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Essaystruktur und Thematik

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Rumpelstilz

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Heute habe ich die Struktur des Essayteiles meiner Hausarbeit erstellt.

Es geht um die Evaluation eines (von mir gewählten) Artikels. In diesem geht es um die "Demokratisierung" der Bildung in Südafrika. David Rose stellt die These auf, dass die geringeren Bildungschancen der indigenen Kinder mit nicht-akademischem Hintergrund in deren frühkindlichen Erfahrungen in einer nicht-schriftlichen Kultur liegt. Laut Rose haben Kinder in westlich orientierten Kulturen wenn sie in die Schule eintreten bereits breite Erfahrungen mit der Schriftkultur. Dies erlaub ihnen erstens, rascher lesen zu lernen und auch 'funktionelles' Lesen zu lernen: So zu lesen, dass sie die Inhalte verinnerlichen (also lernen). Die Kinder aus oralen Kulturen würden im rein 'technischen' Lesen verhaftet bleiben, weil sie länger brauchen, um dies zu erlernen und somit in den mittleren Schuljahren den inhaltlichen Anschluss verlieren, weil die Inhalte oft schriftlich vermittelt würden.

Laut Rose ist es aber durchaus möglich, das 'funktionielle' Lesen zu unterrichten, sodass auch die betroffenen Kinder inhaltlich mitkommen - nur würde dies kaum gemacht. Er entwickelt ein auf den Lerntheorien von Vygotsky, Halliday und Bernstein basierendes Konzept, dass sich Lesen lernen - lesen, um zu lernen nennt. Er empfiehlt nicht-differenzierten Unterricht, weil dies die anfangs schwächeren Schüler abstempelt und ihnen keine Möglichkeit zum aufholen lässt. Deswegen schlägt er vor, dass von allen Schülern ein hohes ZPD-Level erwartet wird und dass mit allen in diesem gearbeitet wird. Der Unterricht selber passiert anhand von verschiedenen Texttypen (Genres nach Halliday), welche mit dem 6-Schritte-Scaffoldingzyklus bearbeitet werden.

Ich selber sehe sehr positive Aspekte an diesem Konzept und denke, vieles davon ist auch in unsere Kultur übertragbar, sobald Menschen mit unterschiedlichem Bildungshintergrund zusammen unterrichtet werden. Konkret habe ich das Konzept probehalber mal für meine Englisch Konversationsgruppe auf verstehen-sprechen übertragen und ausprobiert. Die Schwächen, die ich auch schon geahnt haben, haben sich konkret gezeigt: Man (also ich) kann nicht einfach das 'gleiche hohe ZPD-Level' für allen annehmen. Die Lernenden wissen nun mal unterschiedlich viel. In der Folge wird der 1.+2.Schritt des Scaffolding Zyklus, die Vorbereitung und das detailierte Lesen, sehr mühsam: Die Starken müssen warten, den Schwachen geht es zu schnell. Ich kann hier nun ein Vygotskianisches PRinzip anwenden, in dem ich jeweils zwei Teilnehmer zusammenarbeiten lassen. Aber ich sehe nicht, wo hier der Profit für den fortgeschritteneren Lernenden liegt.

Weiter Zweifle ich an, dass die Kinder in westlichen Kulturen tatsächlich die beschriebenen vorschulische Schrifterfahrung machen. Laut Rose erleben die Kinder bereits daheim und im Kindergarten Sprach-Wortkorrelationen. Nun stamme ich aus der Schweiz, wo den Kindern im Vorschulalter meist mündlich frei erzählt und nicht vorgelesen wird. Und ich meine, wir haben kein auffallendes Defizit gegenüber z.B. Kinder aus Deutschland, wenn wir in die erste Klasse kommen. Dieses Argument würde ich gerne anfügen, aber ich kann es leider absolut nicht wissenschaftlich belegen. Vielleicht sollte ich die PISA Studie heranziehen?

Mal sehen. JEdenfalls habe ich erst grundsätzliche Notizen gemacht und das sind schon 738 Wörter - udn es dürfen nicht mehr als 1800 werden...

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