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Fernabi - Abiklausur Deutsch GK

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Lernfrosch

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Der Tag, auf den ich die ganzen letzen Jahre hingelernt habe, ist da: ich habe heute meine erste Abiklausur geschrieben; Deutsch GK.

Um 9.00 Uhr begann die Klausur mit der 30minütigen Einlesezeit:

In dieser Zeit mussten die Aufgabenzettel und Hinweise zuerst auf Vollständigkeit überprüft werden.

Ich hatte alles vollständig erhalten und dank der Seitennummerierungen war das gut nachvollziehbar.

Das war so der erste Moment der Erleichterung (ich hatte immer noch die Mathe-PK im Hinterkopf).

Es gab zwei Aufgaben zur Auswahl. Eine davon musste man sich aussuchen und bearbeiten.

Jede Aufgabe bestand aus zwei Unteraufgaben.

Als Hifsmittel waren ein Wörterbuch und ein Fremdwörterbuch zugelassen.

Zur Wahl standen:

Aufgabe 1:

Analyse pragmatischer Texte / Erörterung

Es gab eine Textvorlage. Dabei handelte es sich um einen Auszug aus einem Zeitungsartikel (Süddeutsche Zeitung, 8.11.2011, Seite 26(?)) mit dem Titel "Zurückhaltung war gestern", geschrieben von Angelika Slavik.

Der Schwerpunkt lag auf der zweiten Teilaufgabe. Die erste Teilaufgabe zählt 40%, die zweite 60%.

Aufgabe 1.1:

a) Es sollten die wesentlichen Aussagen des Textes zusammengefasst werden.

B) Die Argumentationsstrategie sollte erläutert und die sprachlichen Mittel dabei berücksichtigt werden.

Aufgabe 1.2:

Man sollte kritisch Stellung zur Argumentation der Journalistin nehmen.

Aufgabe 2:

Interpretation literarischer Texte

Es gab eine Textvorlage, die Kurzgeschichte "Countdown" aus "Scherben bringen Glück" von Gabriele Wohmann.

Der Schwerpunkt lag auf der zweiten Teilaufgabe. Die erste Teilaufgabe zählt 30%, die zweite 70%.

Aufgabe 2.1:

Der Text sollte zusammengefasst werden.

Aufgabe 2.2:

Der Text sollte analysiert und interpretiert werden, unter Berücksichtigung der sprachlichen Mittel.

"Meine" Klausur:

Nach 30 Minuten begann die Bearbeitungszeit; ab jetzt durfte (auf dem zur Verfügung gestellten Papier) geschrieben werden (regulär im GK 4 Stunden).

Den Text von Wohmann habe ich nicht verstanden und kann dazu jetzt auch nichts sagen. Daher habe ich mich gegen die zweite Aufgabe entschieden.

Den Text von Slavik fand ich wesentlich besser, sowohl inhaltlich als auch thematisch. Ich habe daher die erste Aufgabe gewählt.

Thematisch ging es um den Wandel auf dem Arbeitsmarkt.

Es hieß, "morgen" würden auf dem Arbeitsmarkt die Extrovertierten, Selbstdarsteller etc. bevorzugt. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das in dem Artikel abwertend und nachteilig dargestellt wurde.

Mit der Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen hatte ich so meine Schwierigkeiten.

Mir fällt es generell schwer, wichtig von unwichtig zu unterscheiden und dann auch noch einzuordnen. Daher habe ich mit der ersten Aufgabe sehr viel mehr Zeit verbracht als ich geplant hatte. Für den zweiten Aufgabenteil hatte ich dann nur noch 45 Minuten übrig ...

Da der Text ja schon als Auszug vorlag, war ich mir unsicher, welche Stellen jetzt relevant sein sollten, weil ich dachte, man hat ja bestimmt das Unwichtige schon weggelassen ...

Meine Einleitung war etwas holprig, aber ich glaube funktional.

Die Argumentationsstrategie habe ich mit den "wesentlichen" Aussagen verknüpft. Ich bin letztlich nahezu jede Textzeile und jeden Satz durchgegangen ... wahrscheinlich zu viel und nicht das Wesentliche. Abschließend habe ich alles nochmal kurz zusammengefasst: Ich habe irgendwas von linearer Argumentationsstrategie (trotz eines "Bruches", der aber wieder darauf hinführte), klarer Gedankenfolge und teils uniformer Struktur geschrieben. Eine optische Konturierung habe ich auch noch am Rand erwähnt.

Dann bin ich zur Sprache übergegangen.

Ich habe aufgegriffen, was mir aufgefallen ist: viele Fremdwörter (keine Besonderheit des Textes, da auf Lesergewohnheiten abgestimmt), etliche Fachbegriffe (Vertrautheit mit dem Thema), ein Vergleich (veranschaulicht komplexen Sachverhalt), Satzbau (anfangs parataktisch, da Konfrontation mit Kernaussagen, später hypotaktisch), Untertitel (Umgangssprache ungewöhnlich, weckt Interesse), mehrere Ellipsen (ich hoffe, es waren auch welche > Betonung von wichtigem Teilaspekt), sehr konsequente Benutung des Indikativs (wirkt merkwürdig in Bezug auf etliche Aussagen > Aussage wirkt eher wie Vermutung, die glaubhafter klingen soll).

Bis hierher habe ich etwa 7 Seiten geschrieben (rund 1800 Wörter).

Jetzt hatte ich noch eine dreiviertel Stunde für die stärker gewichtete kritische Stellungnahme Zeit. Der Spaßfaktor war dabei nach meinem Empfinden schon deutlich reduziert und ich etwas angespannt; viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht. Ich habe geschrieben, was mir gerade in den Sinn kam:

Ich habe die Frage aufgeworfen, ob die im Text skizzierte Entwicklung die einzig mögliche Konsequenz ist oder ob Alternativen möglich sind.

Ich habe einzelne Argumente aus dem Text aufgegriffen; z.B. dass die hart erkämpften Privilegien und Sicherheiten der Arbeitnehmer verloren gehen würden. Ich habe ein Beispiel für Sicherheiten genannt (Einführung der Sozialversicherungen, Bismarck) und kurz in den historischen Kontext eingebunden. Dann bin aber weitergegangen und habe dargelegt, dass diese heute auch bestehen (und auch zukünftig bestehen) und sogar konsequent weiterentwickelt worden sind (z.B. Gesetze zum Kündigungsschutz)/ werden. Auf rechtlicher Seite gingen die Annehmlichkeiten daher nicht verloren.

Dann bin ich übergegangen zu der Bedeutung des Arbeitsmarktwandels für Einzelpersonen. Ich habe wieder den Bezug zwischen gesellschaftlicher Entwicklung und Arbeitsmarkt hergestellt. Den Vergleich aus dem Text von beruflicher Positionierung und Werbestrategien habe ich um die Prinzipien der Marktwirtschaft erweitert. Daran habe ich dann Angebot/Nachfrage und die Beziehung zwischen Arbeitnehmer/-geber in Vergangenheit, jüngerer Vergangenheit und Gegenwart dargestellt. Irgendwie habe ich dabei noch den Bogen zur Globalisierung und zum Beitrag des Internets gespannt. Als Zusammenfassung habe ich gemeint, dass aktuelle Arbeitsmarkt-Entwicklungen seit jeher (19. Jhd.) eine Anpassung an den Zeitgeist und die Gesellschaft stellen und sich daher auch stets verändern. Ich kam dann noch darauf zu sprechen, dass es wichtig sei, sich klar zu positionieren und dieses auch zu kommunizieren, insbesondere in Zeiten zunehmender Spezialisierung und Globalisierung.

Ich bin dann noch darauf eingegangen, dass in jeder Zeitepoche unterschiedliche Anforderungen am Arbeitsmarkt und an die Menschen herrschen. Es könne daher durchaus sein, dass mal die einen, mal die anderen bevorzugt werden. Letzlich habe ich dann die Meinung vertreten, dass man Vielfalt brauche und diese real möglich sei. Dafür habe ich Bezug auf die "Werbestrategien" genommen und gemeint, einige könnten vielleicht besser umsetzen und die anderen besser planen, sodass beide Gruppen von Menschen letzlich Anstrengungen auf sich nehmen müssten.

Dann bin ich auf die Ausgangsfrage zurückgekommen. Ich meinte, es sei möglich, dass manche "morgen" bevorzugt werden und sich die Situation "übermorgen" aber schon wieder ganz anders darstellen könnte.

Dann war die Zeit auch schon um. In diesen letzen Minuten habe ich nochmal etwa 5 Seiten (etwa 1200 Wörter) geschrieben.

Nach Abgabe der Arbeit stellte sich dann die zweite große Erleichterung ein: Deutsch liegt (endlich) hinter mir.

Ob ich somit die Aufgabe ansatzweise richtig bearbeitet habe, weiß ich nicht.

Meine Ausführungen zum zweiten Aufgabenteil hätten inhaltlich auch ansatzweise in den Bereich "Gemeinschaftskunde, sozialer Wandel" gepasst (wobei ich da anders argumentiert und vorgegangen wäre). Teilweise fand ich meine Argumente schon ein bisschen weit hergeholt (z.B. die Erwähnung von Bismarck), aber nicht gänzlich unpassend.

Alles in allem fand ich die Klausur so weit in Ordnung, sowohl thematisch als auch formal von den Anforderungen her.

^^Soweit heißt, es gibt da noch ein kleines formales "aber". Das wurde jedoch schnell beseitigt und hat sich daher nicht auf die Bearbeitung der Klausur ausgewirkt (eine Jahreszahl war falsch, bzw. es gab zwei Angaben, wann der Text veröffentlicht worden ist, einmal 2011 und das andere mal 2001; ein Komma im Text war zuviel; im Text fehlte an einer Stelle das Wort "nicht"). Darüber kann man gut hinwegsehen.

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3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Dass du mitten in der Prüfungsphase noch die Nerven hast zu bloggen... Respekt :thumbup:

Ich hätte mich spontan auch für die erste Aufgabe entschieden. Es klingt so, als hättest du das gut macht und sehr viele wichtige Sachen erkannt und aufgeschrieben.

Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht :)

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Dass du mitten in der Prüfungsphase noch die Nerven hast zu bloggen... Respekt :thumbup:

Liegt wahrscheinlich daran, dass ich selbst noch gar nicht so richtigt erfasst habe, das ich gerade Abi schreibe ;)

Mir kommt es immer noch so vor, als würde ich wie bei den EAs einfach irgendeine Aufgabe vorgelegt bekommen, die ich bearbeiten soll, nur mit dem Unterschied, dass es diesmal unter Aufsicht ist.

Ich fand die beiden bisherigen Klausuren auch nicht irgendwie nervenaufreibend oder so. Ich habe die Atmosphäre bislang als angenehm und entspannt empfunden. Ein bisschen nervös war ich zwar auch immer kurz vorher, aber eher im Sinne von Neugier, was mich gleich erwarten wird.

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