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Lernen als Job - Die Organisation des Fernstudiums

Abilifly

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Lernen als Job - Die Organisation des Fernstudiums

 

Mein Lernplan steht schon länger, allerdings habe ich erst diese Woche angefangen ihn zu leben und deshalb möchte ich nun auch euch an meinem Plan teilhaben lassen. 
Irgendwo in meinen alten Blogbeiträgen, habe ich ja schon mehrmals berichtet, dass ich ein Problem mit der Organisation haben bzw. genauer darin Anliegen anderer Menschen abzuweisen oder diese Warten zu lassen. Das Problem lag darin begründet, dass ich viel lieber etwas für andere mache als für mich. Ich denke das hat etwas damit zu tun, dass mir andere Menschen mehr Anerkennung zu kommen lassen als ich mir selbst für das entgegen bringen kann, was ich geleistet habe. Ursache sind da wohl einfach ziemlich hohe Ansprüche an mich selbst. Die stehen mir oft im Weg und sehr häufig auch im Studium. Da kann es darum gehn sich kurzfristig von einer Klausur abzumelden oder das Lernen aufzuschieben, weil man ja eh versagt hat, da die Zeit nicht mehr ausreicht um "perfekt" zu sein. "Ganz oder gar nicht" ist gerade im Studium nicht unbedingt ein Leitsatz den man gebrauchen kann. Leider hat sich dieser bei mir ziemlich fest ins Hirn gebrannt. Naja aber darum soll es jetzt nicht gehen. Oder nur am Rande. Ich habe nämlich einen Weg gefunden mich von meinem Umfeld etwas loszulösen. Und dazu habe ich mir erst klar gemacht, dass lernen mein Job ist. "Kannst du noch für mich auf die Post gehen, ich muss ja so lange arbeiten". "Passt du auf den Hund auf, ich habe einen Termin und xy muss arbeiten". "Wir machen das Essen bei dir, ich muss ja bis Nachmittags noch arbeiten, da passt das ja nicht mit Vorbereiten". "Lass uns bei dir feiern, wir arbeiten ja morgen." "Du, ich muss heim, ich muss morgen früh aufstehen, du kannst es ja grad noch fertig machen" 

Und ja man denkt, ich übertreibe, schließlich sind es nur Kleinigekeiten oder Sachen die selten vorkommen. Es liegt ja nicht jeden Tag ein Paket auf der Post oder es steht ne Geburtstagsfeier oder ähnliches an. 

Aber es summiert sich. Es wurde vor allem immer mehr selbstverständlich und ich mache daraus auch niemandem einen Vorwurf. Denn ich bin selbst Schuld, weil ich es sogar selbst irgendwie von mir verlangt habe und nicht in der Lage war nein zu sagen. So wurde es irgendwann normal, dass ich den Haushalt völlig übernommen habe, eingekauft habe, ein Paket was auf der Post lag, von mir abgeholt wurde, wenn meine Mutter ein Problem und sei es auch nur so nichtig hatte, mich anrief ohne sich selbst mal ansatzweise Gedanken über eine Lösung zu machen. Freunde wenn sie Hilfe brauchten immer direkt mit mir rechnetem und immer absagen ist auch unangenehm.

Und irgendwann wächst einem dann alles über den Kopf. Mein Partner weiß nun, dass ich von 8:30 bis 16:30 "arbeite" und dazwischen eine Stunde Mittagspause habe. Ich in der Zeit also nur Dinge für mich mache. Meiner Mutter habe ich es auch gesagt, aber die ignoriert es gekonnt und kontaktiert mich trotzdem ständig. Ich ignoriere es aber genauso gekonnt ;)

In meinen Messengern habe ich eine entsprechende Abwesenheitsnotiz hinterlegt mit dem Verweis, dass ich keine Zeit habe und dass die Ausnahme Notfälle sind. 
Kontaktiert mich dennoch Jemand aus unwichtigen Gründen ignoriere ich das auch gekonnt. Im Moment bin ich da recht strikt und Donnerstag hatte ich sogar bis auf eine kurze Nachricht meiner Mutter keine Störungen. 

Jedenfalls habe ich nun einen Plan für Montag bis Freitag, der sich am klassischen Arbeitsalltag orientiert. 8.30 bis 16.30 mit 1 Stunde Mittagspause. Am Vormittag ist Lernen dran, entweder bis 11 oder 12 Uhr, je nachdem ob ich auch noch ein wenig Sport eingeplant habe. Dann eine Stunde Mittagspause. Und am Wochmittag geht die Zeit für ein berufliches Projekt drauf, was ich aber erst thematisieren will, wenn es wirklich klappt. Es geht dabei um den Aufbau einer Selbständigkeit und wahrscheinlich könnte man es vermuten.. dieses Projekt ist eigentlich mein Berufsziel Nr. 1 und Plan A. Plan B ist das Studium und die Tätigkeit danach als Steuerberater. Aber hier soll es allein ums Studium gehen. Ich will nur sagen: Ich habe genug zu tun um wenigstens die gewöhnliche Arbeitszeit für meine eigenen beruflichen Dinge zu beanspruchen. Und das will ich jetzt auch so durchsetzen. Weil im Endeffekt dankt es einem eh keiner, nur man selbst ist der Verlierer. 

 

Geplant ist Montags Mathe, Dienstags Rechnungslegung, Mittwochs Steuern, Donnerstags Rechnungslegung und Freitags Statistik. Das habe ich so aufgeteilt, da ich im Bereich Steuern bereits einige Vorkenntnisse habe und der Skript auch nicht so extrem umfangreich ist als die Skripte zu Rechnungslegung und Vertiefung der Mathematik und Statistik. Mathe und Statistik lässt sich super getrennt abarbeiten, weshalb ich das auch so aufgeschlüsselt habe. 


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17 Kommentare


Dein Plan B gefällt mir. Hast du eigentlich bereits entsprechende Berufserfahrung in diesem Bereich?  Wie ist deine Idee für den Weg zum Stb.examen? Die Steuermodule aus Hagen und auch ReLe haben mit dem Stb.examen ja nicht wirklich was gemeinsam. 

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Ich habe keine entsprechende Berufserfahrung in diesem Bereich. Die einzige "Berufserfahrung" in dem Sinne hab ich durch Praktika und Werkstudententätigkeiten gesammelt. Ich habe eigentlich kaum nennenswerte Berufserfahrung, was wohl auch daran liegt, dass ich "erst 25" bin und normales Abi und dann den Bachelor gemacht habe. Ich bin also vermutlich kein klassischer Fernstudent, sondern eher ein klassischer Präsenzunistudent. 

Die Steuermodule in Hagen vermitteln wohl nur so die grundlegenden Basics und auch nochmal auf eine andere Art und Weise. Wenn bei Plan B alles perfekt nach meinen Wünschen laufen würde, würde ich wohl bei einer der Big4 anfangen und dort eben meine Berufsjahre ableisten und mich wie dort üblich (Freistellung, Urlaub und eben teure Vorbereitungskurse) vorbereiten.

Wenn das nicht klappt such ich mir eben ne kleine Steuerkanzlei, mache meine notwendigen Berufsjahre und such mir nach meinen persönlichen Interessen/Vorlieben etc ein entsprechendes Repetitorium und bereite mich so vor.  

 

 

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OldSchool1966

Geschrieben

Bei einer der Big4 will so mancher anfangen. Die Anforderungen und das Arbeitspensum sind sehr hoch. Ist das realistisch mit Nachwuchs?

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Was für Nachwuchs? 

Ich weiß dass das Arbeitspensum hoch ist, die Chancen sind aber auch tendenziell recht gut genommen zu werden aber nicht mit der richtigen Spezialisierung.

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OldSchool1966

Geschrieben (bearbeitet)

vor 7 Stunden, Abilifly sagte:

Was für Nachwuchs?

bearbeitet von OldSchool1966

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OldSchool1966

Geschrieben

Sorry, mein Denkfehler.

Ich dachte, Du seist Zuhause, weil Du Nachwuchs hast.

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Hast du schon mal bei den big4 gearbeitet im Praktikum o.ä.? Es wird wirklich schwierig 60-70 Std./Woche zu arbeiten und sich nebenher auf so ein besonderes Examen vorzubereiten und bestenfalls zu bestehen. Aber natürlich sollte das jeder selbst wissen oder ausprobieren. Vielleicht klappt das in deinem Alter aber noch besser;-). Ich jedenfalls, werde mich entspannt mit einer 20std./Woche Stelle auf das Examen vorbereiten (wenn nix dazwischen kommt). Nebenher habe ich meine Familie, den Master in Hagen und kann Spaß dabei haben ohne immensen Zeitdruck..... (irgendwie jetzt auch ein Widerspruch)....!;-)))

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@Oldschool: Nein ich hab keine Kinder und will auch keine. Also daran wirds nicht scheitern. Ich mache das Fernstudium weil mir der Master an meinem Wohnort nicht gefallen hat (niedriges Niveau, Lehrform ähnlich der Schule etc. ; Empfand es dort als reine Zeitverschwendung)

 

@jennys: Ich arbeite dort zurzeit als Werkstudent. So eine 20h-Stelle muss man eben auch erst mal kriegen. Und dann noch das nötige Kleingeld besitzen die Repetitorien selbst zu finanzieren. Wie das am Ende konkret aussehen wird, wird sich zeigen. Ich werd mich breit gefächert bewerben.  Wenn nicht werdens halt paar harte Jahre, aber das ist auf ne absehbare Zeit ja okay. Und freistellen lassen etc kann man sich ja immer noch, zur Not halt mal Krankenschein. 
Ich will ohnehin nicht langfristig dort sein, zumindest aktuell ist es nicht geplant. Sei denn es würde mir eben dann doch entgegen meiner Erwartung so gut gefallen, dass ich die Selbständigkeit erst mal ad acta lege. Wir werden sehn :)
Das hört sich an als würdest du jetzt schon konkret Wissen wie du die Vorbereitung aufs Examen machen wirst? 
Familie (Kinder?) + Master in Hagen + Examen + 20h Woche arbeiten hört sich jetzt nicht gerade "entspannt" an :D

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Doch total entspannt; -) Meine Jungs sind nicht mehr so klein. Nachmittags wird studiert. Ich kann in 2 Jahren ins Examen gehen und mache einen Fernfurs von Knoll. Dann wohl noch mind. einen entsprechenden Klausurenkurs. Ich hatte auch über einen entsprechenden Taxation-Master nachgedacht, aber soviele Master kann man ja leider nicht machen.....;-))

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Jetzt mal vorausgesetzt du musst 10 h pro Woche für die Kinder aufwenden, 10 h für den Master, 20 h arbeitest du, wo ja sicherlich auch nochmal ein paar Stunden Fahrtzeit hinzukommen, dann hätte ich mit nem Vollzeitjob ja auch nicht wirklich mehr "neben" dem Examen zu tun.
Hast du bereits vor dem Master in deinem Beruf Vollzeit gearbeitet und hast du eine entsprechende Ausbildung etc, dass du da ne Stelle bekommen hast, wodurch du die nötigen Berufsjahre fürs Examen erhalten hast?

 

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Markus Jung

Geschrieben

Deine Überlegung, das Studium als Arbeit zu sehen und auch deine andere Tätigkeit zur Vorbereitung der Selbstständigkeit, und in diesen Zeiten dann auch tatsächlich nicht privat erreichbar zu sein finde ich einen guten Ansatz. Jetzt zu Beginn ist es ggf. mit etwas Aufwand verbunden, diesen durchzusetzen, aber wenn du da konsequent bist, werden es nach und nach auch alle begreifen und irgendwann akzeptieren. 

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Die nötigen Berufsjahre mit den entsprechenden Voraussetzungen für das Examen habe ich in 2 Jahren. Also wäre Oktober 2018 bei mir möglich und ich denke auch realistisch mit der Vorbereitung bei einer 20 Std. /Woche.

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Mir gefällt deine Zeiteinteilung und die Konsequenz die du daraus gezogen hast.

 

Bezüglich den Bewerbungen würde ich auch in die Breite gehen, aber der Studentenjob ist nich schon in deinem Wunschbereich oder?

 

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@jennys Darf ich dich fragen wie du an einen solchen Job gekommen bist wo du im relevanten Bereich direkt mit 20 Stunden pro Woche einsteigen konntest?

 

@Markus Jung Ja es ist schwer durchzusetzen, aber gerade legt es sich ein bisschen. Gerade weil mein Partner es richtig gut akzeptiert und angenommen hat, ist es wirklich schon leichter. Ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn er von der Arbeit kommt und die Küche ist noch nicht gemacht etc. 

 

@Jeany89 Doch der Werkstudijob ist schon im angestrebten Bereich :)

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Ich bin ja bereits 37 Jahre alt und habe zuletzt in der Insolvenzverwaltung/vereidigter Buchprüfer gearbeitet und dort meine entsprechende Berufserfahrung sammeln dürfen. Und wenn man nicht nur "normale" Buchführung macht, ist es kein Problem die Voraussetzungen zu erfüllen.  Auch in Steuerberater-Kanzleien wir das kein Problem sein oder man würde "nur" Gehaltsabrechnung machen, dann ist natürlich doof;-)

Ich weiß nicht,  was man als Werkstudent so macht, aber bist du im tax-Bereich?  Dann würde das ja evtl. schon zählen....?!

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Achso, ja dann ist das ja nochmal was anderes. Ich habs auch nicht so eilig ;)Ob nun 2 oder 4 Jahre bis zum Examen spielt für mich nicht so die Rolle. 

Ja im Tax-Bereich, ist aber laut meinem Betreuer nicht anrechenbar.

 

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vor 21 Stunden, Abilifly sagte:

Achso, ja dann ist das ja nochmal was anderes. Ich habs auch nicht so eilig ;)Ob nun 2 oder 4 Jahre bis zum Examen spielt für mich nicht so die Rolle. 

Ja im Tax-Bereich, ist aber laut meinem Betreuer nicht anrechenbar.

 

 

Das ist aber ärgerlich, dass es nicht anrechenbar ist ...

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      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!



       
    • Vica
      Von Vica in M.Sc. Psychologie FUH in Vollzeit 5
      Teil 1: Es fährt ein Zug nach Hagen 


      Am Montag und Dienstag war es so weit: In Hagen an der FernUni selbst fand das zweitägige Pflichtseminar zum MM2 Kurs „Gutachtenerstellung und Kommunikation“ statt. Alles, was diesen Kurs studiert, muss also persönlich dort antanzen, egal woher er kommt  Wie der Name schon sagt, lernt man in diesem Kurs eigentlich alle wichtigen Schritte bei der Erstellung eines Gutachtens kennen. Die Teilnahme am Seminar ist unerlässlich, andernfalls darf man die Hausarbeit nicht mitschreiben und ohne Hausarbeit ist auch kein Bestehen von MM2 möglich (für Inhaftierte, Kranke und anderswie Verhinderte gibt’s dann Alternativen, scheinbar in Form von Übungen, die zum Thema Aktenanalyse eingereicht werden müssen).  
      Das erste Seminar fand von 12:15 bis 18 Uhr statt, das zweite von 9:00 bis 18:00. 
      Ich war auch mit von der Partie und schildere mal meine Eindrücke gebündelt, in diesem Teil zunächst mal nur, was die Anreise betrifft! Viele beschäftigen sich nämlich im Voraus lange damit, wie sie dort hinkommen und wie es wohl sein wird, zumal Hagen nicht in ihrem "Revier" liegt und Neuland ist, was dem ein- oder anderen neben freudigen Erwartungen auch Muffensausen beschwert hat. 
       
      Anreise
      Hier habe ich natürlich Glück, dass ich nur 1 Stündchen von Hagen entfernt wegwohne. Trotzdem waren die Zugverbindungen zumindest mit den Fernzügen recht mysteriös, teilweise mit 2x umsteigen. Glücklicherweise habe ich eine Bummelzug-Verbindung mit dem National Express erwischt, bei dem ich 0x umsteigen musste. Macht nach Adam Riese 4 Fahrten, wofür ich wohl um die 70€ bezahlt habe. Beschweren kann ich mich hier wirklich nicht: Die National Express Züge waren pünktlich wie die Maurer, fahren stündlich jeweils in der 22.Minute und boten viel Platz und Beinfreiheit. Im Internet liest man viel Kritik, was sich aber mehr auf die Varianten im Mutterland England zu beziehen scheint. Da kann ich also nur sagen: Daumen hoch. 
       
      Bahnhof Hagen
      Den Zustand von Bahnhöfen finde ich schon ganz interessant, für den Fall, dass man sich mal ein Zug verzögert und man sich dort etwas die Zeit vertreiben mag. Der Hagener Bahnhof ist jetzt nicht unbedingt in Schönheit getaucht und etwas heruntergekommen, also ein Einkaufszentrum à la Hamburg braucht man da nicht erwarten. Ich habe aber einen ReWe to go, eine Bäckerei mit Café und einen größeren Zeitschriftenladen gesehen, außen dran ist auch ein McDonald’s. Somit ist wohl etwas vorhanden, um sich ein wenig aufzuhalten. Auf den Gleisen selbst gibt's die üblichen Getränke- und Keksautomaten. Muss zugeben, dass ich diesmal auch selbst heiße Getränke gezogen habe, was ich ja sonst nie mache. Aber bei -6 Grad am Abend erscheint so ein heißer Zitronen-Instant-Tee plötzlich doppelt attraktiv  
       
      Stadt Hagen
      Die geht ja neben ihrem Highlight - der FernUni – etwas unter. Für alle, die es interessiert: Sehr hügelig (ja, als Westfale und Fast-Holländer findet man sowas interessant ), schon aus der Ferne sieht man, dass sie in Hügelketten eingebettet ist. Eine Fahrt durch die Straßen dort geht wirklich über Berg- und Tal. Noch viele Reste der Schwerindustrie sind sichtbar, nicht nur an verrußten Häuserwänden. Eine typische Pott-Stadt eigentlich, obwohl sie auch noch zu Südwestfalen gehört.  Sie ist wohl nicht der Anlaufpunkt für große Shoppingtouren – die Kommilitonen, die sich hier abends die Zeit vertreiben wollten, waren jedenfalls nicht sehr angetan. Dazu kann ich aber nichts sagen, weil ich neben der Taxifahrt durch die Stadt nicht viel gesehen habe. Die FernUni selbst befindet sich nicht im Stadtkern. 
       
      Erreichbarkeit FernUni
      Vom Bahnhof aus ist die FernUni noch gute 4-5 km außerhalb (diverse Routenplaner werden sich da nicht so ganz einig) gelegen. Es gibt Busse, die dort hinfahren (allerdings teilweise mit Umsteigen verbunden – die busreisenden Kommilitonen fanden es nicht so prall) und etwa 20 Minuten brauchen. Zu Fuß kann man auch gehen und braucht etwa 40 Minuten (Zitat Kommilitone, der ansonsten Berufssportler ist). Eigentlich gehe ich auch furchtbar gerne zu Fuß und die Zeit macht mir auch nichts aus, jedoch nicht im achten Monat und auch nicht mit dicker Angina und schon gar nicht bei -4 Grad Tageshöchsttemperatur.
      Derlei Spekulationen habe ich mir gleich geschenkt und bin Taxi gefahren. Die Taxistände befinden sich vom Bahnhof aus links und benötigen gute 10 Minuten. Eine Fahrt kostet genau 12€. Habe vier Fahrten gehabt in den zwei Tagen und immer exakt diesen Preis bezahlt. Die Taxen fahren einen direkt bis vor die Mensa, wo das Hauptgebäude ist. 
      Die Rückreise von der FernUni zum Bahnhof ist schon etwas komplizierter. Die Busse fahren zu knapp, wenn man zwischen 18:05 und 18:30 einen Zug kriegen muss und einen eigenen Taxistand gibt’s dort nicht. Demnach mussten wir über „Taxiruf Hagen“ selbst ein Taxi ordern, welches auch tatsächlich 5 Minuten später da war (Anreiseweg wurde nicht berechnet)! Wir fuhren zum Teil zu viert oder zu dritt zurück, was die Fahrt natürlich sehr billig machte. Und so bekam wirklich jeder seinen Zug. 
       
      Unterbringung und Übernachtungsmöglichkeiten
      Für Leute, die von weit außerhalb kamen, kamen natürlich nur Übernachtungen in Frage. Derlei gibt’s in Hagen schon, auch in unmittelbarer Nähe: Das Campus-Hotel z.B. direkt gegenüber, welches beliebt war bei Leuten, die mit Familie angereist waren. Weiterhin gibt’s ja noch die Bildungsherberge, die sehr beliebt ist und preislich unschlagbar sein soll, aber mit 29 Zimmern natürlich schnell ausgebucht war (Sich auf die Warteliste setzen lassen lohnt sich, viele sagen kurz vorher nämlich ab wegen Krankheit etc.). Eine normale Jugendherberge soll auch noch existieren. Ich hatte auch mal kurz bezüglich Hotels geschaut und da gab es noch einiges zu haben, selbst in Business-Hotels mit vier Sternen ist was Günstiges zu haben, wenn man rechtzeitig bucht. Ein paar Angebote diesbezüglich hatte ich glaube ich über Trivago gesehen – gibt’s aber bestimmt auch bei ähnlichen Anbietern. 
      Im nächsten Beitrag gibt’s Infos zum Ablauf des Seminars ;-)