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Wissensrepräsentation macht Spass

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Lumi

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Kaum zu glauben, diese Korrekturzeiten. Es ist schon eine Woche vorbei und immer noch keine Note. :lol: Wahrscheinlich hat Frau L. die Klausur noch nicht mal auf dem Tisch, bei den Postlaufzeiten über die WBH, und ich schau schon täglich ins StudyOnline und wünsche mir eine Note herbei. :laugh:

Diese Woche war ich schon wieder sehr fleissig und habe den ersten von vier Studienbriefen zu Wissensorganisation und Information Retrieval fertig zusammengefasst auf Lernkarten und in Mindmaps. Das Lernen ohne den Zwischenschritt "Zusammenfassung schreiben" funktioniert erstaunlich gut. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mir der Stoff relativ bekannt ist, zumindest in der praktischen Anwendung. Die theoretischen Konzepte sind mir doch recht neu.

In dem ersten Studienbrief werden die Grundzüge der Wissensorganisation und Wissenrepräsentation angesprochen. Es geht als darum, wie man Wissen zugänglich machen kann, so dass die Informationen, die gesucht werden, möglichst gut gefunden werden. Dafür nutzt man Metadaten, also Daten über Daten. "Über Daten" ist ein weitgefasster Begriff, dass können Texte, Tonträger, Filme, Bilder oder ganz weit gefasst jegliche Objekte sein, die über Metadaten erschlossen werden.

Bei den Metadaten kann man zwischen inhaltsbezogenen und nicht-inhaltsbezogenen Metadaten unterscheiden. Letzere werden in diesem Studienbrief nur am Rande betrachtet. Kurz angerissen werden Formale Relationen (Angaben zu Autor, Titel, ISBN, ...), Dokumentrelationen (z.B. Originalwerk oder Kopie), Intertextualitätsrelationen (wo wird auf das Dokument verwiesen und wohin verweist das Dokument), nichtthematische Informationsfilter (Stil, Medium, Zielgruppe, zeitliche Gültigkeit, ...) und Verwaltungsrelationen (wer hat das Dokument erstell, wer hat wann etwas geändert, Zugriffsrechte, ...).

Der Hauptteil des Studienbriefs behandelt jedoch die inhaltsbezogenen Metadaten. Angesprochen werden die Informationsverdichtung in Form eines Abstract und verschiedene Informationsfilter/Indexierungen. Hier wird der sematischen Wissensrepräsentation mit Hilfe eines kontrollierten Vokabulars, in Form von Klassifikationen (nicht-sprachliche Notation) und Thesauri (mit sprachlicher Notation) viel Platz eingeräumt. Der Lehrbrief schliesst mit einem ausführlichen Kapitel zur Volltextindexierung ab.

Bei einem Abstract wird der Inhalt des Dokuments stark verdichtet wiedergegeben. So kann sich der Leser einen schnellen Überblick über den Inhalt des Dokuments verschaffen. Man kann so schnell feststellen, ob diese Dokument von Interesse ist oder eben nicht.

Bei den semantischen Methoden zur Wissensrepräsentation wird der Inhalt eines Dokuments mittels Deskriptoren aus einem kontrollierten Vokabular repräsentiert. Bei den Klassifikationen benützt man nicht-sprachliche Deskriptoren. Das sind z.B. die Kürzel, die auf dem Rücken von Bibliotheksbüchern stehen oder auch die ICD-Kürzel, die man vom dem Krankenkassendurchschlag einer Krankmeldung kennt. Klassifikationen sind stark hierarchisch und die Liste der Klassen kann nicht beliebig ergänzt oder geändert werden. Mittels einem Thesaurus können zu einem Dokument mehrere Deskriptoren hinterlegt werden. Die Deskriptoren haben hier nicht nur eine hierarchische Beziehung, wie bei Klassifikationen, sondern man kann auch Äquivalenzrelationen (Verweis auf Synonyme) oder Assoziationsrelationen (Verweis auf verwandte Begriffe) angeben. Da ein Thesaurus mit sprachlichen Notationen arbeitet, ist die Nutzung einfacher als bei Klassifikationen mit ihrer spezifischen Terminologie.

Bei einer Volltextindexierung werden erst einmal alle Wörter eines Textes in einen Index übernommen. Dazu sind erst einmal Vorarbeiten notwendig, damit auch alle Wörter vom Rechner als Wörter wahrgenommen werden. Getrennte Wörter müssen zusammengfügt werden, Punkte am Satzende müssen von Punkten in einer E-Mail-Adresse unterschieden werden, etc. Sind dann alle Wörter im Index wird die Aussagekraft des Index durch verschiedenen Verfahren erhöht. Man kann z.B. den Text von Stoppworten (und, der, die, zu, auf, ...) oder Begriffen, die besonders wenig oder häufig vorkommen bereinigen. Anschliessend kann man die Wörter einer Stammformreduktion unterziehen und/oder statistische Verfahren anwenden um die Relevanz des Index zu erhöhen.

Der Studienbrief ist sehr gut strukturiert und angenehm zu lesen. Bisher einer der Besten, der mir untergekommen ist. Die Quellangeben sind teilweise sehr aktuell (2012), das ist ein sehr angenehmer Kontrast zu manchen schon etwas angestaubten Heften.

Außerdem bin ich grad von mir selbst begeistert. Es ist Mitternacht, ich komme von einem langen Arbeitstag inklusive Arbeitsessen bis 23 Uhr und schreibe hier ad hoc, ohne die Lernkarten gelernt zu haben, eine "rumpelstilzke" :) Zusammenfassung des Lernstoffes runter. :thumbup:

Kontrastprogramm gestern Abend: Ich verräume den ersten Studienbrief und bekomme solche Panik bei dem Anblick von dem Stoff, den ich in den nächsten vier Wochen lernen möchte. 4 Studienbriefe WIR, 4 Studienbriefe SEI. :blink:

Sodele, jetzt klopfe ich mir noch mal auf die Schulter, weil ich den ersten Studienbrief so gut wiedergeben konnte und verzieh mich ins Bett. Morgen ist Kinder hüten angesagt. Dann ist auch Zeit die Lernkarten im Detail durchzugehen.

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6 Kommentare


Empfohlene Kommentare

ja wenn einem das Thema liegt passt es einfach. Ist aber auch zu interessant , in der Richtung hätte ich auch noch ein paar Baustellen für die Arbeit...

Frohes fest Dir

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Hi Lumi,

Hut hab, man merkt dass dir der SB bzw. das Fach liegt! Top Zusammenfassung des SB wie du ihn hier wiedergegeben hast!

An alle anderen: Wenn ihr eine Zusammenfassung des SB 1 WIR braucht dann habt ihr sie hier! :)

Auf in den Jahresendspurt!

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Das war spannend zu lesen! Danke für den Beitrag - und die nette "Referenz" ;)

HAst du das Gefühl, es hat dir etwas genützt, den SToff hier zusammenzufassen? Mir bringt das nämlich ziemlich viel, erstens gibt es mir selbst einen Überblick über den Inhalt und zweitens wird so offensichtlich, was ich an einem Tag "zusammengebracht" habe.

Wünsche weiterhin so erfolgreiches Lernen!

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Soviel zur Theorie...

Deine Zusammenfassung würde ich am liebsten so allen Mitarbeitern in allen Firmen geben. Man kann das schönste Infosystem anbieten, aber solange das Verständnis fehlt, dass Infos über Infos/Dokumente sehr hilfreich und zeitsparend in der Benutzung sind, hilft das auch nichts.

Das Schönste: auch wenn sie es verstanden haben, folgt das Totschlagargument Nr. 1: keine Zeit! und die Dokumente werden wie in guten alten Zeiten in Windows Explorer-Verzeichnis-Manier reingeworfen und fertig..

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