauso wenig wie man zu Diplomzeiten mit einem BWL-Grundstudium ein Mathe-Hauptstudium absolvieren konnte geht das jetzt im Bachelor-Master-System. Das ist aber absolut keine Schwäche des Systems. Das war schon immer so und ich finde das eigentlich auch logisch.
mir ist schon klar, dass du jetzt wohl keinen vollständigen Ingenieur ersetzen kannst. Aber es gibt doch auch Jobs, in denen du nicht unbedingt Ingenieur sein musst, aber durchaus technisches Verständnis und Wissen brauchst.
Sehe ich haargenauso, aber was hat das mit Bachelor/Master zu tun?
Geändert von Michael Knight (21.03.2010 um 13:59 Uhr)
-
AW: VDI fordert Erhalt der Marke Diplom-Ingenieur
Natürlich ist das möglich, ist doch sogar einer der wesentlichen Punkte. Das Beispiel sitzt hier gerade vor dem Rechner. Ich habe ein FH-Diplom in BWL und strebe jetzt einen viersemestrigen nicht grundständigen Master an, der früher der Diplom-Ingenieur war
Ich sage ja: Ausnahmen gibt es immer. Offensichtlich sogar in Deutschland. Das ist schön, aber Du möchtest uns doch hier nicht erzählen, dass so der Regelfall ist! Ich wette, dass Du in Deutschland keine 10 Hochschulen findest, an denen ein fachfremder Master möglich ist.
Nach der Bologna-Theorie kann ich einen Bachelor in Theologie machen, dann den Master in Agrarwissenschaft und in Medizin promovieren.
Nach Bologna-Theorie mag das möglich sein, praktisch betrachtet, wirst Du keine Hochschule finden, die Dich mit einem Theologie-Bachelor in für einen Agrarwissenschaft-Master zulässt. Den Medizin-Professor bei dem Du dann in Medizin promoviert wirst, gibt es wohl nur in Deinen Träumen. Sorry, das ist ziemlich weit hergeholt und ganz schöner Quatsch.
Grobe Grenzen ziehen natürlich die Studienordnungen ein, auch zukünftig werden wir keine Mediziner ohne Physikum haben.
Aha. Eben. Das kannst Du auf sehr viele andere Gebiete ausdehnen.
-
AW: VDI fordert Erhalt der Marke Diplom-Ingenieur
Ein Master ist per Definition ein konsekutives Beispiel. Deine Beispiele sind stets nicht-konsekutiv und da meine ich, dass das nur Ausnahmefällen möglich sein wird.
wieso? ich bin der Meinung, dass es viele Fälle gibt, in denen eine Verknüpfung sinnvoll ist. Nicht nur beim MBA, den du als Spezialfall bezeichnest, sondern auch in vielen anderen Gebieten. Das ist ja auch der Grund, wieso es beide Möglichkeiten gibt: konsekutive Master und nicht-konsekutive Master. Nach deiner Darstellungen wären nur konsekutive Master sinnvoll. Ich bin aber der Meinung, dass nicht-konsekutive Master die akademische Welt bereichern können.
Es wird aber niemals möglich sein, dass BWL B.A. einen Mathe-Master macht.
wieso eigentlich nicht? wieso soll der BWLer keinen Master in z. B. Finanzmathematik machen können? das wäre doch wirklich sehr artverwandt
Es ist aber momentan nicht absehbar, dass es einen MEB =(Master of Engineering Basics) geben könnte, der sich an BWLer richtet.
na das würde auch wohl eher "Master of Science" oder "Master of Arts" heißen...und was nicht ist, das kann ja noch werden. Wir stehen hier in Deutschland ja erst am Anfang des Bologna-Prozesses. Und wo dieser Prozess hinführt ist noch nicht absehbar...
Zitat:
mir ist schon klar, dass du jetzt wohl keinen vollständigen Ingenieur ersetzen kannst. Aber es gibt doch auch Jobs, in denen du nicht unbedingt Ingenieur sein musst, aber durchaus technisches Verständnis und Wissen brauchst.
Sehe ich haargenauso, aber was hat das mit Bachelor/Master zu tun?
weil du dieses Ergebnis auch mit nicht-konsekutiven Mastern (nebenbei: ist das eigentlich der korrekte Plural für Master?) erreichen kannst...
diese Diskussion erinnert mich sehr an die Diskussion, ob man Leute ohne Abitur zum Studium zulassen sollte weil ja nur ein Abitur in der richtigen Art und Weise auf ein Studium vorbereiten kann. Auch hier sind wir mittlerweile einen guten Schritt weiter und ein Studium ist auch ohne Abitur möglich, wenn die sonstige Qualifikation passt. Und das finde ich auch gut so.
-
AW: VDI fordert Erhalt der Marke Diplom-Ingenieur
Mastern (nebenbei: ist das eigentlich der korrekte Plural für Master?)
nö, für Master gibt es keinen Plural. Du müsstest diesen also durch Erweiterungen ("Master-Studiengängen") deutlich machen.
Viele Grüße
Markus
|
|