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nach dem Fernabi - Abizeugnis erhalten/ Rückblick, Gedanken und Fazit zum Fernabi

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Lernfrosch

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Dies wird mein letzter Blogeintrag zum Fernabi; mit dem Erhalt des Abiturzeugnisses (> Anhang) ist das Fernabi-Projekt für mich abgeschlossen.

Rückschau

Ich war Fernschüler der Fernakademie für Erwachsenenbildung (FEB). Für mich stand von Anfang an fest, dass ich die Abiturprüfung an meinem Wohnort (Hamburg) ablegen möchte, daher kamen nur ILS und FEB in Betracht. Die Entscheidung ist auf die FEB gefallen, weil mir die Vertragsbedingungen mehr zugesagt haben.

Mein erstes Paket von der FEB habe ich am Freitag, dem 13. August 2010 erhalten.

Die erste Einsendeaufgabe (Mathe, MatS 6 - Mengenlehre) habe ich noch am selben Tag fertiggestellt.

Die Zulassung zu den Probeklausuren habe erst ich im dritten Anlauf bekommen... Im April 2014 habe ich endlich an den Probeklausuren teilnehmen dürfen und diese auch auf Anhieb bestanden. Damit hatte ich den Lehrgang abgeschlossen und bekam ein "Zeugnis" darüber ausgestellt. Mit diesem habe ich mich bei der Schulbehörde Hamburg für die Abiturprüfung im Herbst 2014 angemeldet.

Im August 2014 habe ich die schriftlichen Abiturprüfungen abgelegt. An den mündlichen Prüfungen im Dezember konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Daher habe ich an den mündlichen Prüfungen im April 2015 teilgenommen.

Eine Woche nach der letzten Prüfung habe ich mein Abiturzeugnis erhalten.

Wie groß war der Lernaufwand?

Je nach Fach war der Aufwand sehr unterschiedlich:

- In Mathe z.B. habe ich meine erste Note am 19.08.2010 erhalten; das letzte Heft hatte ich bereits am 03.07.2012 fertig. Somit hatte ich das Fach in nicht ganz zwei Jahren komplett bearbeitet. Viel dafür getan habe ich nicht: Meistens habe ich das Heft einmal gelesen, manchmal habe ich auch darauf verzichtet.

- Religion hatte ich als letztes Fach hinzugenommen; zuvor hatte ich Chemie und habe dann gegen Religion getauscht. Begonnen habe ich mit Religion am 29.05.2012, am 23.10.2013 war ich damit fertig. Die Themen waren für mich alle neu; der Lernaufwand hielt sich dennoch in Grenzen.

- Biologie habe ich im Oktober 2010 begonnen. Mit den Fernschulheften hatte ich es nicht so... Die Themen habe mich interessiert, aber ich fand die Darstellung in den Heften nicht so toll. Diese war mir oft zu oberflächlich und gerade in Bio hätte ich mir in den Heften gerne mal ein paar farbige Abbildungen gewünscht. Daher habe ich auf sehr viel zusätzliches Material zurückgegriffen. Der Aufwand war dann entsprechend größer. Fertig geworden mit Bio bin nach genau drei Jahren.

- Sozialkunde habe ich erst später hinzugenommen (dafür habe ich Physik abgewählt). Begonnen habe im Januar 2011, fertig geworden bin ich im Mai 2013. Das Fach war gut und leicht zu lernen, die Hefte ließen sich zügig lesen. Auf zusätzliche Materialien habe ich bis zur Prüfungsvorbereitung verzichtet, obwohl mir die Hefte teilweise zu oberflächlich und nichtssagend waren.

- Geografie war eines der Fächer, die ich am liebsten mochte. Inhaltlich übersichtlich, Hefte gut aufbereitet und ergänzt durch ein Schulbuch und die Arbeit mit dem Atlas. Warum das Fach von seiten der Fernschule als sehr schwierig und nur zu wählen, wenn man gute Vorkenntnisse hat, dargestellt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Angefangen habe ich Ende Mai 2013 und im Oktober 2013 war ich mit dem Fach fertig.

- Deutsch... angefangen im September 2010 habe ich mich bis November 2013 durch das Fach gequält. Fertig geworden bin ich mit den Heften bis heute nicht (eigentlich muss man alle Hefte bearbeitet haben; mir wurde ein Teil im Rahmen eines Nachteilsausgleiches erlassen). Der Lernaufwand war hoch und einfach nur nervig. Relevant für die schriftliche Prüfung war ein winziger Bruchteil davon; das meiste wäre evtl. sinnvoller für Deutsch als mündliches Prüfungsfach gewesen.

- Englisch... Noch ein Fach, mit dem ich es nicht so hatte. Mit den Fernschulheften konnte ich nicht viel anfangen. Wie man damit die Sprache lernen soll, weiß ich bis heute nicht. Der Lernaufwand war gemischt. Ich wusste schon vorher, dass mir Englisch und Sprachen allgemein schwer fallen; meine Erwartungen waren daher auch nicht sehr hoch. Die Hefte habe ich irgendwann nur noch überflogen, nachdem ich gemerkt hatte, dass es mir nichts bringt mich intensiver damit zu befassen. Meine Noten wurden weder besser noch schlechter, sie blieben nahezu gleich, egal ob ich vorher gelernt hatte oder nicht. Gleich meine erste Einsendearbeit im August 2010 erhielt ich unkorrigiert mit einem Plagiatsvorwurf zurück (der Vorwurf war nicht gerechtfertigt), motivierend war das nicht. Weitergemacht mit dem Fach habe ich daher erst ein Jahr später und danach hatte ich wieder eine fast ein Jahr lang dauernde Pause eingelegt... Danach hat dann jemand anderes meine Aufgaben korrigiert. Innerhalb eines Jahres habe ich das Fach dann nahezu abgeschlossen (ein Teil der Aufgaben wurde mir dank Nachteilsausgleich erlassen). Den Eindruck, etwas wesentliches durch den Kurs dazugelernt zu haben, habe ich bis heute nicht.

- Latein; das Fach, das mir die größten Sorgen bereitet hat. Der Lernaufwand war sehr hoch, was daran lag, dass es eine neue Sprache für mich war und ich so gut wie keine Vorkenntnisse hatte. Die Hefte fand ich nicht durchweg schlecht, nur etwas unpraktisch, weil sie mir nicht kleinschrittig und erklärend genug vorgingen und mehr Verwirrung stifteten als Klärung. Mit den Heften alleine habe ich es nicht geschafft Latein zu lernen und mich auf die Prüfung vorzubereiten. Ich habe die Hefte daher irgendwann beiseite gelegt, mir ein anderes Lehrwerk gekauft und zusätzlich einen Online-Fernkurs an der TU-Dresden belegt. Erst damit ist es mir dann gelungen, mir ein paar Grundkenntnisse der lateinischen Sprache anzueignen.

Die Aussage, dass der Lernaufwand in den Leistungskursen höher sei als in den Grundkursen, kann ich für mich nicht bestätigen: Den geringsten Aufwand hatte ich im Mathe-LK.

Der angegebene Lernaufwand von 15 Stunden in der Woche... ich weiß nicht, wo diese Zahl herkommt.

Teilweise habe ich für ein Heft nur zwei bis drei Stunden gebraucht, gerade anfangs. Manche Hefte habe ich gar nicht gelesen und dafür vier Stunden an der Einsendeaufgabe geschrieben. Wieder andere Hefte hatte ich ein halbes Jahr lang herumliegen und bin nicht weitergekommen. Mit 15 Stunden in der Woche wäre bzw. bin ich nicht ausgekommen.

Und was ich unbedingt noch loswerden muss: Ich lese immer wieder die Frage, ob es möglich sei, das Fernabitur mit Fernschule in einem Jahr zu schaffen. Entschuldigung, aber ich kann diese Frage nicht mehr hören! Das Abi ist kein Geschwindigkeitswettbewerb oder sonstwas. Allein der Zeitraum von den Probeklausuren bis zur letzten Abiprüfung dauerte bei mir ein Jahr (hätte ein halbes Jahr schneller gehen können, wenn ich nicht krank geworden wäre). Es ist mir ein Rätsel wie man dann in einem halben Jahr - womöglich noch neben einer 40-Stunden-Arbeitswoche und familären Verpflichtungen - etwa 120 bis 130 Hefte lesen und die Einsendeaufgaben dazu schreiben will und direkt danach ohne weitere Vorbereitungszeit in die Prüfungsphase gehen will. Ich sage nicht, dass ich es für nicht möglich halte. Ich meine nur, wenn man das kann und sich das zutraut, könnte man sich auch gleich für die Abiprüfungen anmelden oder sich ernsthaft/ gründlich damit auseinandersetzen und fragen, ob dieses Vorhaben mehr der Realität oder einer Wunschvorstellung entspricht.

Wie bin ich beim Lernen vorgegangen?

- während des Fernlehrgangs:

Heft aufschlagen - beim Lesen mit Textmarker und Bleistift Markierungen eintragen, ggf. zusätzliche Materialien bearbeiten - Heft zuschlagen - Einsendeaufgabe schreiben - Heft wegpacken und zum nächsten Heft übergehen

An die vorgegebene Reihenfolge habe ich mich nicht gehalten; diese erschien mir nicht sinnvoll. Ich habe immer ein Heft nach dem anderen bearbeitet (seltenst mal zwei parallel) und ein Heft zu einem beliebigen Fach gewählt, worauf ich gerade Lust hatte. Ich habe z.B. aus jedem Paket immer zuerst alle Mathehefte gemacht und danach erst die anderen Fächer. Auf einem Plan habe ich dann immer angestrichen, welche Hefte ich fertig hatte; so hatte ich immer den Überblick.

- während der Prüfungsvorbereitung:

Die Biologiehefte habe ich alle nocheinmal gelesen; zusätzlich habe ich den ganzen Linder (ein Biobuch für die Oberstufe) gelesen. Die Englisch-, Deutsch- und Mathehefte habe ich zur Vorbereitung in der Papiertonne entsorgt... Dafür habe ich alle (wirklich alle bis auf die Stochastikaufgaben) Hamburger Matheabiaufgaben der letzten 8 Jahre durchgerechnet (findet man über den Hamburger Bildungsserver). In Englisch hat mir ein Buch genützt, das Phrasen und Textbausteine für verschiedene Textsorten etc. enthielt: diese habe ich wie Vokabeln auswendig gelernt und in der Prüfung anwenden können. Für Deutsch hatte ich eine Datei vom Bildungsserver mit Musteraufgaben, Lösungen und Erklärungen; die Art der Aufgaben entsprach exakt den Prüfungsaufgaben. Für die mündlichen Prüfungen habe ich in Latein einen Online-Fernkurs an der TU-Dresden belegt und anschließend den gesamten Bellum Gallicum gelesen und zum Teil auswendig gelernt; das Cäsar-Buch, das man von der Fernschule erhält, komplett durchzuarbeiten war für den Geschichtsteil in der Prüfung sehr nützlich. In Sozialkunde, Religion und Geografie habe ich auch die Hefte nochmal alle einmal gelesen und mir teilweise an dieser Stelle eigene kurze Zusammenfassungen geschrieben, die ich dann auswendig gelernt habe. Ich hatte darin teilweise Fragen und Anmerkungen stehen, was mich an einem Thema besonders interessiert, was ich seltsam finde, was mir während des Schreibens auffiel etc.; eine dieser Fragen habe ich in der Lateinprüfung aufgegriffen. Darüberhinaus habe ich mit sehr viel zusätzlichen Materialien gearbeitet; ich habe massenweise Bücher gelesen (v.a. Biografien für Religion/ Latein und Lehrbücher etc. zu den anderen Fächern) und ein paar DVDs/ Dokumentationen immer wieder geschaut (v.a. zu Bonhoeffer und zu verschiedenen Geografiethemen).

Vor den schriftlichen Prüfungen habe ich die Lehrinhalte nach Themen sortiert und die Fächeraufteilung aufgehoben. Ich habe dann Themenwochen eingeführt, in denen alle Lerninhalte mit diesem Thema zu tun hatten.

Die Fächer und Themen für die schriftlichen Prüfungen habe ich von vornherein nach größtmöglicher inhalticher Übereinstimmung ausgesucht.

Eigentlich habe ich zum Lernen fast nur gelesen; dieses aber sehr intensiv und so, dass ich fast auswendig wusste, was ich gelesen habe. Für Latein hatte ich zum Vokabellernen Karteikarten, mit denen ich nach dem 2-6-19-Prinzip geübt habe. Zusammenfassungen habe ich in der letzten Woche vor der mündlichen Prüfung in Religion und Sozialkunde erstellt; weniger zum Lernen als zum Themen strukturieren und prägnante Formulierungen für die Prüfung parat zu haben.

Sehr nützlich war es vor den schriftlichen Prüfungen viel von Hand zu schreiben.

Vor den mündlichen Prüfungen habe ich sprechen und freies Vortragen geübt.

Würde ich es wieder auf diese Weise machen?

Ich würde mich jederzeit wieder für die Teilnahme an der externen Abiturprüfung entscheiden.

Ich würde mich aber gegen die Teilnahme an einem Fernlehrgang (bei Klett) entscheiden.

Wie sind meine Erfahrungen mit der Benotung der Einsendeaufgaben? Auch im Hinblick auf die Abiturnoten?

Abgesehen von meinen Erfahrungen mit Plagiatsvorwürfen relativ unspektakulär.

Ich hatte Korrekturen, die nur draus bestanden, dass jeder Aufgabenteil abgehakt war und am Ende die Note 1 stand; gerade bei den ersten Sozialkundeheften.

Ich hatte Korrekturen, die sich über mehrere computergeschriebene Textseiten zogen und inhaltlich sehr gut, differenziert und hilfreich waren. In diesen war nicht nur erklärt, dass etwas gut/ weniger gut war, sondern auch warum und inwiefern und in welchem Maß der Erwartungshorizont erfüllt wurde etc. Das war beispielsweise in Religion der Fall.

Die meisten Korrekturen lagen zwischen diesen Extremen. Randbemerkungen in meiner Arbeit und eine kurze Abschlussbemerkung in zwei, drei Sätzen unter der Arbeit.

Einen Unterschied in der Benotung zwischen den ersten Aufgaben und den letzten vor der Prüfung konnte ich nicht feststellen. Mein Notendurchschnitt im ersten und zweiten Teil des Lehrgangs (Sek. 1 bzw. Sek. 2) ist nahezu gleich geblieben.

Einen Unterschied gab es lediglich zwischen den Lehrgangsnoten und meinen Abiturnoten.

Den Lehrgang habe ich mit einem Durchschnitt von 2,1 abgeschlossen, das Abitur mit 1,7.

Konkret verbessert haben sich meine Noten in Mathe, Deutsch, Englisch, Sozialkunde und Latein. Gleich geblieben sind die Noten in Biologie und Religion. Minimal verschlechtert (um einen Punkt) hat sich die Note in Geografie.

Welche Tipps habe ich für andere angehende Fernabiturienten?

Schwierig zu sagen, denn was für mich hilfreich war muss es nicht unbedingt für andere sein (und umgekehrt).

Von daher würde ich sagen, möglichst vieles auf allen möglichen Ebenen auszuprobieren und zu schauen, was sich für einen richtig und stimmig anfühlt, und zu schauen, ob man dadurch dem gesteckten Ziel einen Schritt näher kommt.

Was würde ich aus heutiger Sicht anders machen? Was würde ich genau so wieder machen? Was würde ich im Gegensatz zu den Empfehlungen der Fernschule anders machen?

Mich hat es gestört, dass selbst beim dritten Lehrgangseinstieg eine sehr lange Wiederholungsphase am Anfang stand. Diese Phase war fast genauso lang wie die eigentlich erst relevante Oberstufe. Wenn ich gedurft hätte, hätte ich in vielen Fächern (mit Ausnahme von den Sprachen, die mir schwerfielen) diese Vorphase übersprungen und mich gleich mit dem wichtigen befasst. So war es für mich eine Wiederholung, die mich gelangweilt und aufgehalten hat, weil ich mich dann lieber mit anderen Inhalten beschäftigt habe und mein Wissen ausbauen wollte. Das hat im Endeffekt zwar zu guten Noten geführt, jedoch auch häufiger zu Plagiatsvorwürfen bei Einsendeaufgaben und hielt mich im Endeffekt eigentlich auf.

Was mich auch gestört hat war, dass zuerst die Wahl meiner Leistungskurse abgelehnt wurde, weil ich meine Wahl zu früh getroffen hätte. Ich wusste von Anfang an, welche LKs ich wählen will und letztlich bin ich bei dieser Entscheidung geblieben.

Meine Fächerwahl habe ich verändert. Ich hätte gerne Chemie und Physik gelernt. Die Chemiehefte erschienen mir aber so inhaltsleer, dass ich Zweifel hatte, ob ich mit diesen ansatzweise Prüfungsniveau erreichen könnte; daher dann der erste Fachwechsel. Mit den Physikheften hatte ich so meine Not. Teilweise didaktisch aus dem letzten Jahrtausend und noch mit Schreibmaschine geschrieben... damit wollte ich nicht lernen >> Fachwechsel.

Die Empfehlung der Fernschule, erst die Fächer alle auszuprobieren und dann zu wählen, finde ich gut. Ich habe z.B. ein Geschichtsheft bearbeitet und gemerkt, dass mir das Fach in dieser Form zwar gefällt, ich aber kein so großes Interesse an den Themen habe. Religion zu wählen war für mich anfangs überhaupt keine Option; bis ich dann das erste Heft gelesen hatte. Das Fach ist weniger Religion denn Religionsphilosophie; und ich mochte das Fach sehr gerne. Fächer auszuprobieren hat sich für mich gelohnt. Schade fand ich, dass Religion und Geografie erst im zweiten Lehrgangsteil beginnen; da hätte ich mir einen früheren Beginn gewünscht.

Mein Problem mit der Zulassung zu den Probeklausuren bzw. die Ablehnung... das ärgert mich heute noch und ich habe noch immer kein Verständnis dafür, dass nur die Teilnehmer zu den PKs zugelassen werden, bei denen allein aus Sicht der Fernschule Aussicht auf Erfolg besteht und man mir mitteilte, dass ich nicht dazugehören würde. Für mich wurden die PKs dadurch zu einer fast unünerwindbaren Hürde und zu einem Punkt, an dem ich ernsthaft nachdachte den Lehrgang zu kündigen und selbstständig weiterzumachen. Aus heutiger Sicht würde ich mit dem jetzigen Wissen um den Ablauf der Abiprüfung an dieser Stelle kündigen.

Was auch so ein Thema war, das immer wieder auftauchte, waren Plagiate bei Einsendeaufgaben. Mir wurden diese Vorwürfe in Englisch, Latein und Mathe gemacht. In Mathe, weil meine Aufgaben alle richtig gerechnet waren! Ich hatte eine längere schriftliche Diskussion mit der Fernschule mit der zuständigen Person. Dabei kam heraus: Sie (also ich) = Schüler = können also nicht Recht haben und Korrektor = Lehrer = hat Ahnung und Recht. Ich dürfte die Arbeiten nochmal schreiben und meine Fehler korrigieren. Was bitte korrigiert man an einer 100% richtigen Mathelösung, die man selbständig erarbeitet hat?!? Und welche Fehler (bei reinen Grammatikfragen, wo die Antwort nur ein Wort ist; z.B. bestimmte Verbformen bilden) soll ich in Latein/ Englisch korrigieren, wenn man sich weigert meine Arbeit auch nur teilweise zu korrigieren und mir nicht drunter schreibt, was falsch war und stattdessen behauptet, meine Lösung sei abgeschrieben worden, weil sie falsch sei? Auf Nachfragen konnte man mir keine Antwort geben, man konnte mir auch nicht sagen, woher ich diese Lösung hätte und von wem. Erneutes Nachfragen führte dazu, dass man mir sagte, man habe kein Interesse an der Klärung der Frage wie man damit jetzt und in Zukunft umgehen wolle und beende daher das Gespräch mit mir. Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht nur ettäuscht, sondern richtig sauer. Ich habe überlegt zu kündigen und über die Kündigungsmodalitäten dann auch mit meiner sehr netten Studienbetreuerin bei der FEB gesprochen. Ihr war es zu verdanken, dass ich nicht gekündigt und stattdessen eine längere Pause von fast einem dreiviertel Jahr eingelegt habe. Aus heutiger Sicht würde ich mich in der Situation anders entscheiden.

Ich hatte es oben schon angesprochen, dass ich einen Nachteilsausgleich brauchte. In einer Schule wäre das mittlerweile selbstverständlich gewesen. Erste Gespräche mit der FEB führten dazu, dass man sich für nicht zuständig erklärte und es so etwas grundsätzlich nicht geben könne. Man biete ein Gesamtpaket an (eine Dienstleistung), das man kaufen könne und sei keine Schule und nicht dafür zuständig. Erst nachdem ich dann von mir aus Kontakt zu einer Beratungsstelle und zur Schulbehörde aufgenommen hatte, ging es plötzlich. Kurz später hatte ich die Zulassung zu den Probeklausuren, die ich mit Nachteilsausgleich schreiben durfte (allerdings nicht in den Räumen von FEB/ ILS). Die schriftlichen Abiprüfungen habe ich auch nicht bei der Fernschule geschrieben. Das leif beides über die Beratungsstelle und die Schulbehörde. In den Räumen der Fernschule war ich nur während der mündlichen Prüfungen.

(Wenn man einen Nachteilsausgleich braucht und Fragen dazu hat, würde ich mich direkt an die Schulbehörde wenden. Dort war man mir gegenüber sehr aufgeschlossen und bemüht.)

Was ich auch unpraktisch fand war, dass die Informationen über die Abiprüfung und die Probeklausuren von Seiten der Fernschule erst sehr spät (erst zur PK-Anmeldung bzw. danach) herausgegeben werden. Ich habe mich von mir aus schon kurz nach Beginn des Lehrgangs übers Internet über die Prüfungsanforderungen etc. informiert und die relevanten Inhalte zusammen gesucht. Mir war es wichtig zu wissen, was in den Prüfungen verlangt wird, was ich können muss etc. Erst draufloslernen ohne diese Rahmenbedingungen zu kennen gefiel mir nicht. Da hätte ich das Lernen nicht planen können.

Mit den zusätzlichen Materialien war es so eine Sache für sich. Einerseits hieß es, die Hefte würden einen hinreichend vorbereiten. Andererseits brauche man gerade in den LKs hier und da Zusatzmaterial. Man solle sich nicht nur auf die Hefte verlassen; die Hefte seien ausreichend. ???

Ich bin froh darüber, dass ich mich nicht auf die Hefte verlassen habe. Ich habe diese als Grundgerüst genommen und meine Materialien (> Anhang) nach den Themen ausgesucht und sehr viel mehr gemacht als in den Heften stand. In Religion z.B. hieß es, man brauche keine zusätzliche Literatur außer den Heften und den Kopien (Quelltexte von Bonhoeffer), die man zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung bekam. Nur mit diesem Wissen wäre ich nicht in der Lage gewesen, über die Aspekte in der Biografie Bonhoeffers zu sprechen, die dort gefragt waren. In den anderen Fächern war mein Eindruck ähnlich; zum Bestehen evtl. ausreichend, zum gut oder sehr gut Bestehen eher nicht.

Dafür musste ich während des Lehrgangs etliche Bücher in Deutsch und Englisch lesen, die nicht mal ansatzweise für die Themen für die Prüfungen wichtig waren. Ich rede nicht von ein paar Büchern um sich literarische Grundkenntnisse anzueignen; das fände ich angemessen. Ich rede von stapelweise Büchern (wie Goethe, Schiller, Brecht, Frisch, Zweig, Dürrenmatt, Seghers etc.) quer durch die Literaturgeschichte; ich fand ein paar weniger hätten auch ihren Bildungszweck erfüllen können.

Ich hatte die letzten drei Materiallieferungen vorzeitig angefordert um einen Überblick zu bekommen, was mir noch bevorsteht. Das würde ich auch wieder so machen. Ich brauchte diese endlos scheinenden Heftestapel vor mir, weil ich dann immer das Bedürfnis hatte daran zu arbeiten, dass es weniger wird.

Es hieß, man solle beim Lernen der Reihe nach vorgehen und kontinuierlich vorankommen. Wie oben beschrieben, kann man von beidem bei mir nicht sprechen. Was für die Fernschule nicht so passte, passte hingegen für mich perfekt.

Ich war in der gesamten Zeit bei keinem einzigen Seminar anwesend; weder bei dem (kostenpflichtigen) vor den Probeklausren noch bei dem zur Vorbereitung auf die mündlichen Prüfungen. Das würde ich wieder so machen; ich habe in dieser Hinsicht nichts vermisst.

Auch würde ich wieder den Vertrag mit der Fernschule nicht verlängern bzw. auslaufen lassen. Mein Vertrag endete in der Zeit der schriftlichen Abiprüfungen. Verlängern würde ich an dieser Stelle auch heute nicht, im Gegenteil, ich würde mich bei meinen Erfahrungen viel früher von der Fernschule trennen.

Fazit

Ich bin froh, dass mein Fernabi-Projekt vorbei ist.

Für mich ist das Abi nur ein Mittel zum Zweck, eine notwendige Voraussetzung zur Erreichung meines Studienwunsches.

Es war nicht alles bei der Fernschule schlecht, sonst wäre ich nicht bis zum Kursende dort geblieben. Es war aber eben auch nicht alles gut.

Ich habe mich bemüht, das möglichst sachlich darzustellen; ich weiß nicht, ob mir das immer gelungen ist.

Im Anhang ist ein Bild von meinem Abiturzeugnis, eines von ein paar von mir verwendeten Zusatzmaterialien und eines mit einem Teil der Hefte (etwa zwei Drittel aller Hefte, die ich hatte; ~50 cm).

zusatzmaterialien.jpg

fernschulhefte.jpg

abiturzeugnis.jpg


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14 Kommentare


wow......!!!!

Und du bist ja jetzt auch in Hagen bzw. M1/M2, in M2 sehen wir uns ja sozusagen *g* Viel Spass!!

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Super Beitrag! Ich denke, dass gerade neue Fernabitur-Interessierte hieraus großen Nutzen ziehen können, aber auch Studierende. Du hast Deine Vor-, Aus- und Nachbereitungsphasen ja gut beschrieben, ebenso einige Fallstricke.

Das mit den Plagiatvorwürfen und den nachfolgenden Auseinandersetzungen finde ich schon krass. Gibt man evtl. verwendete Lehrbücher oder externe Materialien eigentlich (Fußnote/Quelle) mit an?

Ich gratuliere Dir nochmal zu Deinem grandios bestandenen Abitur & wünsche Dir viel Erfolg und Motivation für das Studium. :thumbup:

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Gibt man evtl. verwendete Lehrbücher oder externe Materialien eigentlich (Fußnote/Quelle) mit an?

Die Einsendeaufgaben, die ich zu bearbeiten hatte, waren zum überwiegenden Teil mit dem Hinweis versehen, dass man keine Hilfsmittel benutzen sollte. Es wurde empfohlen und eigentlich auch erwartet, dass man diese unter Klausurbedingungen schreibt. Wenn Hilfsmittel zugelassen waren, war das in der Aufgabe angegeben oder die zu verwendenden Materialien waren vorgegeben. Die Aufgaben waren eigentlich bis auf wenige Ausnahmen alle so gestellt, dass man bzw. ich sie auch unter diesen Bedingungen lösen konnte.

Ich habe aber gerade in Geografie auch mal zusätzliche Atlaskarten zur Beantwortung der Fragen hinzugezogen. Oder in Deutsch bin ich einmal mit einem literarischen Thema überhaupt nicht klargekommen und habe für die Beantwortung der Frage zusätzliches Material hinzugezogen. Das habe ich dann jeweils mit Quellenangabe unter der Arbeit vermerkt und auch dazu geschrieben, warum ich mich damit über die Aufgabenstellung hinweggesetzt habe. Das waren Ausnahmefälle (insgesamt 2-3 mal) und ich bekam die Rückmeldung, dass es im Ausnahmefall mit meiner Begründung so halbwegs in Ordnung sei, die Aufgaben aber eine Vorbereitung auf die Abiprüfungen darstellen, bei denen das so nicht möglich wäre.

Bei den Plagiatsvorwürfen hätte ich von der FEB schon eine klare Stellungnahme erwartet, wie man damit generell umgehen will.

Ich sehe eine Schwierigkeit immer noch darin, dass jahrelang dieselben Einseaufgaben von allen Lehrgangsteilnehmern bearbeitet werden müssen. Ich fände es eher verwunderlich, wenn sich da bestimmte Fehler (z.B. in lateinischen Grammatikfragen, wo sich die Lösungen meist nur minimal an der Wortendung, teilweise in einem Buchstaben, unterscheiden) nicht irgendwann im Laufe der Jahre häufen würden.

Bei freien Texten, die als Antwort auf die Fragen zu schreiben waren, tauchte das Problem nicht so stark auf.

Aber ich erhielt ja von der FEB den "netten" Hinweis, dass mir die Noten und Vorwürfe im Endeffekt egal sein könnten, weil die Noten nicht in die Abiturnote hineinzählen. Dass es mir aber darum ging, dass ich gerne eine angemessene Korrektur meiner Leistung hätte haben wollen, ohne dass meine Arbeit unter Generalverdacht gestellt wird, ... Das verstand man irgendwie nicht.

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Okay, das kann ich soweit nachvollziehen. Ich muss hier zwischen Lernen und Einsendeaufgaben unterscheiden. Ich vermute dann mal, dass diese Einsendeaufg. nicht wie Hausarbeiten "gestrickt" sind, sondern eben wie Klausuren - wie Du schreibst.

Trotzdem bleibt ja die Problematik, dass Wissen aus anderen Quellen mit einfließt - wie bei einem Präsenz-Abiturienten. Theoretisch hättest Du ja auch professionelle Nachhilfestunden nehmen können ...

Ich finde das eine ganz schwierige Sache. Klar, der Sinn ist nicht, dass man für Klausuren einfach etwas abschreibt, daher wäre es meiner Meinung nach sinnvoller Kontextaufg./Verständnis- statt Abfrageklausuren zu verfassen. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass niemand bei einer Einsendeaufgabe etwas parallel nachschlägt, irgendwie ergibt sich das aus dem Fernlernen.

Schwierig, schwierig. :rolleyes:

Danke für Deine ergänzenden Erläuterungen. ;)

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Markus Jung

Geschrieben

Vielen Dank für dein umfangreiches und differenziertes Feedback. Ich schaue mal, dass ich das in der Blog-Übersicht noch irgendwo separat verlinke.

Den "Haufen" der ganzen Materialen finde ich auch sehr eindrucksvoll um deutlich zu machen, wie umfangreich die Vorbereitung auf die Prüfung ist.

Ich würde mich aber gegen die Teilnahme an einem Fernlehrgang (bei Klett) entscheiden.

Wie würdest du dich heute rückblickend vorbereiten?

Musst du eigentlich auch noch das Latinum für das Medizin-Studium machen, oder hattest du das vorher schon erworben?

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Markus Jung

Geschrieben

Ich schaue mal, dass ich das in der Blog-Übersicht noch irgendwo separat verlinke.

Geht leider nicht, weil der Blog nicht öffentlich ist. Das hatte ich nicht gesehen.

Ich werde aber bei Bedarf gerne registrierte Benutzer individuell auf dein Fazit hinweisen.

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Wie würdest du dich heute rückblickend vorbereiten?

Ich bin mit jetzigem Wissenstand in Versuchung zu sagen, dass ich es komplett selbständig versuchen würde. Ich kenne aber auch eine Aussage von Frau M. (Schulbehörde) darüber, wieviele Teilnehmer es durchschnittlich mit selbständiger Vorbereitung in die Prüfung schaffen und dann auch bestehen. Von daher wäre diese Art der Vorbereitung schon ein extrem gewagtes und unsicheres Vorhaben; da ist es um ein Vielfaches wahrscheinlicher es mit einer Fernschule zu schaffen. Ob ich es dennoch wagen würde... vielleicht, aber nur, wenn ich auch noch eine Alternative dazu hätte.

Evtl. würde ich mich für eine relativ bekannte private Schule (in Hamburg Nienstedten) entscheiden, die ebenfalls auf die externe Prüfung vorbereitet; das Konzept gefällt mir ganz gut, ich hatte damals auch Kontakt dorthin (da waren aber keine Schulplätze mehr frei und die Kosten wären höher gewesen als bei der FEB) und vom Altersdurchschnitt her hätte es auch gerade noch so gepasst.

Musst du eigentlich auch noch das Latinum für das Medizin-Studium machen, oder hattest du das vorher schon erworben?

Das Latinum braucht man mittlerweile glücklicherweise nicht mehr vorzuweisen, nichtmal Lateinkenntnisse.

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Geht leider nicht, weil der Blog nicht öffentlich ist.

Stimmt, ich hatte das irgendwann mal auf nicht-öffentlich umgestellt als ich die Prüfungen wegen Krankheit verschieben musste... Wo kann ich das denn wieder ändern? Ich finde die Einstellung leider nicht mehr.

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psychodelix

Geschrieben

Das Latinum braucht man mittlerweile glücklicherweise nicht mehr vorzuweisen, nichtmal Lateinkenntnisse.

Man muss an der Uni dann den Kurs "medizinische Terminologie" bestehen - zumindest war das bei mir vor 20 Jahren so.

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Markus Jung

Geschrieben

Stimmt, ich hatte das irgendwann mal auf nicht-öffentlich umgestellt als ich die Prüfungen wegen Krankheit verschieben musste... Wo kann ich das denn wieder ändern? Ich finde die Einstellung leider nicht mehr.

Hier:

http://www.fernstudium-infos.de/blog_usercp.php?do=editoptions

Und dann ein Häkchen bei:

"Gäste dürfen... Mein Blog ansehen"

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Markus Jung

Geschrieben

Das Latinum braucht man mittlerweile glücklicherweise nicht mehr vorzuweisen, nichtmal Lateinkenntnisse.

Interessante Information für mich, die mir noch nicht bekannt war.

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Interessante Information für mich, die mir noch nicht bekannt war.

Der Terminologiekurs, den psychodelix erwähnte, ist glaube ich auch weiterhin verpflichtend.

Seit einigen Jahren gibt es auch an einigen Unis die Modellstudiengänge, die sich von den bisherigen im Aufbau unterscheiden.

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Lernfrosch

Geschrieben

Nachtrag 1:

Ich habe mich in meinem Blogeintrag verschrieben.

Richtig muss es heißen:

Die Fächer und Themen für die mündlichen Prüfungen habe ich von vornherein nach größtmöglicher inhaltlicher Übereinstimmung ausgesucht.

Nachtrag 2:

Heute habe ich nochmals Post von der FEB erhalten; mir wurde das Abschlusszeugnis des Fernlehrgangs zugeschickt. Die Noten entsprechen den Noten, die bereits auf dem "Zeugnis" standen, das ich nach den Probeklausuren erhalten hatte. Auch wird mir darauf bescheinigt, dass ich alle schriftlichen Einsendeaufgaben eingereicht habe (was ja bei mir nicht der Fall war). Und es ist vermerkt, von wann bis wann ich am Fernlehrgang bei der FEB teilgenommen habe (bis 17. April 2015; was so nicht stimmt, denn mein Vertrag endete am 31. August 2014).

Man soll, so steht es im Anschreiben, das " Zeugnis" nicht nur als Andenken betrachten, es sei ein bedeutsames Dokument (es belege Eigenständigkeit und Zielstrebigkeit über einen langen Zeitraum).

Interessante Sichtweise; wirklich. Sehe ich auf mich persönlich bezogen aber nicht so: Der Zeitraum ist seeehr lang (zumindest länger als die reguläre Oberstufe etc.); Eigenständigkeit (? Wie war das noch gleich mit den Aufgaben, die ich angeblich nicht eigenständig geschrieben hätte?); Zielstrebigkeit meinetwegen so halbwegs, denn meine Noten sind schlechter als die Abinoten.

Ich finde es dennoch eine gute Sache, dass mit dem "Zeugnis" und dem Anschreiben (Glückwünsche zum Abi etc.) von Seiten der FEB ein offizielles, würdiges Lehrgangsende gestaltet wird.

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      Nun gut. Aber weshalb Pflegemanagement?
      Immerhin habe ich eigentlich so keinen großen Bezug zur Wirtschaft, außer wenn ich Umsatz generiere im Büchershop oder so. Und Wirtschaftsmathe verursacht mir schon beim Gedanken daran afrikanische Elefantenpickel...

      Na ja. Es hat die Vernunft gesiegt, so muss ich es wohl formulieren. Ideen hatte ich viele und nicht alle waren eben sehr realistisch. Da ich lange Zeit überlegt hatte ganz etwas anderes zu machen (auch wenn ich meinen Job prinzipiell sehr gerne mache, war der Reiz etwas ganz Neues anzufangen sehr groß) - ich habe sogar einmal den etwas halbherzigen Versuch unternommen mein Abitur nachzuholen - jedenfalls bin ich nach sehr viel Überlegung zu dem Schluss gekommen im pflegerischen Bereich zu bleiben und bin bei der Medizinpädagogik gelandet. Hier in Hamburg gibt es an der Medical School den Teilzeit-Studiengang Medizinpädagogik B.A.  - dieser ist aber mit 450 Euronen recht teuer, wie ich finde (für 4 Tage Präsenz-Unterricht). Ich hätte mit meinem Job große Schwierigkeiten gehabt die entsprechenden 4 Tage regelmäßig frei zu bekommen - hätte die Arbeitszeit reduzieren müssen, mir einen Sudienkredit aufnehmen müssen und so weiter und so fort. Ich möchte am Ende nicht hoch verschuldet sein, deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Außerdem hätte es mich sehr auf das Unterrichten festgelegt und festgelegt auf einen Arbeitsbereich möchte ich auch nicht sein. Schwierige Kiste. 

      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!



       
    • Vica
      Von Vica in M.Sc. Psychologie FUH in Vollzeit 5
      Teil 1: Es fährt ein Zug nach Hagen 


      Am Montag und Dienstag war es so weit: In Hagen an der FernUni selbst fand das zweitägige Pflichtseminar zum MM2 Kurs „Gutachtenerstellung und Kommunikation“ statt. Alles, was diesen Kurs studiert, muss also persönlich dort antanzen, egal woher er kommt  Wie der Name schon sagt, lernt man in diesem Kurs eigentlich alle wichtigen Schritte bei der Erstellung eines Gutachtens kennen. Die Teilnahme am Seminar ist unerlässlich, andernfalls darf man die Hausarbeit nicht mitschreiben und ohne Hausarbeit ist auch kein Bestehen von MM2 möglich (für Inhaftierte, Kranke und anderswie Verhinderte gibt’s dann Alternativen, scheinbar in Form von Übungen, die zum Thema Aktenanalyse eingereicht werden müssen).  
      Das erste Seminar fand von 12:15 bis 18 Uhr statt, das zweite von 9:00 bis 18:00. 
      Ich war auch mit von der Partie und schildere mal meine Eindrücke gebündelt, in diesem Teil zunächst mal nur, was die Anreise betrifft! Viele beschäftigen sich nämlich im Voraus lange damit, wie sie dort hinkommen und wie es wohl sein wird, zumal Hagen nicht in ihrem "Revier" liegt und Neuland ist, was dem ein- oder anderen neben freudigen Erwartungen auch Muffensausen beschwert hat. 
       
      Anreise
      Hier habe ich natürlich Glück, dass ich nur 1 Stündchen von Hagen entfernt wegwohne. Trotzdem waren die Zugverbindungen zumindest mit den Fernzügen recht mysteriös, teilweise mit 2x umsteigen. Glücklicherweise habe ich eine Bummelzug-Verbindung mit dem National Express erwischt, bei dem ich 0x umsteigen musste. Macht nach Adam Riese 4 Fahrten, wofür ich wohl um die 70€ bezahlt habe. Beschweren kann ich mich hier wirklich nicht: Die National Express Züge waren pünktlich wie die Maurer, fahren stündlich jeweils in der 22.Minute und boten viel Platz und Beinfreiheit. Im Internet liest man viel Kritik, was sich aber mehr auf die Varianten im Mutterland England zu beziehen scheint. Da kann ich also nur sagen: Daumen hoch. 
       
      Bahnhof Hagen
      Den Zustand von Bahnhöfen finde ich schon ganz interessant, für den Fall, dass man sich mal ein Zug verzögert und man sich dort etwas die Zeit vertreiben mag. Der Hagener Bahnhof ist jetzt nicht unbedingt in Schönheit getaucht und etwas heruntergekommen, also ein Einkaufszentrum à la Hamburg braucht man da nicht erwarten. Ich habe aber einen ReWe to go, eine Bäckerei mit Café und einen größeren Zeitschriftenladen gesehen, außen dran ist auch ein McDonald’s. Somit ist wohl etwas vorhanden, um sich ein wenig aufzuhalten. Auf den Gleisen selbst gibt's die üblichen Getränke- und Keksautomaten. Muss zugeben, dass ich diesmal auch selbst heiße Getränke gezogen habe, was ich ja sonst nie mache. Aber bei -6 Grad am Abend erscheint so ein heißer Zitronen-Instant-Tee plötzlich doppelt attraktiv  
       
      Stadt Hagen
      Die geht ja neben ihrem Highlight - der FernUni – etwas unter. Für alle, die es interessiert: Sehr hügelig (ja, als Westfale und Fast-Holländer findet man sowas interessant ), schon aus der Ferne sieht man, dass sie in Hügelketten eingebettet ist. Eine Fahrt durch die Straßen dort geht wirklich über Berg- und Tal. Noch viele Reste der Schwerindustrie sind sichtbar, nicht nur an verrußten Häuserwänden. Eine typische Pott-Stadt eigentlich, obwohl sie auch noch zu Südwestfalen gehört.  Sie ist wohl nicht der Anlaufpunkt für große Shoppingtouren – die Kommilitonen, die sich hier abends die Zeit vertreiben wollten, waren jedenfalls nicht sehr angetan. Dazu kann ich aber nichts sagen, weil ich neben der Taxifahrt durch die Stadt nicht viel gesehen habe. Die FernUni selbst befindet sich nicht im Stadtkern. 
       
      Erreichbarkeit FernUni
      Vom Bahnhof aus ist die FernUni noch gute 4-5 km außerhalb (diverse Routenplaner werden sich da nicht so ganz einig) gelegen. Es gibt Busse, die dort hinfahren (allerdings teilweise mit Umsteigen verbunden – die busreisenden Kommilitonen fanden es nicht so prall) und etwa 20 Minuten brauchen. Zu Fuß kann man auch gehen und braucht etwa 40 Minuten (Zitat Kommilitone, der ansonsten Berufssportler ist). Eigentlich gehe ich auch furchtbar gerne zu Fuß und die Zeit macht mir auch nichts aus, jedoch nicht im achten Monat und auch nicht mit dicker Angina und schon gar nicht bei -4 Grad Tageshöchsttemperatur.
      Derlei Spekulationen habe ich mir gleich geschenkt und bin Taxi gefahren. Die Taxistände befinden sich vom Bahnhof aus links und benötigen gute 10 Minuten. Eine Fahrt kostet genau 12€. Habe vier Fahrten gehabt in den zwei Tagen und immer exakt diesen Preis bezahlt. Die Taxen fahren einen direkt bis vor die Mensa, wo das Hauptgebäude ist. 
      Die Rückreise von der FernUni zum Bahnhof ist schon etwas komplizierter. Die Busse fahren zu knapp, wenn man zwischen 18:05 und 18:30 einen Zug kriegen muss und einen eigenen Taxistand gibt’s dort nicht. Demnach mussten wir über „Taxiruf Hagen“ selbst ein Taxi ordern, welches auch tatsächlich 5 Minuten später da war (Anreiseweg wurde nicht berechnet)! Wir fuhren zum Teil zu viert oder zu dritt zurück, was die Fahrt natürlich sehr billig machte. Und so bekam wirklich jeder seinen Zug. 
       
      Unterbringung und Übernachtungsmöglichkeiten
      Für Leute, die von weit außerhalb kamen, kamen natürlich nur Übernachtungen in Frage. Derlei gibt’s in Hagen schon, auch in unmittelbarer Nähe: Das Campus-Hotel z.B. direkt gegenüber, welches beliebt war bei Leuten, die mit Familie angereist waren. Weiterhin gibt’s ja noch die Bildungsherberge, die sehr beliebt ist und preislich unschlagbar sein soll, aber mit 29 Zimmern natürlich schnell ausgebucht war (Sich auf die Warteliste setzen lassen lohnt sich, viele sagen kurz vorher nämlich ab wegen Krankheit etc.). Eine normale Jugendherberge soll auch noch existieren. Ich hatte auch mal kurz bezüglich Hotels geschaut und da gab es noch einiges zu haben, selbst in Business-Hotels mit vier Sternen ist was Günstiges zu haben, wenn man rechtzeitig bucht. Ein paar Angebote diesbezüglich hatte ich glaube ich über Trivago gesehen – gibt’s aber bestimmt auch bei ähnlichen Anbietern. 
      Im nächsten Beitrag gibt’s Infos zum Ablauf des Seminars ;-)