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Umsonst studiert?

Higgins

857 Aufrufe

Eine heikle Frage der ich mich gerade stellen muss, nicht nur weil die Luft aus dem Studium mehr als raus ist und ich mich kaum noch motivieren kann, sondern auch weil ich überhaupt nicht weiß was ich nach dem Abschluss damit anfangen soll.

 

Eigentlich war das ursprüngliche Ziel das ich mit dem Studium verfolgt habe ganz allgemein aus meinem Job rauszukommen und ganz konkret in Richtung Pflegeberatung zu gehen. Nachdem ich dann im 6. Semester das Praktikum im Pflegestützpunkt gemacht habe war schnell klar, dass sich das wohl nicht so umsetzen lassen wird. Zum einen weil die Stellen in dem Bereich begrenzt sind und zum anderen, weil besagte begrenzte Stellen vorzugsweise mit Sozialarbeitern besetzt werden. Damit waren meine Vorstellungen von einem Jobwechsel erstmal hinfällig. In den letzten Jahren hat es hier in der Gegend gerade mal eine Stellenanzeige in dem Bereich gegeben. Tja, klug ist, wer sich vorher informiert...

 

Ich habe mir ja dann in verschiedenen Blogbeiträgen Gedanken um mögliche Alternativen gemacht und bin ehrlich gesagt nicht sehr weit gekommen. Mehrmals habe ich zwar gesagt, dass ich mir durchaus Leitungspositionen vorstellen könnte (weil es da einfach die meisten Stellen gibt für Pflegemanager), aber wenn ich ganz ehrlich bin sträubt sich alles in mir dagegen. Was dann noch übrig bleibt mit einem PM-Studium sind Stellen im Qualitätsmanagement oder beim MDK, was ich auch nicht so prickelnd finde und eher einer Verlegenheitslösung gleichkäme. Abgesehen davon sind auch hier die Stellen sehr begrenzt.

 

Klar, ich möchte nach dem Abschluss Soziale Arbeit studieren und kann das PM-Studium dann in diesem Rahmen sehr gut verwerten. Aber bis ich dahin komme dauert es auch nochmal vier bis fünf Jahre, wenn alles glatt geht. Und was mache ich in der Zwischenzeit mit dem Abschluss? Weiter auf der Intensiv arbeiten? Alleine bei der Vorstellung graut es mich.

 

Ab Juli fange ich wieder an zu arbeiten, mein Vertrag ist befristet auf ein Jahr. Spätestens in sechs Monaten muss ich also wissen, was ich möchte und wohin ich möchte. Das Problem ist nur, mir fällt nix ein...

 

LG Higgins

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




13 Kommentare


winfman

Geschrieben (bearbeitet)

Umsonst ist ein Studium nie, selbst dann nicht, wenn man es nur unter ökonomischen Aspekten sieht und Dinge wie Persönlichkeitsentwicklung beiseite lässt. Klingt doch so, als wärst du bald fertig, gib dir einen Ruck und ziehs durch.

 

Ich kenne einen Diplom-Psychologen, der in einem gänzlich anderen Beruf erfolgreich arbeitet, auch Volkswirte kriegen selten einen passenden Job und arbeiten letztendlich als BWLer. Über Leute, die Philosophie, Japanistik und co. studieren, brauchen wir gar nicht reden. Will sagen: Ein abgeschlossenes Studium ist viel wert, oft kommt es gar nicht so sehr darauf an, was man eigentlich studiert hat. Dein Mindset ist an der Stelle äußerst kontraproduktiv, schau nicht jetzt nach offenen Stellen und vergiss die Grübelei. So eine Phase hat jeder mal. Das Geheimnis erfolgreicher Menschen ist in vielen Fällen nichts anderes als Konsequenz. 🤓

bearbeitet von winfman

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parksj86

Geschrieben

Du hattest doch immerhin schon mal einen ganz guten Plan, was du mit dem Abschluss machen wolltest. Dass das nun nicht klappt, ist halt so. Du hast ja schließlich noch dein Langzeit-Ziel Soziale Arbeit und wenn du das wirklich durchziehen willst, musst du dir eine Übergangslösung suchen (klingt jetzt vielleicht ein bisschen altklug, ich weiß).

 

Da du weißt, was du nicht machen möchtest, kannst du dir ja eigentlich überlegen, was dann noch übrig bleiben könnte.  Vielleicht findest du ja so etwas wie eine "Lücke" zwischen deiner jetzigen Tätigkeit und der Aussicht auf Qualitätsmanagement etc. Du hast ja genug vorzuweisen (Berufsabschluss, Berufs- Lebenserfahrung, fast fertiges Studium), mit dem du punkten kannst, auch wenn die Stellenbeschreibungen nicht zu 100 Prozent passen.

 

Auf jeden Fall solltest du dich nicht davon verrückt machen lassen, das ist doppelt kontraproduktiv. Wenn du die Sache durchziehst, hast du den Abschluss und evtl. stößt du dann auf eine Gelegenheit/Jobangebot, mit dem du nicht gerechnet hättest, für das du dein Studium aber doch benötigst.

 

 

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Auch meine Erfahrung ist: Wenn man gedanklich zu sehr an der scheinbaren Aussichtslosigkeit einer Situation hängt, wird es dadurch nicht besser. Der Kopf raucht, man dreht sich gedanklich im Kreis und kommt doch nicht von der Stelle. In allen Situationen, in denen es mir so ging, hat sich nach einer gewissen Zeit und etwas Lockerheit eine Lösung ergeben. Und dann hat es mich geärgert, dass ich mich verrückt gemacht habe.

 

Ich wünsche dir viel Glück und Geduld. ✌️

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Markus Jung

Geschrieben

Eine Option könnte es ja auch sein, doch mal in den einen oder anderen Job rein zu schauen, auch wenn du ihn nicht so prickelnd findest. Vielleicht ist es dann ja doch anders. Oder ist es eine Option, erstmal weiter auf der Intensiv zu arbeiten? Manchmal gibt es vielleicht auch keine "perfekte" Lösung, sondern ein schauen, was zumindest vorübergehend eine Lösung sein kann, um sich dann weiter zu orientieren.

 

Und ganz oft ergibt sich, wie hier ja schon erwähnt, auch etwas, mit dem man vorher gar nicht gerechnet hat. So bin ich zumindest zu Fernstudium-Infos.de gekommen 😉.

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Wäre für Dich denn denkbar, wenigstens befristet irgendwo auf der mittleren Leitungsebene zu arbeiten, bis Du das andere Studium dann vielleicht doch noch geschafft hast? Sowas wie eine Bereichsleitung, eine Mitarbeit in der Pflegedienstleitung bei einem größeren Träger, im Controlling oder so?

Das sind so die Alternativen die ich gerade im Kopf habe. Ich hatte ja ähnliche Ziele wie Du (Pflegestützpunkt, Sozialberatung), habe aber auch gemerkt, dass ich das mit PM alleine wohl vergessen kann. Mein Plan ist jetzt deswegen der Master in Beratung und Sozialrecht, und bis der fertig ist, werde ich versuchen bei meinem aktuelle Träger irgendwo in eben diese mittlere Führungsebene zu kommen. Eine 50% WBL ohne aktive Pflege, davon gibts inzwischen in jedem unserer Häuser eine, die sich wirklich rein um Angehörigenarbeit und Administration kümmert. Das wäre also erst mal eine Variante für mich.

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Eine Option wäre vllt noch bei der Krankenkasse. Da habe ich mich initiativ beworben als Krankenschwester ohne Studium. In einem Telefonat wurde mir gesagt das ich dort z.b. in der Abrechnung für Krankenhäuser tätig sein könnte oder eben bei der Pflegekasse. Beratung erfolgt dort ja auch von Versicherten. Eine Bekannte von mir ist Zahnmedizinische FA und jetzt bei der Krankenkasse quer eingestiegen. Mit Studium steigen die Chancen dort etwas zu bekommen. Muss ja nicht gleich eine von den großen sein. 

Alternativ zum Beispiel auch in Gemeinschaftspraxen in den DMP Programmen. Die Zahl der Chronisch Kranken steigt ja bekanntlich. Auch da ist Beratung gefragt. 

Der Bereich Prävention ist ja immer mehr im kommen, wäre das etwas für dich?

Bei uns in SH läuft grade ein Pilotprojekt an einer Schule. Die suchen eine Krankenschwester für eine Gesamtschule. Dort kümmert man sich natürlich um kleine und größere wehwehchen aber auch um die Schüler mit Diabetes, Asthma, Epilepsie etc. und man soll Präventionsmaßnahmen entwickeln, umsetzen und evaluieren. Mehr Bewegung, ausgewogene Ernährung etc. 

Ich denke das wird in Zukunft auch mehr werden. 

Ich hoffe ich konnte Dir auch noch ein paar Ideen mit auf den Weg geben, was alles möglich ist.

Bleib am Ball, du hast soviel investiert den Rest schafft Du! 

Wer weiß wo zu das gut ist ;)

 

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Danke für eure ganzen Rückmeldungen. Manchmal bin ich echt froh dass es dieses Forum gibt und man dadurch in so einer negativen Gedankenspirale neuen Input bekommen kann. Ich werde mir jetzt eine Liste mit potenziellen AG machen und mal schauen, ob ich nicht wenigstens übergangsweise in ein paar Arbeitsbereiche reinschnuppern möchte.

 

Sicherlich ist mit einem Fernstudium immer eine gewisse Weiterenwicklung verbunden und dafür bin ich auch dankbar. Aber seien wir mal ehrlich: Nur um sich charakterlich oder sonstwie weiterzuentwicklen muss man nicht für 10000 Euro oder mehr studieren gehen, das bekommt man auch für weniger Geld und Aufwand. Die meisten spekulieren schon darauf, dass sich das Studium positiv auf dem Arbeitsmarkt oder auf das Gehalt niederschlägt. Insofern kann es dann schon frustrierend sein, wenn man das Gefühl bekommt alles sei vielleicht umsonst gewesen.

 

Aber dank euch habe ich jetzt ein paar neue Ideen :) und werde dann in ein paar Monaten mit meiner Liste auf Arbeitssuche gehen.

 

LG Higgins

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vor 2 Stunden, Higgins sagte:

Danke für eure ganzen Rückmeldungen. Manchmal bin ich echt froh dass es dieses Forum gibt und man dadurch in so einer negativen Gedankenspirale neuen Input bekommen kann. Ich werde mir jetzt eine Liste mit potenziellen AG machen und mal schauen, ob ich nicht wenigstens übergangsweise in ein paar Arbeitsbereiche reinschnuppern möchte.

 

Sicherlich ist mit einem Fernstudium immer eine gewisse Weiterenwicklung verbunden und dafür bin ich auch dankbar. Aber seien wir mal ehrlich: Nur um sich charakterlich oder sonstwie weiterzuentwicklen muss man nicht für 10000 Euro oder mehr studieren gehen, das bekommt man auch für weniger Geld und Aufwand. Die meisten spekulieren schon darauf, dass sich das Studium positiv auf dem Arbeitsmarkt oder auf das Gehalt niederschlägt. Insofern kann es dann schon frustrierend sein, wenn man das Gefühl bekommt alles sei vielleicht umsonst gewesen.

 

Aber dank euch habe ich jetzt ein paar neue Ideen :) und werde dann in ein paar Monaten mit meiner Liste auf Arbeitssuche gehen.

 

LG Higgins

 

Das ist die richtige Einstellung :thumbup1:

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Higgins, Deine Gedanken und den Frust kann ich absolut nachvollziehen. Mir ging es so, als die Apollon kurz nacheinander erst den Bachelor in angwandter Psychologie und dann Sozialmanagement einführte und ich echt angefressen war, weil sich ein Wechsel da schon nicht mehr lohnte für mich. 

Ich hab aber damals entschieden, dass Aufgeben nun mal keine Option ist und ich deswegen die Zähne zusammen beiße und eine Lösung finden werde. Und inzwischen bin ich auch stolz drauf, dass ich es geschafft habe mich wieder zu motivieren und das weiter zu machen.

Ich bin überzeugt, dass es irgendeinen Nutzen haben wird, vielleicht nicht sofort, vielleicht anders als angenommen. Aber umsonst war es garantiert nicht, dafür sorge ich schon selber.

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psychodelix

Geschrieben (bearbeitet)

@Higgins

 

Zitat

Eine heikle Frage der ich mich gerade stellen muss, nicht nur weil die Luft aus dem Studium mehr als raus ist und ich mich kaum noch motivieren kann, sondern auch weil ich überhaupt nicht weiß was ich nach dem Abschluss damit anfangen soll.

 

Eigentlich war das ursprüngliche Ziel das ich mit dem Studium verfolgt habe ganz allgemein aus meinem Job rauszukommen

 

So ähnlich war das bei mir auch. Allerdings ist es noch etwas komplizierter, weil ich das Studium unter der Prämisse eines Stipendiums und eines Nebenjobs in dem Bereich angefangen habe. Das hat sich dann im 3. Semester alles geändert und ich stand vor der Überlegung: Aufhören oder weitermachen.

 

Ich habe mich für weitermachen entschieden und es ist mir bisher nicht gelungen, beruflich in dem Bereich Fuß zu fassen. Auch zwei Praktika, die ich machen wollte, kamen aus verschiedenen Gründen (lag nicht an mir) nicht zustande. (Ich konnte mir zum Glück die einjährige Nebentätigkeit dafür anerkennen lassen.)

 

Ich kam dann darauf, nebenbei noch Psychologie an der FernUni Hagen anzufangen und solange weiter meine Nächte im Labor zu arbeiten.

 

Wer weiß, wozu es ist gut, dass es in dem anderen Bereich beruflich nichts werden sollte? ;)

 

Was ich dort gelernt habe, hat auf jeden Fall nicht geschadet und ich denke, ohne dieses Studium wäre ich nicht auf Psychologie gekommen und hätte deutlich mehr Schwierigkeiten mit dem Lernen an sich gehabt.

bearbeitet von psychodelix

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@Hep2000: Einen Wechsel hatte ich ja auch mal in Erwägung gezogen, nur war ich da auch schon zu weit fortgeschritten im Studium und letztendlich hätte es mir auf dem Arbeitsmarkt auch nichts gebracht. Damals hatte ich beschlossen das Studium auf jeden Fall zu Ende zu bringen und der Entschluss steht auch jetzt noch. Nur kommen mir angesichts des Arbeitsmarkts und meiner gegenläufigen Interessen manchmal Zweifel, ob und wie ich dieses Studium dadurch jemals verwerten kann. Naja, man wird sehen.

 

@psychodelix: Es gibt da einen - zugegeben ziemlich abgedroschenen Spruch - dass, wenn sich eine Tür schließt, sich irgendwo ein Fenster öffnet. Enthält mit Sicherheit ein Körnchen Wahrheit und trifft vielleicht auf deine und meine Situation zu. Deshalb hast du vermutlich Recht: Oft zeigt sich ein Nutzen erst sehr viel später und darauf spekuliere ich jetzt einfach mal :).

 

LG Higgins

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Henriette Garczorz

Geschrieben

Hallo Higgins,

das ist doch schon mal ein guter Plan; und ich wollte Dir noch eine Info geben (wenn nicht ohnehin schon bekannt). In der Karriereberatung spricht man gern von der proteanischen Karriere. Abgeleitet vom griechischen Gott Proteus, der sich immer wieder angepasst hat um zu überleben. Auf den Kontext von Weiterbildungen und Berufsweg bezogen, kann man interpretieren, dass man nie weiss, wann einem eine Qualifikation etwas bringt. Vielleicht nützt sie Dir genau dann einmal, wenn du eine berufliche Gelegenheit wahrnehmen möchtest und verschafft Dir einen Vorteil.

 

Was würdest Du eigentlich gern beruflich machen, wenn Du nicht auf deinem aktuellen Weg wärst und schon viel Zeit, Fleiß, Mühe und Geld investiert hättest?

 

LG

 

Henriette

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vor 5 Stunden, Henriette Garczorz sagte:

Was würdest Du eigentlich gern beruflich machen, wenn Du nicht auf deinem aktuellen Weg wärst und schon viel Zeit, Fleiß, Mühe und Geld investiert hättest?

 

Soziale Arbeit - das ist das Einzige, was ich jemals wirklich machen wollte.

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      Ich hatte annähernd jeden Tag gelernt. Meine Freunde und Familie mussten stark sein und die Nerven behalten. Allerdings fand ich es auch super, wenn mich eben diese mal weg geholt haben vom Schreibtisch. Denn nur büffeln ohne soziale Kontakte geht auch nicht.
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      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • MichiBER
      Von MichiBER in Elektro- und Informationstechnik an der WBH... oder der Versuch, sich einsam durchzuschlagen 9
      Hey Leute,
       
      heute war es so weit. Das heiß ersehnte Kolloquium stand vor der Tür. Ich war mächtig nervös und hatte noch am Vortag kleine Korrekturen in der PowerPoint- Präsentation gemacht. Was musste meine Freundin in den letzten Tagen als Zuschauerin und Kritikerin herhalten. jeden Tag hatte ich an dieser Rede gefeilt und geübt. Und heute sollte es so weit sein.  
       
      Ich habe mit einer 2,0 bestanden. Von nun an habe ich einen akademischen Titel. Das kann mir keiner mehr nehmen.
       
      Eigentlich dachte ich, dass ich jetzt so etwas schreibe wie "yehaaa, endlich habe ich es geschafft/ ich könnte Freudentänze machen/ Ich hatte nach der Präsentation gejubelt /Das Studium ist vorbei/ Ich komme aus dem Grinsen nicht mehr heraus"... aber Fakt ist, dass ich die Mitteilung, bestanden zu haben, eher nur hingenommen habe. Natürlich habe ich mich bei den drei Tutoren bedankt (Erst- und Zweitdozent plus Beisitzerin). Ich habe auch allen, die mir geschrieben und beglückwünscht hatten, meinen Dank ausgesprochen. Aber irgendwie verspüre ich keine Freude oder gar Erleichterung oder das Gefühl, etwas geschafft/ vollbracht zu haben. 
      Ich habe verdammt nochmal ein Fernstudium nach 4,5 Jahren erfolgreich abgeschlossen. Da muss doch Freude aufkommen. 
      Habe ich es einfach nur noch nicht realisiert? Muss ich erst das Zeugnis in der Hand halten, um das zu schnallen? Habe ich so lange auf diesen Moment hier hingearbeitet, sodass ich es mit einem schnellen "Sie haben mit einer 2,0 bestanden" nicht so recht wahrnehme?
      Nebenbei schiele ich ja schon seit längerem auf mögliche Musterstudiengänge. Sehe ich diesen Abschluss vielleicht nur als notwendige Bedingung für mein nächstes Ziel, den Master?
       
      Ich hoffe, dass ich mich in Kürze endlich richtig freuen kann. Das ist so ein komisches Gefühl. Ich weiß, dass ich was geschafft habe und fühle mich dennoch so ..weiß nicht... unbestätigt/leer/emotionslos.
      Es ist mir so unangenehm, dass sich meine Umwelt für mich freut und ausgerechnet ich bin total unbeeindruckt.
       
      Nichtsdestotrotz kommt hier das versprochene Bild aus der DB-Lounge Frankfurt/Main.
      Prost!