Wie sind die Präsenzveranstaltungen organisiert?

Die Abstände zwischen den Präsenzwochenenden planen wir so, dass zwischen diesen in der Regel vier bis acht Wochen liegen, so dass sich die Studierenden meist nur mit zwei Fächern gleichzeitig beschäftigen müssen. In der Regel ist es so, dass an jedem Präsenztag pro Fach nur eine Veranstaltung abgehalten wird. Während der Veranstaltungen, die in der Regel von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr dauern, wird das Ganze seminaristisch in Studiengruppen von 20 bis 30 Teilnehmern von dem Dozenten aufbereitet. Es wird auf Fragen eingegangen und es werden Spezialfälle diskutiert. Denn zum Beispiel in Mathematik, Statistik oder Wirtschaftsrecht gibt es ja viel, was man an Beispielfällen innerhalb der Studiengruppe diskutieren kann. Und am Ende des Tages schließt die Präsenzveranstaltung mit einer Prüfungsleistung ab, häufig mit einer Klausur über 120 Minuten bzw. in den höheren Semestern oder in den Masterstudiengängen dann auch mit alternativen Prüfungsleistungen, wo dann Konzepte präsentiert und diskutiert werden müssen, die vorher im Rahmen des Selbststudiums ausgearbeitet wurden.

So laufen also die Präsenzveranstaltungen ab. Pro Fernstudiengang sind das in jedem Semester zwei bis drei Wochenenden.

Wie sieht das aus, wenn ein Studierender an einer Präsenzveranstaltung mit Prüfungsleistung nicht teilnehmen kann. Muss er dann ein Semester warten oder gibt es Ersatztermine?

Wir haben Ausweichtermine an anderen Standorten. Wenn er diese wahrnehmen kann, dann ist das für ihn jederzeit nach einer kurzen Absprache mit uns möglich. Ansonsten hat er auch die Möglichkeit, sich nur im Rahmen des Selbststudiums das Wissen anzueignen und wir bieten dann pro Semester einen Nachschreibetermin an, an dem es möglich ist, mehr als eine Klausur bzw. Prüfungsleistung zu erbringen.

Sie sprachen auch vom Selbststudium. Das heißt, ich kann auch auf den Seminaranteil der Präsenzveranstaltungen verzichten und nur die Klausuren vor Ort schreiben?

Auch da sind wir recht ähnlich wie ein Präsenzstudium: Wenn ein Student sich das selber zutraut, kann er das durchaus tun.

Macht das denn auch wirklich Sinn, also kann man die Klausuren auch ohne die Präsenzseminare bestehen?

Dadurch, dass am Ende des Präsenztages auch schon die Klausur geschrieben wird, kann es in der Regel ja nicht so sein, dass der Dozent dort vor der Prüfung noch neue Inhalte verkündet. Das Seminar ist eine gute Aufbereitung und eine gute Möglichkeit, auch nochmal Fragen loszuwerden und Unsicherheiten abzubauen. Und in der Regel ist es auch so, dass die Fernstudenten bei den Präsenzveranstaltungen sehr gut vorbereitet sind. Auf Grund der wenigen Präsenzveranstaltungen möchte man diese so intensiv wie möglich nutzen und auch seine Fragen loswerden, sodass man am Ende des Tages wirklich sagt: Ich habe etwas mitgenommen aus der Veranstaltung und ich habe gleichzeitig das Fach oder die beiden Fächer an dem Wochenende abgeschlossen, sodass ich das inhaltlich für mich erstmal hinter mich lassen kann und mich auf die nächsten Sachen konzentrieren kann. Also immer Stück für Stück.

Natürlich ist der Studierende aber auch während der Selbststudienphase nicht alleine. Er kann sowohl via E-Mail also auch Telefon in den Sprechstunden mit dem Professor in Kontakt treten und hat natürlich auch die Möglichkeit über den Online-Campus-Service mit anderen Studenten in Kontakt zu treten, sich dort weiteres Material zu holen oder auch an Telekonferenzen teilzunehmen, die schon in der Selbststudienphase abgehalten werden.

Gibt es auch Zusatzangebote für die Studierenden?

Über die normalen Präsenzveranstaltungen hinaus bieten wir auch noch zusätzliche optionale Veranstaltungen an. Dabei handelt es sich um verschiedene Propädeutika, also eine Art vorbereitende Nachhilfe, um die Grundlagen nochmal zu diskutieren bzw. die Grundlagen sich noch mal klarzumachen, um mit dem Studienmaterial überhaupt einsteigen zu können. Das heißt, viele unserer Studierenden beispielsweise im Diplom- und Bachelor-Bereich sind schon ganz, ganz lange aus der Schule raus. Mathe ist hier ein Bereich, der meistens weit zurückliegt, die man diesen nicht täglich braucht, und wo man sich dann nochmal die Grundlagen für die Mathematik zurechtlegen muss. Und dafür bieten wir auch optionale Veranstaltungen an, in denen dann diese Themen nochmal ohne Prüfungsdruck mit dem Dozenten besprochen werden können.

Fallen für diese optionalen Veranstaltungen dann zusätzliche Kosten an?

Im Grunde genommen ist es ja so, dass in unseren Semestergebühren wirklich alles enthalten ist: vom Studienmaterial über die Präsenzveranstaltungen bis hin zum Catering und den Absolventenverabschiedungen bzw. auch Social Events durch das Semester hinweg. Aber für diese optionalen Veranstaltungen gibt es noch eine geringe zusätzliche Gebühr von 50 Euro pro Veranstaltung.

Dieser Beitrag ist Teil eines Interviews mit der WINGS, das ich für Fernstudium-Infos.de am 15.03.2011 in Hamburg geführt habe.