Blog Christianzaheri

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Christianzaheri

Fernabitur SGD -Erfahrungsbericht

Ich habe das Abitur auf dem zweiten Bildungswege im Jahre 2010 per SGD-Fernstudium nachgeholt/abgeschlossen. Es hat insgesamt 3 Jahre gedauert.

Aber ich werde von Anfang an berichten und sowohl Vorteile als auch Nachteile nennen.

Ich wollte unbedingt mein Abitur nachholen. Ich stand eigentlich schon kurz vor dem Abitur und befand mich in der 12.Klasse. Durch eine langfristige Krankheit musste ich die Schule in der 12.Klasse abbrechen. Die 13.Klasse habe ich nicht mehr besuchen können.

Es vergingen ein paar Monate und aus den Monaten wurden 1,5 Jahre. Irgendwann war ich wieder gesund und wollte mein Abitur zu Ende bringen. Abendgymnasium war mein Wunsch, doch durch diverse Regeln und Vorschriften konnte ich kein Abendgymnasium besuchen. Ich war nämlich mit Anfang 20 und mit fehlender Berufserfahrung zu jung. Ich erkundigte mich und fand heraus, dass man das Abitur auf externen Wege absolvieren kann.

Ich rief bei vielen Behörden an und man sagte mir, dass es auch ohne Lehrinstitute ginge, wenn ich mir nämlich den Lehrplan vom Kultusministerium besorgen würde zum Beispiel. Ich sah davon ab, da ich es extrem schwierig fand, auf eigene Faust das Abitur zu absolvieren. Also meldete ich mich bei der SGD - Studiengemeinschaft Darmstadt an, weil der telefonische Service schon mal im Vergleich zu allen anderen überragend war. Ich liess mir die Sache ein paar Wochen durch den Kopf gehen und war nun gewiss darüber, dass ich es dort versuchen werde.

Ich erhielt ein Probepaket und alsbald fing ich an, das Material zu bearbeiten. Meine Begeisterung blieb auch nach dem Probemonat erhalten. Ich willigte ein und sollte in 38 Monaten das Abitur absolvieren. Die Kosten betrugen 120 Euro im Monat. Es besteht zwar die Möglichkeit, das Abitur schneller zu absolvieren, allerdings muss man die vollen 38 Monate bezahlen.

Ich bekam zu Anfang eine Liste mit allen zu bearbeitenden Heften. Ich erhielt alle paar Monate nach Wunsch ein Paket mit vielen Heften. Es waren grüne Hefte, die einen Umfang von 30 bis 200 Seiten hatten.

Ich wählte 8 Fächer, von denen 4 mündlich und 4 schriftlich zu absolvieren waren.

Sofort legte ich los und fand sehr großes Gefallen an dem Konzept. Ich kam ohne Lehrer aus, die man kontaktieren kann. Ich schickte lediglich die Aufgaben ein, die dann innerhalb von einigen Wochen bis hin zu 2 Monaten korrigiert wurden. Meine Noten waren anfangs überragend. Ich beschleunigte das Tempo.

Jedes Mal, wenn ich ein Heft zu Ende bearbeitet hatte, nahm ich mir einen Marker und strich dieses von der Liste.

Neben den grünen Heften, lagen dort im Paket auch CDs, ein Atlas und 3 Englisch-Lehrbücher bei. Alle aus dem Hause Klett.

Leider Gottes hatte ich keinen Kontakt zu anderen Schülern. Man war auf sich allein gestellt. So lernte ich immer allein und es war unmöglich jemanden aus dem SGD Kurs zu kontaktieren.

Die Hefte wurden erwartungsgemäss schwieriger aber leider auch etwas unübersichtlicher. Da immer Lösungen am Ende der Hefte vorhanden waren, konnte man seine Aufgaben und Ergebnisse überprüfen. Doch leider standen bei einigen Aufgaben lediglich irgendwelche Zahlen, ohne den Weg zu erklären.

Negativpunkte sind unter anderem.

-- Der Preis. Ein Abendgymnasium, sofern man die Chance dazu hat, kostet nichts. Im Vergleich dazu ist das fernabitur sehr kostspielig.

--- Die Hefte sind teilweise unübersichtlich und antiquiert. Bei den Lösungen, die notwendig gewesen wären, sind manchmal lapidar irgendwelche Zahlen zu finden. Der Weg wird nicht erklärt.

--- Die Lehrbücher sind teilweise sehr schlecht und willkürlich gewählt. Mein Latein-Grammatikbuch versprüht den Charme der 60er Jahre. Tatsächlich wurde das Buch in den letzten 45 Jahren kaum überarbeitet

--- Oft stimmen die empfohlenen Zeiten für die Bearbeitung der Hefte nicht. Ich habe trotz eines schnellen Tempos mehr Zeit benötigt, als vorgegeben.

---Gruppendynamik fehlt. Man hat keinen direkten Kontakt zu den Lehrern und zu Mitschülern. Man ist allein und auf sich gestellt.

--- Es ist nahezu unmöglich neben dem Beruf noch ein Abiturfernlehrgang zu absolvieren. SGD und andere Institute werben ja gern mit irgendwelchen Beispielen in ihren Werbeclips, wo es Berufstätige angeblich schaffen, neben Beruf auch so ein Fernstudium zu absolvieren.

--- Die Einsendeaufgaben werden zwar benotet, aber fliessen nicht in die Endnote ein.

--- Man lernt und lernt und muss am Ende 8 Prüfungen ablegen. Während es bei einer regulären Schule und auf einem Abendgymnasium darauf ankommt, Entwicklungen eines Schülers zu berücksichtigen.

---Die Hefte reichen in den meisten Fällen nicht aus. Man muss sich fremdliteratur besorgen.

--- Man muss sich Reclam-Hefte, Abiturratgeber usw. selbst kaufen.

---- Meistens sind die Aufgaben, die in den Heften vorkommen, in keinster Weise den echten Abituraufgaben ähnlich.

--- empfohlene Seminare kosten extra.

Positive Punkte:

--- Man kann bequem von zuhause aus lernen.

--- Man erspart sich tägliche Fahrten zu Schulen.

---- Freie Zeiteinteilung.

----Man kann lernen, eigenständig zu lernen und sich auf das Studium vorbereiten, wo autodidaktisches Lernen wichtig ist.

---Man kann Kontakt zu Lehrern aufnehmen.

--- Es findet vor den Prüfungen eine Probeklausur in ausgewählten Fächern statt.

Ein Fernstudium Abitur ist leider mit vielen Tücken und Mängeln behaftet, die es Schülern schwer macht. Man kann sich schwer selbst einschätzen. Kontrolle ist nicht gegeben und es herrscht eine immense Anonymität. Während der Prüfung trifft man das erste Mal auf einen Lehrer. Und die Hefte bereiten in den meisten Fällen nicht auf die Prüfungen vor.

Es können durchaus Leute hier durchfallen, die sich Jahre lang vorbereitet haben. Es zählen nur die 8 Prüfungen, was konträr zum regulären Abitur steht. Man hat keine Möglichkeit, seine Noten einzubringen und die Leistungen der vorhergegangenen Jahre werden nicht berücksichtigt.

Ich habe mit der Note 2 abgeschlossen und war mir ehrlich gesagt ziemlich unsicher, ob ich die Prüfungen bestehe oder nicht. Ich habe nach 1 Jahr bei der SGD eine gesunde Skepsis entwickelt und diverse Dinge hinterfragt. In dieser Zeit habe ich auch die Berufsinformationssparte der Bundesagentur für Arbeit aufgesucht, wo ich mich mit harten Fakten konfrontiert sah.

Dort sagte man mir, dass es durchaus Fälle gibt, wo die Schüler zwei Mal durch die Abiturprüfung rasseln, obgleich sie von den Fernlehrinstituten Material erhalten haben.

Ich habe mich deshalb auch mit Fremdliteratur versorgt und auch Original-Abituraufgaben bearbeitet.

Falls jemand Fragen haben sollte, kann er sich gerne an mich wenden.

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