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Modul 1.5 bestanden - Halbzeit

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parksj86

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Die Überschrift sagt eigentlich schon alles. Gerade bin ich aus meinem "Kurzurlaub" inklusive mündlicher Prüfung in Hagen zurückgekehrt. Ich habe in dieser Zeit sehr erfolgreich meine Sandbagging-Technik angewendet (die Psychologen unter euch müssten wissen, was ich damit meine). Das Wochenende vor der Prüfung hatte ich kaum Zeit zum lernen und auch der Montag vor meinem Trip nach Hagen war vollgestopft mit Terminen. Ich musste in Osnabrück ja fast meinen gesamten Bekanntenkreis besuchen. Also habe ich mich einfach aufs Wesentliche konzentriert und bin noch mal die Argumentation meiner Thesen durchgegangen.

Zur Prüfung selbst: Der Campus in Hagen ist eine interessante Mischung aus Parkplatzchaos und unübersichtlichem Gebäudekomplex. Den Prüfungsraum habe ich aber ziemlich schnell gefunden, das KSW-Gebäude liegt direkt gegenüber der Mensa. Die mündliche Prüfung wurde von der Modulverantwortlichen selbst, Frau Dr. Kleiner abgenommen, der zweite Modulverantwortliche, Herr Kuhn, fungierte als Beisitzer und Protokollant. Gleich die erste Frage hatte ich tierisch in den Sand gesetzt. Nachdem ich ca. 100.000 Mal das Wort Legitimation oder Legitimität gelesen habe, weiß ich nicht mehr, das man den Begriff mit Anerkennung übersetzen kann, also deshalb mein Tipp:

- Wissenschaftliche Begriffe oder Fremdwörter in euren Thesen solltet ihr stets ins "Deutsche" übersetzen können.

Danach ging es weiter, ich musste eine meiner Thesen gegen die Kritik der Prüferin verteidigen. Ihre Fragen gingen in eine ganz andere Richtung, als ich vorgesehen hatte, ihre Argumentation bzw. ihre Gegenfragen waren natürlich sehr stark und stets an den Theorien der Skripte orientiert bzw. etwas darüber hinaus. Ich habe dann dagegen gehalten, weil ich denke, das meine These nach wie vor sehr anschaulich formuliert ist. Konkret ging es um Input- und Output-Legitimation. Ich habe mich dann auf die Theorien bezogen und über den Vergleich zweier politischer Systeme und Ansätze meine Argumentation bekräftigt. Das kam bei Fr. Dr. Kleiner nach eigenem Bekunden gut an.

Danach sind wir abgeschweift, bzw. ich. Auf die Frage, welche Demokratietheorie sich auf die partizipative Demokratie bezieht, kam von meiner Seite erst mal kurz nichts. Eigentlich hatte ich die Antwort die ganze Zeit im Kopf, letztendlich habe ich nach kurzem Zögern auch die richtige Theorie genannt: die deliberative Demokratietheorie. Den kleinen Exkurs über Habermas hätte ich mir allerdings ersparen können. Nichtsdestotrotz ein zweiter Tipp:

- Schaut beim Lesen der Skripte über den Tellerrand hinaus!

Wir sind noch das ein oder andere Mal etwas abgeschweift, da ich v.a. in den weitergehenden Fragen zu meinem Thesenpapier immer wieder die Chance gesehen hatte, verbal in Fahrt zu kommen. Dies wurde mir hinterher aber auch ein wenig angekreidet. Nachdem die Thesen abgearbeitet waren, hatten wir noch etwas Prüfungszeit und Fr. Dr. Kleiner ging auf Theorien und Ansätze ein, die Teil des Moduls, aber nicht Teil meines Thesenpapiers waren. Da ich die Skripte 2-3 Mal gelesen hatte, hatte ich mit diesem Prüfungsteil weniger Probleme. Aus diesem Grund auch ein letzter Tipp von mir:

- Lest wirklich alle Skripte und Texte der Pflichtlektüre.

Die Note erhält man gleich im Anschluss an die Prüfung - ein Vorteil dieser Prüfungsart. Ich bin mit meiner Leistung und auch dem Ergebnis sehr zufrieden. Mittlerweile habe ich mir auch viele Gedanken gemacht, wie es weiter geht. Das letzte Semester und die Klausurnote kann ich jetzt erst mal als Ausrutscher sehen. Ich denke, ich habe immer noch gute Chancen, dass Studium mit einer guten Note abschließen. Auch meine beruflichen Ziele sind nach wie vor geblieben. Dazu werde ich in den kommenden Tagen aber einen separaten Blogbeitrag schreiben.

Im kommenden Semester steht nun die Hausarbeit im Modul 2.1 an. Hierzu habe ich mich im Mai auch zu einem politikwissenschaftlichen Workshop angemeldet, in dem es um sozialwissenschaftliche Fragestellungen und Methoden und natürlich auch um das Verfassen schriftlicher Arbeiten geht. Ich denke, dies wird mir noch einmal einen Schub geben - im Juli kommt das ein Präsenzseminar im Modul 2.3, das ich dann im darauffolgenden Semster angehen will. ich denke, die beiden Präsenztermine werden die derzeit dringend benötigte Motivationshilfe sein.


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3 Kommentare


Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Ich hatte am Montag auch mündliche Prüfung (Modul 2.3) und kann deine Aussagen nur bestätigen.

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Markus Jung

Geschrieben

Ich habe in dieser Zeit sehr erfolgreich meine Sandbagging-Technik angewendet (die Psychologen unter euch müssten wissen, was ich damit meine)

Ich kannte den Begriff bisher nicht. Nach einiger Recherche habe ich herausgefunden, dass damit das Herunterspielen der eigenen Leistungsmöglichkeiten gemeint ist und außer in einem psychologischen Kontext vor allem in sozialen Kontexten und im Sport angewendet wird.

Was du jetzt konkret für dich damit meinst, ist mir noch nicht ganz klar geworden und ich würde mich hier über weitere Erläuterungen freuen.

Ansonsten: Glückwunsch zur dich sehr zufriedenstellenden Note. Ich fand deinen Prüfungsbericht sehr anschaulich und sogar spannend und es wurde für mich deutlich, dass die Prüfung wohl sehr anspruchsvoll, aber dabei fair ist.

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Ich kannte den Begriff bisher nicht. Nach einiger Recherche habe ich herausgefunden, dass damit das Herunterspielen der eigenen Leistungsmöglichkeiten gemeint ist und außer in einem psychologischen Kontext vor allem in sozialen Kontexten und im Sport angewendet wird.

Was du jetzt konkret für dich damit meinst, ist mir noch nicht ganz klar geworden und ich würde mich hier über weitere Erläuterungen freuen.

Ansonsten: Glückwunsch zur dich sehr zufriedenstellenden Note. Ich fand deinen Prüfungsbericht sehr anschaulich und sogar spannend und es wurde für mich deutlich, dass die Prüfung wohl sehr anspruchsvoll, aber dabei fair ist.

Danke, so wollte ich es auch ausdrücken.

Zum Sandbagging: ab ca. 2 Wochen vor einer Prüfung bin ich eigentlich nur noch damit beschäftigt, mir einzureden, dass meine Vorbereitung nicht ausreicht, ich zu wenig gelernt und gelesen habe etc. Das steigert sich dann meistens soweit, dass ich 1-2 Tage vorher noch einmal kurz und ernsthaft überlege, ob ich die Prüfung überhaupt antreten soll. Schön und wichtig ist dann der Teil nach bestandener Prüfung - ich kann mir entweder einreden, dass das Ergebnis doch ganz gut geworden ist - obwohl meine Vorbereitung suboptimal lief oder aber, dass ich einfach toll bin und quasi übermenschliches geleistet habe. Das ist mittlerweile so eine Art Ritual, das ich pflege.

Im Seminar Kommunikationspsychologie hatten wir damals Sandbagging im sozialen Kontext z. B. auf Prüfungsituationen übertragen. Beim Sport kann man dieses Phänomen natürlich auch sehen - meistens sogar in seiner Reinform.

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