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[CSUS] Wo ist nur die Zeit geblieben?

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ManofStil

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Da wollte ich doch eigentlich jeweils einen Blogeintrag am Ende einer Studienwoche und einen nach dem meist erlebnisreichen Wochenende machen - und was ist? Irgendwie hat das nicht so ganz geklappt...

Aber springen wir einmal zurück zum letzten Blogeintrag: Die zweite Studienwoche war recht kurz: Montag war ja noch frei und Dienstag Vormittag waren wir bei Parallax, die unsere Roboter hergestellt haben. Also blieben nur 3 1/2 Tage Uni übrig, die recht schnell rum gingen. Der Test bei in Mechatronik bei Herrn Prof. Granda war - nachdem wir uns abends einmal knapp 4 Stunden hingesetzt hatten und endlich verstanden hatten, was er uns die ganze Zeit zu erklären versuchte - recht einfach und gab zum Glück die volle Punktzahl.

Am Freitag dann haben wir uns vom Mietwagenverleih direkt an der Hochschule abholen lassen und sind dann mit dem Mietwagen zum Hotel, haben alle Leute und Sachen eingeladen und sind dann direkt zum Yosemite Nationalpark. Dort sind wir etwas später als geplant gegen 22 Uhr angekommen und haben dann im Dunklen unsere Hütte gesucht und gefunden. Allerdings haben wir recht schnell festgestellt, dass das Wort "Hütte" wohl eine echte Übertreibung war: Eigentlich war es ein Betonfußboden mit drei Holzwänden. Der Rest war Zeltplane. Als "Bedpack" gab e ein Kissen, ein Laken und eine Art Wolldecke, Super! - Und das bei nächtlichen Temperaturen von 4°C! Drei von uns vieren haben also die ganze Nacht gefroren, während der vierte morgens aufwachte und meinte "Als ich dann eingeschlafen war, hab ich von der Kälte nichts mehr mitbekommen und konnte super schlafen!". - Das sahen die anderen etwas anders und so stimmten wir mit 3 gegen 1, dass wir die zweite Nacht doch besser im Hotel in Sacramento verbringen und dort dann am Sonntag auch noch ein wenig für unsere Abschlusspräsentationen erledigen können.

So sind wir also vormittags noch etwas mit dem Auto durch den Yosemite gefahren, haben viele, viele Fotos gemacht und sind dann weiter über den MonoLake durch die Berglandschaften von Kalifornien und Nevada bis wir abends wieder in Sacramento ankamen. Dort haben wir noch schnell bei Walmart eingekauft und uns dann abends in einer heißen Badewanne und/oder einem heißen Bett erfreut.

Der Sonntag war dann recht entspannt, aber durch die Vorbereitung der Präsentation und den Schlafentzug die Nacht davor geprägt...

Dann ging es in die letzte Studienwoche. Zum Glück hatten wir etwas früher Schluss und sind dann direkt vom Hotel zum Abgeben des Mietwagens gefahren, zurück zum Hotel und dann haben wir gemeinsam die Abschlußpräsentation zum ersten Mal vollständig durchgespielt. Da die dieses Mal 45 Minuten dauerte war entsprechend wenig Gelegenheit, das Ganze mehrfach zu proben und so stand am Dienstag die letzte Gelegenheit dazu an. Mittwoch war dann die besagte Präsentation dran und wir haben uns wohl ganz gut geschlagen... Dadurch, dass wir die vorletzte Gruppe waren (und entprechend nach der Mittagspause dran waren), war natürlich das Publikum entsprechend müde... Aber das Ergebnis war auf jeden Fall zufriedenstellend und weil unsere Gruppe sehr gut harmoniert hat, haben wir alle wohl eine insgesamt sehr gute Note für Intercultural Competence bekommen. :)

Mittwoch abend war dann leider noch keine Entspannung angesagt: Am Donnerstag standen noch drei Prüfungen auf dem Programm: Herr Granda wollte einen zweiten Test schreiben, Herr Sprott noch einen Test und die Roboter-Prüfung stand auf dem Programm. So haben wir uns es also mit Pizza bei mir im Zimmer gemütlich gemacht, die Granda- und Sprott-Themen wiederholt und geübt und uns dann endgültig der finalen Programmierung der Roboter gewidmet... Die war eigentlich gar nicht so lange geplant und gegen Mitternacht waren wir schon ziemlich fertig. "Aber bis ein Uhr halten wir noch durch" war das Motto... Gegen halb eins haben wir dann feststellt, dass ein Sensor vom zweiten Roboter falsche Werte lieferte, während meiner tadellos (mit der gleichen Programmierung) funktionierte. Also die ganzen Widerstände, Kabel und Sensoren einmal abmontiert und komplett neu Stück für Stück drauf gesetzt. Mit teilweisem Erfolg: Er funktionierte jetzt besser, aber der IR-Sensor hat immer noch nichts gemessen. Nach etwas Suche haben wir dann festgestellt, dass die IR-LED durchgeschmort war. Also wurde die ausgetauscht, noch ein paar Anpassungen gemacht und gegen 3 Uhr morgen waren dann beide Roboter so weit, dass wir recht beruhigt schlafen konnten.

Am nächsten Morgen war dann natürlich die Fahrt im engen Bus mit den Robotern besonders aufregend. Ziemlich haltbar sehen die kleinen Kisten eh nicht aus und wenn irgendwo ein Widerstand locker ist, sucht man ewig, bis man den Fehler findet.... Zum Glück haben aber wohl alle Roboter die Fahrt überstanden und es ging mit dem ersten Test von Herrn Sprott los. Zum Glück durften wir die Unterlagen benutzen und so war der Test mehr ein Absuchen der Präsentationunterlagen nach dem richtigen Stichwort als ein Test. Auf das Ergebnis bin ich ja mal gespannt...

Danach waren die Roboter dran. Wir hatten 2 1/2 Stunden, um diese auf dem Parcours zu testen und dann, wenn wir sicher waren, dass es gut laufen würde, vorzuführen. Da klugerweise aber alle gleichzeitig und durcheinander getestet haben, die Roboter auch Hindernissen auf der Strecke ausweichen sollten, war es ein einziges Chaos... Die Roboter verließen die Strecke um dem Hindernis auszuweichen, trafen dabei auf einen anderen Roboter oder hielten einen Fleck auf dem Boden für die Linie und so war doch noch viel Testerei und letztendlich vor allem Glück notwendig um hier einen erfolgreichen Lauf hinzubekommen.

Natürlich meinte es das Glück auch hier mit meinem Mitkommilitonen nicht gut und so war nach dem IR Sensor nachts nun auch noch einer der Sensoren defekt, die die Linie erkennen sollten... Wir fanden aber eine kreative Lösung und kurz vor Ablauf der Zeit stand bei uns beiden ein "A" auf dem Papier.

Anschließend gab Herr Professor Granda seine letzte Unterrichtseinheit und wir schrieben den letzten Test bei ihm - der war überraschend schwer, weil er die Kirchhoff'schen Regeln abgefragt hatte, die wir im Unterricht zwar in der ersten Stunde einmal erwähnt, aber danach nie geübt hatten... Der Rest war recht einfach. Auch hier bin ich noch auf ein Ergebnis gespannt...

Damit war aber auch die letzte Prüfung erledigt und so wurde am Abend mit einem rauschenden BBQ gefeiert. Die Geschichten davon überlasse ich aber anderen zu erzählen, da ich mich nach einiger Zeit bereits verabschiedet hatte. Soweit ich am nächsten Morgen aber am Frühstück mitbekomme hatte, scheint wohl die Polizei gleich zweimal vorbeigeschaut zu haben... :blink:

Am Freitag war dann die offizielle Verabschiedung und ich blieb noch den Samstag im Hotel bevor ich dann Sonntag mit einem Mietwagen nach San Francisco fuhr. Eigentlich war ich viel zu erschöpft um noch groß Sightseeing zu machen. Also habe ich mich auf eine amerikanisch-japanische Version davon beschränkt: Überall mit dem Auto hinfahren und dann Fotos machen... Gerade die Golden Gate Bridge und den Hafen habe ich dabei natürlich ins Visier genommen... Dann fuhr ich Richtung Hostel, wo man mir sagte "Wir haben keine Reservierung für Sie - die wurde storniert...". Zum Glück war ich aber früh da und es waren noch Zimmer frei, so dass ich also eine Unterkunft für die Nacht hatte.

Danach bin ich zum Pier 39 gefahren und habe mich dort etwas umgeschaut bis ich dann abends im Hard Rock Café gegessen habe.

Am nächsten Tag wollte ich noch einmal zum Coit Tower hoch, weil dort tags zuvor alles voll war und ich keine Parkmöglichkeit hatte. Dieses Mal (es war ja Montag morgen) war fast alles leer und so stieg ich schnell aus um ein paar Fotos zu machen. Aus dem "schnell" wurde ein "Na, ich kann ja noch auf die Rückseite des Turm schauen". Dann wurde ein "Ich schaue mal in den Turm rein" zum "Okay, ich fahre einmal rauf - da kann man bestimmt auch tolle Fotos machen". Und so bin ich dann also noch auf die Spitze des Turm, wo man tolle Fotos über ganz San Francisco machen konnte. Die Golden Gate Bridge lad in einer Schicht aus Wolken und nur die Pfeiler schauten oben aus der Watte heraus. Insgesamt war ich sicher eine gute Stunde am Coit Tower und dann ging es Richtung Brücke, um diese tollen Bilder noch einmal aus der Nähe aufzunehmen.

Dort habe ich dann nochmal von allen Seiten hunderte Fotos gemacht und gegen späten Vormittag hab ich mich auf den Weg zu den Redwood Trees im Muir Nationalpark gemacht. Dort angekommen war der erste Parkplatz leider voll. Der zweite auch. Der dritte auch und danach durfte man am Straßenrand parken. Der Straßenrand war aber genauso voll und so fuhr ich gefühlt ewig an der Parkreihe vorbei bis ich irgendwann feststellte, dass ich die ganzen Meilen, die ich hier gerade abfahre ja auch wieder zurück zum Eingang laufen musste... Also ließ ich die Redwood Trees da wo sie sind und fuhr zurück zum Highway 1, der mich dann zurück nach Sacramento bringen sollte...

Gegen abend kam ich also zum letzten Mal im Hotel an, packte schon einmal meine Tasche und freute mich schon auf den Rückflug nach Hamburg. Am nächsten Morgen ging es dann auch direkt zum Flughafen, wo ich den Wagen noch einmal volltankte und abgab und mich dann zum United-Schalter machte.

Der Automat weigerte sich - wie schon beim Hinflug - ein Ticket auszustellen. Er meinte "Der Reiseplan und das eTicket stimmen nicht überein". Die höchst unfreundliche Mitarbeiterin hat mir dann aber immerhin ein Ticket aus dem Computer gezaubert und so konnte ich dann endlich zurück fliegen...

Der A380 war recht unspektakulär - da hatte ich wohl mehr erwartet. Außerdem hatte ich wohl den miesesten Platz im Flugzeug. Ganz vorne bei den Toiletten. Und immer, wenn jemand auf Toilette ging, fiel Licht auf meinen Platz... Von dem ständigen Durchgangsverkehr ganz zu schweigen... Man kann sich vorstellen, dass so nicht viel mit Schlaf im Flug war...

Aber irgendwie habe ich auch den Flug gut überstanden und stand letztendlich in Hamburg am Flughafen. Dort dauerte es ewig bis unsere Koffer kamen. - Das heißt "unsere" ich wohl das falsche Wort. Die Koffer der anderen kamen - meiner und der eines Belgiers scheinen irgendwo in Frankfurt liegen geblieben zu sein... Umso besser: Konnte ich ohne schweres Gepäck nach Hause und die Lufthansa versprach, es noch bis zum Abend nachzuliefern. (Was übrigens auch sehr gut geklappt hatte! - drei Stunden später war der Koffer an unserer Haustür!).

Alles in allem war es eine echte Erfahrung und ich vermisse Kalifornien und insbesondere das Wetter und die Gruppe schon sehr. Aber nun stehen neue Erfahrungen und ein neuer Job an.

Schade, dass der Kurs ein Mechatronikkurs war - wo doch gut die Hälfte der Gruppe Informatik studiert hatte. Hier hätte ich mir von der WBH etwas mehr Anpassung gewünscht. Herr Lünemann empfahl mir jedoch, dass Teilnehmer beim nächsten Mal sich absprechen sollten, was sie machen wollen - die CSUS kann für jedes Thema Kurse anbieten. Es liegt an der WBH die passenden Kurse zu buchen und wenn denen gesagt wird "Wir sind 15 Informatiker und möchten etwas in der Richtung machen", dann sollten die das auch organisiert bekommen. - Wäre für uns bestimmt auch nicht schlecht gewesen...

Nichtsdestotrotz freue ich mich über die Erfahrung, auch, wenn ich viel der Eindrücke erstmal noch verarbeiten muss... Es ist so viel passiert - Das kann so ein Blog gar nicht wieder geben... Das muss man selbst erleben!

Und nun sitze ich hier im grauen, kalten Hamburg, denke an das sonnige Sacramento, wenn ich aus dem Fenster sehe und versuche meinem Körper zu sagen, dass er bitte auch die Uhrzeit wieder 9 Stunden vor stellen soll. Obwohl das mit dem Schlafen bisher ganz gut geklappt hat (was aber mehr an der Erschöpfung und dem Schlafmangel aus dem Flugzeug lag), bin ich noch nicht wieder vollständig fit... Bis Montag hab ich noch Zeit - dann beginnt ein neuer Abschnitt in meinem Leben!

Euch allen danke für's Lesen meines Blogs während der CSUS Zeit und ein schönes Wochenende!

LG

Flo

P.S.: Unter https://drive.google.com/folderview?id=0B6by7QGHgfsTZHpEUjQtVzZmTW8&usp=sharing gibt's inzwischen auf neue Fotos. Von Zeit zu Zeit werde ich weiter dort hochladen!


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6 Kommentare


Super Bericht!! Man ich werde immer neidischer wenn ich eure Berichte lese! :)

Kann es sein dass der Bilder-Link nicht funktioniert oder gehts nur bei mir nicht?!

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Vielen Dank für den tollen Bericht und die grandiosen Bilder! Da wird man direkt neidisch :D

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Danke Dir für den Bericht!

Ich wünsche Dir keinen Jet-Lag! Nach dem Hinflug war alles völlig problemlos, aber nach der Rückkehr hatte ich zwei Monate regelrechte Schlafstörungen, was dem neuen Job, den ich eine Woche nach der Rückkehr angefangen hatte, natürlich nicht so zuträglich war..

Liebe CSUSler, gut, dass jetzt Schluss ist! Das Fernweh in den Westen hat mich dank Eurer Berichte so gepackt, dass ich eben nachgucken musste, was denn ein Flug im nächsten August nach Seattle so kosten würde - obwohl ich vor gerade mal einem Jahr dort war..

Schöne Grüße in die schönste Stadt Deutschlands und einen guten Start in den neuen Job!

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Ich tu mich zum Glück auch nicht schwer mit Schlafen - aber müde bin ich im Büro trotzdem. Kann aber auch an den langweiligen Mails liegen ... ^^

Schön, dass du wieder heil daheim angekommen bist! Incl. Gepäck ...

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Ich hatte mich schon gefragt, wo du verblieben bist. ;) Ich kämpfe leider mit fiesem Jetlag ... und träume dennoch schon wieder von meinen nächsten Urlaub dort (nach dem Studium vielleicht)

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@schwedi: Ich hab wirklich versucht, den Jetlag zu bekämpfen: Habe mich gezwungen wach zu bleiben, etc... Ergebnis ist: Ich könnte den ganzen Tag und die ganze Nacht nur schlafen... Morgens gegen sechs bin ich wach, könnte aber spätestens ab 8 Uhr wieder schlafen... Hoffe, das gibt sich bald...

@Lumi: Vom nächsten Urlaub träume ich auch - aber wohl nicht dort. Ich bleibe da wohl eher Neuengland treu. :) Kalifornien ist schön und ich werde da bestimmt noch einmal vorbei schauen - aber in Neuengland hab ich mich einfach verliebt. :) (Ganz zu schweigen davon, dass meine Frau wohl höchstens im Winter nach Kalifornien gehen würde).

@grandmaster: Der Link sollte eigentlich funktionieren. Welchen Fehler bekommst Du denn?

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      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!



       
    • Vica
      Von Vica in M.Sc. Psychologie FUH in Vollzeit 5
      Teil 1: Es fährt ein Zug nach Hagen 


      Am Montag und Dienstag war es so weit: In Hagen an der FernUni selbst fand das zweitägige Pflichtseminar zum MM2 Kurs „Gutachtenerstellung und Kommunikation“ statt. Alles, was diesen Kurs studiert, muss also persönlich dort antanzen, egal woher er kommt  Wie der Name schon sagt, lernt man in diesem Kurs eigentlich alle wichtigen Schritte bei der Erstellung eines Gutachtens kennen. Die Teilnahme am Seminar ist unerlässlich, andernfalls darf man die Hausarbeit nicht mitschreiben und ohne Hausarbeit ist auch kein Bestehen von MM2 möglich (für Inhaftierte, Kranke und anderswie Verhinderte gibt’s dann Alternativen, scheinbar in Form von Übungen, die zum Thema Aktenanalyse eingereicht werden müssen).  
      Das erste Seminar fand von 12:15 bis 18 Uhr statt, das zweite von 9:00 bis 18:00. 
      Ich war auch mit von der Partie und schildere mal meine Eindrücke gebündelt, in diesem Teil zunächst mal nur, was die Anreise betrifft! Viele beschäftigen sich nämlich im Voraus lange damit, wie sie dort hinkommen und wie es wohl sein wird, zumal Hagen nicht in ihrem "Revier" liegt und Neuland ist, was dem ein- oder anderen neben freudigen Erwartungen auch Muffensausen beschwert hat. 
       
      Anreise
      Hier habe ich natürlich Glück, dass ich nur 1 Stündchen von Hagen entfernt wegwohne. Trotzdem waren die Zugverbindungen zumindest mit den Fernzügen recht mysteriös, teilweise mit 2x umsteigen. Glücklicherweise habe ich eine Bummelzug-Verbindung mit dem National Express erwischt, bei dem ich 0x umsteigen musste. Macht nach Adam Riese 4 Fahrten, wofür ich wohl um die 70€ bezahlt habe. Beschweren kann ich mich hier wirklich nicht: Die National Express Züge waren pünktlich wie die Maurer, fahren stündlich jeweils in der 22.Minute und boten viel Platz und Beinfreiheit. Im Internet liest man viel Kritik, was sich aber mehr auf die Varianten im Mutterland England zu beziehen scheint. Da kann ich also nur sagen: Daumen hoch. 
       
      Bahnhof Hagen
      Den Zustand von Bahnhöfen finde ich schon ganz interessant, für den Fall, dass man sich mal ein Zug verzögert und man sich dort etwas die Zeit vertreiben mag. Der Hagener Bahnhof ist jetzt nicht unbedingt in Schönheit getaucht und etwas heruntergekommen, also ein Einkaufszentrum à la Hamburg braucht man da nicht erwarten. Ich habe aber einen ReWe to go, eine Bäckerei mit Café und einen größeren Zeitschriftenladen gesehen, außen dran ist auch ein McDonald’s. Somit ist wohl etwas vorhanden, um sich ein wenig aufzuhalten. Auf den Gleisen selbst gibt's die üblichen Getränke- und Keksautomaten. Muss zugeben, dass ich diesmal auch selbst heiße Getränke gezogen habe, was ich ja sonst nie mache. Aber bei -6 Grad am Abend erscheint so ein heißer Zitronen-Instant-Tee plötzlich doppelt attraktiv  
       
      Stadt Hagen
      Die geht ja neben ihrem Highlight - der FernUni – etwas unter. Für alle, die es interessiert: Sehr hügelig (ja, als Westfale und Fast-Holländer findet man sowas interessant ), schon aus der Ferne sieht man, dass sie in Hügelketten eingebettet ist. Eine Fahrt durch die Straßen dort geht wirklich über Berg- und Tal. Noch viele Reste der Schwerindustrie sind sichtbar, nicht nur an verrußten Häuserwänden. Eine typische Pott-Stadt eigentlich, obwohl sie auch noch zu Südwestfalen gehört.  Sie ist wohl nicht der Anlaufpunkt für große Shoppingtouren – die Kommilitonen, die sich hier abends die Zeit vertreiben wollten, waren jedenfalls nicht sehr angetan. Dazu kann ich aber nichts sagen, weil ich neben der Taxifahrt durch die Stadt nicht viel gesehen habe. Die FernUni selbst befindet sich nicht im Stadtkern. 
       
      Erreichbarkeit FernUni
      Vom Bahnhof aus ist die FernUni noch gute 4-5 km außerhalb (diverse Routenplaner werden sich da nicht so ganz einig) gelegen. Es gibt Busse, die dort hinfahren (allerdings teilweise mit Umsteigen verbunden – die busreisenden Kommilitonen fanden es nicht so prall) und etwa 20 Minuten brauchen. Zu Fuß kann man auch gehen und braucht etwa 40 Minuten (Zitat Kommilitone, der ansonsten Berufssportler ist). Eigentlich gehe ich auch furchtbar gerne zu Fuß und die Zeit macht mir auch nichts aus, jedoch nicht im achten Monat und auch nicht mit dicker Angina und schon gar nicht bei -4 Grad Tageshöchsttemperatur.
      Derlei Spekulationen habe ich mir gleich geschenkt und bin Taxi gefahren. Die Taxistände befinden sich vom Bahnhof aus links und benötigen gute 10 Minuten. Eine Fahrt kostet genau 12€. Habe vier Fahrten gehabt in den zwei Tagen und immer exakt diesen Preis bezahlt. Die Taxen fahren einen direkt bis vor die Mensa, wo das Hauptgebäude ist. 
      Die Rückreise von der FernUni zum Bahnhof ist schon etwas komplizierter. Die Busse fahren zu knapp, wenn man zwischen 18:05 und 18:30 einen Zug kriegen muss und einen eigenen Taxistand gibt’s dort nicht. Demnach mussten wir über „Taxiruf Hagen“ selbst ein Taxi ordern, welches auch tatsächlich 5 Minuten später da war (Anreiseweg wurde nicht berechnet)! Wir fuhren zum Teil zu viert oder zu dritt zurück, was die Fahrt natürlich sehr billig machte. Und so bekam wirklich jeder seinen Zug. 
       
      Unterbringung und Übernachtungsmöglichkeiten
      Für Leute, die von weit außerhalb kamen, kamen natürlich nur Übernachtungen in Frage. Derlei gibt’s in Hagen schon, auch in unmittelbarer Nähe: Das Campus-Hotel z.B. direkt gegenüber, welches beliebt war bei Leuten, die mit Familie angereist waren. Weiterhin gibt’s ja noch die Bildungsherberge, die sehr beliebt ist und preislich unschlagbar sein soll, aber mit 29 Zimmern natürlich schnell ausgebucht war (Sich auf die Warteliste setzen lassen lohnt sich, viele sagen kurz vorher nämlich ab wegen Krankheit etc.). Eine normale Jugendherberge soll auch noch existieren. Ich hatte auch mal kurz bezüglich Hotels geschaut und da gab es noch einiges zu haben, selbst in Business-Hotels mit vier Sternen ist was Günstiges zu haben, wenn man rechtzeitig bucht. Ein paar Angebote diesbezüglich hatte ich glaube ich über Trivago gesehen – gibt’s aber bestimmt auch bei ähnlichen Anbietern. 
      Im nächsten Beitrag gibt’s Infos zum Ablauf des Seminars ;-)