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Vergleich Studium und Fachwirt, erste Einschätzung

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maddes86

742 Aufrufe

Hallo liebe Mitstreiter, 

 

ich habe mir fest vorgenommen, im Verlauf des Studiums immer mal wieder meine Eindrücke aus dem Studium gegen die Eindrücke

aus dem IHK-Fachwirt (Industrie) zu stellen. 

Warum das? 

In sehr vielen Foren wird häufig extrem undifferenziert, arrogant, voreingenommen und emotional über die "Studium oder Weiterbildung"-Frage diskutiert.

Speziell "gleichwertig" und "gleichartig" im DQR (http://www.dqr.de/) sorgt regelmäßig für Spannungen zwischen den Bildungsrichtungen. 

Hier wird der Abschluss eines Fachwirtes nämlich wie der Bachelor-Titel auf Stufe 6 gesehen.

Der Betriebswirt (IHK) liegt sogar auf der gleichen Stufe wie ein Master. :ohmy:

 

Vll. kann ich bei manchem Leser oder Zweifelnden für etwas mehr Fakten und Aufklärung sorgen. :rolleyes:

btw: Ich kann natürlich nur meine Erfahrungen zwischen der IHK-Schwaben und dem BWL-Studium bei der IUBH vergleichen.

 

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Mein persönlicher erster Eindruck nach einem knappen halben Semester:

 

Modular vs. Komplettprüfung

Der modulare Aufbau meines Fernstudiums verteilt die Klausuren und den damit verbundenen Lerndruck auf das komplette Jahr. Dadurch bleiben die Anforderungen und die Motivation recht stabil hoch, der Umfang einer Klausur bleibt aber überschaubar.

 

Der Aufbau eines Fachwirtkurses ist komplett anders. Hier plätschert der Unterricht teils über einige Monate dahin, da die nächste Prüfung ja doch noch ein Jahr entfernt liegt. Vor der Prüfung muss dann eine große Menge Stoff verinnerlicht werden, was insgesamt die Prüfungsvorbereitung anspruchsvoll macht. 

 

Klausurgestaltung

Durch die wenigen Klausurtermine der IHK kann dort sehr viel mehr Aufwand betrieben werden. Man spürt, dass in den Klausuren mehr "Liebe" steckt. 

Auch hier kommt es vor, dass sich einzelne Fragen aus Vorjahren wiederholen, aber der Fokus liegt deutlich mehr auf Anwendung und Kombination verschiedener Disziplinen. 

Es wird also ein Unternehmen mit den spezifischen Umständen vorgestellt und daraus Aufgaben aus den verschiedenen Bereichen gestellt, welche in dieser Situation notwendig sind oder diese verbessern könnten. Z.B. eine Kombination aus Personalthemen, Marketing, Controlling, Einkauf ... zur Verbesserung einer schwierigen Wettbewerbssituation.

Das vermittelte Wissen wird mehr auf die betriebliche Praxis übertragen.

 

Bei der IUBH wirken die (bisherigen) Klausuren teils recht lieblos gestaltet. Viele Fragen (besonders auffällig bei MC) wiederholen sich 1:1. 

In der Musterklausur aus wissenschaftl. Arbeiten ist z.B. zweimal die identische MC-Frage enthalten. :blink:

Das wird aber sicher noch anders werden.

 

Lernaufwand

Mir persönlich scheint das individuelle Lernen besser zu liegen. Hierfür ist grundsätzlich eine gewisse Disziplin erforderlich, allerdings kann dann (für mich) eine effizientere Lernzeit geschaffen werden. 

Die Fahrzeiten zur IHK entfallen und die Unterrichtsstunden waren (je nach Dozent) auch oftmals nicht wirklich wertvoll.

Dazu kommt, dass die modernen Lernmethoden der IUBH (Podcasts, Vodcasts, Online-Tests) für neue Möglichkeiten der Einbindung sorgen.

Bei einer Geschäftsreise lässt sich so im Auto ein großer Teil des Skriptes anhören. Das mag bzgl. der Intensität nicht für die Prüfung reichen, aber a bisserl was bleibt immer hängen. 

 

Mein Eindruck ist, dass im Fernstudium mehr Stoff durch die besser Effizienz mit gleichem Aufwand vermittelt wird! 

 

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Langer Text, sorry dafür. 

 

Bis bald und viele Grüße,

Maddes

 

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9 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ich muss hier mal eine Anmerkung machen. Du kannst sicherlich in dem Studium auch alle Klausuren auf einmal machen statt Modulweise zu studieren. Das macht das ganze dann auch Anspruchsvoller mehrer Klausuren auf einmal zu schreiben. Aber gut dass wir das als Studierende teilweise nicht machen müssen.

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vor 4 Minuten, SebastianL sagte:

Ich muss hier mal eine Anmerkung machen. Du kannst sicherlich in dem Studium auch alle Klausuren auf einmal machen statt Modulweise zu studieren. Das macht das ganze dann auch Anspruchsvoller mehrer Klausuren auf einmal zu schreiben. Aber gut dass wir das als Studierende teilweise nicht machen müssen.

Danke für die Anmerkung. Sehe ich ganz genauso. 

Aber allein diese Option ist schon viel wert...:)

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vor 10 Minuten, klausu sagte:

Interessant. Wie schätzt du denn den Marktwert der beiden Weiterbildungen ein?

Imho kommt das komplett auf das jeweilige Unternehmen (oder HR) an. 

Viele KMU (speziell inhabergeführte Unternehmen) schätzen den Wert einer Weiterbildung sehr hoch ein. 

Hier im traditionellen Bayern hört man diese Meinung regelmäßig. 

Bei Konzernen oder großen Mittelständlern gibt es aber sicher ohne Hochschulabschluss oftmals keine Chance auf Aufstieg und Verantwortung. 

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Ich habe im letzten Jahr mein Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK) abgelegt und fange am 01.04. an der IUBH an Gesundheitsmanagement zu studieren.

Dein Vergleich interessiert mich daher sehr.

Wie fällt dein Vergleich bei den Skripten aus ? In Bezug auf Umfang, praxisnähe etc.

Unser Skripte im Fachwirt fand ich oft sehr langweilig und fad, viele Wiederholungen und wenig praxisnah.

 

LG NB

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Am 10.2.2016 at 17:45 , NB sagte:

Ich habe im letzten Jahr mein Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK) abgelegt und fange am 01.04. an der IUBH an Gesundheitsmanagement zu studieren.

Dein Vergleich interessiert mich daher sehr.

Wie fällt dein Vergleich bei den Skripten aus ? In Bezug auf Umfang, praxisnähe etc.

Unser Skripte im Fachwirt fand ich oft sehr langweilig und fad, viele Wiederholungen und wenig praxisnah.

 

LG NB

Hallo NB, 

 

generell schätze ich die Skripte besser ein als bei der IHK. 

Sowohl inhaltlich als auch qualitativ. 

Allerdings war z.B. BWL2 vom Umfang her durchaus mit dem Fachwirt zu vergleichen. Also keineswegs ging es spürbar tiefer ins Thema. 

 

Insgesamt geht es oftmals schneller voran. Viel weniger Wiederholungen und deutlich kürzere Erklärungen. 

Ich habe bisher 3 Skripte durch und der "Unterhaltungswert" hängt stark vom jeweiligen Modul (und wohl dem Verfasser) ab.

 

Einfach ausprobieren...bisher ist der Schwierigkeitsgrad gut machbar. 

 

Viele Grüße,

Maddes

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Count Goldbeast

Geschrieben (bearbeitet)

Interessanter Beitrag.

 

Ich habe in wenigen Tagen mündliche Abschlussprüfung für den Fachwirt.  Allerdings hatte ich keine einzige Stunde Unterricht und zum lernen auch keinen einzigen IHK Textband zur Verfügung.  (Deren Reputation ohnehin eher schlecht ist, weswegen ich mir nicht die Mühe gemacht habe Gebrauchte zu erwerben)

 

Wo und vor allem wie man sich auf die Fortbildungsprüfungen bei der IHK vorbereitet ist eine private Entscheidung.

 

Die IHK als Anbieter/Bildungsträger ist auch nicht gleichbedeutend mit der IHK als prüfende öffentlich/rechtliche Anstalten. Klingt zwar dumm, ist aber ne Tatsache... 

 

Vergleiche anstellen ist somit sehr schwierig, und wird es auch bleiben. Und wenn man die IHK Prüfungen mit etwas vergleichen kann, dann höchstens Staatsexamen... da gibt es eigentlich mehr Gemeinsamkeiten. Dadurch das keine regelmäßigen Noten vorhanden sind ist in der Prüfungsleistung auch ein "Transferwissen" anzuwenden was das ganze schwierig und oft schwer einzuschätzen macht. - Insgesamt ist das so allerdings meiner Meinung nach "praxisnäher" als wenn man gar über MC einfach nur "auswendig gelerntes" abprüft.  

 

Bearbeitet von Count Goldbeast

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