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Fernabi - Abiklausur Englisch GK

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Lernfrosch

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Auch heute begann um 9.00 Uhr die Klausur mit der 30minütigen Einlesezeit.

In dieser Zeit mussten die Aufgabenzettel und Hinweise zuerst auf Vollständigkeit überprüft werden.

Als Hifsmittel waren ein einsprachiges und ein zweisprachiges Englisch-Wörterbuch zugelassen.

Es bestand hinsichtlich der Aufgabe keine Auswahlmöglichkeit, d.h., das vorgelegte Thema musste bearbeitet werden (ob es einem lag oder nicht).

Die Aufgabe bestand aus vier Aufgabenteilen. Die ersten drei Aufgaben waren Pflichtaufgaben. Im vierten Teil gab es zwei Aufgabenvorschläge, einen davon musste man bearbeiten.

Aufgabe:

Als Textvorlage gab es einen recht aktuellen Zeitungsartikel von Oktober 2013 aus der Los Angeles Times, geschrieben von Rick Rojas. Den Artikel findet man auch im Internet:

"Boy placed in state facility for killing neo-Nazi father"

Aufgabenteil 1:

Outline the main facts concerning the crime and the verdict.

Aufgabenteil 2:

Analyse the motives for the boy´s crime.

Aufgabenteil 3:

Analyse the aspects given in the text that justify the sentence.

Aufgabenteil 4:

a) Write a closing speech of Punam Grewal, the boy´s defence counsel.

B) Comment on the following quote which was posted online by an anonymous reader as a reaction to this article.

"I don´t think the boy should be punished at all. After having lived with that man as father, he deserves to be rewarded ..."

Ich hoffe, ich habe die Aufgaben korrekt wiedergegeben. Garantie kann ich dafür nicht übernehmen; ich schreib das alles nur aus der Erinnerung heraus auf.

"Meine" Klausur:

Nach 30 Minuten begann die Bearbeitungszeit; ab jetzt durfte (auf dem zur Verfügung gestellten Papier) geschrieben werden (regulär im GK 4 Stunden).

Mir hat der Zeitungsartikel gut gefallen. Ich fand den Inhalt interessant und sprachlich auch gut verständlich.

Die Aufgaben haben mir auch zugesagt.

Die erste Aufgabe fand ich gut machbar.

Ich glaube, ich habe mich heute (im Gegensatz zu gestern) auch auf das Wesentliche beschränkt. Als wesentliche Aussagen habe ich genannt, dass der Junge seinen schlafenden Vater mit einer Waffe getötet hat. In Bezug auf das Urteil habe zwei Punkte angeführt. Einmal, die Verurteilung wegen Totschlags zu 10 Jahren Jugendhaft (Höchststrafe) und das Waffenbesitzverbot bis zum 30. Lebensjahr.

Die zweite Aufgabe hat mir auch zugesagt.

Ich habe geschrieben, dass man um die Kriminalität des Jungen nachzuvollziehen, sein Lebensumfeld betrachten könne. Ich habe dann einerseits die Familie angeführt. Im Text war die Großmutter erwähnt; ihr Verhalten beim Prozess habe ich dann als beispielhaft verallgemeinert und daraus den Schluss gezogen, dass sie dem Jungen wahrscheinlich nur wenig emotionale Wärme entgegenbringt bzw. gebracht hat und sie aber in ihrer Rolle als Großmutter gleichzeitig eine Vorbildfunktion innerhalb der Familie haben dürfte. Ähnliches habe ich dann über den Vater geschrieben. Hier habe ich aber noch dessen extremistische Sichtweisen und Etablierung/ Vorbildrolle in rechten Kreisen herausgestellt. Seine Neigung zur Gewalttätigkeit ließ sich aus dem Text heraus auch gut darstellen.

Ich habe dann gemeint, dass der Junge von seiner Familie geprägt sei, was sich darin zeigt, dass er ähnlich gewaltsam handelt und deren Verhalten erlernt hat.

Das war mir aber noch zu kurz gegriffen, weil es noch nicht erklärt, warum der Junge denn nicht zu alternativen Handlungen fähig war.

Im Text stand etwas davon davon, dass seine Entwicklung beeinträchtigt sei. Ich habe seine Handlung dann als Abwehrhaltung und Hilflosigkeit mangels der nicht so gut entwickelten kognitiven Fähigkeiten interpretiert.

Ich meinte, das alles zusammen äußere sich bei ihm dann durch aggressives Verhalten, das irgendwann die Grenze zum Kriminellen überschritten hat.

Die dritte Aufgabe mochte ich auch.

Ich habe erst herausgestellt, dass in die Urteilsfindung die Argumente sowohl von Verteidigung als auch Anklage eingegangen sein werden.

Zuerst habe ich die Argumente der Verteidigung betrachtet. Zusammengefasst habe ich gesagt, dass sie den Jungen zwar als verantwortlich, aber wegen seiner Entwicklungsstufe nicht für voll schuldfähig hält und sich daher eher für Erziehung statt Bestrafung ausspricht.

Meiner Meinung vertrat die Anklage die Meinung, der Junge sei auch in Anbetracht seiner Entwicklung und Lebensumstände voll schuldfähig und daher strafmündig.

Zur Begründung des Urteils habe ich dann gemeint, dass von beiden Seiten das Alter und die Entwicklung des Jungen vorgebracht wurde und dies vom Gericht berücksichtigt werde, da das Jugendstrafrecht angewendet wurde. Im anderen Punkt (Schuldfähigkeit und Strafmaßforderung) habe ich gesagt, dass das Gericht der Anklage folgt.

Ich habe geschwankt, für welche der Unteraufgaben ich mich bei der vierten Aufgabe entscheiden soll.

Ich fand die Aufgabe mit der Rede richtig super. Ich mag die Art und Weise wie in Plädoyes argumentiert werden kann und wie man darin möglichst stichhaltig von seiner Meinung zu überzeugen versucht.

Die andere Aufgabe fand ich aber auch toll, weil ich diese Aussage kaum so stehen lassen wollte und eine andere Meinung vertrat.

Ich habe mich letztlich für die Auseinandersetzung mit dem Kommentar von dem anonymen Leser entschieden:

Ich meinte, die Aussage sei sehr pauschal und werfe Fragen auf.

Ich habe die Meinung vertreten, dass die Forderung nach Straflosigkeit für einen Mord an sich gefährlich ist, weil dieser dadurch "erlaubt" sei. Dann habe ich gesagt, dass man in diesem Fall das Alter des Jungen berücksichtigen muss. Hier habe ich ersteinmal herausgestellt, dass es um das amerikanische Rechtssystem geht und sich dieses vom deutschen unterscheidet. Ich habe dargestellt, dass der Junge hier wegen seines Alters nicht hätte verurteilt werden können und welche Möglichkeiten des staatlichen Eingriffes es hier stattdessen geben kann (z.B. Unterbringung in einem Jugenheim). Daraus habe ich abgeleitet, dass in dem Alter eher Erziehung statt Strafe im Vordergrund steht und dass die Argumente der Verteidigung auch diese Meinung darlegen. Ich habe mich gegen Bestrafung in dem Alter ausgesprochen, aber dennoch staatliches Eingreifen gefordert. Das habe ich damit begründet, dass eine Gesellschaft Verantwortung für ihre Mitglieder übernehmen müsse und selbst Vorbild sein solle. Daher sollen dem Jungen verpflichtende Hilfsangebote gegeben werden. Dass dadurch die Strafe wegfällt, habe ich nicht so gesehen, weil ich geschrieben habe, dass der Junge immer mit seiner Tat und der Schuld leben muss.

Zusammengefasst habe ich mich damit der Meinung der Verteidigung angeschlossen.

Das alles (Aufgabe 1-4) habe ich mit etwa 1400 Wörtern beschrieben.

Ich glaube, vom Inhalt her liege ich nicht völlig daneben. Fragt sich nur, ob man meinen Text auch lesen kann; englische Formulierungen sind ja nicht so mein Ding und das Textverständnis leidet dann bisweilen darunter. Ob ich diesmal auch wieder die englische Grammatik neu erfunden habe weiß ich nicht; um das zu vergleichen, müsste ich sie wohl besser beherrschen ;)

Ich fand die Klausur sehr schön, hat Spaß gemacht. Thema interessant, Anforderungen angemessen und diesmal sogar ohne ein "aber".

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1 Kommentar


Empfohlene Kommentare

Englisch GK hatte ich als 3. Abiturfach. Lang ist her. Danke für die Erinnerung - heut versteh ich kein Wort mehr von dem obigen Artikel.

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