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Der Weg zum Studium... ein holpriger Weg.

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Forensiker

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Hallo Leute,

heute möchte ich mal erläutern, wie es zum Studium kam.

Nunja. Vielleicht muss ich etwas weiter ausholen?

Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen, da meine Eltern noch Teenager waren. Dank des guten Umfeldes bin ich dann auch auf dem Gymnasium gelandet und habe gute Leistungen erbracht.

Leider gab es dann einen Leistungsknick. Als ich 14 Jahre alt war, ist mein Großvater gestorben, an dem ich sehr hing.

Im Grunde waren meine Großeltern für mich meine "richtigen" Eltern.

Zu meinem leiblichen Vater gab es zu jener Zeit gar keinen Kontakt, meine Mutter hatte eine eigene Familie und wohnte 300km entfernt.

So wurden die Leistungen immer schlechter. Latein hat mich die Versetzung in die Oberstufe gekostet.

Immerhin kam ich nach Wiederholung der 10. Klasse im nächsten Jahr in die Oberstufe.

Allerdings wurde dann meine Großmutter krank und musste in eine altersgerechte Wohnung umziehen.

Ich stand mit Ende 17 alleine auf weiter Flur und musste mir eine eigene Wohnung nehmen.

Entsprechend unregelmäßig ging ich dann noch zur Schule, was einen Verweis zur Folge hatte.

Da ich damals gern an Mofas und Mopeds geschraubt hatte und mich ebenso für Autos interessierte, hatte ich mich kurzerhand um eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker beworben.

Schnell hatte ich auch eine Stelle gefunden. Die Ausbildung begann und wieder kam es zu Unregelmäßigkeiten, da ich einfach noch unreif und ohne Halt war. Ich kam mir damals ziemlich verloren vor. So verlor ich dann auch nach etwas über einem Jahr die Ausbildungsstelle. Es folgte ein Jahr Arbeitslosigkeit und so gammelte ich rum.

Doch glücklicherweise bewahrte mich der Zivildienst vor dem sozialen Absturz. Ich hatte mich für eine Stelle weit entfernt entschieden, um aus meinem Sumpf raus zu kommen.

Leider verstarb in der Woche meines Umzuges dann noch meine Großmutter.

Ich absolvierte den Zivildienst auf einer gerontopsychiatrischen Station als Pflegehelfer. 16 Monate vergingen und mir war klar, dass ich eine Ausbildung zum Krankenpfleger machen wollte. So bewarb ich mich im gleichen Krankenhaus an der Krankenpflegeschule und bekam eine Zusage für das kommende Jahr. Die Zeit konnte ich glücklicherweise als Pflegehelfer auf der selben Station überbrücken.

Die Ausbildung in der Pflege war nicht leicht, aber ich schaffte mein Examen mit einem "Sehr gut".

Nach der Ausbildung wurde ich sogar von der Einrichtung übernommen.

Damals wusste ich schon, dass ich noch mehr erreichen wollte. So folgte eine zweijährige Vollzeit-Fachweiterbildung im Bereich der Psychiatrie. Eine harte Zeit, die ich ohne die Unterstützung und Rückendeckung meiner Frau nicht geschafft hätte. Immerhin hatten wir zu der Zeit zwei kleine Kinder (Tochter - 2 Jahre alt, Sohn erst 8 Monate).

Doch auch dies habe ich geschafft. Und somit hatte ich dank der neuen Durchlässigkeit des Bildungssystems meinen allgemeinen Hochschulzugang erreicht.

Im Zuge der Weiterbildung konnte ich innerhalb der Einrichtung noch meinen Arbeitsplatz wechseln und fiel glücklicherweise aus dem Schichtdienstsystem. Ein Segen und die Basis, ein Studium aufnehmen zu können.

Die letzten Zweifel, ob ich es machen sollte, beseitigte mein direkter Vorgesetzter (Der Ärztliche Direktor).

Auch meine Frau ermutigte mich, ein Studium aufzunehmen.

Nach kurzer Euphorie ( "jetzt studiere ich Medizin!") musste ich allerdings meinem schon fortgeschritten Alter und der Familie Tribut zollen. Realistisch war dann eher, dass ich Synergieeffekte nutze und meine Berufserfahrung im fachbezogenen Studium "meines Berufsstandes" umsetze. Es begannen 1,5 Jahre Vorbereitungen, Infosammlung und ein ewiges hin und her, welche Hochschule und welches Studium ich auswählen würde.

Da ich meine Wochenstunden nicht reduzieren wollte, entschied ich mich natürlich für ein Fernstudium.

Erste Wahl war die HFH mit Studienzentrum Kassel. Leider kam kein Studiengang in Health Care Studies zustande. Nach kurzem Abschweifen auf Gesundheitsökonomie bei der Apollon HS, entdeckte ich doch glücklicherweise noch die Diploma mit Gesundheitswissenschaften für Medizinalfachberufe. Die Studieninhalte kamen meinem Interesse am nächsten.

Die gruselige Organisation der Formalien bei der Diploma mal außen vor gelassen, habe ich den Entschluss nun doch noch nicht bereut.

Abgesehen von den Kompetenzen, die ich mir noch aneignen möchte, geht es auch in erster Linie darum, mir selber zu beweisen, dass ich doch noch einen Hochschulabschluss schaffen kann.

Ziel ist nun vorrangig der Abschluss - wie es danach weiter geht? Gern mit einem Master.

Aber so weit ist es ja noch nicht.

So Long...

Forensiker

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3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Sieh an, was du schon alles erreicht hast. Einmal fett Grinsen bitte an alle Widersacher wie Lehrer etc.. Sei stolz auf dich, deine Großeltern wären es sicher auch. Ich wünsche dir für dein Studium gutes Gelingen, du schaffst das - ganz sicher!

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Sehr beeindruckender Weg. Danke, dass du das mit uns geteilt hast. Du hast schon so viel aus eigenem Antrieb heraus gepackt und verändert, da wirst du das Studium auch erfolgreich durchziehen.

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