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Praktika Werkstofftechnik

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risob

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Wie versprochen geht es in diesem Blogeintrag um die Praktika im Fach Werkstofftechnik. Laut Prüfungsordnung müssen insgesamt 8 Praktika absolviert werden. Diese werden jeweils benotet, und die Durchschnittsnote geht zu einem gewissen Anteil in die Gesamtnote ein (ich glaube die Gewichtung der Gesamtnote ist dabei 20% Praktika und 80% Klausurarbeit). In einer der Konsultationen hat jede/r Student/in einen eigenen Bogen erhalten, auf diesem Bogen werden die Termine der Praktika sowie Benotung festgehalten.

Ablauf eines Praktikums

So ein Praktikum verlief bislang immer recht einheitlich. In einer einfachen Doppelstunde (90 min) geht der Praktikumsleiter noch einmal auf den behandelten Stoff bzw. Thema ein. Es werden wichtige Punkte wiederholt, gerne auch mal mit Fragen an die Studenten direkt, damit es nicht zu einem Frontalunterricht ausartet. Als Vorbereitung auf die Praktika gibt es zu jedem Themengebiet ein Dokument von 20-25 Seiten zum Einlesen. Diese sollte man sich schon im Vorfeld angucken, dann kommt mn im Praktikum besser mit. Denn die 90 min sind schon arg knapp angesetzt, der Stoff wird nicht nochmal in aller Breite und Tiefe behandelt.

Nach der Wiederholung der Theorie geht es ans Praktische. Die Versuche sind kurz, im Vergleich zu den Physikpraktika zum Beispiel. Man bekommt aber einen guten Eindruck davon, wie die Werkstoffingenieure an die Materialen herangehen und worauf man als Maschinebauer achten soll, z.B. Werkstoffauswahl bei Konstruktion.

Behandelte Themen in den Praktika

Im Wintersemester waren von den insgesamt 8 Praktika schon mal vier an der Reihe:

Zustandsdiagramme

Bei diesem Praktikum ging es mehr um das Verständnis von Legierungen und wie man die Bestandteile aus Diagrammen abliest: bei welchen Temperaturen vollziehen sich Gefügeänderungen, wie ändern sich damit die Konzentrationen der Bestandteile im flüssigen und festen Zustand, was kommt beim Erstarren dann für ein Material heraus. Vorwiegend ging es um Stahl mit Kohlenstoffanteilen, das Interessanteste für einen Maschinenbauer.

Wenn man die Unterlagen für dieses Praktikum im Vorfeld durcharbeitet, ist alles gut machbar. Der Praktikumsleiter ist noch verstärkt eingegangen auf die Berechnung der Konzentrationen. Diesen Punkt fand ich sehr nützlich, auch weil im anschließenden Test eine ähnliche Berechnungsaufgabe dran kam.

Härteprüfung

Hier ging es um die verschiedenen Methoden, die man anwenden kann um die Härte eines Werkstoffes zu prüfen und wie sich die Methoden unterscheiden: ist der Prüfkörper eine Kugel, eine Diamantpyramide, ist das Prüfverfahren mobil einsetzbar und in wie weit wird dabei das Werkstück beschädigt.

Im anschließenden Versuch dürften wir selbst Werkstücke unterschiedlicher Härte prüfen. Methode war dabei immer recht einfach: einmal wird eine Stahlkugel ins Material gedrückt und der Durchmesser abgelesen und ein anderes Mal ist es eine Diamantpyramide, hier wird die Diagonale des Abdrucks gemessen und in einer Tabelle nachgeguckt, welche Härte sich ergibt. Spaßiges Praktikum.

Zugversuch

Relativ selbst erklärend, was sich dahinter verbergen dürfte. Hier wird angeknüpft an die Festigkeitslehre mit dem elastischen und plastischen Verhalten von Materialien. Der Zugversuch wird durchgeführt mit einem Stab, der in eine Maschine eingespannt und gedehnt wird. Bis zum Bruch. Ein PC zeichnet dabei die Spannungs-Dehnungskurve, man darf also entspannt zugucken. Der Abschusstest war wieder gut machbar, mit Zeichnen eines Diagramms und einigen kurzen Berechnungen.

Gefügeuntersuchung

Ein Praktikum, auf das ich mich leider nicht vorbereitet hatte (hatte irgendwie verpennt, dass an dem Tag gleich zwei Praktika anstanden, mir aber nur den Zugversuch zu Gemüte geführt). War dann nicht so wild, vieles was man in den Zustandsdiagrammen gemacht hat, war wieder gefordert. Insgesamt sind die Zustandsdiagramm ein wichtiges Thema in Werkstofftechnik, sollte man sich auf jeden Fall so gut es geht einprägen.

Im praktischen Teil ging es anschließend darum, wie so ein Werkstoff aussieht, wenn man sich ein Stück herausschneidet und so bearbeitet, dass unter dem Mikroskop das Gefüge sichtbar wird (Schleifen, Ätzen, Polieren, usw). Man soll hier die Methoden kennen lernen zum Vorbereiten des Werkstücks und auch zum Deuten des Gefüges. Der letzte Punkt ist knifflig, ich habe mir schwer getan, dann auch im Test. Es war ein Bild gegeben und man sollte angeben, welches Gefüge es denn sein sollte. Ich musste den Joker "Raten" ziehen ;).

Soweit die Zusammenfassung zum Wintersemester. Im Sommer geht es dann weiter mit den restlichen vier Praktika. Insgesamt fand ich die Praktikumsleiter sehr gut.

So long!

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2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

wenn ich das so lese, was du schreibst, versteh ich langsam, warum man in Dresden so lange braucht. An bissel neidisch bin ich schon. Der Ansatz gefällt mir

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Das Pensum ist hoch, keine Frage. Den Direktstudenten geht es nicht anders, diese müssen auch da durch. Als Fernstudent möchte ich nichts geschenkt bekommen, der Abschluss soll gleichwertig sein.

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