Springe zum Inhalt
  • Einträge
    204
  • Kommentare
    810
  • Aufrufe
    15.589

Symposium der Gesundheitsberufe in Bremen

Anmelden, um zu folgen  
Beetlejuicine

130 Aufrufe

Ich möchte hier auch meine Eindrücke loswerden.

Für mich war es toll einige Kommillitonen kennen zu lernen und ihre Geschichten zu hören. Der Umgang mit Menschen ist nach wie vor mein Favorit.

Gehört habe ich sehr viele Vorträge zum Thema Gesundheitsberufe, Inner,- und Interdisziplinäre Kooperation, demographische Entwicklung und die Entwicklung in den Gesundheitsberufen. Also auch viel Berufspolitik.

Die Vorträge waren alle sehr spannend und man mochte an vielen Stellen aufstehen und rufen: Ja genau, das sind unsere Probleme an der Basis.

Was mich dabei so sehr verärgert, ist dass so viele sehr intelligente Menschen eben genau die bestehenden Probleme auf den Punkt bringen, sie analysieren können und Prognosen für die nächsten Jahre erstellen können.

Bloß: Es interessiert politisch niemanden!

Pflege muss akademisiert werden, da war man sich einig. Aber im wahren Leben schaffen es nichtmal die Tarifverträge angemessene Entlohnungen aufzunehmen, man kann nichtmal ordentlich eingruppiert werden. Außerdem interessiert es die Politik einen großen Misthaufen, was nachgewiesen, offensichtlich und unausweichlich ist. Immer weniger Pflegekräfte sollen immer mehr alternde Menschen für immer weniger Geld und immer schlechter werdende Arbeitsbedingungen versorgen. Und die Qualität der Arbeit soll gesteigert werden, transparent gemacht, um sie der Bevölkerung vorzuführen (seht hin, alles ist prima).

Ich möchte gerne mal wissen, was Menschen so vermuten, was ich mit Führungsverantwortung für ca. 30 Pflegekräfte, Controlling und Verantwortung für den Output unseres Produktes Pflege so verdiene.

Ich bitte um Tipps und löse am Ende auf :angry:

Anmelden, um zu folgen  


14 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ist das nicht auch ein Problem der Einnahmenseite? Irgendwo muss ja auch das Geld herkommen um das alles zu bezahlen. Wenn in Zukunft mehr Menschen Pflege benötigen wird das Umlagensystem einfach nicht mehr funktionieren.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Das ist ein Teil des Problems. Und die Menschen sehen Pflege auch nicht als Dienstleistung, sondern als etwas, dass man aus Gutherzigkeit so bekommen kann.

Viel Menschen sind empört, wenn wir nicht jede Menge Handgriffe und Tätigkeiten umsonst verrichten, sondern abrechnen wollen. Das passt in den Köpfen nicht zusammen und wird mit Raffgier gleichgesetzt.

Man baut dabei auch auf die gutherzige Krankenschwester, die diesen Beruf natürlich auch aus bestimmten Gründen gewählt hat und TATSÄCHLICH gutherzig ist und innere Konflikte aussteht, wenn sie selbstbewußt ihre Leistung anbietet und auch vergütet haben will.

Ich spreche hier übrigens von der ambulanten Pflege, wir rechnen über Leistungskomplexe (Pauschalen) ab. Jede ausgeführte Tätigkeit ist mit einem Punktewert hinterlegt, der wiederum einen festen Betrag an Geld bringt, egal wie lange die einzelne Tätigkeit dauert.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Das passt in den Köpfen nicht zusammen und wird mit Raffgier gleichgesetzt.

Naja ich glaube das hat damit nix zutun. Es gibt ein Pott. Mit einem Punktesystem versucht man das zu Deckeln. Als Konsequenz müssten Abgaben erhöht werden. Das ist aber unpopulär und gefährdet Arbeitsplätze. Von daher versucht man das so lang wie möglich herauzuzögern.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Die Menschen müssen privat zuzahlen und DAS habe ich gemeint. Solange alles von der Pflegeversicherung bezahlt wird, ist es ok, aber wenn Leitungen darüber hinaus etwas kosten, dann wird das nicht verstanden und dem Pflegedienst angelastet. Der will ja abrechnen und Geld haben.

Daneben wollen sie auch soviel wie möglich vom Pflegegeld behalten und dementsprechend soll so wenig wie möglich abgerechnet werden. Dass amn gerne spart kann ich verstehen, das tut jeder gerne, aber eine Dienstleitung muss bezahlt werden, wie soll es sonst funktionieren? Der Gesetzgeber fordert die Ausführung durch Fachkräfte, was schonmal kostet und bietet selbst keine Bezahlung dafür.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

also, rein Stammtischparolenhaft.....unser Gesundheitssystem ist sowas von im A..... Erschreckend....

Für mich ist es ein Unding das Dinge der Daseinsfürsorge sei es öffentlicher Verkehr oder aber auch Gesundheitswesen gewinnbringend sein müssen. Für mich haben die Jungs und Mädels im sozialen Bereich meine allergrößte Hochachtung . Ich möchte und könnte es es nicht machen, da disponiere ich lieber noch ein paar Streiks und Unwetter.... Egal wo hier die Reise hingeht reich wird man in alles "öffentlichen " Bereichen wohl eher nicht werden.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Ich spreche hier übrigens von der ambulanten Pflege, wir rechnen über Leistungskomplexe (Pauschalen) ab. Jede ausgeführte Tätigkeit ist mit einem Punktewert hinterlegt, der wiederum einen festen Betrag an Geld bringt, egal wie lange die einzelne Tätigkeit dauert.

Wie könnte ein besseres System aussehen? - Wäre eine Abrechnung nach Zeit sinnvoll? Müsste es neben den "technischen" Tätigkeiten nicht auch explizit den Punkt "seelische Fürsorge" geben, für den ganz bewusst Zeit mit eingeplant wird? Würde diese Zuwendung nicht vielleicht bei vielen Patienten sogar dafür sorgen, dass sie manche Tätigkeit wieder eigenständig durchführen könnten?

Was im Gesundheitswesen passiert, finde ich ganz traurig. Und meiner Meinung nach liegt die Lösung nicht in mehr Qualifizierung, sondern in erster Linie in mehr Zeit und Wertschätzung für die Tätigkeit.

Schwieriges Thema, ich habe für die Finanzierung auch keine Lösung, außer dass die Menschen tatsächlich bereit sein müssten, in guten Zeiten Vorsorge für die schlechten Zeiten zu treffen. Aber auch das geht natürlich nur, wenn dafür auch Mittel vorhanden sind. Ergänzend sehe ich hier, mehr als in manchen anderen Bereichen, auch den Staat in der Pflicht.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Hi. Es gibt die Abrechnung nach Zeit und nach Leistung, der Kunde darf seit 01.01. Wählen für einen PD kann das mal gut und mal schlecht ausgehen. Wenn zumindest Pflege was ändern und auch erreichen will müssen sie sich organisieren und nicht in Strukturen aus dem Mittelalter verharren dieses Jahr gehen zum ersten Mal über 50% der gesamten Gelder im Geswesen an die Ärzte als Berufsgruppe..die aber nicht die Größte sind und man sieht was Druck durch Organisation ausmacht bis jetzt hat die Pflege es nicht verstanden, macht kleine Flachenbrände und bemitleidet sich selbst. ( ahso bevor mich wer steinigt, selbst Pflegefachperson, ambulant und seit 2008 organisiert und unterrichte das Thema seit 2011)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

@HViethen: Ist das so gemeint, dass im Grunde genug Geld vorhanden ist und das Problem besonders darin liegt, dass es die Mitarbeiter im pflegenden Bereich nicht schaffen, ihre Ansprüche auf angemessene Bezahlung politisch durchzusetzen? - Könnte sich daran dann evtl. doch durch die Akademisierung etwas ändern? Oder durch Veranstaltungen wie jetzt das Symposium von APOLLON? - Ging es in den Vorträgen tatsächlich nur darum, den unbefriedigenden Ist-Zustand aufzuzeigen, oder wurde auch auf Lösungsansätze eingegangen?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Das Problem bei der Einführung der Zeitpauschalen ist aber, dass BEIDES besteht. Abrechnung per Zeit UND Pauschalen. Damit werden die Pauschalen ad absurdum geführt, denn sie rechnen sich durch die Mischkalkulation. Der Kunde kann nun die Pauschale wählen, wenn es bei ihm lange dauert und Zeit, wenn es bei ihm schnell geht.

Im Übrigen sehe ich Berufspolitische Diskussionen nicht als Gejammer @ Heike. Deine Bemerkungen klingen für mich belehrend von oben herab, auch wenn du relativierst. Es trifft ja die, die seit 20 Jahren kämpfen (so wie mich) und sich eben auch Luft machen. Das gehört dazu, ich arbeite tagtäglich an der Basis und kann nicht immer nur professionell sein. Das hier ist ja ein Blog, in dem ich meine Gedanken und Gefühle schildere, dazu gehören auch manchmal Wut und manchmal auch Resignation. Kluges Geschnacke (uns so empfinde ich dich gerade) belehrt mich nur alà ich könnte mich ja wehren, bin nur selbst schuld und nerve mit meinem Gejammer. Luft machen hilft aber gerade den Führungskräften ihren Frust loszuwerden und dies nicht im Betrieb bei den Mitarbeitern zu tun. Ich gehe aber mal davon aus, dass du das so nicht gemeint hast, dennoch kommt es etwas unglücklich hier so an.

Wir als privater Pflegedienst sind selbstverständlich organisiert und haben lange wegen den neuen Abschlüssen zusammen mit dem Verband gekämpft. Daher gehören wir nicht zu den Untätigen und der Allgemeinschauplatz über die Untätigkeit der Pflege trifft auf uns kein Stück zu.

@ Markus

In der Pflege arbeiten meistens Frauen mit einem eher helfenden Charakter. Sie sind perse nicht fordernd, sondern eher erfüllend und angepasst. Dazu arbeiten die meisten hart und viel und es bleibt oft nicht viel Energie sich zu organisieren.

Außederdem finde ich es nicht in Ordnung nur zu sagen: Pech gehabt, dein Dilemme ist zwar bekannt und wir wissen um die Umstände, aber wenn du dich nicht wehrst, dann bist du selbst schuld. Das sehe ich ein Stück weit anders. Als Sozialstaat mit einer hohen Zivilisation haben wir sehr wohl eine Verantwortung zu handeln, wenn die widrigen Umstände gesehen werden. Sie einfach nur zu ignorieren, da der Berufsstand an sich nicht die Lobby wie Metaller hat, eben nur fleißig eine gesellschaftlich wirklich wichtige Arbeit macht, halte ich für falsch. Wir sollen selbst dafür kämpfen, dass wir die alternde Gesellschaft adäquat nach den gesetzlichen Vorgaben pflegen dürfen? Da liegt in meinen Augen auch ein Stück Diskrepanz! Die Gesellschaft ist hier mitverantwortlich und die Politik auch.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

FAs Gesundheitswesen ist alles aber nicht Arm bspw. Überschüsse der Kassen etc. In den Medien werden diese Mrd. Überschüsse jedoch künstlich klein geredet. Natürlich kann man Kliniken nicht vorwerfen, dass sie schauen wo sie bleiben, und dass sie tatsächlich auch ein finanzielles Problem haben. Aber steige Gehaltserhöhungen und Geschenke an Versicherte bspw. Die Auszahlung von 80 Euro je versicherter Zeigen, dass noch Raum ist.

Betrachtet man sich Beispielsweise mal dir Skandinavischen Länder dort konnten vor einigen Jahren alle Forderungen von Pflegenden durchgesetzt werden, als alle Pflegefachpersonen Landesweit eine Gemeinschaftskündigung einrichten. Sie waren Organisiert. Natürlich wurde auf dem Symposium auch von der Akademisierung und Professionalisierung gesprochen aber so sher ich das Symposium mag was die Situation Pflegender betrifft sind diese ebenso wie die irrwitzigen Flashmobs im Moment genau das was ich meine, kleine Flachenbrände. Hier 10 da 50 dort vielleicht mal 100 Personen. Was für eine Ausdruckskraft hat das bei 1.2 Millionen?? Richtig keine. Könnt ihr euch an mehr als 5 Demos Pflegender im letzten Jahr erinnern? Was war die große Aktion zum Wahlkampf? Wieviel Personen schätzt ihr waten vor dem Reichstag zur Demo zum Abschluss? "Es ändert sich nichts" "Einer allein kann nichts machen, deshalb mach ich nichts das bringt nichts" ( Problem, so denken 92% der Pflegenden. Während in Skandinavien 90 Prozent organisiert sind sind es hier 8 Prozent. Will jemand den Prozentsatz der Ärzte schatzen;). Das Hauptargument, warum Pflegende nicht einem Berufsverband beitreten oder gegen die Pflegekammer sind ist weil es was kostet bei einem Bruttogehalt von knapp 3000 Euro, wenn man überhaupt so viel verdient 20 Euro...... jetzt frag ich mal hier in die Runde, hier sind genug Pflegende...wer von euch ist denn in einem Berufsverband (Verdi mal raus die setzen sich zwar für den Tarif nicht aber für die Rahmenbedingungen ein)... und wenn er drin. Ist, aktiv oder passiv sprich wegen der Leistungen(vergunstigungen. Rechtsschutz, Berufshaftpflicht, Rechtsberatung, Karriereberatung, Fachzeitschrift [übrigens im Mitgliedsbeitrag enthalten])?

Also ich bleibe dabei so lange die Berufsgruppe sich selbst bemitleidet und nur hier und da mal aufspringt, immer noch denkt sie darf nicht streiken oder was sagen weil es doch eh nichts bring...wird sich auch nichts ändern

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Ich habe nicht gesagt dass du jammerst oder dazugehörst und belehre auch nicht oder mache deinen Blog schlecht ich glaube ich habe auch nie du gesagt... es gibt die 8%, die wie du kämpfen und das will ich auch nicht schlecht reden, es geht um die anderen 92 %

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Heike, ich habe deshalb auch geschrieben "es kommt so an, klingt so,..." Ich beschreibe also nur meine Gefühle, lege auf den Tisch, wie es bei mir ankommt. Ich beklage mich hier ja tatsächlich über mein Gehalt und die Zustände. Im Anschluß daran verstehe ich deine Posts als Erwiederung, dass Jammern (=Beklagen) nichts bringt usw. SO entsteht der Eindruck, den du laut deiner ebigenn Aussage nicht so gesendet hast. Kein Problem, deshalb schildere ich meine Empfindungen, wie es ankommt und unterstelle nicht alà "so und nicht anders ist es".

Es fehlt hier halt der ein oder andere Kanal, der es einem möglich macht Dinge einzuordnen.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Kostenlos ein neues Benutzerkonto erstellen.

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden


×

Wichtige Information

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen: Datenschutzerklärung