In der ersten Förderrunde der Exzellenzinitiative wurden die Ludwig-
Maximilians-Universität in München, die Technische Universität München
und die Universität Karlsruhe als Spitzenuniversitäten ausgewählt. Das
hat am Freitag in Bonn der Bewilligungsausschuss mit Vertretern aus
Wissenschaft und Politik einstimmig beschlossen. Ebenfalls werden 18
Graduiertenschulen und 17 Exzellenzcluster gefördert. Im Rahmen der
Exzellenzinitiative investieren Bund und Länder bis 2011 insgesamt 1,9
Milliarden Euro.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan kommentierte das Ergebnis
wie folgt: "Das ist ein bedeutender Tag für die Wissenschaft in
Deutschland. Wir haben festgestellt, dass zahlreiche exzellente
Graduiertenschulen und Exzellenzcluster für eine Förderung
vorgeschlagen wurden. Das spricht für die hohe Leistungsfähigkeit
unserer Hochschulen. Die Exzellenzinitiative hat in den Hochschulen
viel Dynamik ausgelöst, die der gesamten Hochschullandschaft in
Deutschland zugute kommen wird.

Ich danke den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In-
und Ausland, die die anstrengende Aufgabe einer gewissenhaften
Begutachtung übernommen haben. Und ich danke den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der Geschäftsstellen der Deutschen Forschungsgemeinschaft
und des Wissenschaftsrates für die Arbeit in den vergangenen Monaten,
die weit über das normale Pensum ihrer Arbeit hinausgegangen ist.

Eine Sachdebatte über die vorliegenden Vorschläge der Wissenschaft
fand deshalb nicht statt, weil die Struktur der vorgeschlagenen Liste
ausschließlich eindeutig, also in der Wissenschaft einstimmig zustande
gekommene Vorschläge enthielt. Zweifelsfälle wurden nicht vorgelegt.
Letzteres hat bei Bund und Ländern Kritik hervorgerufen, weil nach
einer vorangegangenen Absprache davon ausgegangen wurde, dass die
heutige Sitzung auch dazu dient, bislang strittige Fälle in
gemeinsamer Beratung zwischen Wissenschaft und Politik zu behandeln.

Die Wissenschaft hat heute einen anderen Weg vorgeschlagen. Die
Politik ist diesen Weg einstimmig mitgegangen. Dies ist nicht zuletzt
ein Vertrauensbeweis der Politik gegenüber den Voten der Wissenschaft.
Für künftige Verfahren ist aus Sicht der Politik die Erwartung
formuliert worden, eine gemeinsame Beratung strittiger Anträge im
Bewilligungsausschuss zu ermöglichen.

In der heutigen Sitzung bestand Konsens, dass für beide Förderrunden
einzig das Kriterium wissenschaftliche Exzellenz relevant für eine
Förderung ist, regionale Gesichtspunkte also keine Rolle spielen. Im
Rahmen der Exzellenzinitiative werden Bund und Länder bis 2011
insgesamt 1,9 Milliarden Euro investieren. Das ist ein wichtiges
Signal an unsere Hochschulen für die Stärkung der universitären
Forschung.

Das heute vorliegende Ergebnis bestätigt, dass dieser Schritt der
Politik - neben den weiteren Initiativen der Länder und des Bundes,
zum Beispiel den Pakt für Forschung und Innovation - richtig war zur
Stärkung des Forschungsstandortes Deutschland. Deshalb bin ich der
Überzeugung, dass wir alles tun sollten, nach 2011 zu einer
Verstetigung der Exzellenzinitiative zu kommen. Dafür werde ich mich
einsetzen.

Ich freue mich sehr, dass wir zu einvernehmlichen Vorschlägen gekommen
sind, die die Stärke deutscher Hochschulen sichtbar machen. Deshalb
sage ich: Das ist ein bedeutender Tag für die Wissenschaft in
Deutschland."

Die Exzellenzcluster zur Förderung der Spitzenforschung werden mit
durchschnittlich 6,5 Millionen Euro pro Jahr gefördert, die
Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
mit rund einer Million Euro. Zusätzlich wird ein pauschaler Zuschlag
in Höhe von 20 Prozent der Fördersumme für indirekte Projektkosten
bereitgestellt. Für die dritte Förderlinie, die Zukunftskonzepte der
Spitzenuniversitäten, sind je Universität Mittel von durchschnittlich
21 Millionen Euro pro Jahr einschließlich der Förderung in den ersten
beiden Förderlinien vorgesehen. Voraussetzung dafür ist, dass eine
Hochschule mindestens ein Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule
vorweisen kann.

Quelle: Presse-Mitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)