Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
  • Einträge
    29
  • Kommentare
    94
  • Aufrufe
    3.507

Das Exposé und weitreichende Überlegungen

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
parksj86

298 Aufrufe

Nachdem ich Anfang Juni meinen Entwurf für die Hausarbeit in diesem Semester verschickt hatte, sitze ich nun seit ca. 14 Tagen an der Überarbeitung. Das Feedback kam schnell und es machte deutlich, dass noch einige Dinge an meinem Vorgehen zu verbessern sind.

Der Hauptkritikpunkt war, dass mein Untersuchungsziel und dadurch auch mein Vorgehen nicht klar genug strukturiert waren. Außerdem hatte ich für einen Teilbereich meiner Hausarbeit noch keine Literaturangaben gemacht. Das war allerdings von mir so beabsichtigt, da ich damit gerechnet hatte, meinen Entwurf noch einmal überarbeiten zu müssen. Deshalb nutze ich die zweite Runde gerade dazu, die fehlende Literatur noch zu ergänzen.

--

Allerdings haben mich die vergangenen Wochen mal wieder vor die Frage gestellt, ob ich mich mit dem Fernstudium nicht längst in etwas verrannt habe. Da dies ein Blog über alle Höhen und Tiefen des Fernstudentenlebens sein soll, ist es nur fair, auch über die Hürden und Probleme zu berichten. Natürlich kann man das auch als jammern bezeichnen; evtl. stelle ich mich in dieser Hinsicht wirklich etwas weinerlich an.

--

Im Grunde genommen haben sich zwei Probleme manifestiert, die ich langsam nicht mehr einfach so ignorieren kann. Zuerst mal haben sich die Umstände meines Fernstudiums mit der Geburt unserer Tochter (Dez. 14) drastisch verändert. Obwohl meine Frau das komplette Jahr Elternzeit genommen hat, habe ich natürlich Abstriche bei meiner Freizeitplanung machen müssen. Zum einen teilen wir beide uns die Aufgaben im Haushalt, und obwohl sie den größten Teil des Tages für das Kind da ist, nehme ich ihr die Kleine zum anderen aber auch so oft es geht ab (ist natürlich meine geschönte Sicht, meine Frau wird das sicher relativ sehen).

Dadurch haben sich aber meine Lernzeiten stark verkürzt und auch verschoben. Die Nachmittage an den Wochenenden fallen nun weg und meistens sitze ich am Abend von 20.30 Uhr bis 00:00 Uhr, am Freitag und Samstag auch bis 02:00 Uhr vor meinen Unterlagen. Meine produktivste Zeit ist das nicht, zudem fehlen mir dadurch natürlich auch ein paar Stunden Schlaf, wenn man bedenkt, dass ich an sieben Tagen in der Woche um 06.00 Uhr aufstehe.

Mit diesem Rhythmus habe ich im vergangenen Semester eine mündliche Prüfung abgelegt. Auch eine Klausur wäre sicherlich als Prüfungsform noch drin gewesen. D. h., solange ich nur Wissen in konzentrierter Form aufnehmen muss (Stichwort: Bulimie-Lernen), sind auch weiterhin gute Noten und Prüfungsleistungen möglich. Aber bei meinem Vorhaben, eine Hausarbeit zu schreiben, stoße ich derzeit an meine Grenzen. Das Lesen von langen Texten, zum Teil auf Englisch, und die Produktion von wissenschaftlich annehmbarem Text sind wirklich ein sportliches Vorhaben.

--

Das zweite Problem hatte ich in einer meiner letzten Beiträge schon angesprochen. Es stellt sich mir persönlich immer öfter die Frage, welchen Nutzen ich von diesem Studium eigentlich noch habe. Meine ursprüngliche Idee war, mit einem politikwissenschaftlichen Master im Public-Affairs-Bereich durchzustarten. Damals hatte ich noch in einer PR-Agentur gearbeitet, die diesen Bereich auch bedient. Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt auch noch ehrenamtlich politisch aktiv und hatte somit wirklich ein paar Gründe, ein für mich fachfremdes Studium aufzunehmen.

Beide Aspekte sind mittlerweile nicht mehr gegeben. Zum einen arbeite ich seit über einem Jahr als Online-Redakteur für Finanzthemen, zum anderen habe ich meine politischen Aktivitäten aus diversen Gründen aufgegeben. Ich merke aktuell zwar, dass mir der gesellschaftliche/politische Bezug in meiner Arbeit fehlt, allerdings habe ich auch großen Spaß an meiner Tätigkeit als Online-Redakteur. Ich habe mir neue Themenfelder wie Suchmaschinenoptimierung, Bildbearbeitung und HTML erschlossen und denke, dass diese Bereiche für meine aktuelle und auch spätere Tätigkeiten von großer Bedeutung sein werden. Die Konkurrenz ist groß und viele meiner Kollegen beherrschen mindestens eines dieser Instrumente (Photoshop, Suchmaschinenoptimierung oder den Umgang mit CMS) im Schlaf.

--

Vor diesem Hintergrund denke ich gerade intensiv darüber nach, wie es bildungstechnisch weitergehen soll. Eigentlich bin ich ein zutiefst rationaler Mensch und könnte mir die Antwort auf meine Frage deshalb auch selbst geben. Aber mittlerweile bin ich wohl an dem Punkt angekommen, an dem ich nur noch verbissen mein Ziel vor Augen habe und endlich diese verdammte Master-Urkunde in der Hand halten will.

Auf der einen Seite ist das verständlich, denn ich habe zwei Jahre und viel Arbeit investiert, um so weit zu kommen. Mir fehlen noch drei Module und die Masterarbeit, in Teilzeit gerechnet wären das zwei Jahre. Auf der anderen Seite aber leidet mein Privatleben derzeit unter dieser Verbissenheit, der Schlafmangel und der zunehmende Frust über die Situation verpuffen ja nicht einfach so.

Ich habe mich auf jeden Fall erst einmal für das kommende Semester zurückgemeldet. Ich werde auch versuchen, die Hausarbeit in diesem Semester so gut wie möglich abzuschließen. Es wäre fahrlässig, jetzt einfach alles hinzuschmeißen, ohne sich vorher Gedanken über Alternativen gemacht zu haben. Nach langen Überlegungen habe ich mir ein paar Szenarien für die Lösung meines Dilemmas überlegt. Nicht zu Diskussion steht dabei mein Job, da werde ich mich in absehbarer Zeit nicht verändern.

--

Szenario 1: Scheiß Auf Verluste

Meine erste Überlegung ist, erst mal so weiterzumachen wie bisher. Das hieße, eine Modulprüfung pro Semester, wobei noch zwei Hausarbeiten anstehen (inklusive der aktuellen). Die Gefahr ist, dass ich am Ende zwar meine Urkunde habe, aber keinerlei Profit daraus schlagen kann. Da ich mittlerweile kaum noch etwas mit Politik am Hut habe, wäre die realistischste Möglichkeit, als Junior-Consultant oder als Redakteur/Texter in eine PR-Agentur mit politischem Schwerpunkt einzusteigen.

Der Junior würde wahrscheinlich Gehaltseinbußen bedeuten (da ich ja eigentlich wieder eine Art Berufsanfänger wäre); für eine Redakteursstelle bräuchte ich meiner Meinung nach keinen politikwissenschaftlichen Master. Anschreiben an Politiker/Verbände, Argumentationspapiere und alle Arten von journalistischen Texten habe ich auch so schon konzipiert und verfasst (bzw. tue dies immer noch).

--

Szenario 2: Kunstpause

Meine zweite Überlegung führte mich zu dem Entschluss, eine schöpferische Pause von ein bis zwei Semestern einzulegen. Das Problem an dieser Variante ist, dass ich danach wohl nur noch wenig Motivation hätte, noch einmal quasi neu einzusteigen. Dinge können sich sehr schnell ändern und evtl. hätte sich dann unsere Situation (die meiner Frau und mir) so sehr geändert, dass ein Wiedereinstieg keinen Sinn mehr machen würde.

Eine Kunstpause von einem Semester halte ich derzeit aber für die beste Lösung.

--

Szenario 3: Geordneter Rückzug und Neuformation

Ausgehend von meinen Ausgangsüberlegungen wäre eine dritte Möglichkeit, erst einmal eine Pause zu machen und sich dann neu zu orientieren. Ich bin ein ambitionierter Mensch und beruflich möchte ich natürlich früher oder später den nächsten Schritt machen. Irgendwann wird dann das Thema Master auch wieder im Raum stehen, denn es gibt einfach Positionen bzw. Stellen, in denen dieser Abschluss zwingend vorausgesetzt wird (z. B. Referentenstellen im öffentlichen Dienst).

Da für mich aber eh nur ein berufsbegleitendes Fernstudium infrage kommt, müsste ich ein paar Jahre Pause machen, um die Kriegskasse aufzubessern. Das wäre auch eine gute Möglichkeit, eine fundierte Wahl zu treffen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen wären ein PR-/Kommunikationsmanagement-Studiengang oder ein wirtschaftswissenschaftlich/kaufmännisches Fach die beste Wahl. Allerdings wäre es mir auch lieb, wenn ich ein paar Creditpoints aus dem Governance-Studium mitnehmen könnte, damit ich nicht das Gefühl hätte, zwei Jahre meines Lebens vergeudet zu haben.

Ich habe mir auch bereits grob ein paar Studiengänge angesehen, zwischen denen ich mich entscheiden müsste. Allerdings sind die Kosten von bis zu 12.500 Euro einfach zu heftig. Deshalb wäre eine Pause von mindestens zwei bis drei Jahren unumgänglich.

--

Szenario 4: Scheiß auf den Master

Die letzte Möglichkeit wäre es, über den eigenen Schatten zu springen und auf den Master in absehbarer Zeit zu verzichten. Dafür spricht, dass ich mittlerweile fast drei jahre Erfahrung als PR-Assistent und Online-Redakteur habe und mir fehlende bzw. unzureichende Kenntnisse mit Fortbildungen und Fernlehrgängen aneignen könnte. In Betracht kämen u. a. der Social Media Manager nach dem PZOK-Modell, eine Weiterbildung zum Thema Online-Marketing insb. Suchmaschinenoptimierung und natürlich journalistische Fortbildungen (z. B. zu Themen wie redigieren, journalistisches Schreiben, Storytelling usw).

Billig wären diese Seminare und Schulungen auch nicht, aber sie hätten einen unmittelbaren Nutzen würden mich handwerklich weiterbringen. Hier liegt allerdings auch die Gefahr, denn wie gesagt möchte ich langfristig auch Aufgaben übernehmen, die über die reine Produktion von Content hinausgehen. Aber zur Not könnte ich ja auch in fünf bis sechs Jahren noch einmal die (Hoch-)Schulbank drücken, wenn ich bis dahin an einem Punkt angelangt bin, an dem ein Master (zwingende) Voraussetzung ist.

--

In den kommenden zwei Tagen verschicke ich erst mal meinen Entwurf für die Hausarbeit. Aber meine Überlegungen zeigen ja eigentlich, wie sehr mich das Thema derzeit beschäftigt. Evtl. werde ich mir im Juli dazu auch noch mal professionelle Hilfe holen. Zumindest sind die Chancen derzeit gering, dass ich von allein auf das Masterstudium und damit die heißbegehrte Urkunde verzichte.


Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0


16 Kommentare


psychodelix

Geschrieben

Was sagt deine Frau zu deinen Überlegungen? Hast du mit ihr darüber gesprochen?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Puuh, ganz schön viele unterschiedliche Wege, die du da zur Auswahl hast. Einen würde ich definitiv streichen, nämlich den, genau so weiter zu machen wie aktuell. Sobald das Privatleben und Gesundheit (Stress, Schlaff, Unzufriedenheit, ...) in Mitleidenschaft gezogen werden, ist Umdenken gefragt.

Ich glaube auch, hier führt kein Weg an einem Gespräch mit deiner Frau vorbei, egal was du machst, es betrifft immer auch deinen kleine Familie. Und auch wenn ich dir grad keinen besseren Rat geben kann, ohne Rückhalt von Familie / Freunden wird so ein Fernstudium ein unendlich langer Weg...

Alles gute beim Finden der richtigen Wanderkarte!

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Ja, da hast du natürlich recht. Meine Frau war von Anfang an skeptisch, sie ist es immer noch. Wenn es nach ihr geht, beende ich das Studium lieber heute als morgen. Wie gesagt tendiere ich dazu, im kommenden Semester einfach mal eine Kunstpause einzulegen und dann weiterzusehen.

Ich denke auch, im Moment habe ich meine Belastungsgrenze noch nicht erreicht. Vielmehr müsste ich mal daran arbeiten, die Zeit die ich habe, sinnvoll zu nutzen und mir dann Freiräume zu schaffen, in denen ich kein Skript in die Hand nehme. Dafür habe ich ja dieses Semester noch Zeit. Den idealen Lern-Freizeit-Rhythmus habe ich bislang einfach nicht gefunden (bzw. hatte ihn nicht nötig).

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
psychodelix

Geschrieben

Beenden würde ich es nicht - du hast schon 4/5 geschafft + Masterthesis!

Und die Gebühren in Hagen sind ein Traum zu anderen Instituten.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

wenn ich dich richtig verstanden habe, fehlen dir noch drei Module.... und du hast grundsätzlich schon vor Augen, über kurz oder lang einen Master zu machen. Wenn du jetzt abbrichst und auf Neu-Start gehst, kostet dich das ein paar Jahre.

Was hälst du davon, das Studium einfach mal langsamer anzugehen, dir mehr Zeit pro Modul zu lassen. Aufgrund der neuen Gebühren-Struktur der Fern-Uni Hagen dürfte das keinen bzw. keine großen finanziellen Unterschied machen im Vergleich zur Aufgabe des Studiums. Ich denke, in den "paar Jahren Pause, die du brauchst, um die Kriegskasse aufzubessern" ist es sicherlich möglich, den Rest - Eile mit Weile - abzuschließen. Was dir neue Möglichkeiten eröffnet. Und wenn nicht - hast du nix verloren. Kein Geld, weil das Studium an der Fernuni Hagen nicht so arg teuer ist. Keine Zeit, da du eh ein paar Jahre pausieren müsstest. Aber du hast dir die Cheance auf den Abschluss mit den damit verbundenen Möglichkeiten erhalten.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Diese Überlegungen hatte ich auch. Der Großteil ist bezahlt, mir fehlen lediglich die Skripte für ein Modul. Von daher werde ich mich erst mal ganz normal zurückmelden, auch wenn ich im kommenden Semester keine Prüfung ablege und stattdessen einfach mal wieder nächtelang Fußballmanager oder sowas zocke.

Das Grundproblem dabei ist nur, dass ich noch keinen rechten Zugang zu der Marterie gefunden habe (in Sachen Anwendbarkeit und Ausarbeitung in schriftlichen Arbeiten). Das wird die Masterthesis schwierig machen. In meinem "Heimatfach" könnte ich aus dem Stehgreif zwei bis drei Hausarbeits- und Masterthemen nennen und ausarbeiten.

Ich denke, ich muss erstmal eine Hausarbeit geschrieben haben, damit ich endlich ein Gefühl für dieses Fach bekomme. Der Aufwand ist halt gerade etwas heftig, aber ich hoffe, ich fühle mich danach sicherer.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Achja, die Sache mit den Möglichkeiten schwirrt mir auch die ganze Zeit durch den Kopf. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich den Abschluss noch für irgendeine meiner verrückten Ideen gebrauchen könnte. Mein Kopf sagt dagegen was anderes. Das letzte Mal, als ich auf meinen Kopf statt auf meinen Bauch gehört habe, wechselten Pokerchips im Wert von rund 250 Euro den Besitzer und ich war mein Geld los.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
psychodelix

Geschrieben

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich den Abschluss noch für irgendeine meiner verrückten Ideen gebrauchen könnte.

Bauchgefühl hin oder her - ich würde so kurz vor dem Masterabschluss weder abbrechen noch eine größere Pause einlegen (erfahrungsgemäß fällt es mehr als schwer, dann wieder anzufangen).

Euer Kind ist noch klein. Es gibt Leute, die sprechen sich Texte auf den MP3-Player. Du könntest mit dem Baby spazierengehen (es wird dann für 2-3 Stunden schlafen, wenn es satt ist und eine frische Windel hat) - und dabei deine gesprochenen Texte hören.

Dies ist eine Möglichkeit, das Nützliche mit dem Nötigen zu verbinden. ;)

stattdessen einfach mal wieder nächtelang Fußballmanager oder sowas zocke.

Statt Zocken dann Freitag- und Samstagnacht Skripe durcharbeiten. :thumbup1:

Und ja, nach einer Hausarbeit hast du ein viel besseres Gefühl dafür.

Meine erste Hausarbeit war (für mich) noch nicht so toll. Es war gut, aber es waren noch einige kleine formale Fehler drin.

Die zweite war super, besser ging es gar nicht. :thumbup:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Bauchgefühl hin oder her - ich würde so kurz vor dem Masterabschluss weder abbrechen noch eine größere Pause einlegen

Guter Hinweis, leider aus einem Grund etwas problematisch: Wenn ich aus irgendeinem Grund eine Prüfung versaue, was im Moment durchaus passieren kann (Übermüdung etc.), dann habe ich genau noch 2 Versuche. Vielleicht kennst du das Spiel, nach dem dritten Versuch ists vorbei, es folgt die Exmatrikulation und ich darf keinen politikwissenschaftlichen Masterstudiengang mehr belegen. Dieses Szenario möchte ich unbedingt vermeiden, daher auch meine Überlegung, ein Semester lang mal einen Gang runterzuschalten.

Es gibt Leute, die sprechen sich Texte auf den MP3-Player.

Bei der Textarbeit für Hausarbeiten unmöglich. Spätestens wenn ich die Hausarbeit schreibe, muss ich die Texte vor mir liegen haben, um Argumente und Zitate herausarbeiten zu können. Vorher habe ich die Texte natürlich gelesen, um mir die Stellen zu markieren. MP3-Files bringen mich da keinen Schritt weiter, wären allenfalls für mündliche Prüfungen oder Klausuren eine gute Idee. Aber der Zug ist abgefahren. Ich muss in zwei von drei übrigen Modulen jeweils eine Hausarbeit schreiben, um zur Masterthesis zugelassen zu werden. Darin liegt ja auch mein Dilemma: Mir fehlt einfach die Zeit bzw. das Umfeld (z. B. ein paar Stunden Ruhe) dazu.

Statt Zocken dann Freitag- und Samstagnacht Skripe durcharbeiten.

Ich habe in den letzten zwei Monaten jeden Tag mindestens bis 00:00 Uhr vor meinen Texten gesessen, nach Aufsätzen recherchiert oder an meinem Exposé geschrieben. Freitags- und Samstagabends zwinge ich mich dazu, um spätestens 02:00 Uhr morgens Schluss zu machen, weil unsere Tochter meistens um 6:00 Uhr wach ist und ich dadurch auch. Meine Freizeit besteht daraus, dass ich abends alle Stunde fünf Minuten Pause mache, um Beatles-Songs auf dem Bass zu spielen oder hier im Forum zu posten.

Meine Überlegungen habe ich nicht aus der Luft gegriffen, sondern sie resultieren daraus, dass ich neuerdings unter Schlafentzug und deutlichen Stimmungsschwankungen leide.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
psychodelix

Geschrieben

Ich bin Nachtarbeiterin, alleinerziehend mit Haus, Haustieren und Garten und studiere Teilzeit im Block an einer Präsenzuni - noch Fragen? :lol:

Den Nebenjob und die Elternarbeit in der Schule habe ich zum Glück inzwischen aufgegeben.

Man kann alles (anders) organisieren, wenn man will. Es erfordert allerdings ein Umdenken und Umstrukturieren. Was mit sehr kleinem Kind nur geht, wenn deine Frau mitmacht.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Genau solche Beispiele sorgen dafür, dass ich keine Minderwertigkeitskomplexe entwickle. Ich kenne diese ganzen Fälle, die FernUni postet alle Augenblicke irgendwelchen Einserkandidaten, die ihr Studium einfach so im Flug gemeistert haben. Ich finde es toll, wenn du es schaffst, alles unter einen Hut zu kriegen und deine Familie voll mitzieht.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Wie viele Stunden Lernzeit investierst du im Moment pro Woche in das Studium? - Wenn ich von abends 20:30 bis 0 Uhr und am Wochenende bis zwei Uhr lese, kommt da so einiges zusammen....

Weiter machen wie bisher geht meiner Meinung nach nicht, weil du jetzt schon schreibst, dass du für komplexe kognitive Aufgaben wie die Hausarbeit abends (verständlicherweise) keine Ressourcen mehr hast.

Entweder du machst eine Pause und schaust mal, wie sich das anfühlt und ob dir etwas fehlt, oder du schraubst dein Pensum deutlich zurück und machst das, was du machst dafür gründlich und dann, wenn du Energie dafür hast. Vielleicht geht es zum Beispiel, dass du dich am Wochenende mal für zwei Stunden oder so tagsüber zurück ziehst? - Könnte ja sein, dass du da dann deutlich mehr schaffst, als in vielen Stunden am Abend.

Ganz abbrechen fände ich auch schade bei dem, was du schon geschafft und investiert hast.

In meinem "Heimatfach" könnte ich aus dem Stehgreif zwei bis drei Hausarbeits- und Masterthemen nennen und ausarbeiten.

Kannst du vielleicht etwas stricken, so dass deine Masterarbeit möglichst viele Elemente aus deinem Heimatfach enthält und es dir so leichter fällt? - Ich hatte zum Beispiel während meines Informatik-Studiums gemerkt, dass mir die technischen Fächer nicht so sehr liegen, und daher etwas zum Thema Software-Ergonomie gemacht, wo sich vermutlich schon mein heutiges Interesse an Psychologie abgezeichnet hat ;-).

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Ja, ich habe mir fest vorgenommen, meinen "Lernalltag" ein wenig umzustrukturieren. Ich will mir jetzt einen Tag in der Woche frei nehmen, der nicht zum Lernen oder Hausarbeit schreiben da ist. Den Rest der Woche versuche ich dann aber, abends ohne Ablenkung zu arbeiten. Werde auch mal versuchen, meine Frau und meine Tochter am Wochenende ein paar Mal mit Freunden und Familie zu verabreden. Ich Dann habe ich 2-3 Stunden, in denen ich entweder in Ruhe schreiben oder mal vor 20.00 Uhr in die Bibliothek fahren kann.

Deinen Punkt mit der Masterarbeit verstehe ich gut. Ich hatte auch zwischenzeitlich die Idee, thematisch in die Richtung Interessenvermittlung oder Veröffentlichung von Politik (also Öffentlichkeitsarbeit politischer Akteure) zu gehen. Das Thema Masterthesis lasse ich aber erst mal links liegen und versuche stattdessen, mich durch die letzten drei Module zu arbeiten.

Wichtig ist mir erstmal, dass meine Modulbetreuerin mein Exposé für die Hausarbeit nicht in der Luft zerreißt und mir rät, lieber die örtliche Baumschule zu besuchen. Dann hab ich zumindest wieder etwas Motivation für den Rest des Semesters :)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Ich habe in den letzten zwei Monaten jeden Tag mindestens bis 00:00 Uhr vor meinen Texten gesessen, nach Aufsätzen recherchiert oder an meinem Exposé geschrieben. Freitags- und Samstagabends zwinge ich mich dazu, um spätestens 02:00 Uhr morgens Schluss zu machen, weil unsere Tochter meistens um 6:00 Uhr wach ist und ich dadurch auch. Meine Freizeit besteht daraus, dass ich abends alle Stunde fünf Minuten Pause mache

es wäre vielleicht auch eine Möglichkeit, weniger Stunden mit Lernen zu verbringen - diese aber dafür intensiver. Wenn ich mir vorstelle, dass ich während der Woche regelmäßig nur 4-6 Stunden Schlaf pro Nach bekomme, würde meine Leistungsfähigkeit auch rapide abnehmen... :confused:

und plane Pausen ein - vielleicht auch ganze Abende. Genieße die Pausen ohne schlechtes Gewissen, weil du nicht lernst :ohmy:

gönn dir Belohnungen für Dinge, die du geschafft hast - ob nun ein gutes Buch, ein schöner Abend mit einem leckeren Essen zusammen mit deiner Frau, ein Wellness- oder Familientag - was immer du auch magst.

Zuerst mal haben sich die Umstände meines Fernstudiums mit der Geburt unserer Tochter (Dez. 14) drastisch verändert.

Genau solche Beispiele sorgen dafür, dass ich keine Minderwertigkeitskomplexe entwickle.

lass das mit den Minderwertigkeitskomplexen - bringt eh nix..... die Ankunft deiner Tochter hat wahrscheinlich euer gewohntes Leben kräftig durcheinandergewirbelt, nicht wahr? Sie hat wahrscheinlich so viel Aufmerksamkeit beansprucht, dass nicht mehr viel für's Studium übrig geblieben ist... :sneaky2: geniess die Zeit, sie geht schnell vorbei und kommt nicht mehr wieder. Und gönn euch allen Zeit, damit ihr euch aneinander gewöhnen könnt. Spätestens, wenn deine Tochter ein Dreikäsehoch ist, wird das mit dem Lernen auch wieder besser funktionieren :)

Kopf hoch, das wird schon :thumbup:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
psychodelix

Geschrieben

Genau solche Beispiele sorgen dafür, dass ich keine Minderwertigkeitskomplexe entwickle.

Ich wollte dir keine Minderwertigkeitskomplexe machen, sondern nur deutlich machen, dass du jetzt mit deiner Tochter deine Lernzeiten umstrukturieren solltest.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Schon verstanden. Da gibt es aktuell leider nicht viel zu strukturieren. Naja ich werde euch berichten, wie es weitergeht.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
  • Aktuell beliebte Blogbeiträge

    • MichiBER
      Von MichiBER in Elektro- und Informationstechnik an der WBH... oder der Versuch, sich einsam durchzuschlagen 3
      Hallo,
      im Folgenden möchte ich gerne versuchen, meine Erfahrungen, welche sich während des Studiums angesammelt haben, kurz darzustellen. Ich hoffe, dies motiviert noch-Unentschlossene, sowie derzeit Studierende gleichermaßen.
       
      Warum ein Fernstudium?
       
      Ich habe bereits mehrere Jahre lang als Fertigungsmitarbeiter gearbeitet und habe gemerkt, dass ich diese Arbeit nicht mein Leben lang machen möchte. Schichtdienst, geringer Lohn und auf Dauer ziemlich anspruchslose Tätigkeiten.
      Allerdings hatte ich mir mit einer eigenen Wohnung (ledig, damals keine Freundin, keine Kinder) schon Kosten geschaffen, die ohne die Arbeit nicht zu finanzieren gewesen wären. Deshalb entschied ich mich für ein Fernstudium. Mit meinem Chef bin ich diverse Studiengänge durchgegangen. Letzten Endes hatte er für mich diesen Studiengang bei der Wilhelm Büchner Hochschule ausgesucht. Das war die einzige Hochschule, die diesen Studiengang mit dieser Vertiefungsrichtung angeboten hatte, die auch genau der Sparte der Arbeit entsprach. Mein Chef übernahm 50% der Kosten. Dafür verpflichte ich mich bei ihm für 3 weitere Jahre (eigentlich nur eine Form der Sicherung des Arbeitsplatzes). Sein Angebot, halbtags zu arbeiten, hatte ich abgelehnt. Somit hatte ich durchweg eine 40-Stunden-Woche. Somit ist das Fernstudium nicht vergleichbar mit der Ausbildung, da man ja nicht nebenbei noch etwas macht, sondern in Vollzeit.
       
      Meine Wenigkeit
       
      Ich bin gelernter Mikrotechnologe und arbeite seit (Stand: Nov 2016) 9 Jahren in der gleichen Firma (Bereich: Nachrichtentechnik, Entwickeln optoelektronischer Bauelemente) als Fertigungsmitarbeiter (mittlerweile als Techniker). Ich habe es für richtig gehalten, die Hefte modulweise durchzuarbeiten. Also zuerst alle Hefte, die bspw. Mathe1 betreffen (dann ggf. die Klausur dazu schreiben) und dann alle Hefte von BWL durcharbeiten. Diese freiwilligen Einsendeaufgaben habe ich nur von den mir wichtigsten Themen gemacht. Diese waren die Grundlagen der Mathematik, Elektrotechnik und Physik. Wenn ich diese Themen grundsätzlich verstehen würde, dann würde ich später die höheren Schwierigkeitsgrade ebenso verstehen. Das war mein Gedanke dahinter.
      Zu Beginn des Studiums hatte ich alle Prüfungen mit einer 1,x schaffen wollen. Irgendwann habe ich’s eingesehen, dass man dafür entweder sehr, sehr viel mehr Zeit benötigen würde (die ich nicht verballern wollte), oder dass man ein Überflieger sein muss (was ich ebenfalls nicht bin). So bin ich nach 80/20 verfahren. Mit 80 % schafft man schon fast alles und der Rest ist das i- Tüpfelchen, wenn man noch etwas Zeitreserven hat. Eines habe ich allerdings nie aus den Augen verloren: Ich wollte das Studium mit einer Gesamtnote <2,4 abschließen. Das ist mir auch gelungen. Ich habe eine 2,14 erlangt (alle Noten samt deren Gewichtung. Dafür empfehle ich www.gradeview.de).
      Man kann das Studium nur mit einem klaren Ziel schaffen. Ansonsten fehlt einem der Ansporn. Mein Ziel war von Anfang an klar: Raus aus der Schicht. Besseres Gehalt. Anspruchsvollere Tätigkeiten. Und dies bitte noch, bevor ich 50 bin (habe mit 26 angefangen zu studieren). Es gab bei mir persönlich im Laufe des Studium zwei ganz große negative Ereignisse, die mich in ein großes Loch haben fallen lassen. Mein Fehler war, dass ich dennoch zwei Klausuren geschrieben hatte (beide eine 4,0), die mir den Schnitt versaut haben. Aber trotzdem kam es mir niemals in den Sinn, das Studium zu schmeißen. Ich hätte mich ein Leben lang darüber geärgert.
       
      Motivation, wo bist du?
       
      Es ist so schön, wenn man es geschafft hat ein weiteres Heft abgearbeitet zu haben. Umso schlimmer ist es, wenn wieder eine neue Lieferung voller Hefte kommt. Die den Heftstapel gefühlt exponentiell in die Höhe schnellen lässt.
      Die Hefte selbst sind nicht wirklich gleichermaßen gut. Die einen sind gefüllt mit komplexen, undurchsichtigen Sätzen, die anderen weisen ganze Rechenfehler auf, auf die (laut Forum bei Study online) bereits vor Jahren von Studenten entdeckt, aber nachweislich noch nicht korrigiert wurden.
      Es ist so wichtig, differenzieren zu lernen. Man muss unterscheiden können, ob man an dem einen Tag einfach nicht durch ein Heft kommt, weil das Gehirn partout nicht will, oder weil einem die Lust dazu fehlt. Für Ersteres muss ich sagen: „Pack’ das Heft beiseite und lass es für heute sein! Es ist furchtbar demotivierend, wenn man es verzweifelt zu verstehen versucht.“. Für Letzteres sag ich: „Heute lässt man es sausen, weil man keine Lust hat. Morgen lässt man es sausen, weil es auf der Arbeit doof war, übermorgen lässt man es sausen, weil die unwichtige Serie im Fernsehen, die man ja eigentlich nicht interessant findet, sehen muss...“. Es gibt so viele Gründe, die man sich sucht. Nur, um sich nicht durch so manch total uninteressanten Module (bei mir waren es die BWL- und Unternehmensführung-Themen) durchquälen zu müssen.
      Es ist sehr faszinierend, dass man immer wieder Phasen erlebt, an denen man einfach nur unmotiviert und lustlos ist. Deshalb hatte ich mir das Lernen als einen Termin gemacht. Wenn ich lediglich sagen würde, täglich nach der Arbeit etwas zu lernen, dann (ich kenn mich) würde ich es ziemlich schleifen lassen. Deshalb hatte ich mir gesagt, dass ich um x-Uhr mit dem Lernen beginne. Das Ende ließ ich offen. Wenn es nicht so ganz gut lief, dann hatte ich schon nach einer Stunde aufgehört, wenn es sehr gut lief, dann wurden es auch schon mal 9 Stunden. (Essen nicht vergessen). Hinzufügen muss ich noch, dass ich im Schichtdienst gearbeitet hatte. In der Spätschicht konnte ich viel besser lernen als in der Frühschicht, da ich früh aufgestanden bin, von 9-13 Uhr gelernt hatte und dann (zum Entspannen lach) zur Arbeit gegangen bin. Man muss lernen, sich zu organisieren. Zeitmanagement, Disziplin und Durchhaltevermögen sind drei absolut wichtige Dinge, die man beherrschen muss. 
      Ich hatte annähernd jeden Tag gelernt. Meine Freunde und Familie mussten stark sein und die Nerven behalten. Allerdings fand ich es auch super, wenn mich eben diese mal weg geholt haben vom Schreibtisch. Denn nur büffeln ohne soziale Kontakte geht auch nicht.
      Mir war es wichtig, viele Kontakte zu knüpfen. Sei es über den Austausch im Forum, sei es ei den Stammtischtreffen, oder gar (wenn man das Glück hat und viele Studenten in der Nähe wohnen) sich privat zu treffen. Dabei muss es nicht unbedingt immer um die Uni gehen
       
      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • SebastianL
      Von SebastianL in M.Sc. Wirtschaftsinformatik an der WBH 5
      Letzte Woche hatte ich noch regen Schriftwechsel mit meinem Dr.-Vater. Es ging um die Promotionsfähigkeit. Ich hatte alle notwendigen Unterlagen eingereicht und diese auch schön aufbereitet. Aus seiner Sicht sprach nichts gegen eine Promotionsfähigkeit, er wollte aber sicher gehen, dass es am Ende keine Probleme gibt und hat offiziell im Dekanat angefragt. Zum Hintergrund, ich habe ja Wirtschaftsinformatik studiert und möchte in Informatik promovieren. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, aber er wollte eben sicher gehen, dass es das Dekanat genauso sieht. Das ging relativ schnell und ich hatte dann das Ergebnis schriftlich im Mail-Postfach. Also natürlich vorausgesetzt ich schließe den Master ab, erst dann bin ich promotionsfähig. Somit muss jetzt nur noch das Kolloquium über die Bühne und dann kann ich mit meinem Dr,-Vater den Doktoranden-Vertrag schließen. In diesem Vertrag verpflichte ich mich jedes halbe Jahr Fortschritte über meine Forschung zu reporten und er verpflichtet sich mich zu betreuen. Soweit also alles auf Kurs.
       
      Die Woche habe ich mich, wie angekündigt mit meinem Dr.-Vater getroffen und die grobe Richtung mit dem groben Thema abgesprochen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war ein echt gutes Gespräch. Das Thema meiner Masterarbeit hat sich rentiert, denn ich kann da mit Wissen anknüpfen. Es geht in Kurzform auch, wie in meiner Masterarbeit um Kompetenzen und deren Vergleich im Hinblick auf Medizinischer Weiterbildung. Soweit jetzt mal grob die Richtung formuliert. Ich muss mich jetzt die nächsten Wochen mit Recherche beschäftigigen und die Problemstellung mit groben Ziel zu definieren. Mir steht auch ein Prof. Dr. in Medizin zur Verfügung, der mich in Sachen Medizin fachlich unterstützt. Der hat sein Büro neben der Büchner Villa, wo ich war. Ich meine mit Büchner Villa nicht die Hochschule, sondern es gibt in Pfungstadt ein Gebäude das so heißt und auch sehr bekannt ist in Pfungstadt.
       
      Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf die Promotion und das Thema finde ich auch sehr spannend. Ich hab mir immer gedacht, Dr.-Vater finden schon schwer und dann noch einen zu finden, der ein Thema hat das einen interessiert ist noch schwerer. Aber da habe ich wohl insgesamt sehr glück gehabt, dass auf Anhieb gleich alles passt.
       
      Mein nächster Blogeintrag wird nach dem Kolloquium sein und mein letzter in diesem Blog. Danach werde ich einen neuen Blog über meine Promotion aufmachen.