• Einträge
    104
  • Kommentare
    561
  • Aufrufe
    8.586

FernUni - Prüfungsanmeldungen Teil 2

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Lernfrosch

168 Aufrufe

Vorweg: Nein, meine Prüfungsanmeldungen sind noch nicht geklärt.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir in den Kommentaren zu meinem letzten FernUni-Blogeintrag mit hilfreichen Tipps zur Seite standen und mich überzeugt haben, (noch) nicht aufzugeben.

Was hat sich in der Zwischenzeit getan?

Nun... Ich habe in Erfahrung bringen können, dass es an der FernUni einen offiziellen "Leitfaden zum Nachteilsausgleich in Prüfungen" gibt.

Finde ich an sich auch gut und angemessen. Das erwarte ich sogar von einer Hochschule.

Nur den Inhalt finde ich... Man kann darin explizit nachlesen, dass eine amtlich festgestellte Behinderung allein keinen Anspruch auf einen Nachteilsausgleiches begründet. Jedem Antrag auf Nachteilsausgleich ist ein aktuelles fachärztliches Attest (nicht älter als 6 Monate) und eine eigene Stellungnahme/ Begründung beizulegen. Zusätzlich muss man den Schwerbehindertenausweis vorlegen oder/ und (ergänzt: je nach Interpretation) einen Bewilligungsbescheid eines Kostenträgers (da geht es um Eingliederungshilfen und so etwas). Einen Anspruch auf einen bestimmten Nachteilsausgleich hat man nicht. Dieses Prozedere durchläuft man für jede geplante Klausur einzeln immer wieder vollständig.

Nachzulesen hier:

http://www.fernuni-hagen.de/imperia/md/content/studium/behinderte/leitfaden_nachteilsausgleich_.pdf

Ich habe mir vorgenommen, jetzt keinen hysterischen Schreianfall zu bekommen (aber nur, weil ich um diese Uhrzeit an meine netten Nachbarn denke, die das nicht verdient hätten...).

Der Reihe nach:

- Schwerbehindertenausweis - liegt vor (GdB 50, unbefristet)

- fachärztliches Attest - liegt mir vor (vom Facharzt für Allgemeinmedizin)

- eigene Stellungnahme - liegt vor

- Bewilligungsbescheid eines Kostenträgers - hier liegt ein Problem vor

Ich habe und bekomme keinen Bewilligungsbescheid eines Kostenträgers. Unpraktischsterweise bin ich letztes Jahr krank geworden (musste deswegen das Abi verschieben und hatte das kurz hier im Blog erwähnt), noch unpraktischer ist, dass damit Jobverlust und die Feststellung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit einhergingen. Nur... mit diesem Status als vollständig arbeitsunfähig erhalte ich auch keinerlei Unterstützung für Wiedereingliederungsmaßnahmen oder Sonstiges > ich habe keinen Kostenträger, der die Mehrkosten für eine Prüfung mit Nachteilsausgleich übernimmt; selbst bezahlen ist bei mir finanziell nicht möglich (ich kann noch nicht wieder eigenständig und vollständig für meinen Lebensunterhalt aufkommen, aber ich bemühe mich darum (medizinisch, laufende Bewerbungen für Teilzeittätigkeiten etc.)).

Und selbst wenn ich das alles vorlegen könnte, hieße es nicht, dass damit der Antrag automatisch bewilligt wäre. Es würde nur bedeuten, dass man den Antrag erstmal eingehend prüfen würde.

Momentan sieht es so aus, als ob ich die Klausuren nicht mitschreiben könnte.

Falls es jemanden interessiert:

Ich bräuchte als Nachteilsausgleich, dass ich die Klausuren im Regionalzentrum hier in der Stadt in einem ruhigen Raum schreiben kann. Mehr nicht, keine weiteren Hilfsmittel, keine Schreibzeitverlängerung usw.

Das Regionalzentrum, mit dem ich das alles selbst im Vorfeld klären muss (Räumlichkeit, Aufsicht etc.), würde für die beiden anstehenden Klausuren diese Möglichkeit bieten.

Und wenn ich jetzt noch irgendwo was von "Studieren mit Behinderung" und den tollen Möglichkeiten heutzutage lese, ...

Ja, ich gebe zu, ich bin extrem frustriert, weil sich mir bei dieser Prüfungsanmeldung bei jedem kleinen erreichten Schritt weitere Steine in den Weg legen.

Ich weiß, jammern bringt mich nicht weiter, aber es hilft mir mit meinem Frust umzugehen wenn ich darüber schreibe. Und vielleicht war ja einer von meinen Bloglesern in derselben Situation und kann mir Tipps geben?

Mich würde interessieren, was Außenstehende über die Situation, wie ich sie beschrieben habe, denken. Ich weiß selber so langsam nicht mehr, woran ich eigentlich bin und ob eigentlich nur ich da ein Problem sehe, dem ich mich (noch) nicht gewachsen fühle.

Zumal ja auch demnächst die Rückmeldezeit für das Wintersemester beginnt und ich mir wieder unsicher geworden bin. Psychologie interessiert mich nach wie vor sehr und mir macht das studieren (überwiegend) viel Freude. Nur das Drumherum... ohne eine grundlegende organisatorische Planungssicherheit...


Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0


12 Kommentare


psychodelix

Geschrieben

*puhhhhh*

Ich weiß dazu leider nichts zu schreiben. :confused:

Es muss doch eine Lösung für dich geben.

Auf jeden Fall schicke ich dir eine Umarmung. (So ein Smiley fehlt hier noch.)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Hast du dich denn bezüglich deines Falles schon mal an den AStA der Fernuni gewandt. Die können dir in deinem Fall vielleicht weiterhelfen und Druck machen?!?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Lernfrosch

Geschrieben

Die können dir in deinem Fall vielleicht weiterhelfen und Druck machen?!?

Seitdem weiß ich, dass es diesen Leitfaden, den ich verlinkt habe, gibt. Die Vorgehensweise darin beschreibe das übliche Prozedere, das für jeden ohne Ausnahmen gelte.

Die Hochschulbeauftragte für behinderte/ chronisch kranke Studenten hat den Leitfaden herausgegeben.

Das Prüfungsamt beruft sich darauf.

Nun steht in diesem Leitfaden wieder das schöne Wort "oder".

So wie es da steht, wären die Voraussetzungen eigentlich alle erfüllt.

Argh... Ich habe keine Lust mehr auf dieses ewige Hin und Her und die Vorstellung, das in den nächsten Jahren regelmäßig zu haben.

Ich tendiere in Richtung "aufhören an der FernUni".

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Was sind die Alternativen zur FU Hagen? Hast du dich diesbezüglich schon umgeschaut?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Also ich würde dir empfehlen Kontakt mit dem AStA aufzunehmen und zu schauen, was diese konkret für dich tun können. Oder mit der Facebook-Gruppe, die ich dir mal genannt habe.

Und ich würde klären, ob dieser Bewilligungsbescheid zwingend ist, oder ob es andere Möglichkeiten gibt, zum Beispiel ein Budget für Härtefälle. Oder ob es andere Behörden etc. gibt, die ggf. diese Kosten für dich übernehmen könnten (um welche Kosten geht es denn überhaupt? Eigentlich kann das doch höchstens die Aufsicht sein, die gestellt werden muss, oder was soll das noch berechnet werden?).

Dass dich das nervt kann ich verstehen. Allerdings: Dein Ziel ist es ja, Medizin zu studieren. Wirst du dort nicht auch wieder vor der gleichen Herausforderung stehen?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Lernfrosch

Geschrieben

Was sind die Alternativen zur FU Hagen?

Fernstudium-Alternativen habe ich nicht; ein Präsenzstudium kommt für mich nicht infrage, weil ich mir das rein vom Aufwand/ Umfang her nicht mit einem anderen (geplanten) Präsenzstudium parallel zutraue.

Ich hatte jetzt noch Kontakt mit der Studienberatung/ Studierendensekretariat. Also wenn man da von Exmatrikulation, Umgang mit Behinderung usw. spricht und dabei mehr als ziemlich deutlich wird, findet man Gehör. Es fühlte sich mal jemand zuständig (und wenn sich keiner zuständig gefühlt hätte, hätte ich wahrscheinlich irgendjemanden oder mehrere verantwortlich gemacht...):

Selbstverständlich wird man den Antrag bearbeiten und prüfen. Die Sache mit dem Kostenträger sei so, wie ich es mit dem "oder" aufgefasst hatte; das wird nicht benötigt, die FernUni würde die Kosten tragen (da habe irgendjemand etwas verwechselt). Wegen der Beantragung für jede Klausur immer wieder aufs Neue könne man aber keine andere Regelung anbieten, das funktioniere gut und sei ja nicht sooo aufwendig, wenn man den Ablauf schon kenne.

Zusätzlich konnte man meine Anfrage von vor ? (einiger Zeit) beantworten, wie es mit der Einschreibung in Bezug auf den Hörerstatus ist, wenn man plant zusätzlich an einer anderen Uni zu studieren und die Zusage/ Absage dafür erst nach der Einschreibfrist an der FernUni erhalten wird. In diesem Fall dürfte ich mich ganz normal einschreiben (Vollzeit oder Teilzeit) und bei Zusage des anderen Platzes würde die Uni dann eine Ausnahme machen und den Hörerstatus auch nach Ablauf der Frist in Studiengangszweithörer ändern.

Das ist schon sehr seltsam dort, vorallem dieser plötzliche Sinneswandel... Zumindest habe ich diese neue Information jetzt schriftlich vorliegen.

Und ich werde abwarten, wie über den Antrag entschieden wird!

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Das hört sich jetzt doch erstmal ganz gut und hoffnungserweckend an.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Lernfrosch

Geschrieben

Ja. Ist echt erstaunlich. Zu viele Hoffnungen will ich mir aber lieber nicht machen, wer weiß, was als nächstes kommt :sneaky2:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Lernfrosch

Geschrieben

kurzes Update zum aktuellen Stand:

Die Anmeldefrist für die Klausuren ist mittlerweile verstrichen. Ob ich die Klausuren mitschreiben kann, weiß ich nicht. Über meine Prüfungsanmeldung mit dem Antrag auf Nachteilsausgleich ist noch immer nicht entschieden worden.

Sind ja "erst" etwas mehr als sechs Wochen vergangen seit der ersten Kontaktaufnahme mit dem Prüfungsamt... Aber es heißt immerhin, man werde den Antrag bearbeiten. Ich fände es praktischer, wenn man das nicht nur vorhätte, sondern auch mal tun würde.

Ich bin mir allerdings unschlüssig, ob ich die Klausuren im Falle der Zulassung auch wirklich mitschreiben würde. Eigentlich würde mir das nicht viel nützen (ich tendiere nach wie vor sehr stark dazu an der FernUni aufzuhören), aber andererseits (ich mag Prüfungen)...

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Hm, hast du denn irgendeine Info, wann du mit einer Entscheidung rechnen kannst?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Lernfrosch

Geschrieben

Leider nicht. Man meinte nur, unverzüglich sobald der Antrag bearbeitet sei. Aber wie lange die Bearbeitung (noch) dauern wird, wurde mir nicht mitgeteilt.

Ich hoffe, dass ich nicht mehr allzu lange warten muss.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Klar, du musst für dich ja auch irgendwann mal planen können...

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
  • Aktuell beliebte Blogbeiträge

    • MichiBER
      Von MichiBER in Elektro- und Informationstechnik an der WBH... oder der Versuch, sich einsam durchzuschlagen 3
      Hallo,
      im Folgenden möchte ich gerne versuchen, meine Erfahrungen, welche sich während des Studiums angesammelt haben, kurz darzustellen. Ich hoffe, dies motiviert noch-Unentschlossene, sowie derzeit Studierende gleichermaßen.
       
      Warum ein Fernstudium?
       
      Ich habe bereits mehrere Jahre lang als Fertigungsmitarbeiter gearbeitet und habe gemerkt, dass ich diese Arbeit nicht mein Leben lang machen möchte. Schichtdienst, geringer Lohn und auf Dauer ziemlich anspruchslose Tätigkeiten.
      Allerdings hatte ich mir mit einer eigenen Wohnung (ledig, damals keine Freundin, keine Kinder) schon Kosten geschaffen, die ohne die Arbeit nicht zu finanzieren gewesen wären. Deshalb entschied ich mich für ein Fernstudium. Mit meinem Chef bin ich diverse Studiengänge durchgegangen. Letzten Endes hatte er für mich diesen Studiengang bei der Wilhelm Büchner Hochschule ausgesucht. Das war die einzige Hochschule, die diesen Studiengang mit dieser Vertiefungsrichtung angeboten hatte, die auch genau der Sparte der Arbeit entsprach. Mein Chef übernahm 50% der Kosten. Dafür verpflichte ich mich bei ihm für 3 weitere Jahre (eigentlich nur eine Form der Sicherung des Arbeitsplatzes). Sein Angebot, halbtags zu arbeiten, hatte ich abgelehnt. Somit hatte ich durchweg eine 40-Stunden-Woche. Somit ist das Fernstudium nicht vergleichbar mit der Ausbildung, da man ja nicht nebenbei noch etwas macht, sondern in Vollzeit.
       
      Meine Wenigkeit
       
      Ich bin gelernter Mikrotechnologe und arbeite seit (Stand: Nov 2016) 9 Jahren in der gleichen Firma (Bereich: Nachrichtentechnik, Entwickeln optoelektronischer Bauelemente) als Fertigungsmitarbeiter (mittlerweile als Techniker). Ich habe es für richtig gehalten, die Hefte modulweise durchzuarbeiten. Also zuerst alle Hefte, die bspw. Mathe1 betreffen (dann ggf. die Klausur dazu schreiben) und dann alle Hefte von BWL durcharbeiten. Diese freiwilligen Einsendeaufgaben habe ich nur von den mir wichtigsten Themen gemacht. Diese waren die Grundlagen der Mathematik, Elektrotechnik und Physik. Wenn ich diese Themen grundsätzlich verstehen würde, dann würde ich später die höheren Schwierigkeitsgrade ebenso verstehen. Das war mein Gedanke dahinter.
      Zu Beginn des Studiums hatte ich alle Prüfungen mit einer 1,x schaffen wollen. Irgendwann habe ich’s eingesehen, dass man dafür entweder sehr, sehr viel mehr Zeit benötigen würde (die ich nicht verballern wollte), oder dass man ein Überflieger sein muss (was ich ebenfalls nicht bin). So bin ich nach 80/20 verfahren. Mit 80 % schafft man schon fast alles und der Rest ist das i- Tüpfelchen, wenn man noch etwas Zeitreserven hat. Eines habe ich allerdings nie aus den Augen verloren: Ich wollte das Studium mit einer Gesamtnote <2,4 abschließen. Das ist mir auch gelungen. Ich habe eine 2,14 erlangt (alle Noten samt deren Gewichtung. Dafür empfehle ich www.gradeview.de).
      Man kann das Studium nur mit einem klaren Ziel schaffen. Ansonsten fehlt einem der Ansporn. Mein Ziel war von Anfang an klar: Raus aus der Schicht. Besseres Gehalt. Anspruchsvollere Tätigkeiten. Und dies bitte noch, bevor ich 50 bin (habe mit 26 angefangen zu studieren). Es gab bei mir persönlich im Laufe des Studium zwei ganz große negative Ereignisse, die mich in ein großes Loch haben fallen lassen. Mein Fehler war, dass ich dennoch zwei Klausuren geschrieben hatte (beide eine 4,0), die mir den Schnitt versaut haben. Aber trotzdem kam es mir niemals in den Sinn, das Studium zu schmeißen. Ich hätte mich ein Leben lang darüber geärgert.
       
      Motivation, wo bist du?
       
      Es ist so schön, wenn man es geschafft hat ein weiteres Heft abgearbeitet zu haben. Umso schlimmer ist es, wenn wieder eine neue Lieferung voller Hefte kommt. Die den Heftstapel gefühlt exponentiell in die Höhe schnellen lässt.
      Die Hefte selbst sind nicht wirklich gleichermaßen gut. Die einen sind gefüllt mit komplexen, undurchsichtigen Sätzen, die anderen weisen ganze Rechenfehler auf, auf die (laut Forum bei Study online) bereits vor Jahren von Studenten entdeckt, aber nachweislich noch nicht korrigiert wurden.
      Es ist so wichtig, differenzieren zu lernen. Man muss unterscheiden können, ob man an dem einen Tag einfach nicht durch ein Heft kommt, weil das Gehirn partout nicht will, oder weil einem die Lust dazu fehlt. Für Ersteres muss ich sagen: „Pack’ das Heft beiseite und lass es für heute sein! Es ist furchtbar demotivierend, wenn man es verzweifelt zu verstehen versucht.“. Für Letzteres sag ich: „Heute lässt man es sausen, weil man keine Lust hat. Morgen lässt man es sausen, weil es auf der Arbeit doof war, übermorgen lässt man es sausen, weil die unwichtige Serie im Fernsehen, die man ja eigentlich nicht interessant findet, sehen muss...“. Es gibt so viele Gründe, die man sich sucht. Nur, um sich nicht durch so manch total uninteressanten Module (bei mir waren es die BWL- und Unternehmensführung-Themen) durchquälen zu müssen.
      Es ist sehr faszinierend, dass man immer wieder Phasen erlebt, an denen man einfach nur unmotiviert und lustlos ist. Deshalb hatte ich mir das Lernen als einen Termin gemacht. Wenn ich lediglich sagen würde, täglich nach der Arbeit etwas zu lernen, dann (ich kenn mich) würde ich es ziemlich schleifen lassen. Deshalb hatte ich mir gesagt, dass ich um x-Uhr mit dem Lernen beginne. Das Ende ließ ich offen. Wenn es nicht so ganz gut lief, dann hatte ich schon nach einer Stunde aufgehört, wenn es sehr gut lief, dann wurden es auch schon mal 9 Stunden. (Essen nicht vergessen). Hinzufügen muss ich noch, dass ich im Schichtdienst gearbeitet hatte. In der Spätschicht konnte ich viel besser lernen als in der Frühschicht, da ich früh aufgestanden bin, von 9-13 Uhr gelernt hatte und dann (zum Entspannen lach) zur Arbeit gegangen bin. Man muss lernen, sich zu organisieren. Zeitmanagement, Disziplin und Durchhaltevermögen sind drei absolut wichtige Dinge, die man beherrschen muss. 
      Ich hatte annähernd jeden Tag gelernt. Meine Freunde und Familie mussten stark sein und die Nerven behalten. Allerdings fand ich es auch super, wenn mich eben diese mal weg geholt haben vom Schreibtisch. Denn nur büffeln ohne soziale Kontakte geht auch nicht.
      Mir war es wichtig, viele Kontakte zu knüpfen. Sei es über den Austausch im Forum, sei es ei den Stammtischtreffen, oder gar (wenn man das Glück hat und viele Studenten in der Nähe wohnen) sich privat zu treffen. Dabei muss es nicht unbedingt immer um die Uni gehen
       
      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • SebastianL
      Von SebastianL in M.Sc. Wirtschaftsinformatik an der WBH 5
      Letzte Woche hatte ich noch regen Schriftwechsel mit meinem Dr.-Vater. Es ging um die Promotionsfähigkeit. Ich hatte alle notwendigen Unterlagen eingereicht und diese auch schön aufbereitet. Aus seiner Sicht sprach nichts gegen eine Promotionsfähigkeit, er wollte aber sicher gehen, dass es am Ende keine Probleme gibt und hat offiziell im Dekanat angefragt. Zum Hintergrund, ich habe ja Wirtschaftsinformatik studiert und möchte in Informatik promovieren. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, aber er wollte eben sicher gehen, dass es das Dekanat genauso sieht. Das ging relativ schnell und ich hatte dann das Ergebnis schriftlich im Mail-Postfach. Also natürlich vorausgesetzt ich schließe den Master ab, erst dann bin ich promotionsfähig. Somit muss jetzt nur noch das Kolloquium über die Bühne und dann kann ich mit meinem Dr,-Vater den Doktoranden-Vertrag schließen. In diesem Vertrag verpflichte ich mich jedes halbe Jahr Fortschritte über meine Forschung zu reporten und er verpflichtet sich mich zu betreuen. Soweit also alles auf Kurs.
       
      Die Woche habe ich mich, wie angekündigt mit meinem Dr.-Vater getroffen und die grobe Richtung mit dem groben Thema abgesprochen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war ein echt gutes Gespräch. Das Thema meiner Masterarbeit hat sich rentiert, denn ich kann da mit Wissen anknüpfen. Es geht in Kurzform auch, wie in meiner Masterarbeit um Kompetenzen und deren Vergleich im Hinblick auf Medizinischer Weiterbildung. Soweit jetzt mal grob die Richtung formuliert. Ich muss mich jetzt die nächsten Wochen mit Recherche beschäftigigen und die Problemstellung mit groben Ziel zu definieren. Mir steht auch ein Prof. Dr. in Medizin zur Verfügung, der mich in Sachen Medizin fachlich unterstützt. Der hat sein Büro neben der Büchner Villa, wo ich war. Ich meine mit Büchner Villa nicht die Hochschule, sondern es gibt in Pfungstadt ein Gebäude das so heißt und auch sehr bekannt ist in Pfungstadt.
       
      Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf die Promotion und das Thema finde ich auch sehr spannend. Ich hab mir immer gedacht, Dr.-Vater finden schon schwer und dann noch einen zu finden, der ein Thema hat das einen interessiert ist noch schwerer. Aber da habe ich wohl insgesamt sehr glück gehabt, dass auf Anhieb gleich alles passt.
       
      Mein nächster Blogeintrag wird nach dem Kolloquium sein und mein letzter in diesem Blog. Danach werde ich einen neuen Blog über meine Promotion aufmachen.