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Schlechtes Arbeitszeugnis anfechten, oder lohnt der Aufwand nicht?

Higgins

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Ich bräuchte mal einen Rat bzgl. des Arbeitszeugnisses meines letzten Arbeitgebers. Grund dafür ist, dass ich mir nicht mehr sicher bin ob es wirklich so schlecht ist, dass es eine Korrektur unbedingt erfordert. Die eine Seite findet es noch o.k., die andere findet es so schlecht, dass es meine ganze Bewerbung versauen würde.


Im Prinzip war ich ja auch nur ein halbes Jahr dort beschäftigt, also müsste ich dieses Zeugnis vielleicht auch nicht zwingend meinen Bewerbungsunterlagen beifügen. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass es Bewerber gibt, die alle Zeugnisse unter einem Jahr Beschäftigung gar nicht erst mitschicken. Und inzwischen hab ich so viele Zeugnisse und Nachweise, dass der Stapel Papier fast nicht mehr in die Klemmschiene der Bewerbungsmappe passt.


Jedenfalls wollte ich mal wissen, was ihr von folgenden Formulierungen haltet (das Internet hat mir da auch nicht wirklich weiter geholfen):


.........vielseitige und gute Fachkenntnisse, die jederzeit sicher und zielgerichtet eingesetzt wurden.....
...schnelle Auffassungsgabe ermöglichte es auch schwierigere Situationen zu überblicken und Wesentliches zu erkennen....
....erledigte Aufgaben mit großem Engagement und persönlichem Einsatz während gesamter Beschäftigungszeit......
...erwies sich auch bei hoher Arbeitsbelastung als belastbar.....
......handelte umsichtig, genau und gewissenhaft....
....hervorzuheben sind absolute Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit....
.....hat sich zügig eingearbeitet und erzielte respektable Ergebnisse....
......waren wir in jeder Hinsicht zufrieden....
........ausnahmslos höflich und freundlich......
.....scheidet zum.....aus, wünschen beruflich und privat Erfolg und alles Gute......


Bilde ich mir das nur ein oder ist das - obwohl einigermaßen positiv formuliert - ein grottenschlechtes Zeugnis?


Mal abgesehen davon, dass die Beschreibung der Aufgabenbereiche (die Details vermissen lässt) und die nachfolgende Beurteilung den Eindruck erwecken, dass ich nicht mal in der Lage war diesen einfachen Arbeitsbereich zu bewältigen. Ich finde, dass hier das Bild eines völlig inkompetenten, verlogenen Versagers vermittelt wird. Oder doch nicht?


Bin für jede Interpretation dankbar, vielleicht ist es auch gar nicht so schlimm wie ich denke...


LG Higgins

 



10 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Such dir dazu am besten jemanden der sich wirklich aukennt. Gibt auch Foren zu dem Thema. 

Je nach AG kann es auch sein, dass sie es einfach nicht besser wussten ... 

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Ein Zeugnis kann nur als Ganzes sinnvoll gelesen und bewertet werden. Deswegen nützen die hier angeführten Textteil also nicht sehr viel.

 

Einen Zeugnischeck bieten viele an - angefangen vom Fachanwalt bis hin zu Anbietern von Coaching oder einschlägigen Portalen. Das kostet (jedenfalls bei mir) nicht die Welt.

 

Ganz grundsätzlich ist zu sagen, dass man als Arbeitnehmer Anspruch auf ein Zeugnis hat, das gleichzeitig "wohlwollend" und "wahr" zu sein hat. Das bedeutet aber nicht, dass man Anspruch auf ein gutes Zeugnis hat. Sie schreiben, dass Sie nur ein halbes Jahr im Unternehmen waren - das ist ja grade mal die Probezeit. Ist das Arbeitsverhältnis denn mit dem Ende der Probezeit durch das Unternehmen gelöst worden?

 

All diese Überlegungen müssen in einen Zeugnischeck einfließen - und dann kann man überlegen, ob Sie sich um eine Änderung bemühen wollen. Und vor allem: Ob die Aussicht auf Erfolg haben könnte!

 

Schreiben Sie mir eine Nachricht, wenn Sie interessiert sind an einem Zeugnischeck!

 

Sabine Kanzler

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Stimme Fr. Kanzler zu. Ich bin mir auch nicht sicher was die Pasagen bedeuten und ich hab schon einige Zeugnisse gelesen. Vielleicht investierst Du die paar EUR und lässt es sauber bei ihr oder einem anderen deiner Wahl überprüfen (sollte aber Ahnung von haben, nicht der Spezi von nebenan).

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Ich würde es auch prüfen lassen. Mir erscheint jetzt als Laie auf diesem Gebiet vieles erstmal so für mich okay, würde mich aber auch ohne Ahnung von der speziellen Zeugnis-Sprache an der Aussage "erzielte respektable Ergebnisse" stoßen. 

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@Fr. Kanzler: Habe Ihnen eine Nachricht geschickt, die hoffentlich angekommen ist.

 

@all: Danke für die Kommentare, vermutlich macht es wirklich mehr Sinn, das Zeugnis von einem Profi checken zu lassen.

 

LG Higgins

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Am 3.3.2016 at 15:12 , Markus Jung sagte:

...würde mich aber auch ohne Ahnung von der speziellen Zeugnis-Sprache an der Aussage "erzielte respektable Ergebnisse" stoßen. 

Sicher muss nicht alles in der Superlative formuliert sein, aber an der Passage bin ich persönlich auch mit einem komischen Bauchgefühl hängen geblieben.

 

Das muss natürlich nicht zwingend heißen, dass der Schreibende damit auch eine gewollte negative Konnotation transportieren möchte. Ich würde meinem Bauchgefühl aber wohl auch nachgehen und es unabhängig überprüfen lassen.

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Ich habe das Zeugnis inzwischen von Fr. Kanzler überprüfen lassen und es ist wohl so, dass einige Aspekte als "gut" zu werten sind, wobei die abschließende Leistungsbeurteilung eher Richtung "befriedigend" geht. Der Begriff "respektable Ergebnisse" findet sich in der Literatur nicht, also bleibt ein gewisser Interpretationsspielraum zurück, der dann von zukünftigen Arbeitgebern ausgefüllt werden muss.

 

Fakt ist, dass ich vom Arbeitgeber gekündigt wurde und da kein überragendes Zeugnis erwarten kann. Auf jeden Fall ist es nicht so schlecht wie ich gedacht hatte, das reicht mir um es zukünftigen Bewerbungen beizulegen. Sollte es Fragen dazu geben, können die ja im Vorstellungsgespräch geklärt werden. Und ein Arbeitgeber, den dieses Zeugnis abschreckt, wird mich vermutlich eher nicht einladen...

 

Aber bis jetzt gabs da noch keine Probleme: Offenbar ist meine Bewerbung so überzeugend, dass ich sogar zum Vorstellungsgespräch als stellvertretende PDL eingeladen wurde - und das MIT Zeugnis B).

 

LG Higgins

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Na das klingt doch super!  

Wie ist deine Meinung zur Zeugnis Überprüfung? Würdest du es nochmal machen lassen?

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Also ich finds gut und sehr aufschlussreich, grade wenn man sich nicht mit den ganzen Zeugnis-Formulierungen auskennt. Fr. Kanzler hat das sehr professionell gemacht :thumbup:; ich war sogar schon versucht, meine ganzen alten Arbeitszeugnisse mal unter die Lupe nehmen zu lassen :lol:. Aber da ich bis jetzt immer problemlos einen Job gefunden habe, fand ich das dann doch etwas übertrieben ;)...

 

Also ja, ich würde es bei Bedarf nochmal machen lassen.

 

LG Higgins

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