Mein Ziel - Der Hochschulabschluss

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Akku leer, aufgekratzt, empfindlich, vulnerabel... Himmel, lass es endlich vorüber gehen!

Hallo liebe Blogleser,

 

mindestens noch ein Dutzend weiterer Begriffe wie in der Überschrift fallen mir zu meinem Gemütszustand ein. Ich fühle mich hundsmiserabel. Ich möchte weglaufen und kann es nicht. Nein, ich muss es jetzt durchziehen.

 

Die Thesis muss in 29 Tagen bei Frau Cram sein, damit sie rechtzeitig zum Abgabetermin korrigiert und gebunden ist.

Das Worddokument, was später mal die Thesis darstellen soll, ist aktuell nur ein riesen Haufen Stückwerk.

 

Panik macht sich breit, mit der Frage, ob ich es noch rechtzeitig schaffe. Gelegentlich kommen Gedankenblitze, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Dies erscheint aber schier unmöglich. Übernächste Woche bin ich 5 Tage in einer Fortbildung, auf die ich 4 Jahre gewartet habe. Das kann ich nicht alles sausen lassen.

 

Den ganzen Tag habe ich heute im Büro gesessen. Das Ergebnis: Die Thesis ist von 72 auf 64 Seiten geschrumpft, weil ich ziemlich viel Mist in den ersten Entwürfen geschrieben hatte. Die Zeit rennt mir davon, meine procrastinalen Persönlichkeitsanteile machen sich breit.

 

Außerdem werden die Zweifel über die Qualität der Arbeit immer größer und größer.

 

Statt weiter zu arbeiten, schreibe ich diesen Artikel. Nicht gut. Da hilft auch nicht die Nachricht über die bestandene Horrorklausur.

 

Hilfe! Ich glaube, mir ist die Thesis über den Kopf gewachsen.

 

Forensiker...

 

 

 

 

 

 


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14 Kommentare


Fernstudi_Psy

Geschrieben

Halte durch! Du schaffst das! *daumendrück*

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Markus Jung

Geschrieben

Das klingt schon ernst, allerdings auch nicht so ungewöhnlich. Ich glaube viele haben solche Momente während ihrer Abschlussarbeit.

 

Du hast schon 64 Seiten und noch 29 Tage Zeit. Welchen Umfang der Arbeit strebst du an? Und wie ist inhaltlich im Moment der Status? Hast du schon zu allen Bereichen der Struktur etwas geschrieben, oder welche Teile sind noch komplett offen?

 

Den Gedanken irgendwo etwas mehr Zeit her zu nehmen finde ich gut. Wo kannst du dir Freiräume schaffen? Klar, die Fortbildung in der Übernächsten Woche nimmst du mit. Aber wie sieht es in den anderen Wochen aus? Vielleicht kannst du dir einzelne Tage frei nehmen, um zum Beispiel ein längeres Wochenende zu haben? Wie sieht es überhaupt an den Wochenenden aus? Sind diese weitgehend frei von Verpflichtungen oder kannst du sie dir frei schaufeln? 

 

Jetzt erstmal durchatmen. Und dann neu überlegen. Wie ist deine Stimmung denn heute gegenüber gestern? 

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Forensiker

Geschrieben (bearbeitet)

Danke Markus für die sehr differenzierte Antwort.

 

Ich habe noch für exakt einen Tag Überstunden. Das wäre die einzige Möglichkeit, abgesehen von unbezahltem Urlaub, noch etwas Freiraum zu schaffen.

Jeden Samstag bis nach der Abgabe sind noch wichtige Präsenzen im Studienzentrum. Sonntags gehe für meine Tochter in die Kirche, die Ministrantin ist. Meine Frau arbeitet als Krankenschwester im Schichtdienst. D.h. die verbleibenden Sonntage kann ich mich nicht 100% auf die Thesis konzentrieren, sondern kümmere mich auch ein wenig um die Kinder, zumindest so, dass sie etwas zu Essen bekommen.

 

Daher meine Zweifel, ob ich das Pensum schaffe.

 

Ich schreibe eine empirische Arbeit. Es ist eine retrospektive Studie. Den Theorieteil habe ich so weit fertig. Muss noch überarbeitet werden, aber ok. 

Die Ergebnisse sind auch dargestellt, schriftlich und optisch. Ich muss noch einige Signifikanzen berechnen.

 

Die Diskussion ist noch nicht richtig fertig. Da muss ich teilweise noch Literatur sichten und einbauen. Es fehlt also noch Text zu einigen Kategorien der Ergebnisse. Außerdem muss ich noch einige Tabellen und Grafiken bearbeiten. 3D Darstellungen (Tortendiagramme) sollte man nicht verwenden, habe ich gelesen.

 

70 Seiten dürfen es laut Diploma nur sein.

 

Also ich empfinde die ganze Thesis so noch als Großbaustelle.

 

Vielleicht geht es mir so schlecht, weil ich das alles nicht richtig einschätzen kann. Die Ungewissheit  (inhaltlich, zeitlich, privater Rahmen) macht mich glaube fertig.

 

Da geht es mir heute nicht anders als gestern.

bearbeitet von Forensiker
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vor 11 Minuten, Forensiker sagte:

Also ich empfinde die ganze Thesis so noch als Großbaustelle.

 

Für mich als Außenstehende klingt das nach: "Haus ist fertig, steht, sieht von außen weitgehend gut aus, drinnen sind noch Dinge zu erledigen."

Für jemanden, der kein Hand- bzw. Heimwerker ist, ist so eine Situation grässlich - und wenn man nicht regelmäßig unter Abgabedruck solche Arbeiten schreibt, ist diese Nervosität kurz vor Schluss völlig normal.

Sich selbst noch mehr Druck zu machen, dürfte allerdings wenig helfen.

Ich würde die nächste Zeit so angehen:

- Bestandsaufnahme, welche Teile können im Moment so bleiben, weil zu 80% fertig?

- Was ist zwingender Bestandteil? Wie viel davon habe ich schon?

- Was von den zwingenden Teilen fehlt? Aufteilen in Einzelschritte, inkl. Zeitschätzung (ruhig großzügig schätzen).

- Die Einzelschritte priorisieren und angehen.

 

Ich kenne natürlich die Bewertungsgrundlagen für die Arbeit nicht, aber es ist meiner Erfahrung nach kein Beinbruch, wenn eine Thesis nicht perfekt ist. Ich hatte damals nach der Abgabe meiner Abschlussarbeit in Kaiserslautern einen Geistesblitz, dass ich ein relevantes Konzept vergessen hatte - wurde prompt von den Korrektoren moniert, aber die Gesamtnote war gut genug.

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Mir ging es wärend der Thesis nicht anders. Aber hey, die Thesis noch und Du bist fertig! Versuche dich mit diesem Gedanken zu motivieren!

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Forensiker

Geschrieben (bearbeitet)

@Naledi

 

Vielen Dank. Ich werde versuchen so wie Du beschreibst, etwas Struktur reinzubekommen.

 

Ich bin ja sonst ein Freund des Pareto-Prinzips. Aber irgendwie klappt das diesmal nicht. Mein Anspruch ist auch so hoch, weil mein Chef international DER Experte für das Thema ist. War keine gute Idee, ihn nach einem Tipp für das Thema zu fragen. Er möchte die Thesis natürlich lesen, wenn sie fertig ist.

 

@SebastianL

Ja, ich dachte auch es hilft mir, dass es vielen zuvor auch so erging. Aber in der aktuellen Situation ist das gar nicht einfach.

 

Und... nee leider noch nicht ganz fertig.

Ende Januar steht noch die Schwerpunktklausur an. Und im März das Kolloquium zu dem ich hoffentlich zugelassen werde (wenn Thesis Note besser 4.0).

bearbeitet von Forensiker

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Markus Jung

Geschrieben

Also eigentlich finde ich den Bearbeitungsstand deiner Arbeit gut für diesen Zeitpunkt und du bist schon recht weit.

 

Was ich wirklich schwierig finde ist, dass du so wenig Zeit hast, um mal wirklich in Ruhe (damit meine ich ganze Tage) an der Arbeit was zu tun. Wenn du die Möglichkeit hast, da deine Überstunden zu nutzen und vielleicht auch zusätzlich nach unbezahltem Urlaub zu fragen, würde ich das glaube ich an deiner Stelle ernsthaft überlegen zu tun. Wenn du so auf vielleicht 2-3 Arbeitstage nur für die Thesis kommst, wo du dich auch gedanklich voll darauf einlassen kannst, könnte dich das enorm nach vorne bringen. Zumindest war das meine Erfahrung in der Diplomarbeit vor vielen, vielen Jahren.

 

Das auf 3D-Diagramme verzichtet werden sollte, habe ich auch schon gelesen. Unter anderem, weil diese weniger genau abzulesen sind und außer optischer Spielerei eigentlich keinen Mehrwert bieten.

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Eine Möglichkeit wäre ja wohl auch das Gleitzeitkonto ins Minus zu führen. Also 2 Wochen auf's gleitzeitkonto zu nehmen, dann hast Du ggf. -80h aber dafür Zeit für die Thesis. Was auch noch eine Möglichkeit ist, ist sich vom Betrieb bescheinigen zu lassen dass der Projektstreß dich von der Thesis abgehalten hat. Dann kannst ggf. noch mal paar Wochen die Thesis verlängern. Vielleicht wäre eine Kombination der Möglichkeiten Zielführend. Ansonsten einfach Augen zu und durch - Du schaffst dass! Glaube an dich und dann wird das schon. Du willst doch nicht durchfallen und noch mal von vorne mit einem anderen Thema starten, oder?! Also, das sehe ich genauso, das ist keine Option! Also nochmals: DU SCHAFFST DAS!

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Forensiker

Geschrieben (bearbeitet)

Danke nochmal für die Inputs.

 

Also 80 Std. Minus sind laut Betriebsvereinbarung nicht möglich, die ich mir gerade dazu mal angeschaut habe.

 

Aber 20 Std. kann ich eigenverantwortlich ins Minus arbeiten. Habe dann 3 Monate Zeit, das Minus wieder abzubauen.

 

Das sind inkl. der Überstunden 3.63 Tage.

 

Das werde ich wohl so machen. Verlängern kommt nicht in Frage. Da komme ich mir mit der Klausur ins Gehege.

 

Merci!!

bearbeitet von Forensiker
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Kannst du dich privat nicht durch Großeltern, Freunde oder so etwas entlasten?  Klar - das sollte kein Dauerzustand sein. Aber im Rahmen der Abschlußarbeit, die in 29 Tagen eh vorbei ist, würde ich das machen ohne mich gleich als Rabenmutter zu fühlen.

 

Kannst du mit deinen Stunden nicht etwas ins Minus gehen und die danach reinarbeiten? Bei uns geht das, sogar bis zu 5 Wochenarbeitszeiten (dh bei ner 40h Woche kann ich 200h ins Minus). Muss mit dem Chef abgestimmt werden, ist aber oft kein Problem. Damit hättest du keine Gehaltseinbußen und trotzdem erstmal Zeit. Und Überstunden danach sind meistens leicht gemacht - bleibt ja immer Arbeit liegen ^^

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Forensiker

Geschrieben (bearbeitet)

@Esme

 

Schau mal einen Kommentar zuvor ;-)

 

Ansonsten gibt es aber keine Unterstützung. Im Gegenteil. Mein Schwiegervater ist gerade in Reha nach Aortenklappen-OP und Schwiegermutter hat keinen Führerschein. Aber so fast 4 Tage am Stück Frei sollte hoffentlich helfen.

 

 

bearbeitet von Forensiker

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Huch - ich war zu langsam ^^  Ok ...

 

Knapp vier Tage sind besser als nichts. Und du hast ja wirklich schon viel geschafft. Hast du denn schon Teile deiner Arbeit zur Korrektur gegeben? Dann bekommst du jetzt schon etwas Input von außen und nicht erst am Ende.

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Nein, ich gebe sie erst ab, wenn sie komplett ist.

Sie wird nicht inhaltlich überprüft. Ich glaube das wäre auch nicht erlaubt.

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Beetlejuicine

Geschrieben

Es ist schon alles gesagt. Die Kraft sei mit dir :-)

 

Fühl dich jedenfalls verstanden!

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      Mir war es wichtig, viele Kontakte zu knüpfen. Sei es über den Austausch im Forum, sei es ei den Stammtischtreffen, oder gar (wenn man das Glück hat und viele Studenten in der Nähe wohnen) sich privat zu treffen. Dabei muss es nicht unbedingt immer um die Uni gehen
       
      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • SebastianL
      Von SebastianL in M.Sc. Wirtschaftsinformatik an der WBH 5
      Letzte Woche hatte ich noch regen Schriftwechsel mit meinem Dr.-Vater. Es ging um die Promotionsfähigkeit. Ich hatte alle notwendigen Unterlagen eingereicht und diese auch schön aufbereitet. Aus seiner Sicht sprach nichts gegen eine Promotionsfähigkeit, er wollte aber sicher gehen, dass es am Ende keine Probleme gibt und hat offiziell im Dekanat angefragt. Zum Hintergrund, ich habe ja Wirtschaftsinformatik studiert und möchte in Informatik promovieren. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, aber er wollte eben sicher gehen, dass es das Dekanat genauso sieht. Das ging relativ schnell und ich hatte dann das Ergebnis schriftlich im Mail-Postfach. Also natürlich vorausgesetzt ich schließe den Master ab, erst dann bin ich promotionsfähig. Somit muss jetzt nur noch das Kolloquium über die Bühne und dann kann ich mit meinem Dr,-Vater den Doktoranden-Vertrag schließen. In diesem Vertrag verpflichte ich mich jedes halbe Jahr Fortschritte über meine Forschung zu reporten und er verpflichtet sich mich zu betreuen. Soweit also alles auf Kurs.
       
      Die Woche habe ich mich, wie angekündigt mit meinem Dr.-Vater getroffen und die grobe Richtung mit dem groben Thema abgesprochen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war ein echt gutes Gespräch. Das Thema meiner Masterarbeit hat sich rentiert, denn ich kann da mit Wissen anknüpfen. Es geht in Kurzform auch, wie in meiner Masterarbeit um Kompetenzen und deren Vergleich im Hinblick auf Medizinischer Weiterbildung. Soweit jetzt mal grob die Richtung formuliert. Ich muss mich jetzt die nächsten Wochen mit Recherche beschäftigigen und die Problemstellung mit groben Ziel zu definieren. Mir steht auch ein Prof. Dr. in Medizin zur Verfügung, der mich in Sachen Medizin fachlich unterstützt. Der hat sein Büro neben der Büchner Villa, wo ich war. Ich meine mit Büchner Villa nicht die Hochschule, sondern es gibt in Pfungstadt ein Gebäude das so heißt und auch sehr bekannt ist in Pfungstadt.
       
      Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf die Promotion und das Thema finde ich auch sehr spannend. Ich hab mir immer gedacht, Dr.-Vater finden schon schwer und dann noch einen zu finden, der ein Thema hat das einen interessiert ist noch schwerer. Aber da habe ich wohl insgesamt sehr glück gehabt, dass auf Anhieb gleich alles passt.
       
      Mein nächster Blogeintrag wird nach dem Kolloquium sein und mein letzter in diesem Blog. Danach werde ich einen neuen Blog über meine Promotion aufmachen.