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Fernabi - mündliche Abiturprüfung Geografie

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Lernfrosch

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Die erste mündliche Prüfung liegt hinter mir.

Ich bin erleichtert, dass die Prüfung vorbei ist! Es war absolut nicht das, was ich erwartet hatte.

Ich kannte die Erfahrungsberichte von anderen, was von den Prüfungen berichtet wurde, was wie gefragt wurde usw. Meine Vorstellung wich aber dann doch von der Realität ab.

Es gab zwei Aufgaben, die ich zu Beginn der Vorbereitungszeit (regulär 30 Minuten) vorgelegt bekommen habe.

Aufgabe 1:

Industriegeografie: Montanindustrie in SaarLurLux

1. Es sollte dargestellt werden, wie sich das Industriegebiet entwickelt hat

2. Der Strukturwandel des Industriegebiets in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sollte herausgearbeitet werden.

3. Es sollte bewertet werden, ob der Strukturwandel erfolgreich war.

Materialien:

- Atlas (zwei Karten waren vorgegeben, die das Gebiet Frankreich, Deutschland, Luxembourg in den Jahren 1957 und 2007 zeigten)

- kurzer Infotext (6 Stichworte mit Jahreszahl) zur Geschichte des Saarlandes

- eine Grafik, die die Fördermenge von Rohstoffen in Bezug zur Zeit in den drei Gebieten darstellte

- Stichwortartige Beschreibung der Rohstofffördermengen aufgeteilt nach Gebieten heute

- grafische Karte zum Pendleraufkommen in der Region, beschriftet mit Pfeilen, die die Pendlerbewegungen darstellten

Aufgabe 2:

Es war die typische Entwicklung einer deutschen Großstadt in den letzten zwei Jahrhunderten am Beispiel von Dortmund darzulegen.

Materialien:

- Atlas (drei Kartenausschnitte vom Stadtkern Dortmunds in den Jahren 1858, 1945, 2010)

Prüfungsablauf:

Ich konnte mir in der 30 minütigen Prüfung aussuchen mit welcher Aufgabe ich beginnen wollte; ich wollte mit Industriegeographie anfangen. Dann kam noch eine kurze Frage zu meinem Wohnort (Hamburg). Dieser Frage habe ich an dieser Stelle keine Bedeutung beigemessen, leider.

Die Aufgabenstellung zu Aufgabe 1 war relativ klassisch, die Prüfung dazu eher "seltsam".

Mein Einstieg war mehr als holprig, es ging um die Entstehung des Industrieraumes. Ich sollte geschichtliches Hintergrundwissen einbeziehen - da war bei mir nicht so viel zu holen (nein, ich hatte kein Geschichte; Französisch? Auch nicht). Ich habe dann mehr oder weniger munteres Rätselraten betrieben und vor mich hingeredet: Konflikt um Grenzziehung zwischen Frankreich und Deutschland, zweiter Weltkrieg etc.

Da kam eine Zwischenfrage des Prüfers: Warum gab es diesen Konflikt um die Zugehörigkeit des Saarlandes?

Meine selbstsichere Antwort bei ziemlicher Ahnungslosigkeit: beiderseitiges Interesse an Rohstoffvorkommen in der Region, wirtschaftliches Interesse

Dann habe ich die Kohlevorkommen beschrieben, Eisen-/ Stahlindustrie erwähnt. Ich habe auf die Standorttheorie von Weber hingewiesen; diese sollte ich aber nicht ausführen (es reichte den Begriff erwähnt zu haben).

Dann bin ich zum zweiten Aufgabenteil übergegangen. Da habe ich dann beschrieben, inwiefern sich die Region verändert hat. Rückgang der Kohleförderung, Aufbau von neuen Industriezweigen (ersichtlich aus der Atlaskarte) etc.; Prozess der Tertiärisierung.

Woran wird diese darüber hinaus geografisch deutlich?

Ausbau der Infrastruktur. Neue Straßen, Autobahnen, Begradigung der Flüsse ...

Zur Begradigung der Flüsse: Wurde diese durchgeführt um das Gebiet länger zur Kohleförderung nutzen zu können oder um den Strukturwandel zu steuern?

Ich hatte wieder keine Ahnung, aber eine Antwort: Kohleförderung Bedarf Transport, hat also Interesse an Beschiffbarkeit von Flüssen, wird sich also positiv verlängernd ausgewirkt haben. Strukturwandel nutze diese frühen Tendenzen für sich aus, entwickelte diese weiter im Hinblick auf eigene, moderne Interessen, Möglichkeiten etc.

Erfolgte der Strukturwandel in Teilgebieten der Region schneller/ langsamer als in anderen und wenn ja, inwiefern und warum?

Ja. Es gab in Teilgebieten unterschiedlich hohe Kohlevorkommen und entsprechend unterschiedlich viel Kohleabbau/ -nutzung. Wirtschaftliches Interesse war von Bedeutung; wo es ohnehin weniger Kohle gab konnte man weniger Gewinne machen und der Strukturwandel setzte schneller ein, um mehr Gewinn zu machen.

Dann sollte ich den Strukturwandel bewerten. Ich habe den Rückgang der Montanindustrie als Verlust dargestellt, weil in einigen Regionen dadurch die Industrie wegbrach. Insgesamt habe ich es als erfolgreich dargestellt, weil sich neue Industrien ansiedelten und sich zwei Städte von überregionaler Bedeutung (Saarbrücken und Luxemburg) weiterentwickelt haben. Diesen Bedeutungsüberschuss habe ich mit dem Pendleraufkommen und dem Bau internationaler Flughäfen belegt. Das Stichwort Globalisierung habe ich auch noch erwähnt.

Irgendwo dazwischen kam noch eine Frage zur Situation und Auswirkung des Rückgangs der Industrie Lothringens. Da habe ich auf die Atlaskarte verwiesen und irgendwas von Weinanbaugebieten in Frankreich gesagt.

Danach wurde dann das Thema gewechselt, worüber ich sehr froh war. Zunächst.

Ich habe damit begonnen die älteste Karte von Dortmund heranzuziehen. Ich habe beschrieben wie die Stadt aufgebaut ist (Marktplatz, Stadtmauer, kompakte geschlossene Siedlungsstruktur; Umland Ackerflächen) und gesagt das sei typisch für alle Marktstädte Deutschlands zu dieser Zeit. Das besondere an Dortmund sei der Anschluss an das Eisenbahnnetz bereits zu diesem Zeitpunkt. Auf die Bedeutung des Marktplatzes als wirtschaftlichem Zentrum sind wir auch zu sprechen gekommen.

Dann bin auf die Karte von 1945 eingegangen. Ich habe die Veränderungen beschrieben (keine Stadtmauer mehr, Ausbau der Infrastruktur, Vergrößerung des Bahnhofs und Verbreiterung der Straßen, Ausdehnung der Stadt über die ehemalige Stadtgrenze hinaus in geordneter fast geometrischer Art). Dann habe ich erwähnt, das sei typisch für Städte. Und insbesondere für deutsche Städte sei typisch, dass das Stadtbild zu dieser Zeit Lücken und Freiflächen aufweise (Wirkungen des zweiten Weltkriegs). Mit der Notwendigkeit der Beseitigung von Wohnungsnot habe ich dann zur heutigen Zeit übergeleitet.

Ich habe erwähnt, dass heute der Nachhaltigkeitbegriff an Bedeutung Gewinne. Das könne man am Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sehen; in Dortmund wurde eine U-Bahn gebaut. Parkplätze wurden errichtet und die Innenstadt wurde zur Fußgängerzone.

Was wurde aus den alten Stadtmauern?

Wurden in manchen Städten in Teilen erhalten, größtenteils aber beseitigt.

Warum? Wofür werden die freigewordenen Flächen genutzt (> vgl. mit der Atlaskarte)?

Straßenbau. Hierauf verlaufen die heutigen Ringstraßen.

Welche Straße verläuft in Hamburg an der Stelle der ursprünglichen Stadt?

Den Straßennamen kannte ich nicht. Ich meinte dann, eine in Hamburg bekanntere und gebräuchliche Alternativbezeichnung sei 1. Ring.

Was ist an diesen Ringstraßen häufig zu finden, Stichwort Versorgung?

Meine Rückfrage: Welche Art Versorgung?

Gemeint war die Versorgung mit öffentlichen Einrichtungen. Da habe ich dann anhand der Atlaskarte aufgezählt, dass sich dort Verwaltungs-, Gerichtsgebäude usw. finden.

Warum sind diese Gebäude gerade an diesen Stellen? Nicht nur in Dortmund, sondern auch in anderen Städten, warum z.B. In Hamburg bei den Wallanlagen?

Ich meinte, öffentliche Gebäude müssen gut öffentlich erreichbar sein und die Lage an den Ringstraßen erfüllt diese Voraussetzung.

Wo findet die andere Form der Versorgung in Dortmund statt?

Ich habe auf die Fußgängerzone als Hauptgeschäftsstraße hingewiesen.

Wie das in Hamburg sei?

Ich habe gemeint, die Mönckebergstraße sei vergleichbar mit Dortmund.

Dann wurde ich aufgefordert mir die Karte von Dortmund von 1858 nochmal anzusehen und die heutige Fußgängerzone mit der damaligen Hauptverkehrsstraße zu vergleichen.

Ich habe gesagt, die neue Straße verläuft nördlich parallel dazu. Das deswegen, weil bauliche Veränderungen wegen Bebauung nicht möglich und dort Platz für breitere Hauptstraße war.

Ist das bei den ehemaligen größeren Nebenstraßen ähnlich?

Ja, aber die wurden nur verbreitert und darunter verläuft heute die U-Bahn.

Warum verläuft die Hauptstraße in Dortmund seit jeher in Ost-West-Richtung?

Das wusste ich nicht.

Wo liegt Dortmund?

Ich meinte, am östlichen Rand des Ruhrgebiets.

Wie ist die Lage zu den anderen Städten?

Da habe ich dann gefragt, ob die Frage darauf abziele, dass die Straße eine Handelsroute sein könnte. Die Veränderung der Hauptstraße zur Einkaufsstraße sei dann eine Art historische Weiterentwicklung.

Zum Abschluss würde ich gefragt, ob das meine erste mündliche Abiprüfung gewesen sei und welche ich in den nächsten Tagen noch habe.

Dann war dann die Prüfung zu Ende.

Im Flur habe ich dann gewartet, etwa 5 Minuten. In dieser Zeit habe ich mich mit Frau M. von der Schulbehörde kurz unterhalten.

Es sei so, dass nahezu jeder in der Prüfung desselben Faches eine andere Aufgabe bekomme, damit man sich nicht untereinander absprechen könne. In den Prüfungen sitzen immer drei Prüfer (von den dreien hat eine bei mir das Protokoll geschrieben, einer hat sehr respektvoll und höflich das Gespräch geführt, der dritte saß dabei und hat schweigend zugehört).

Sie erkundigte sich dann wie ich die Prüfung fand. Ich meinte, es sei anders als erwartet gewesen, aber trotzdem fand ich das Prüfungsgespräch recht angenehm. Dann erhielt sie die Note von den Prüfern und rief mich daraufhin wieder zu sich und teilte mir das Ergebnis mit:

12 Notenpunkte

Fazit:

Mit der Note bin ich zufrieden.

Aber warum habe ich vorher so viel gelernt??? Bis auf die Kenntnis des Begriffs "Standorttheorie von Weber" und grundlegendste Grundlagen der Stadtentwicklung habe ich nichts von meinem Wissen nutzen können (Umgang mit dem Atlas war mir auch schon vorher bekannt). Stattdessen habe ich die halbe Prüfung hindurch eigentlich nichts anderes gemacht als geraten und bei ziemlicher Ahnungslosigkeit so getan als wüsste ich etwas. Die Vorbereitung durch die Fernschule oder/ und das Schulbuch war nicht wirklich zielführend.

Bislang fand ich von allen Prüfungen diese am anspruchsvollsten, was wahrscheinlich daran lag, dass sehr viele Zwischenfragen kamen, mit denen ich inhaltlich so nicht mal ansatzweise gerechnet hatte.


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4 Kommentare


Ich gratuliere zur bestandenen Prüfung und vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht! :thumbup:

Hattest Du an der Fernschule denn keine Geschichte belegen müssen?

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Hattest Du an der Fernschule denn keine Geschichte belegen müssen?

Geschichte hatte ich von Anfang an nicht belegt.

Man muss in Hamburg insgesamt eine Gesellschaftswissenschaft wählen, welche ist egal; ich habe mich für Geografie, Sozialkunde und Religion entschieden.

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Markus Jung

Geschrieben

Danke für deinen Bericht und Glückwunsch zur Note.

Ich finde die Prüfung auch recht anspruchsvoll. Schön, dass du dich mit meiner Heimatstadt beschäftigt hast :-) Die Ost-West-Hauptstraße ist vermutlich der frühere Ostenhellweg/Westenhellweg gewesen - da lagst du mit deiner Vermutung Handelsroute also richtig :-).

Insgesamt für 30 Minuten zwei ganz schön komplexe Themen, die du da bearbeiten musstest. Auch die Vorbereitungszeit von jeweils 15 Minuten pro Thema ist da ja ganz schön knapp.

Weiter viel Erfolg!

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Die Ost-West-Hauptstraße ist vermutlich der frühere Ostenhellweg/Westenhellweg gewesen

Ja, ganz genau um diese beiden Straßen ging es. Hatte ich zuvor noch nie gehört, aber ich kenne die Stadt selbst auch nicht, weil ich noch nie dort war.

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