Master Wiwi

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Warum habe ich es in 5 Jahren nicht geschafft, eine Prüfung an der Fernuni Hagen zu schreiben?

Mandarine

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  • Ich hatte mit der Anmeldung in den Masterstudiengang gar nicht die Intention, den Master in naher Zukunft abzuschließen. Aufgrund der Wirtschaftskrise hatte ich es trotz sehr gutem Bachelorabschluss nicht gleich geschafft, eine Anstellung zu finden. So versuchte ich, die Zeit sinnvoll zu nutzen und meine Bewerbung "interessanter zu machen". Im Bereich Personal waren bei den Stellenkritieren u.a. auch öfters angegeben, dass gute Arbeitsrechtkenntnisse vorausgesetzt werden. Ich erfuhr von der Möglichkeit, Arbeitsvertragsrecht im Akademiestudium zu belegen. Die Studienberatung riet mir, mich lieber gleich in den Master einzuschreiben denn die Module waren im Bereich Rewi/Wiwi dann um jeweils 60 € günstiger. Vom Studieren hatte ich aber zu dieser Zeit die Nase voll- mein Bachelor war sehr zeit- und kostenintensiv. Ich wollte nun endlich ins Berufsleben starten und es waren damals andere Sachen im Fokus wie z.B. endlich mit meinem Freund (jetzt Mann) zusammenzuziehen.

  • Ich habe dann noch eine Anstellung gefunden und war zeitlich sehr eingespannt. Arbeitstage bis 21 Uhr waren keine Seltenheit. Noch dazu musste ich mir viel Wissen aneignen, was ich im Studium nicht erhalten habe, für den Job aber benötigte. Sprich: Ich hatte in dieser Zeit schlichtweg keine Zeit für einen Master.

  • Nach ein paar Semestern kam doch die Überlegung auf, den Master zu beginnen. Ich hatte aber keine Erfahrung mit einem Fernstudium und so kam ich erstmal nicht zurecht. So setzte ich beispielsweise falsche Prioritäten (gelernt wurde immer wenn Zeit übrig war also so gut wie nie). Auch hatte ich große Schwierigkeiten mich in das System der Fernuni einzufinden. Das lag nicht an der Fernuni sondern einfach daran, dass ich ja erstmal keine Erfahrung mit einem Fernstudium hatte und noch dazu meinen Bachelor in Kooperation mit einer britischen Uni abgeschlossen hatte. Viele wissen wahrscheinlich, dass das System an einer britischen Uni anders ist- in den letzten Semestern hatte ich z.B. nur Hausarbeiten und Präsentationen abzuliefern. Jetzt musste ich auf einmal auf Klausuren lernen. Auch war mein Bachelor inhaltlich anders ausgerichtet- ich stellte hier und da große Defizite fest z.B. gerade im mathematischen und volkswirtschaftlichen Bereich. Dieses Wissen wurde aber im Master vorausgesetzt.

  • Gerade durch meine langen Arbeitszeiten, wurde mir im privaten Kreis empfohlen, das Masterstudium doch in der Elternzeit zu machen denn da wäre ich ja daheim udn Babys schlafen so viel. Meine Erfahrung: meine Babys schlafen nicht viel und nur weil man den ganzen Tag daheim ist, hat man nicht mehr Zeit. Ganz im Gegenteil: meine Kinder schlafen wenig, machen viel Dreck (und das wieder wegzumachen nimmt viel Zeit in Anspruch) und wollen auch intensiv beschäftigt werden. Als ich dann nach 6 Monaten Elternzeit wieder arbeiten gegangen bin, hatte ich erst recht keine Zeit zum Lernen auch wenn ich nur Teilzeit berufstätig war.

  • Störend war auch mein Hang zum Perfektionismus: Ich habe bisher durchgehend sehr gute Noten erzielt und war ständig der Meinung, wenn dies im Master nun nicht mehr so ist, ist mein Masterabschluss nichts mehr wert. So habe ich mich auch mehrmals kurz vor der Prüfung wieder abgemeldet- ich konnte ja dann nicht mehr alles so perfekt wie früher (früher hatte ich auch NUR das Studium, da hat man dementsprechend um einiges mehr Zeit). Aus Angst eine schlechte Note zu schreiben, habe ich mich lieber gedrückt. Ein ganzes Semester mehr zur Prüfungsvorbereitung war verlockend, nur entstand dadurch eine Art Teufelskreis, der erst einmal durchbrochen werden musste...


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11 Kommentare


Zitat

Ich habe bisher durchgehend sehr gute Noten erzielt und war ständig der Meinung, wenn dies im Master nun nicht mehr so ist, ist mein Masterabschluss nichts mehr wert.

 

Ich hatte das auch eine Zeit lang. Ich hab mich dann aber davon verabschiedet da ein Studium neben dem Job doch was anderes ist. Man muss da manchmal einfach Kompromisse eingehen was die Erwartung angeht.

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Die klassische Entscheidung:    perfekt oder erledigt?  ;)

 

Persönlich tendiere ich zu "done is better than perfect" ...

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psychodelix

Geschrieben

Hmmmm....wie kommt denn ein "nicht sehr guter Masterabschluss" bei Arbeitgebern an?

Ich denke, nicht so gut. *überleg*

Von daher kann ich es nachvollziehen. Einen Master mit schlechter als 2,0 würde ich nicht haben wollen. Eine "1" vor dem Komma ist natürlich immer besser. ;)

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yxcv

Geschrieben (bearbeitet)

Wie viel Prozent schaffen besser als 2,0?

bearbeitet von yxcv

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psychodelix

Geschrieben (bearbeitet)

Keine Ahnung..........

 

@Markus Jung, hast du da Zahlen?

bearbeitet von psychodelix

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Die Frage ist doch aber auch in welcher Situation ich bin. Bei mir zB: große Firma, nur interner Stellenwechsel, kein Mensch hat sich für meine Noten interessiert. Da zählt "haben". Bei ner externen Bewerbung mag das anders aussehen. Aber selbst da sind die meisten schon beeindruckt genug, dass man neben dem Beruf studiert hat ...

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Markus Jung

Geschrieben

vor 13 Stunden, psychodelix sagte:

@Markus Jung, hast du da Zahlen?

 

Nein, da habe ich keine Zahlen zu.

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Am 29.6.2016 at 08:50 , klausu sagte:

 

Ich hatte das auch eine Zeit lang. Ich hab mich dann aber davon verabschiedet da ein Studium neben dem Job doch was anderes ist. Man muss da manchmal einfach Kompromisse eingehen was die Erwartung angeht.

 

Ich distanziere mich inzwischen ein wenig vom Perfektionismus und seither klappt es prima. Warum? Ich finde Perfektionismus nichts "Gutes, Erstrebbares". Letztendlich bin ich dadurch ein Drückeberger geworden...Hier gab es auch mal eine Diskussion, was denn ein perfekter Fernstudent sei. Ich fand das total schwachsinnig, denn perfekt wurde hier auch wieder mit gut/erfolgreich gleichgesetzt. 

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Mandarine

Geschrieben (bearbeitet)

Am 29.6.2016 at 21:10 , psychodelix sagte:

Hmmmm....wie kommt denn ein "nicht sehr guter Masterabschluss" bei Arbeitgebern an?

Ich denke, nicht so gut. *überleg*

Von daher kann ich es nachvollziehen. Einen Master mit schlechter als 2,0 würde ich nicht haben wollen. Eine "1" vor dem Komma ist natürlich immer besser. ;)

Mein Ziel ist schon ein guter Abschluss, aber ich gehe da nicht mehr so verbissen ran. Es muss nicht immer eine 1,0 sein! Schön wäre schon ein Masterdurchschnitt mit maximal 2,4 denn dann hätte man theoretisch auch noch die Möglichkeit zu promovieren. Man weiß ja nie was kommt...früher wollte ich nicht mal einen Bachelor machen und jetzt bin ich schon im Master😜

 

Ich muss auch ergänzen, dass mir nicht so ganz klar ist, warum ich im Studium immer so gute Noten hatte. Mein Abitur ist grottenschlecht und Freunde von mir haben auch teilweise einen viel schlechteren Abschluss gemacht und eine viel bessere Arbeitsstelle erhalten. Man kann das also meiner Meinung nach nicht gleichsetzen (sehr gute Noten- sehr gute Arbeitsstelle).

bearbeitet von Mandarine

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Mandarine

Geschrieben (bearbeitet)

Am 29.6.2016 at 21:22 , yxcv sagte:

Wie viel Prozent schaffen besser als 2,0?

Also von einem anderen Studenten habe ich mal gehört, dass ungefähr 5 %  von den ursprünglich angemeldeten Studenten den Abschluss schaffen. Das bezog sich aber auf alle Wiwis. Und leider weiß ich nicht woher er diese Zahlen hat, denn ich finde das doch ein bisschen wenig...

 

Und ich weiß leider nicht, wie viel Prozent einen besseren Abschluss als 2,0 hatten. 

bearbeitet von Mandarine

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vor 7 Stunden, Mandarine sagte:

 

Ich distanziere mich inzwischen ein wenig vom Perfektionismus und seither klappt es prima. Warum? Ich finde Perfektionismus nichts "Gutes, Erstrebbares". Letztendlich bin ich dadurch ein Drückeberger geworden...Hier gab es auch mal eine Diskussion, was denn ein perfekter Fernstudent sei. Ich fand das total schwachsinnig, denn perfekt wurde hier auch wieder mit gut/erfolgreich gleichgesetzt. 

 

Der perfekte Fernstudent ist einer der den Abschluss schafft. Ganz einfach ;)

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      Außerdem bin ich total undiszipliniert. 
       
      Ich habe in den zwei Jahren 44 Hefte bearbeitet. Angefangen habe ich damit, alles wichtige raus zuschreiben. Zusammenfassen, bunte Stifte benutzen, Mindmaps, Vokabeltrainer, usw.. Ich habe die ersten Hefte seehr gründlich bearbeitet. Das hat mich nach einiger Zeit demotiviert. Ich fand Fehler in den Heften, der Stoff wuchs mir über den Kopf hinaus, ich wurde nachlässig. Also wurde ich immer gröber in der Bearbeitung der Hefte, bis ich mein Ziel ganz aus den Augen verloren habe. Was ich von den Heften noch weiß? So gut wie nichts, würde ich sagen. Es ist kaum was hängen geblieben.
       
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