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Fernabi - Prüfungsvorbereitung

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Lernfrosch

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Heute in fünf Wochen wird schon die erste Klausur geschrieben sein ...

Auf die Frage von Markus Jung, wie ich die verbleibenden Wochen nutzen werde, hier nun meine Antwort:

Vom Fernschul-Konzept habe ich mich endgültig verabschiedet. Das passt nicht zu meinen aktuellen Vorstellungen.

Meine Vorbereitung läuft nun themenbedarfs-orientiert und anders (zu mir passend) ab.

Die Themen sind ja größtenteils vorgegeben. Der Bedarf entsteht während der Beschäftigung damit aus meinem jeweiligen Wissens- oder Unwissensstand heraus.

Es geht nicht mehr (primär) um Wissenserwerb, sondern um Wiederholung, Anwendung und Übertragung.

- Jeder Woche habe ich verschiedene thematische Schwerpunkte zugeordnet.

- Die starre Aufteilung in einzelne Fächer habe ich zum jetzigen Zeitpunkt aufgegeben.

- Dafür habe ich eine Liste mit Stichwörtern aus allen Themenbereichen aller Fächer erstellt, von denen ich meine, zu diesen etwas wissen zu müssen. Sobald ich mich mit einem Wort beschäftigt habe und mir für meine Ansprüche spontan genügend dazu einfällt, markiere ich es als "mir bekannt".

Diese Woche z.B. widmet sich ökologischen Aspekten:

Eingeleitet habe ich diese Woche heute mit dem Lesen einer Definition des Ökologiebegriffes aus dem Biobuch. Später habe ich eine alte Mathe-Abituraufgabe durchgerechnet, in der es um eine fiktive Population von Lachsen ging, die einer Umweltkatastrophe ausgesetzt waren. Das hat mich zu der Frage geführt, ob sich diese auch auf andere fiktive Tiere ausweiten könnte. Mathematisch gab es dafür keine Lösung; ich bin dann auf eine andere Matheaufgabe mit einer Schafherde ausgewichen. Hier ging es zumindest auch um die Ausbreitung einer Krankheit bzw. darum wie sich die Wirkung eines Medikaments auf den Krankheitsverlauf auswirken würde. Welche Bedeutung der Antibiotikakonsum der Schäfchen für die Umwelt (sowohl die Außenwelt als auch die "Innenwelt" der Tiere) hat, steht morgen noch zur Debatte (in Form einer biologisch-begründeten Erörterung mit besonderem Hinblick auf die argumentative Ausgestaltung). Die äußere Umwelt habe ich heute schon ein wenig betrachtet: Ich habe mich gefragt, was sich denn neben der Schafweide so tun könnte. Ich habe an eine Fabrik gedacht und eine passende Matheaufgabe dazu gefunden. In dieser Fabrik wurden Keramikbecher produziert ... Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass sich neben dieser Weide und der Fabrik eine Stadt befindet. Und in dieser Stadt gibt es eine Konzerthalle ... und die gleichnamige Matheaufgabe dazu gibt es auch noch (aber erst morgen)! Vielleicht steht die Fabrik aber auch in einem anderen Land ... dann könnte man z.B. klären, ob dort vielleicht Englisch gesprochen wird.

Wie es weitergeht, wird sich ergeben ... fest steht jetzt nur, dass ich noch einen weiteren Abstecher in den Produktionsbereich "meiner" Fabrik machen möchte (Kostenfunktionen - Kosten-/Nutzenrechnung, Gewinnoptimierung) und auf dem Weg dahin über die Schafweide die Ableitung von e-Funktionen überdenken sollte.

Die nächste Woche wird unter dem Leitmotiv Entwicklung/ Evolution stehen.

Dafür habe ich auch schon erste Ideen ...

Ich mag diese Art der Themenerschließung sehr gerne, weil man alles in so schöne kleine "Geschichten" packen kann, eine klare Linie verfolgt und dennoch flexibel bleibt. Es wird alles so lebhaft anschaulich und bekommt einen Bezug zu irgendetwas anderem und zu einem selbst. Mir gefällt diese Vorgehensweise; das passt gerade zu dem, was ich möchte und brauche.

Ich habe letzte Woche damit angefangen und beim Lernen dabei so viel Freude gehabt wie schon lange nicht mehr.

Mupfel fragte nach dem Vorankommen bei der Prüfungsvorbereitung:

Ich merke, dass es dem "Finale" entgegengeht. Es kommen keine wirklich neuen Inhalte mehr vor. Die reine Wiederholung Fach für Fach und Thema für Thema ist mir zu langweilig geworden; das war irgendwie quälend. Aber so^^ macht es wieder Spaß.

Und ich habe den Eindruck, schon recht weit zu sein. Hier und da gibt es noch kleinere Lücken (in Eng. und Deu. tendenziell eher große Lücken), aber so richtig tiefe, unüberwindbar scheinende Abgründe nicht mehr. Mit Ausnahme von Latein ... das bereitet mir noch erhebliche Schwierigkeiten. Latein ist auch das einzige Fach, in dem ich noch Zweifel habe, ob ich die Prüfung bestehen werde. Selbst in Englisch mache ich mir kaum noch Sorgen; solange ich in dem Fach nicht in eine mündliche Nachprüfung muss (denn das würde ich nicht hinbekommen).

Es ist ein merkwürdiges Gefühl.

Einerseits gut, weil jetzt nahezu alles so läuft wie ich mir das bei der Anmeldung zum Fernkurs vorgestellt hatte.

Andererseits die Zweifel und die Ungewissheit, weil ja erst unmittelbar nach der allerletzten Prüfung feststehen wird, ob ich bestanden haben werde (und dann auch wie) oder nicht. Und das wiederum ist für meine weitere Planung für "die Zeit danach" von Bedeutung.

Insgesamt freue ich mich aber auf die Prüfungszeit; egal wie es letztlich ausgehen wird.

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8 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Also deine Vorgehensweise mit den Themenwochen ist glaube ich der interessanteste und vielversprechenste Weg zu Lernen den ich je gesehen habe. Meinen Respekt hast du und ich bin mir absolut sicher, dass du die Prüfungen mit Bravour bestehen wirst! Wahnsinn! :thumbup:

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Die Themenwochen klingen ziemlich gut. So richtig umfassend und lebendig, viel besser als stures Abarbeiten der einzelnen Themen/Fächer für sich :thumbup: Bist du auf die Idee so einfach aus dem Nichts gekommen? Mal sehen, ob ich davon was für mich übernehme.:blushing:

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Die Idee mit den Themenwochen ist wirklich super!

Ich habe Deine Vorgeschichte nicht gelesen, aber welche hast Du Pläne für die Zeit nach dem Abi? Ein wenig ist ja schon erkennbar durch Deine Akademiestudien, aber ich glaube, Schüler würden Deine Vorgehensweise lieben!

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Bist du auf die Idee so einfach aus dem Nichts gekommen?

Die Idee ist aus mehreren Gedanken heraus entstanden:

- In meiner Ausbildung gab es einen Kurs, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Dort bekamen wir ein gegensätzliches Begriffspaar (labil vs. stabil) genannt und sollten dann nach draußen gehen, unsere Umgebung unter diesem Aspekt betrachten und dokumentieren (z.B. mit Fotos, Videosequenzen, Skizzen etc.), nach ein paar Stunden zurückkommen und die Erlebnisse reflektieren.

- Im FUHagen Skript zur Wahrnehmung bin ich auf spannende Theorien und Erklärungsversuche gestoßen. Z.B. darüber, dass man seine Umgebung zum Teil auch so wahrnimmt wie sie man sie wahrnehmen möchte (seeehr stark vereinfacht!) etc.

- Themenwochen kommen in einigen pädagogischen Konzepten vor (wobei ich die, die ich kenne, allesamt eher abschreckend finde) und werden praktisch umgesetzt

Daraus entstand die Frage, ob es immer so sinnvoll ist Themen isoliert zu betrachten (meine Antwort: teilweise ja) und wie es mit anders gewählten Betrachtungsweisen wäre.

Als andere Betrachtungsweise kam für mich nur eine ganzheitliche Sichtweise in Frage, weil ich meine Um-Welt auch nicht nur mit einem Sinn wahrnehme, sondern stets mit allen. Und da die Lern-Themen alle der Um-Welt entspringen ...

Das alles "zusammengewürfelt" ergab dann meine Lernen-Erlebnis-Idee (hier nur in Kurzfassung dargestellt).

Meinen "roten Faden" (die biologisch-angehauchten Themen) für die kommenden Wochen, habe ich aus dem Inhaltsverzeichnis des Biobuchs abgeleitet. Darauf gekommen bin ich, weil sich letztlich ja alles im Leben abspielt und die Biologie die Wissenschaft des Lebendigen ist; also genau das, worum es mir geht (ein Bezug der Lerninhalte zu meinem Leben).

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Ich habe Deine Vorgeschichte nicht gelesen, aber welche hast Du Pläne für die Zeit nach dem Abi? Ein wenig ist ja schon erkennbar durch Deine Akademiestudien, aber ich glaube, Schüler würden Deine Vorgehensweise lieben!

Meine Vorgeschichte hatte ich hier nicht dargestellt ;)

Daher jetzt noch ein bisschen was zu mir:

Ich kann nicht sagen, dass ich Schule früher gemocht habe, im Gegenteil. Ich bin bereits sehr früh im/am "System Schule" gescheitert und habe dabei nur wenig ausgelassen. Auf Irrwegen bin ich irgendwie zu einem Realschulabschluss und zum Abschluss einer (schulischen) Berufsausbildung, die mehr Alternativlösung denn Lebenswunsch war, gekommen.

Kurz danach habe ich mich bei der Fernschule angemeldet, weil ich für meinen eigentlichen Wunsch das Abi brauche.

Ich möchte (immer noch) Humanmedizin studieren.

Mir ist durchaus bewusst, dass Fernabi dafür allgemein eher nicht gerade der optimale Weg ist, aber es ist mein Weg.

In die FUHagen bin ich auch irgendwie "hineingestolpert". Ich wollte zwei Module aus Interesse und Neugier belegen und es dabei bleiben lassen. Ich fand das Psycholgie-M3-Modul aber so faszinierend, dass ich mir vorstellen könnte, zusätzlich auch ein Psychologie-Fernstudium aufzunehmen. Im Oktober beginnt M1; ich möchte dann an der Klausur dazu teilnehmen, anschließend M2 belegen und danach entscheiden, ob Hagen zu meinen Vorstellungen passt und ich dann dort bleibe (dann aber nicht mehr im Akademiestudium).

Das letzte aber nur unter der Voraussetzung, dass ich einen Medizin-Studienplatz bekomme.

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Deine Vorgehensweise finde ich echt toll! Ich kann mir gut vorstellen, dass du dadurch viel mehr Spaß beim Lernen hast. Das klingt sehr lebendig und bleibt so auch mit Sicherheit besser hängen. Mir geht es immer bei Mathe so. Wenn ich hier immer sehe, wo man dies Sachen in der Praxis anwendet, bleibt es viel besser im Kopf.

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Deine Vorgehensweise gefällt mir. Vielen Dank für deine ausführliche Darstellung.

Zu deinen Plänen nach dem Abi: Medizin alleine finde ich schon ambitioniert - Medizin plus Psychologie halte ich für gewagt. Wobei das Risiko natürlich relativ gering wäre, da du in Hagen jederzeit und ohne zu viel Geld verloren zu haben aussteigen kannst und es teilweise (Biologische Psychologie zum Beispiel) vielleicht auch thematische Überschneidungen geben könnte. Außerdem könntest du so auch die Zeit nutzen, bis du einen Studienplatz in Medizin hast, wenn das nicht sofort klappt.

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Medizin alleine finde ich schon ambitioniert - Medizin plus Psychologie halte ich für gewagt.

Da stimme ich dir vollkommen zu, auch mit dem was du weiter geschrieben hast.

Ich würde die Priorität eindeutig auf Medizin legen, weil es mir sehr viel wichtiger ist. Psychologie würde ich "nebenbei" machen wollen. Wobei ich mit "nebenbei" nicht meine, dass es sich so von alleine schon irgendwie macht. Also nebenher, evtl. auch in langsamerem Tempo als es die Teilzeitvariante vorsieht.

Ich weiß nicht, ob meine Überlegung letztlich aufgehen wird und beides gleichzeitig funktionieren kann. Aber ich glaube, ich würde mich ärgern, wenn ich das nicht zumindest ausprobiere. Wie es sich dann entwickelt und welche Konsequenzen daraus entstehen, kann ich jetzt noch nicht absehen; das wird sich zeigen. Erstmal brauche ich ja noch das Abi.

Außerdem könntest du so auch die Zeit nutzen, bis du einen Studienplatz in Medizin hast, wenn das nicht sofort klappt.

Nicht ganz.

Es gibt eine neue Regelung (unten auf der verlinkten Seite), die besagt, dass ein Fernstudium sich ab dem Wintersemester 14/15 auf die Wartezeit auswirkt. D.h., ich würde dann keine Wartesemester sammeln. Nur das Akademiestudium fällt nicht darunter; aber da kann ich nur M1 und M2 machen.

Ich hoffe ja, dass ich zum Winter 15/16 einen Platz bekomme. Dann hätte ich ein Wartesemester gesammelt und wenn ich meinen jetzigen Schnitt im Abi ein kleines bisschen verbessern könnte (um 0,2 auf 1,9), dann könnte es über das AdH mit extrem viel Glück sogar klappen. Wenn nicht, würde ich warten und solange in Hagen weiterhin im Akademiestudium bleiben und schon mal "vorlernen" (nur Klausuren könnte ich dann noch nicht mitschreiben).

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