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Gedankenkarussell

Higgins

429 Aufrufe

 

 

In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken, die sehr wenig mit meinem aktuellen Studium zu tun haben (welches ich aber weiterhin beenden möchte, keine Sorge :)), wer also kein OT lesen möchte, darf diesen Blogeintrag gerne überspringen .

 

Gestern ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich permanent nach Gründen suche, warum ich keine Sozialarbeit studieren sollte. Also habe ich mich mal hingesetzt und alle Punkte aufgeschrieben, die dafür sprechen. Folgende Liste ist dabei herausgekommen:

 

Was spricht für ein Sozialarbeit-Studium:

 

  1. Sozialarbeit ist ein unheimlich breitgefächertes Feld und bietet dadurch eigentlich für jede Persönlichkeit  irgendeine Arbeitsnische.
  2. Ich habe mich in den letzten 20 Jahren enorm weiterentwickelt und bin nicht mehr ganz so extrem verschlossen wie früher. Ich kann besser auf andere Leute zugehen und mich unterhalten. Der Job als Krankenschwester hat wesentlich dazu beigetragen, also ist vielleicht noch mehr Potenzial zur Veränderung vorhanden als ich denke.
  3. Es ist produktiver, stärke-bzw. ressourcenorientiert zu denken als defizitorientiert. Introversion ist keine Krankheit, kein Makel und keine Schwäche, sondern nur ein Persönlichkeitsmerkmal. Als Introvertierter habe ich viele Eigenschaften und Stärken zu bieten, die in der Sozialarbeit nützlich sein können. Vielleicht gibt es sogar Arbeitsgebiete, wo man Introversion sehr gut gebrauchen kann.
  4. Sozialarbeit ist eines der wenigen Themen, das mich mit echter Leidenschaft erfüllt, mich morgens aus dem Bett getrieben und zu Höchstleistungen angespornt hat. Seit ich 16 bin wollte ich nie wirklich etwas anderes werden als Sozialarbeiterin.
  5. Nur weil etwas schwierig ist und mich vor Herausforderungen stellt bedeutet das nicht, dass es besser ist es nicht zu tun. Mit der Einstellung geht man jeder Möglichkeit aus dem Weg, zu wachsen und zu reifen. Wenn ich so zurückblicke, hab ich mich vor allem durch Schwierigkeiten weiterentwickelt, nicht dadurch den bequemen Weg zu gehen.
  6. Es wird Zeit, dass ich meinen Blickwinkel ändere und meinen tief verwurzelten Introversions-Komplex ablege. Extraversion ist  nicht der Maßstab aller Dinge. Nur weil gewisse Leute denken, dass Introvertierte besser im Büro aufgehoben sind, muss das noch lange nicht der Wahrheit entsprechen. Die wichtigste Frage ist doch: Glaube ich daran, dass ich diese Arbeit schaffen kann? Ja, tue ich.
  7.  

Ich finde, diese Liste sieht doch ganz gut aus…

 

Im Übrigen bin ich bei der Suche nach Lösungen für das Problem auf einen Blog für introvertierte Menschen gestoßen. Der Betreiber als Betroffener hat ein Buch geschrieben, das vielleicht nochmal interessante Ansätze bietet und zu einer Änderung des Blickwinkels beitragen kann. Ich bin gespannt.

 

LG Higgins

 

 


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9 Kommentare


Markus Jung

Geschrieben

Zitat

Im Übrigen bin ich bei der Suche nach Lösungen für das Problem auf einen Blog für introvertierte Menschen gestoßen.

 

Vermutlich den von Patrick Hundt, oder? - Sein Buch habe ich vor einiger Zeit mal in meinem persönlichen Blog vorgestellt:

http://www.markus-jung.de/2014/10/gelesen-kopfsache-von-patrick-hundt.html

 

Weitere Quellen hier, aber wahrscheinlich kennst du das Meiste davon schon:

http://www.markus-jung.de/2015/06/bucher-videos-blog-und-forum-fur.html

 

Introversion kann übrigens gerade in sozialen Berufen einen großen Vorteil mit sich bringen. Oft sind introvertierte Menschen sehr empathisch und können vieles nachvollziehen und sind auch bereit, erstmal gut zuzuhören und sich auf den anderen einzulassen, statt gleich mit eigenen Vorschlägen loszulegen etc.

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Ja genau, den Blog meine ich. Deine Rezension hat mich noch neugieriger gemacht, hab das Buch heute vormittag bestellt und hoffe es kommt bald.

 

Der Gedanke, dass Introversion ausgerechnet in sozialen Berufen vorteilhaft sein soll ist ziemlich ungewohnt. Ich hab diesen Wesenzugszug immer als Makel empfunden, auch oder v.a. deshalb, weil es mir von der Umwelt so vermittelt wurde. Wird Zeit, dass sich das ändert ;)...

 

LG Higgins

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Higgins.... irgendwie kommt mir das bekannt vor *lach*

 

Ich erwäge aktuell nach dem Bachelor in Pflegemanagement an der Apollon den neuen Studiengang Sozialmanagement noch anzuhängen, dann hätte ich die Grundlage für Sozialarbeit und könnte mir in Ruhe überlegen, welcher Bereich dann der bessere für mich ist, so langfristig betrachtet.

Zum Wechseln ist es jetzt leider zu spät und deswegen werde ich jetzt das Eine erst mal durchziehen.

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Ich empfinde In trovertiertheit (inzwischen) nicht mehr als Schwäche. Hätte selbst gerne mehr davon - ich bin eher die, die sofort Lösungsvorschläge parat hat ^^
 

Hast du dir denn die Gründe dagegen auch mal aufgeschrieben und gegenüber gestellt?

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Henriette Garczorz

Geschrieben

Wie würde es Dir denn gehen, wenn Du nicht glauben würdest, dass Introvertiertheit keine gute Voraussetzung für die Sozialarbeit ist?

 

Und inwieweit könnte Introvertiertheit genau richtig sein in der Sozialarbeit? Markus hat ja schon Empathiefähigkeit angesprochen- vielleicht gibt es ja noch weitere Komponenten?

 

 

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Higgins

Geschrieben (bearbeitet)

@Stolluba:

 

Wenn dir solche Pläne vorschweben, warum dann nicht gleich Soziale Arbeit studieren? Wenn ich das richtig sehe, haben PM und Sozialmanagement bei der Apollon sehr ähnliche oder sogar identische Inhalte. Das ist doch fast so, als würde man das Gleiche nochmal studieren...

 

@Esme:

 

Gründe dagegen gibts eigentlich gar nicht so viele. Hauptgrund ist tatsächlich die Introversion, weil ich noch nicht abschätzen kann, inwieweit das im Studium bzw. Berufsleben danach zu Problemen führt. Ein weiterer wäre, dass so ein Fernstudium immer auch kollaterale Auswirkungen hat, in meinem Fall auf die Familie. Mein Mann hat sich so gefreut, dass die Studienzeit bald vorbei ist, weil es einfach auch Kraft, Nerven und sehr viel Unterstützung von seiner Seite fordert. Da kann ich schon verstehen, dass er von einem Zweitstudium nicht gerade begeistert ist. Ganz zu schweigen von der finanziellen Seite.

Und der letzte Grund wäre, dass ich vermutlich bald schon einen Bachelor haben werde. Da riecht ein Zweitstudium ein bisschen nach falscher Entscheidung, was ja objektiv gesehen auch ein bisschen so ist. PM ist ein reines Vernunftfach ohne besondere Hingabe gewesen, Neigung hat da gar keine Rolle gespielt und Interesse nur bedingt. Das muss man einem zukünftigen Arbeitgeber erstmal erklären können.

 

@Henriette: Wenn es die Introversion nicht geben würde gäbs für mich kein halten mehr ;). Dann würde ich quasi auf der Stelle den Immatrikualtionsantrag auf den Weg schicken.

 

Naja, wenn ich jetzt von mir ausgehe: ich hole die Leute da ab wo sie stehen und versuche nicht sie zu etwas zu drängen und ihnen Lösungen aufzunötigen. Ich kann gut zuhören, mich auf den anderen einlassen, Themen im Gespräch sehr umfassend, intensiv und tiefegehend ausloten. Für viele Problemlagen habe ich Verständnis, das ist erfahrungsgemäß bei Extrovertierten nicht immer der Fall. Ich kann gut beobachten und nehme Stimmungen/Probleme/Beziehungsgeflechte schnell wahr, d.h. ich kann schnell unter die Oberfläche sehen. Bevor ich rede denke ich erstmal nach, so hat vieles was ich sage (hoffentlich :rolleyes:) Hand und Fuß. Ich bin verschwiegen und habe festgestellt, dass die Leute mir deshalb schnell vertrauen und sehr persönliche Dinge erzählen. Das sind nur einige Punkte die mir spontan einfallen und mit Sicherheit ganz nützlich für die Soziale Arbeit sein können.

 

LG Higgins

bearbeitet von Higgins
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Beetlejuicine

Geschrieben

Du könntest dein PM Studium zumindest im Bereich Casemanagement nutzen. Dort wurden immer Sozialarbeiter eingesetzt. das wandelt sich und geht an die Pflege über.

 

 

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Ich muss die gleichen Module nicht nochmal belegen, die werden angerechnet. Ich hätte also quasi die Hälfte dann schon erledigt.

Ein Wechsel des Studiengangs wäre jetzt schon sehr spät, ich habe schon etliche Module gemacht, die ich für Sozialmanagement gar nicht brauche. Außerdem ist PM ja auch interessant und ich würde das sehr gern beenden. Ich glaube, dass gerade die Kombination aus Beidem für mich eine gute Idee ist.

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Henriette Garczorz

Geschrieben

Hallo Higgins,

 

entschuldige, dass ich mich erst jetzt wieder aus dem "off" melde; aber ich möchte nicht versäumen, Dir zu antworten. Deine Antwort klingt für mich so, als hättest Du ziemlich nützliche Fähigkeiten und Eigenschaften für deine Pläne. Und dass Introvertiertheit durchaus sehr nützliche und förderliche Seiten im beruflichen Kontext haben kann. 

 

Beste Grüße und ein gutes neues Jahr !

 

 

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      So Long...
      Forensiker