Über diesen Blog

Endlich studieren - was lange währt, wird hoffentlich gut.

 

1. Semester

Biologie und Mikrobiologie 6 cp

Allgemeine Volkswirtschaftslehre 6 cp

Wissenschaftliches Arbeiten, Grundlagen 6 cp

Mathematik 6 cp

2. Semester

Physik 6 cp

Grundlagen Lebenmittelstechnologie 6 cp

Lebensmittelrecht 6 cp

Allgemeine Betriebswirtschaft 6 cp

3. Semester 

Chemie 6 cp

Lebensmittelmikrobiologie 6 cp

Spezielle Lebensmitteltechnologie 1 6 cp

Finanzwirtschaft 6 cp

Betriebliche Wertschöpfung 6 cp

4. Semester

Lebensmittelchemie 6 cp

Spezielle Lebensmitteltechnologie 2 6 cp

Sensorik 6 cp

Projektmanagement 6 cp

5. Semester

Verpackungstechnik 6 cp

Qualitäts- und Risikomanagement 6 cp

Humanphysiologie 6 cp

Personal und Organisationen  6 cp

English in Science & Technologie 6 cp

6. Semester

Ernährungsmedizin 6 cp

Interpersonale Techniken 6 cp

Marketing 6 cp

Praxisprojekt 6 cp

7. Semester

Ernährungspsychologie 6 cp

Innovation 6 cp

Bachelor-Thesis 12 cp

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Legende: in Bearbeitung | bestanden | anerkannt

Gesamt 180 cp

Do to 144 cp

anerkannt 30 cp

 

 

 

 

Einträge in diesem Blog

Polypropylen

Die Zeit vergeht schneller als ich noch im Sommer dachte. Es ist bald Weihnachten und ich bin überhaupt nicht in Stimmung dafür. Meine letzte Präsenz in Ellwangen für Grundlagen der Lebensmitteltechnologie liegt hinter mir. Es waren zwei richtig informative Vorlesungstage. Die Teilnehmerzahl belief sich auf nur 5 Personen. Fast war ich geneigt, die Klausur für "Grundlagen LMT" doch im Januar abzulegen, da der Stoff nach der Präsenz greifbarer schien. Doch mehrere Blicke in die Unterlagen und die noch zu lernende Warenkunde 'en detail', holten mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. (nämlich im Januar nur Wissenschaftliches Arbeiten und Biologie/Mikrobiologie zu schreiben)

 

Es sind auch neue Studienbriefe gekommen: "Lebensmittelrecht" (hier wird noch ein Buch erscheinen, dass ich brauche) sowie "Betriebliche Wertschöpfung". Letzteres besteht aus drei Heften: Produktion, Materialwirtschaft und Absatz. Die Prüfungsleistung ist eine Einsendeaufgabe, man wählt aus dem Katalog 1 von 3 Fällen. (à 4 Teilaufgaben) Bei beiden Modulen habe ich mich etwas erschrocken. (Ich stehe lieber im Labor und drücke Knöpfchen als mir über Absatz Gedanken machen zu wollen.)

Recht ist völlig neu für mich und ich hoffe, mit der Arbeitsweise klar zu kommen. Ein Student berichtete mir begeistert von der Präsenz zu LM-Recht. Bin gespannt. Und hoffe auf eine persönliche Neigung zu stoßen, was sehr helfen würde. Bis dahin liegen "LM Recht" und "Betriebl. Wertschöpfung" im Winterschlaf in meinem Lernzimmer. Außer Sicht.

 

An prominenter Stelle prangen statt dessen die Bio / Mikrobio Unterlagen inkl. allerlei Mitschriften. Darunter stecken dann noch die Wissenschaftliches Arbeiten (WA) Hefte inkl Aufzeichnungen. Das vertiefte Lernen im WA schiebe ich noch vor mir her. Als kurzen Exkurs wagte ich einen Ausblick in die Logik. Ein Student empfahl mir WVO Quine. Quine wählt den sprachlichen Ansatz, anstelle des Formellen. (also ganze Sätze statt abstrakter Ausdrücke) Dennoch brauche ich etwas Geduld um in "Grundzüge der Logik" hineinzukommen.

Außerdem sah ich eine Vorlesung von Prof. Dr. Hoyningen-Huene und bin angetaner als vermutet. Zwar ist Logik nicht zentraler Bestandteil des Moduls WA, aber es schult das Denken.

Ein anderer Student empfahl mir Lewis Carroll zu lesen. Ich hätte nie geahnt, dass Alice im Wunderland (und Alice hinter den Spiegeln) von einem Mathematiker stammt. Nun weiß ich einige Details über Mr. Dodgson (bürgerlicher Name Carrolls) und las "Alice" mit anderen Augen.

Soviel zu meinen Exkurs im Wissenschaftlichen Arbeiten fern des vorgebenen Lernpfades.

 

Die vergangenen Tage habe ich mich ausschließlich mit Bio beschäftigt. (na ja, neben der Arbeit und etwas Privatleben) Am Samstag war ich gegen 3 Uhr wach. Hellwach. Nicht, weil ich von der Disco nach Hause gekommen bin, sondern [unerfindlicher Grund]. Statt Netflix, dachte ich an Bio. Also schaute ich auf den eCampus, in den Modulordner, auf der Suche nach Übungen. Da entdeckte ich das Quiz! Man bearbeitet je Themenkomplex 10 Fragen, teilweise offene Fragen, teilweise MC. Ich habe das ganze Wochenende mit dieser Herangehensweise Wissen vertieft über Zellen, Biochemische Grundlagen, Fotosynthese, Zellatmung, Mikroorganismen und den Verdauungsapparat. Das hat mir wirklich Spaß gemacht! Nun switche ich wieder auf Zettel schreiben um. (bzw Skizzen erstellen, was hinschreiben- das brauche ich um den Lernstoff zu verfestigen) Außerdem muss ich unbedingt noch mal The Simple Club Biology sehen. Das Pyruvat Molekül, das im Taxi zum Mitochondrium gefahren wird, hat sich eingebrannt. (und darum geht es ja. Auch wenn organische Moleküle keine Smileys sind. [hihi] )

 

Laut der Dozentin soll es auch ab Frühjahr 2017 für andere Fächer diese Quiz Fragen geben. Das wäre super!

 

Nun wünsche ich erstmal besinnliche Weihnachten an alle Lerner! Auf dass Ihr ohne Erkältung über den Jahreswechsel kommt.

 

Polypropylen

Die Präsenz zum wissenschaftlichen Arbeiten liegt nun hinter mir. Einleitend dazu eine Anekdote: als ich die vierte Klasse besuchte, kurz vor der Wiedervereinigung auf DDR Seite, fragte uns die Lehrerin, was wir denn als liebste Freizeitbeschäftigung machen würden. Es kamen typische Antworten, wie Kinder sie geben. Rausgehen, Fußball, an die Ostsee mit den Eltern fahren. Ich grübelte, was ich sagen sollte. Meine Eltern arbeiteten im Bergbau Schichten, an die Ostsee fuhren wir nie. Dann fiel mir ein, was ich am liebsten machte, lesen und fragen. Ich antwortete schließlich mit "forschen". Die Lehrerin lag lachend auf der Bank, die Klasse setzte mit ein. Auf die genauere Nachfrage, was ich damit meinte, sagte ich sowas wie, "Dinge entdecken, was untersuchen". Ich habe nicht verstanden, warum das alle lustig fanden 🤔 Zwar ist aus mir kein Sheldon Cooper geworden, doch kann ich endlich über 25 Jahre nach der 4. Klasse immer noch behaupten, dass "neue Dinge entdecken" sinngebend ist.

 

Wie ich jetzt lerne, richtet sich die Wissenschaft streng nach Regeln, nach logischen Sachverhalten, eingebettet im Formalismus, der überall auf der Welt gilt. Frei von ideologischen, oder religiösen Ansichten.

All das wird im Modul Wissenschaftliches Arbeiten behandelt. Mir begegnen nun Ursache Wirkungsprinzip, Korrelation, Messbarmachung von schwammig erscheinenden Begriffen, Aufstellung von Hypothesen, Falsifizieren, dimensionale Analyse, empirischer Forschungsprozess, nur um einige zu nennen. Die Präsenz besuchte ich in Berlin. Das Studienzentrum am Ernst-Reuter-Platz (Berlin Mitte) ist gut zu erreichen, hier muss ich eine Lanze brechen für die App der Berliner Verkehrsbetriebe. Perfekt für Ortsunkundige. Wir waren 12 Leute während der Präsenz, davon 4 aus naturwissenschaftlichen Studiengängen. (2 LMT, 2 PMT) Der Dozent war super, vor allem, wenn man bedenkt, dass er die gleiche Vorlesung das sechste Mal in Folge hielt. Die SRH bietet z. Z. 12 Studienzentren über ganz Deutschland verteilt an. Da kann es schon mal vorkommen, dass man auch andere Dozenten aus "seinem" Studiengang wieder trifft. Wir zwei LMTler besuchten daher "unsere" Ökotrophologin aus Süddeutschland, die eine Präsenz mit nur einer Studentin abhielt. Super von der SRH, dass auch Solo Vorlesungen möglich sind! (gut, man zahlt auch Gebühren und erwartet gewissen Service) 

Die Veranstaltung hat mir sehr viel gebracht. Ich bin froh, dass es seit kurzem Citavi in Riedlingen gibt. Davon werde ich gleich zu Beginn Gebrauch machen. Der bisweilen zähe Stoff  (kritischer Rationalismus, Variablenbildung, wissenschaftliche Gütekriterien, schrittweises Aufbauen einer Thesis, Hausarbeit, Fragebogen, Interviewtechnik u.ä.) wurde durch Gruppenübungen aufgelockert. Jetzt kann ich mir auch endlich etwas zur Operationalisierung vorstellen und wie man Indikatoren bildet. Da die Veranstaltung sich im Kern eher an der empirischen Sozialforschung ausrichtet, ist für die LMTler und PMTler angeraten, eine weitere Präsenz zur Versuchsplanung zu besuchen. Das wird eine Online Vorlesung sein, die ich Dezember hören werde. Denn natürlich möchte ich in meiner Abschlussarbeit viel lieber einen "richtigen" Versuch aus dem Laboralltag durchführen als Fragebögen zu erstellen für "weiche, messbar zu machende" Hypothesen aus den Sozialwissenschaften. Die Klausur zum WA steht übrigens im Januar an, Freitag, den Dreizehnten. 😶

 

Ich habe auch zum ersten Mal von meinem Studentenausweis Gebrauch gemacht. Ein neuer Laptop sollte her. Ich bin immer noch Lenovo treu geblieben, mittlerweile habe ich mein drittes Thinkpad. Allerdings bewege ich mich eher im oberen Preissegment mit einem T420s, daher konnte ich mich nicht in @Marmottes Laptop Frage einbringen. Auf Arbeit konnte ich genügend die Thinkpad Carbon (X1) in Augenschein nehmen. Da hier die LAN Buchse eingespart wurde und eine 1 TB SSD dann doch außerhalb meiner Preisgrenze lag, entschied ich mich für das T420s Modell. Die Hardware macht sich jetzt schon bezahlt: ich bin begeistert, wie schnell sich jetzt arbeiten lässt! Ohne Gebläse, ohne Heißwerden. 

 

Zu guter Letzt kamen nach 3,5 wöchiger Wartezeit endlich die VWL Noten! Ich bin mit meiner 2,0 völlig zufrieden. Zwischenzeitlich blieb natürlich in unserer Whatsapp Gruppe genügend Raum sich verrückt zu machen. Besonders, wenn andere Modulnoten kamen, Schritt für Schritt, nur die eigene nicht. Nun habe ich den freigewordenen Modulsteckplatz mit dem nächsten Fach belegt: Lebensmittelrecht. Auch das ist Neuland für mich, auch wenn ich einschlägige Verordnungen aus dem Berufsalltag kenne. Juristisch Arbeiten geht natürlich anders. Beim kurzen Blick in die Modulvorstellung des Professors, beschäftige ich mich doch lieber erstmal mit Liegengebliebenen. 

 

Nächste Woche geht es zur nächsten Präsenz zur Lebensmitteltechnologie, genauer LM Verfahrenstechnik und Haltbarmachung LM. Die Warenkunde wird mit 2 Online Vorlesungen abgedeckt, die ich auch noch dieses Jahr wahrnehme. Zusammenfassend sind die Studienbriefe mit den Vorlesungen und Labor also relativ viel Stoff, was auch der Grund ist, weshalb ich die Klausur erst März 2017 schreiben werde.

Ich freue mich nun wieder nach Ellwangen zu kommen! (hoffentlich steckt mich niemand mit Erkältungsviren an, was z. Z. leicht scheint) Die Großstadt ist mir dann doch zu quirlig auf Dauer. Ganz zu schweigen von den Hotelpreisen. Einige Mitstreiter dieses Wochenende, die Nicht-Berliner, konnten bei Bekannten und Verwandten unterkommen. Das wünschte ich mir auch 🤑 

Bis zum nächsten Statusbericht! 

Polypropylen

Labor zu Lebensmitteltechnologie

Am Wochenende war wieder eine Präsenzphase in Ellwangen, diesmal ein Labor zu Grundlagen der Lebensmitteltechnologie. Es ging im Grunde darum zu verstehen, wie man aus dem kleintechnischen Maßstab (Haushaltskochen) auf den großtechnischen Maßstab schließen kann. Daher wurde auch viel gekocht. Wir waren 9 Teilnehmer, eigentlich sollten es 12 sein. Insgesamt wurden 3 Gruppen gebildet. Die Versuche teilten sich in 5 Themenblöcke auf: Emulsionen bei Raumtemperatur, Fermentation am Beispiel Joghurt, Getreide und Teigerzeugnisse, Emulsionen im gefrorenen Zustand und Saftherstellung.

 

Freitag 16 Uhr ging auch schon los mit der Fermentation. Dies war die einzige gemeinschaftliche Arbeit, die abschwechselnd von allen betreut wurde. Ansonsten musste jede Gruppe alle Versuche selbst durchführen.

 

Fermentation: Der Joghurt wurde in einem haushaltsüblichen Joghurtgerät mit unterschiedlichen Kulturen beimpft und bebrütet. Einen Tag wurde der Joghurt ausschließlich mit einer Milchsorte angesetzt und 3 Kulturen (es standen 3 Milchsorten zur Auswahl, von H-Milch über nicht homogenisierte, pasteurisierte Milch). Den anderen Tag haben wir uns für eine Kultur entschieden, aber mit unterschiedlichen Milchansätzen. In regelmäßigen Abständen oblag es dann den Gruppen den pH-Wert bei Raumtemperatur zu bestimmten sowie die SH Zahl. Die Säurezahl gibt an, wie "sauer" ein Joghurt ist. Dies wurde mittels Maßtitration vollzogen (man versetzt den Joghurt mit einem Farbindikator, tröpfelt aus einer Bürette eine Lauge zu - wenn der Farbumschlag vollzogen wurde, ist die Lösung neutral und anhand des Verbrauchs der Lauge, kann man die SH Zahl errechnen) Am Ende des Versuchsblocks wurden die Joghurts noch verkostet. Anhand einer Beliebheitsprüfung wurde der "beste" Joghurt anhand des Kramer'scher Rangsummenverfahrens ermittelt.

 

Emulsionen (1): Der zweite Versuchsblock befasste sich mit Emulsionen, also Öl-in-Wasser Gemischen. Wir stellten Margarine, Butter, Mayonnaise mit und ohne Ei, sowie fettreduziert her. Die Mischungen wurden gekühlt und die Fetttröpfchenverteilung unter dem Lichtmikroskop begutachtet und dokumentiert. Auch gab es am Ende eine sensorische Auswertung: die Verkostung. Was im übrigen nicht immer so lecker ist, wie es auf dem ersten Blick erscheint. Natürlich verglichen wir die selbst hergestellen Produkte auch mit gekauften Produkten.

 

Emulsionen (2): Im Versuchsblock der Emulsionen im gefrorenen Zustand stellten wir mehrere Speiseeis her. Einmal nach industriellem Vorbild (also mit Lecithin, Molkepulver), dann Rahmeis, Eis ohne Aufschlag, Eis mit Aufschlag. Auch hier stand am Ende die sensorische Verkostung an, inkl Beurteilung der Eiskristallbildung und dem "Mundgefühl" beschreiben.

 

Geräteeinfluss auf Produkt: Am Beispiel der Saftherstellung sollte nachvollzogen werden, welchen Einfluss die Geräteauswahl auf das Erzeugnis hat. Wir stellten Orangen und Granatapfelsaft mit einer Entsafter-Zentrifuge und einem Entsafter-Extruder her. Neben der obligaten Sensorik, bestimmten wir noch den Vitamin-C Gehalt in den Säften. Auch dies geschah mittels Titration, mit Kaliumioditlösung.

 

Getreideerzeugnisse: Der gefühlt aufwendigste Block war der der Getreideerzeugnisse. Verschiedene Getreidekörner, wie Weizen, Roggen und Dinkel, wurden mit zwei Mahlwerken gemahlen - mit einem Mahlgerät mit Steinmahlwerk und eines mit Stahlmahlwerk. Die Schüttdichte wurde bestimmt und die Proben wurden anschließend in einer Rüttelmaschine klassiert. Ein Rüttelvorgang dauerte 4 Minuten und war furchtbar laut, so dass die "Rüttelgruppe" in einen anderen Teil des Schulgebäudes den Versuch durchführen musste. Die Einwaagen wurden notiert, von groben bis sehr feinen Körnern. Das Reinigen der Siebe erwies sich beim 3 Durchlauf als lästig, aber hier zeigt sich wieder wie schön eine Arbeitsteilung in der Gruppe ist: Man kann sich mit unliebsamen Aufgaben abwechseln. Die Schüttgutverteilung wurde dann in einem RRSB Körnungsdiagramm aufgetragen um den Feinheitsgrad des Mehles zu bestimmen. Anschließend ging es weiter zur Station "Teigerzeugnisse". Mit unseren Weizen-Roggen und Dinkelmehl stellten wir Nudeln und Spätzle her. Auch hier stand abschließend die sensorische Verkostung an. Alle Nudeln wurde mit gekauften Fertigerzeugnissen verglichen.

 

Am Ende der Versuchstage müssen Protokolle erstellt werden, wozu noch 14 Tage nach dem Labor Zeit ist.

Unsere Gruppe war Freitag 21Uhr leider zu ausgepowert um abends noch gemeinsam Essen zu gehen. Auch machten wir kaum Pausen, also Samstag keine traditionelle lange Mittagspause. Der Zeitplan war straff - Samstag machten wir gegen 17 Uhr Schluss. Natürlich mussten wir nicht hungern, denn zu Essen gab es durch die Verkostungen reichlich.

 

Ich blieb am Samstag noch eine extra Nacht in Ellwangen und konnte somit wieder einen angenehmen Abend unter Einheimischen verbringen bei Gulasch und Rotochsenbier. Die Leute sind wirklich sehr gastfreundlich, so dass ich die anstrengenden Labortage gleich wieder vergessen hatte ^_^ Ich erfuhr übrigens, dass Ellwangen im Film "Die Feuerzangenbowle" mit Heinz Rühmann zu sehen ist. Außerdem gab es hier den ältesten Bundeswehrstützpunkt Deutschlands. (heute beherbergt die Kaserne Flüchtlinge) Aufgrund des netten Abends, freue ich mich schon, trotz der langen Anreise, auf die nächste Präsenz im November. Ich hoffe auch, dass meine "Lernfreundin" aus Bayern dabei sein wird, denn eigentlich waren wir zum Labor verabredet, doch wurde sie überraschend krank. Dennoch ist man ja heute durch ständige Vernetzung nicht völlig alleine.

 

Als nächstes steht nun erstmal eine Präsenz in Berlin an, die ich mit einem dienstlichen Seminar verbinde.

 

Bis zum nächsten Mal!

 

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Polypropylen

Bio Labor geschafft

Es ist geschafft: das Labor habe ich erfolgreich absolviert und kann nun im Januar die Klausur mitschreiben! Natürlich gab es auch allerlei biologiebezogene Sachen zu erleben, die ich so vielleicht nie wieder in der Form sehen werde. Das Bio Praktikum fand in Ellwangen statt, wie übrigens alle naturwissenschaftlichen Module. Insgesamt waren wir nur 12 Teilnehmer, davor 3 PMT, 9 LMT - diese kleine Gruppengröße ist auch von der SRH gewollt. Da ich bereits durch meine Erstausbildung weiß wie es ist, wenn man im Physik- oder im Chemie Grundpraktikum an der Uni mit 40 Mann in der Gruppe steht, würde ich immer kleine Gruppen bevorzugen. Als Azubis an der Uni genießt man natürlich einen Sonderbetreuungsstatus zwischen den Studenten, dennoch konnte ich schon damals für mich ausmachen, dass "nur die Stärksten der Studenten" wohl durchkommen. Daher finde ich es gut, wenn man überschaubare Teilnehmer um sich weiß und der Dozent im besten Fall auf Defizite eingehen kann! Am besagten Wochenende in Ellwangen gab es insgesamt 4 Gruppen à 3 Leute. Im Vorteil waren die Biologielaboranten, CTAs, oder Leute, die bereits in der Mikrobiologie arbeiten.


Tag 1

Praktische und theoretische Ausführungen zum Autoklavieren, Gießen von Nährmedien aus Agarose (Vollmedien), Erstellen von verschiedenen Abklatschproben (z.B. Stuhllehne, Geldschein, von einem gewachsenen Stamm Micrococcus Luteus). Umgang mit Impfösen, Abflammen, Desinfizieren, "Verdünnen" eines Bakterienstammes; Vorbereiten der PCR: Gelplatten für Gelelektrophorese gießen; aus 6 Fleischproben (Pferd, Rind, Schwein, Huhn; in Proben wie Burger, Lasagne Fleisch, Gummibärchen, Chicken McNuggets) suchte sich jede Gruppe 2 heraus; Proben wurden homogenisiert und alle Restbestandteile wurden nach und nach von der DNA abgetrennt (mehrere Reinigungsschritte in immer kleiner werdenden Gefäßen, am Ende hielt man das kleinste (<15 µl) Eppendorfer Gefäß mit der eigentlichen DNA in den Händen). - Umgang mit Vortextmischer ("texen" = schütteln), Zentrifuge, semiautomatische Pipetten, verschiedenen Pufferlösungen. Das half schon mal um eventuelle Berührungsängste mit den Laborsachen abzubauen. Die Studenten, die ich bisher erlebte, sind teilweise sehr unterschiedlich in ihrem bisherigen Werdegang sowie im Alter, der Arbeitgeber - daher ist es klasse, wenn jeder "von vorne mitgenommen wird".

Da die Fleischproben zeitintensiv in einem Schüttelinkubator aufgeschlossen werden mussten (in mehreren Heizschritten), konnte man zwischendurch Präparate am Lichtmikroskop (LM) mikroskopieren. Jeder Teilnehmer hatte ein tragbares LM mit maximaler Vergrößerung von 600 am Platz. Es wurden Zellwände der Wasserpest (Elodea camadensis) beobachtet und dokumentiert, sowie von Zellen der eigenen Mundschleimhaut. (also Vergleich Pflanzen und Tierzelle)

Später wurde die DNA Isolierung für die PCR abgeschlossen. Der Mastermix mit den Primern wurde hinzugefügt. Ein Primer ist essentiell für die PCR, denn dieser ist die mRNA der nachzuweisenden DNA. Der Kopierschlüssel zum Schloss quasi; der "Schlüssel", der danach alles abdruckt, was er liest, weil er es lesen kann. Ohne diese "Decodierungshardware", gäbe es keine Vervielfältigung - weder bei der PCR, noch in unseren Körpern. Wenn zB. Rindfleisch in der Probe enthalten ist und die "Rind mRNA" am Rind-Chromatid andocken kann, wird dieser Strang vervielfältig. Am Ende bekommt man eine millionenfache Kopie aus nur wenigen Ausgangschromatiden. Das ist eben die chain reaction, die Kettenreaktion durch ein Enzym, den "Schlüssel", die Polymerase. Am Ende des Tages untersuchten wir die Reinheit unserer isolierten DNA mit einem Photometer. (Absorptionsbande der eukaroytischen Nukleinsäuren ist ein charakteristischer Peak; außerdem kann man hier bereits den tatsächlichen Gehalt der DNA in Nanogramm/µl erhalten)

Tag 2

Ansetzen der Gelelektrophorese: zuerst muss man die am Vortag isolierte DNA mit einem Farbstoff versehen. Danach pipettiert man dies in die kleinen Geltaschen ein. Damit das einfacher geht, setzt man Glycerin hinzu, dann sackt die Flüssigkeit in die Tasche. Man legt eine Gleichspannung von 100 Volt (ja!) an den Versuchsaufbau und nun wandert die negativ geladene DNA zur Anode, dem Pluspol. Der Vorgang dauert ca. 45 min. Man muss aufpassen, dass der "Durchlauf" nicht zu lang dauert, weil die DNA sonst "drüberläuft". Als Kalibrierung lässt man einen Basenpaarstandard 'mitlaufen'. Dann weiß man später, ob bei 50 oder 100 oder 200 Basenpaaren die Probe färbte, oder ob das "ghosting" nur ein Artefakt ist.

In der Zwischenzeit wurden wieder Zellen unter dem LM mikroskopiert, genauer: nach dem Eintreten einer Plasmolyse an Zwiebel Zellen. Dazu stellt man mehrere unterschiedlich molare Zuckerlösungen her, tröpfelt diese auf eine Tüpfelplatte mit der Zwiebelhaut und lässt dies einwirken. Nach gewisser Einwirkzeit erkennt man, dass sich die Osmose vollzogen hat: je mehr Zucker eine Lösung enthält um so mehr löst sie Zellwandmembran der Pflanzenzellen. Diese Membran drückt wie ein zusammenfallender Sack in die Mitte auf Vakuolen und Chloroplasten. Das Gerüst, die Pflanzenzellwand, bleibt stabil. Weitere Beobachtungen an Fertigpräparaten wurden gemacht: Dünndarm Katze, Meiose an Wurzelzellen. (hier besonders schön einzelne Teilungsstadien real zu sehen, wie Metaphase, Anaphase, Telophase)

Weiter ging es mit der Auswertung der "durchgelaufenen" DNA im UV Schrank, Anregung der Banden unter UV Licht = Sichtbarmachung der DNA. Hier konnte man nun sagen, ob der Big Mac wirklich Rind enthielt (ja, und nichts anderes), oder im Gummibärchen Schweineschwarten oder anderes verwendet wurden. (keine Auffälligkeit in unserer Stichprobe)

Der letzte Themenblock waren Versuche zur Enzymaktivität: pH-Abhängigkeit (wo wirkt Katalase optimal: im sauren, neutralen oder basischen Bereich), Temperatureinfluss auf Enyzme, wie (Schwer)metalle auf Enzyme wirken (Cu und Ag) und letztendlich wurde noch ein Versuch zur Substratspezifität von Urease durchgeführt. (Harnstoff Lsg. mit Farbstoff versetzen und Thioharnstoff mit Farbstoff versetzten, Unterschiede beobachten)

Am Ende des Tages wurden die Abklatschproben ausgewertet: Beschreiben der gebildeten Bakterienkolonien, Farbe, Größe. Am Schluss gab es ein Testat mit 10 Fragen, die man gut beantworten konnte, wenn man die 2 Tage aufgepasst hat. Nicht geschafft haben wir es, Einzeller unter dem Mikroskop anzusehen. Geplant war ein Heuaufguss.

Es waren wieder spannende Tage. Freitag Abend kam sogar noch etwas Studentengefühl auf. Trotz spätem Schluss im Labor >21 Uhr, sind wir noch Essen gegangen. Während der Rote Ochse leider völlig belegt war, fanden wir noch im Le Palme eine kleine Lokalität, die uns aufnahm. Wir waren eine lustige Gruppe mit fast gleichen Anteilen Österreichern, Schweizern und Deutschen. Nicht oft höre ich Berliner Schnauze, Bayrischen Dialekt und Schweizer Deutsch gemischt mit Vorarlbergisch. Habe außerdem gelernt, dass eine schweizer "5" =sehr gut der "1" bei uns Deutschen und den Österreichern entspricht. Die Völkerverständigung verlief jedenfalls prächtig bei einem Ellwanger Rotochsen Bier. Da es Samstag 8 Uhr wieder los geht, musste man natürlich eine gewisse Disziplin aufbringen um rechtzeitig zu Bett zu kommen.

 

Diesen Freitag steht bereits das nächste Labor an. Ich werde wieder berichten.

Bis dahin!

 

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Polypropylen

Am 15.10.16 hatte ich meine erste Klausur - ich schrieb Allgemeine Volkswirtschaft am Studienzentrum Hannover. Das Studienzentrum in der Prinzenstraße ist sehr gut zu erreichen, es liegt fußgangbar in Bahnhofsnähe. Die Organisatorin des Studienzentrums war sehr freundlich, ruhig und erklärte für Neulinge alles Stück für Stück. Es waren ca. 20 Studenten aus unterschiedlichen Fächern und Semestern da, ich war die einzige, die neu war. Aber ich war nicht die einzige, die aufgeregt war :)

Dadurch, dass die "Betreuerin" so souverän handelte, beruhigt einen das selber, denn der Stressfaktor ist durch die Prüfungssituation hoch genug. Es gab gratis Äpfel, Wasser (Stilles und Sprudel) und Traubenzucker am Platz. Die Klausurfragen waren fair gestellt, aber auch nicht 'geschenkt', meiner Ansicht nach. Ohne viel zu lernen, würde man "bestehen". Um eine gute Note zu bekommen, sollte man die 2 prüfungsrelevanten Hefte mehrmals bearbeitet haben. Je nach Vorbildung, steckt der eine oder andere mehr Aufwand rein. Ich habe mich intensiver mit der Materie beschäftigt. Die Hauptthemen belaufen sich auf die beiden Wirtschaftstheorien Mikroökonomie und Makroökonomie "for Beginners". Die deskriptive Statistik ist zu diesem Zeitpunkt kein Prüfungsbestandteil. (dies ist ebenfalls ein Studienheft zur aVWL gehörend)

Man lernt viele interessante und für die allgemeine Bildung wichtige Sachverhalte zu volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen: z.B. was unser Wirtschaftssystem ausmacht, was die Kernpunkte einer Marktwirtschaft und einer Zentralverwaltungswirtschaft sind, was Bedürfnisse sind, was ein (Produktions)gut ist, warum Wirtschaftssubjekte konsumieren, sparen, eine Arbeitsleistung gegen Entgelt anbieten; warum Unternehmen produzieren, wie das Ausland mit reinspielt, warum wir eine Zentralbank benötigen, was ein 2 bis 5 poliger Wirtschaftskreislauf ist und natürlich der Arbeitsmarkt und Geldmarkt im Besonderen. Außerdem wird noch auf zwei Hauptlehrmeinungen eingegangen: der Klassischen Ökonomie und der Keynes Denkrichtung. Im Kopf geblieben ist mir noch, dass Stuart Mill, ein britischer Ökonom im 19. Jhd., eine sehr frauenfreundliche Haltung vertrat und an seinen Zeitgenossen scheiterte. Ohne die "Klassik", wäre ich nie auf Mill zu hören gekommen :) 

In der Klausur war freilich nicht die Rede von Mills The Subjection of Women, doch ist es dieser Seitenblick nach links und rechts, den ich immer mit Studieren verband. Die Lehrhefte der SRH zu aVWL sind jedenfalls auf den Punkt aufbereitet und sollten gut auf die Klausur vorbereiten. Man sollte nicht nur Stichpunkte schreiben, sondern -keynesianisch ausgedrückt- Kreislaufzusammenhänge sehen. Ich habe nicht alles perfekt beantwortet, und eine Frage "verhauen" die sich auf die Wirtschaftsunion der EU beschränkte, aber dennoch hoffe ich, ein befriedigendes Ergebnis zu bekommen. Dafür vergesse ich jetzt erstmal nicht, was die Maastrich Konvergenzkriterien sind ;)

Mit einem Bestehen der Klausur wäre aVWL für mich abgehakt und ich komme näher zu meinen eigentlich Kernfächern.

 

Dieses Wochenende 21.-22.10.16 wird das Labor für Biologie in Ellwangen stattfinden. Wir werden Abklatschproben nehmen, DNA Isolieren, Agar Nährböden gießen, vorher Autoklavieren, Gelplatten für Gelelektrophorese selber gießen, den Reinheitsgrad der DNA bestimmen, mit der PCR arbeiten (polymerase chain reaction, DNA "schneiden" und detektivmäßig herausfinden, ob in der Wurst Schwein oder Rind, oder womöglich Pferd ist) und auch Versuche zur Enzymaktivität durchführen. Die letzte Biopräsenz September hat mir sehr gut gefallen. Vor allem das Gymnasium, das man besucht, ist sehr modern ausgestattet und hat dennoch eine 300 Jahre alte Tradition vorzuweisen.

Ellwangen selber ist eine kleine Stadt, ich fühle mich recht wohl, auch, wenn ich abends alleine Essen gehe. Einzig der schwäbische Dialekt ist mir neu, da muss ich öfter genauer hinhorchen :)

Bis bald!

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Polypropylen

Unboxing Studienmaterial, Erstlieferung

Liebe Community,

inspiriert durch @Tobse, nun ein Unboxing/presenting meiner Unterlagen "Lebensmittelmanagement- und technologie". Ich bin offiziell seit 01.07.2016 dabei. Da ich seit längerem bei FI stiller Mitleser bin und sehe, dass es noch keinen Blog zu LMMT gibt, wollte ich auch etwas zurückgeben - denn das Forum hat mich über die Jahre beeinflusst und bereichert.

Kurz zu meiner Person: Mitte 30, Erstausbildung Physiklaborant, Fortbildung SgT Chemietechniker. Ich war insgesamt 10 Jahre als Unterstützung für Physiker in der Grundlagenforschung Oberflächenphysik der festen Materie tätig. Der Umgang mit Hochvakuumtechnik kommt mir nun auch in der LM Verfahrenstechnik zu Gute: Wenngleich statt einem Conflat Flansch eher Milchflansche verbaut werden und es Zahnradpumpen statt Turbomolekularpumpen gibt. 

Ich wechselte aus privaten Gründen das Arbeitsumfeld, verbunden mit Wohnortwechsel. Ich bin heute seit 3 Jahren in einem Verpackungsprüflabor eines bekannten dt. Nahrungsmittel Unternehmens tätig, das mir auch große Freude bereitet (ein physikalisches Prüflabor ist nun mal ein tolles Betätigungsfeld für einen Physiklaborant)

Da meine Aufgaben gewachsen sind, auch in Zukunft wachsen sollen, und mir der Gedanke eines Studiums nie wirklich aus dem Kopf ging, berichtete ich meinen Vorgesetzten von meinem Vorhaben. Das stieß auf positiven Anklang - Formalismen wurden geklärt und Juni hatte ich das "ok" zu starten.

Die SRH gefällt mir sehr gut, der Service stimmt, die Dozenten sind engagiert und bei Fragen wird einem zeitnah geholfen. Dank des modernen, unbürokratischen Handlings konnte ich bereits Juni die eLehrhefte in den Händen halten. Juli kamen die Print Hefte, die Ihr im Anhang seht. Der Stapel umfasst 4 Module: wissenschaftliches Arbeiten, Biologie Mikrobiologie, Grundlagen Lebensmitteltechnologie und Volkswirtschaft.

Es sind/waren ca. 4 kg und 1300 Seiten zu lesen. Ich arbeite gleichzeitig mit dem Tablet und Printheften sowie Karteikarten (selbstgeschrieben).

Randinfos: Studienmodel ist semesterlos, dh. man kümmert sich selbst um die Prüfungstermine sowie Modulbelegung. Ich schätze das sehr, komme gut mit der Lehrmethode zurecht, kann mir aber vorstellen, dass es auch überfordernd sein kann. zB. muss man vor einigen naturwissenschaftlichen Modulen unbedingt Labore absolvieren. Plätze und Termine für Labore sind begrenzt, daher besser rechtzeitig im eCampus buchen.

 

Das soll es erstmal gewesen sein. Ich werde versuchen regelmäßig Updates einzupflegen. Der Studiengang ist so spannend und die Module ausgewogen aufeinander abgestimmt! Interessenten sehen vielleicht, dass meine Module nicht mit denen des 1. Fachsemesters übereinstimmen. Das liegt daran, dass mir einige Module der Grundlagenfächer anerkannt wurden. (schön zu wissen, dass 4 Jahre Techniker Schule nicht 'umsonst' waren)

Bis bald!

Eure Poly

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