Springe zum Inhalt
  • Einträge
    42
  • Kommentare
    276
  • Aufrufe
    2.479

Klinische Psychologie im Impulse Fernlehrgang zum Psychologischen Berater

Anmelden, um zu folgen  
Markus Jung

232 Aufrufe

In diesem Beitrag möchte ich vorstellen, wie das Thema "Klinische Psychologie" im Rahmen des Fernlehrgangs zum Psychologischen Berater bei Impulse aufgebaut ist.

Dazu ist zunächst zu sagen, dass Psychologische Berater ja selbst nicht therapeutisch tätig werden dürfen - dennoch ist es auch für sie sehr wichtig, klinische relevante Störungen zu erkennen (ohne diese konkret zu diagnostizieren, denn das ist ebenfalls nicht erlaubt), um an Therapeuten oder Ärzte zu verweisen. Und es ist ebenfalls wichtig, gängige Therapieverfahren zu kennen, um ggf. Empfehlungen aussprechen zu können. Außerdem sind viele Methoden, die in der Therapie angewendet werden, auch in der Beratung nützlich.

Das Thema Klinische Psychologie wird im Lehrgang im Umfang von drei Heften behandelt. Ein Heft beschäftigt sich mit den Störungen und zwei mit den Therapiemethoden.

Im Heft zu den Störungen wird zunächst der Frage viel Raum gegeben, wo ein noch normales Verhalten und ggf. eine schwierige Lebenssituation aufhärt und wo die psychische Störung beginnt. Dafür werden verschiedene Kriterien genannt und es wird ganz kurz auf die Klassifikationssysteme DSM-IV (APA) und ICD-10 (WHO) eingegangen.

Dann werden beginnend mit den Angststörungen (generalisierte Angststörung, panische Angststörung, Phobien) einzelne Gruppen von Störungen vorgestellt. Nach den Angststörungen wird auf Zwangsstörungen mit Zwangsgedanken und Zwangshandlungen sowie den großen Bereich der affektiven Störungen eingegangen (Depressionen und auch Manien in verschiedenen Ausprägungen und Schweregraden) - dabei wird auch die Suizidgefahr bei schweren Depressionen und welche Anzeichen es dafür geben kann erwähnt. Weiter geht es mit schizophrenen Störungen, dissoziativen Störungen und den Persönlichkeitstörungen, von denen beispielhaft die narzisstische Persönlichkeitsstörung, die paranoide Persönlichkeitsstörung sowie die zwanghafte Persönlichkeitsstörung sowie die antisoziale Persönlichkeitsstörung näher betrachtet werden.

Abschließend wird im Heft zu den psychischen Störungen auf die Probleme und Folgen psychiatrischer Diagnosen (insbesondere Subjektivität und Stigmatisierung/Diskriminierung der Betroffenen) eingegangen.

Im zweiten und dritten Heft werden verschiedene Therapiemethoden besprochen. Zunächst wird aber allgemein darauf eingegangen, was Psychotherapie ist, welche Ziele sie verfolgt und welche Patientenvariablen und Therapeutenvariablen sich auf den Erfolg der Therapie auswirken können. Erneut wird auf die Unterschiede zwischen Beratung und Therapie hingewiesen.

Anschließend werden tiefenpsychologische bzw. psychoanalytische Therapieverfahren umfassend behandelt. Es wird das psychoanalytisches Standardverfahren nach Sigmund Freud vorgestellt, aber auch auf angepasste, heute häufig angewendete Verfahren eingegangen, die zumeist auf eine geringere Frequenz der Sitzungen und Dauer der Behandlung abzielen.

Der zweite große Block beschäftigt sich mit der Verhaltenstherapie und kognitive Therapien, die auch für die Praxis große Bedeutung haben.

Als Formen verhaltenstherapeutischer Verfahren werden die systematische Desensibilisierung sowie operante Methoden vorgestellt. Bei den kognitiven Therapien werden die Konzepte von Ellis (Rational-emotive Verhaltenstherapie (REVT)), Beck (Identifikation und Bearbeitung dysfunktionale Denkschemata, insbesondere bei Ängsten und Depressionen) und Kanfer (Selbstmanagement) dargestellt sowie Problemlösetrainings und das Training sozialer Kompetenzen.

Danach wird auf Behandlungsprogramme bei einzelnen Störungen (Panikstörungen, generalisierte Angststörungen, Zwangsstörungen) eingegangen.

Weiter geht es mit humanistischen Therapieverfahren, bei denen der Mensch in seiner Gesamtheit und nicht die Störung im Mittelpunkt stehen (Willenstherapie nach Otto Rank, Carl Rogers Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie nach Frederick Perls).

Die nächste Gruppe bilden die interpersonellen Therapieformen, von denen auf Sullivans interpersonelle Therapie, die Transaktionsanalyse, die systemische Therapie (Familientherapie) sowie die Gruppentherapie eingegangen wird.

Als letzte Therapieverfahren werden Entspannungsverfahren und imaginative Therapien vorgestellt, bei denen es sich zum Teil nicht um Therapieformen im eigentlichen Sinne handelt, sondern eher um Hilfsmittel der Psychotherapie. Genannt werden das autogenes Training nach Johannes Heinrich Schultz, aber auch Verfahren wie das katathyme Bilderleben.

Es wird dann noch auf Kurztherapien und Krisenintervention eingegangen, die etwas anders ablaufen als Langzeit-Therapien, in dem zum Beispiel die Ziele spezifischer und begrenzter sind und der Therapeut eine aktivere, mehr lenkende Rolle einnimmt.

Auch auf die Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern wird noch eingegangen. Hier kommt dann meist eine Spieltherapie mit verschiedenen Materialien zum Einsatz.

Ich habe mittlerweile alle drei Hefte bearbeitet, zusammengefasst und auch die Einsendeaufgaben erledigt und zurückerhalten (Noten: 1,7/1,3/1,3). Auch das letzte Seminar hatte die klinische Psychologie zum Thema. Jetzt werde ich mich mit der personenzentrierten Gesprächsführung beschäftigen - diese Inhalte sind für mich einer der Gründe, warum ich mich gerade für den Kurs bei Impulse entschieden habe.

Anmelden, um zu folgen  


6 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Gesprächsführung, Kommunikation als solche finde ich sowieso spannend.

Speziell zur (personenzentrierten) Kommunikation geht es jetzt mit den drei Heften zum Konzept von Carl Rogers ja erst richtig los :-) Ich freue mich auch schon darauf.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Carl Rogers, jaaaaaa, danke fürs Erinnern. In meinem Betrieb spielt kommunikation eine große Rolle. Unter Anderem sind wir weitergebildet im aktiven Zuhören und soweit ich mich erinnere kommt das aus seinem Stall.

Außerdem ist er (wieder soweit ich mich erinnere) Verfechter der Empathie und der Kongruenz des Therapeuten zu seinen Gefühlen. Bitte korrigiere mich, wenn das ganz falsch ist.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Carl Rogers setzt auf drei wesentliche Merkmale (Variablen), die er für erfolgreiche Gespräche als notwendig und hinreichend ansieht:

1. Kongruenz (Echtheit)

2. Wertschätzung (bedingungslose Akzeptanz)

3. Empathie (einfühlendes Verstehen)

Er hält es für notwendig, dass diese Merkmale sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber dem Gesprächspartner verwirklicht werden.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Kostenlos ein neues Benutzerkonto erstellen.

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden


×

Wichtige Information

Diese Seite verwendet Cookies. Datenschutzerklärung