Verwendbare Quelle? Buch ohne Zitathinweise
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Ich habe hier ein Buch vor mir liegen, das leider über ein mehr als 2 seitiges Literaturverzeichnis verfügt und KEINE Fremdquellen im Text angibt.
Im Vorwort heißt es so schön "Der Bitte des Verlages, auf den wissenschaftlichen Zitierapparat zu verzichten, haben wir ebenfalls entsprochen".
Kann ich dieses Buch nun überhaupt verwenden??? Es ist ja sehr gut möglich, dass ich mich an fremden Quellen ergötze und diese dann gar nicht korrekt wiedergebe.
Wie würdet ihr das handhaben? Welches Argument zählt: "Gründlichkeit ist alles" oder "Merkt eh keiner" ???
HFH - Studienzentrum Hannover - Studiengang BWL 7. Semester
Disziplin ist am Anfang schwer. Dann macht sie alles leichter.
(Edita Gruberova)
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Sehe ich kein Problem. Wenn Du das Buch verwendest, gibst Du das an, wenn die ihrerseits keine Angaben machen, ist das nicht kein Problem. Die Frage ist halt, ob Du das Buch überhaupt für Vertrauenswürdig hälst, das hat aber mit der korrekten Verwendung nichts zu tun.
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Ein ganzes Buch und nur 2 Seiten Quellen klingt eher nach einem populärwissenschaftlichen Buch.
Wenn Du es für zitierwürdig hältst (und das tust Du ja, wenn Du es in Deiner Arbeit erwähnst) ist es denke ich soweit OK. Ansonsten würde ich das Quellenverzeichnis nach Titeln checken, die sich um das drehen was Du suchst und vllt. da nochmal nachrecherchieren.
Soweit ich weiß stehst Du ja am Anfang der Literaturrecherche - da kann es ja gut sein, dass Du jetzt in dem o.g. Buch erwartest wo anders sauber dokumentiert findest.
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Vorausgesetzt, der Verfasser deklariert sein Buch überhaupt als wissenschaftlich:
Da Sie im Text nicht klar unterscheiden können, wo der Autor des "zitatfreien" Buches selbst argumentiert und wo er Texte / Inhalte / Gedanken von anderen verwendet (zumal er ja keine Seitenzahlen zu den vermuteten Fremdquellen im Text bereithält), können Sie das Buch keinesfalls als Quelle verwenden! Es ist nämlich schon wegen der Nichtkenntlichmachung als Plagiat einzustufen.
Hinzu kommt die für Sie selbst notwendige Unterscheidbarkeit von Primärliteratur und Sekundärliteratur: Das ominöse Werk führt zwar Quellen an und arbeitet inhaltlich vermutlich mit ihnen, macht sie aber nicht kenntlich - daher wäre nicht zu unterscheiden, ob Sie das Gedankengut Dritter (Sekundärquellen) oder das des Buchautors (Primärquelle) aufgreifen würden. Und bekanntlich arbeiten wir prinzipiell nur mit Primärquellen...
Der Autor jenes Buches hat durch das Weglassen von Fußnoten bzw. Referenzierungen im Text sein "Werk" durchgängig nicht überprüfbar gemacht - und allein schon dadurch entspricht es nicht den internationalen Qualitätskriterien wissenschaftlichen Arbeitens.
Fazit: Keinesfalls nutzbar!
(FAQ zum wissenschaftlichen Arbeiten: hier online)
Geändert von gertler (13.11.2011 um 11:26 Uhr)
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"Der Bitte des Verlages, auf den wissenschaftlichen Zitierapparat zu verzichten, haben wir ebenfalls entsprochen".
das ist ein Hinweis, dass es sich hier nicht um ein wissenschaftliches Buch handelt - denn wissenschaftliches Schreiben zeichnet sich eben dadurch aus, dass man die Ideen und das Gedankengut von anderen als eben das kennezeichnet. Wenn jemand darauf verzichtet, kann das Buch zwar gut sein, aber es handelt sich halt eben nicht mehr um ein wissenschaftliches Buch. Du musst aber wissenschaftlich schreiben - daher würde ich auf dieses Buch verzichten und versuchen, die Inhalte in einem anderen Buch zu finden.
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Auf einigen Seiten wie da und dort steht das ja auch so. Nur wissenschaftliche Quellen dürfen verwendet werden.
Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere. [Konfuzius]
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