Springe zum Inhalt
  • Einträge
    143
  • Kommentare
    801
  • Aufrufe
    19.205

Fernabi - nach den Probeklausuren

Anmelden, um zu folgen  
Lernfrosch

267 Aufrufe

Was hat sich seit den Probeklausuren lernmäßig bei mir getan?

Das Wochende danach habe ich mit den Heften der FernUni Hagen verbracht, wo ich für das Akademiestudium eingeschrieben bin.

Im Bereich Psychologie belege ich das Modul 3: "Allgemeine Psychologie und biologische Grundlagen". Das Heft "Biologische Grundlagen der Psychologie" habe ich mittlerweise bis auf das letzte Kapitel durchgearbeitet.

Im Bereich Kulturwissenschaften belege ich Modul W3: "Soziologie 2: Stadt- und Raumentwicklung". Vom ersten Heft "Stadtsoziologie: Eine Einführung" habe ich aber erst die ersten ~50 Seiten geschafft.

Ich finde beide Hefte sehr spannend geschrieben, insbesondere das Stadtsoziologieheft. Das Psychologieheft finde ich stellenweise etwas kompliziert geschrieben, aber mit Nachschauen/-lesen in zusätzlichen Büchern wird es dann wieder verständlicher. Leider habe ich dafür nicht so viel Zeit wie ich gerne hätte, aber da ich das ja nur so nebenbei zum Spaß mache (quasi als Hobby) und keinen Abschluss in dem Bereich anstrebe, kann ich mir mit der Bearbeitung Zeit lassen.

Was mich allerdings an dem Psychologieheft (und auch an den Fernschulheften) stört, ist, dass zu Beginn eines Kapitels "Lernziele" angeführt werden. Ich habe jedesmal ein kleines Problem damit:

Ich sehe Lernen als Prozess. Ein Prozess, in dem Wissen erworben, angewendet etc. wird. Fragestellungen in diesem Prozess ergeben sich z.B. aus Neugierde, Interesse, bisherigen Erfahrungen, Anregungen aus dem Text etc.. Mit dem Lernen wird auf diese sich ergebenden Fragen eingegangen, reagiert. Dadurch entstehen u.a. neue Fragestellungen und die Motivation, neue Antworten zu finden, bereits Gelerntes in anderem Kontext zu betrachten, zu vergleichen, mit dem bisherigen - ich nenne es - zu "spielen". Diese Art des Lernens ergibt sich aus dem Vorgang des Lernens heraus. Dieses Lernen hat kein statisches Ziel, das es zu erreichen gilt, sondern ist ein dynamischer Prozess, der u.a. aus sich selbst heraus entsteht und sich stets weiterentwickelt.

Diese Art des Lernens ist die, die mir Freude bereitet und mich persönlich bereichert.

Setzt man mir aber Lernziele vor, stört das meine Entwicklung dieses Lernprozesses bzw. lässt diesen nicht zustande kommen. ich kann dann zwar auf diese Ziele hinlernen und überprüfen, ob ich das vorgegebene Ziel erreicht habe, aber das war es auch schon. Es mag zwar nett sein, wenn man eine Art Wegweiser in Form definierter Ziele vorgesetzt bekommt. Aber ich finde es schwierig, wenn man dann in Versuchung geführt, genau diesem Weg zu folgen und zielgerichtet ohne Umwege irgendwo an Punkt X ankommt. Dem Lernen durch Umwege (manche sagen auch "Fehler", wobei ich dieses Wort als unpassend vermeiden möchte), finde ich, ist aber Bedeutung beizumessen, da diese die eigene Sichtweise und Erfahrung vergrößern (können).

Soviel wollte ich dazu jetzt eigentlich gar nicht schreiben. Aber naja ... Das ist lediglich meine persönliche Meinung/ Sichtweise dazu.

Fernabimäßig hat sich auch etwas getan:

Ich habe angefangen mir Gedanken zu machen, welche Schwerpunktthemen ich in meinen mündlichen Prüfungsfächern wählen würde, wenn ich mich denn für den kommenden Prüfungsdurchgang anmelden kann.

In Geographie würde ich mich für "Industriegeographie/ Tertiärer Sektor" und "Stadtgeographie" entscheiden.

In Gemeinschaftskunde ist "Internationale Politik/ Nahost-Konflikt" vorgegeben. Das zweite Thema kann gewählt werden. Ich tendiere zur "Gesellschaftspolitik" ("Sozialer Wande"l), wobei ich das andere mögliche Thema "Politik/ Politisches System" aber auch nicht schlecht finde.

In Latein wird das Thema "Caesar: De bello Gallico" sein.

In Religion stehen vier Themen zur Auswahl, von denen ich mich für zwei entscheiden müsste. Mein erstes Thema würde "historischer Jesus, Reich-Gottes-Botschaft, moderne Menschenrechte" sein. Als zweites würde ich mich für "Bonhoeffer - Biografie und Theologie" entscheiden.

Dahingehend habe ich meine Fernschul-Lernhefte neu sortiert und festgestellt, dass es vom Material her meiner Meinung sehr wenig ist. So gibt es z.B. 2 Hefte zur Stadtgeographie und ebenfalls 2 Hefte zur Internationalen Politik am Beispiel des Nahost-Konflikts (die im Jahr 2007 enden).

Wenn ich bedenke, dass der gesamte Lehrgang etwa 120 Hefte beinhaltete (114 Einsendeaufgaben), finde ich 2 Hefte (die nicht übermäßig umfangreich sind, je ~60-70 Seiten) für ein Schwerpunktthema ziemlich wenig.

Ich habe zwar von Anfang an mehr mit zusätzlichen Materialien gearbeitet als mit den Lehrheften, aber jetzt habe ich mir nochmals zusätzliches Material besorgt. Antiquarisch habe ich Bücher über Bonhoeffer (eine Biografie und seine Schriften) sowie über die römische Geschichte erstanden. Von der Bundeszentrale für Politische Bildung gab es einen ganzen Karton voll kostenlose Zeitschriften zu politischen/ geschichtlichen/ gesellschaftlichen Themen und zu einem äußerst günstigen Preis je ein Buch zum Nahost-Konflikt und zur Kirche im Dritten Reich. Insgesamt 42 Publikationen ... Diese Sachen kamen gestern Nachmittag an und die erste Zeitschrift habe ich noch am selben Tag durchgelesen und gelernt.

In der Bücherei war ich zwischenzeitlich auch noch. Diesmal habe ich zwei Deutschbücher und drei Englischbücher ausgeliehen. Bis auf das letzte Kapitel in dem einen Englischbuch (britische/ amerikanische Literaturgeschichte) habe ich sie auch alle gelesen.

Mit den Lateinvokabeln beschäftige ich mich weiterhin täglich jeden Morgen. zusätzlich habe ich mit der Wiederholung der Grammatik angefangen, auch wieder ganz vom Anfang. Vielleicht freunden sich die lateinische Sprache (und die anderen Sprachen Englisch und Deutsch) und ich sich ja doch noch irgendwann aus der Not heraus an ... wobei ich daran noch nicht so recht glauben kann.

Mathe habe ich mir seit den PKs allerdings gar nicht mehr angeschaut. Von Deutsch habe ich auch erstmal etwas Abstand genommen. Die Fächer kommen in den nächsten Wochen wieder dran.

Mit Biologie habe ich mich auch nur wenig beschäftigt; vorallem Fachbegriffe nachgeschlagen und angefangen, nochmals alle Definitionen auswendig zu lernen. In den nächsten drei, vier Wochen will ich die noch übrigen Kapitel im Linder lesen und mir die Aufgaben im dazugehörigen Arbeitsbuch anschauen.

Was ich mich allerdings schon seit längerem und immer noch frage, ist, warum seitens der Fernschule empfohlen wird, Chemie als GK zu belegen, wenn man sich für den Bio-LK entscheidet. Habe ich da etwas ganz grundsätzliches übersehen oder sind umfangreiche Chemiekenntnisse für Bio-LK nicht nötig? Ich habe Chemie bereits am Anfang abgewählt (insgesamt etwa 4 oder 5 Hefte bearbeitet) und den Eindruck, dass z.B. sogar Stoffwechselphysiologie auf Bio-LK-Schulniveau ohne umfangreiches chemisches Wissen machbar/ verständlich ist.

Die zweite Frage, die ich mir stelle ist die, warum für Geographie gute Vorkenntnisse vorhanden sein sollen, wenn man das Fach wählen möchte. Ich kann das so nicht nachvollziehen, da ich Geographie nicht so umfangreich und die Themen überschaubar finde.

Vielleicht habe ich aber auch einfach nur andere Vorstellungen davon, was unter umfangreichen Vorkenntnissen verstanden werden soll :confused:

Dafür muss ich sagen, finde ich andere Fächer wesentlich anspruchsvoller. Ich denke z.B. an die Sprachen. Wegen Deutsch und Englisch war ich mehrfach unmittelbar davor, den Lehrgang abzubrechen, weil ich damit überhaupt nicht zurecht kam.

Vorwissen hin oder her ... ich denke, es kommt nicht immer nur auf Vorkenntnisse an, sondern auch auf die individuellen Umstände, ob bzw. inwiefern man einen Zugang zu einem Themenbereich findet. Ich finde solchen pauschalen Hinweise daher eher irritierend als hilfreich.

In anderen Blogs habe ich immer wieder von verschiedenen MOOCs gelesen und bin neugierig geworden. Ich habe mich jetzt auch für zwei angemeldet.

Das hier schon oft erwähnte DNA-MOOC habe ich mir angeschaut und mich dazu angemeldet. Dort habe ich mittlerweile das erste Kapitel vollständig und das zweite zu zwei Dritteln angeschaut. Das erste Kapitel fand ich etwas langweilig, zu lang und nicht wirklich informativ. Etwa seit der Hälfte des zweiten Kapitels finde ich es jedoch ganz gut gemacht und werde es mir noch weiter anschauen.

Mein zweiter Kurs (Sectio chirurgica MOOC - 'Klinische Anatomie Kopf / Hals') startet erst in ein paar Tagen, aber auf den freue ich mich jetzt schon sehr.

Anmelden, um zu folgen  


3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

2 Hefte zur Internationalen Politik am Beispiel des Nahost-Konflikts (die im Jahr 2007 enden).
Zum Nahostkonflikt gibt es aktualisierte Versionen der Hefte, Stand Januar 2014. Vermutlich bekommst du die zusammen mit dem anderen Zusatzmaterial für die mündlichen Prüfungen eh zugeschickt, oder du forderst sie dir halt an.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Dass man ein Ziel verfolgt, muss ja nicht heissen, dass man dieses auf direktem Weg anstrebt. Der Weg ist ja nicht vorgegeben.

Zudem ist es natürlich einfach, auch noch links und rechts viel mitzunehmen, wenn man keinen Abschluss machen muss. Die meisten, die ein Studium absolvieren, haben zeitliche Limiten (oft an finanzielle oder soziale Komponenten geknüpft), da ist es manchmal sehr wichtig, dass man sich eben nicht verliert.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Kostenlos ein neues Benutzerkonto erstellen.

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden


×

Wichtige Information

Diese Seite verwendet Cookies. Datenschutzerklärung