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Abitur Prüfungsbericht: Deutsch LK

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Mupfel

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Deutsch war eigentlich ziemlich unspektakulär. Ich habe während der Vorbereitungszeit überwiegend mit den Lektüren gearbeitet, die für Niedersachsen prüfungsrelevant waren, habe mir nochmal sämtliche rhethorische Mittel eingeprägt und bin die Argumentationslehre durchgegangen.

 

Auswahl-Aufgaben

Als Prüfungsaufgaben gab es 3 zur Auswahl. Einmal Kriegsliteratur, einmal eine Gedichtanalyse und einmal das Schreiben eines Kommentars. Das Gedicht und die Aufgaben dazu habe ich mir zwar kurz angesehen, aber dann gleich aussortiert. Der Interpretationspart liegt mir, aber die Analyse von Gedichten konnte ich noch nie leiden.

Die Aufgaben zur Kriegsliteratur (ich meine es war u.a. zu Ernst Jüngst - In Stahlgewittern) war auch nicht übel. Ich habe mich aber letztlich für den Kommentar entschieden, weil ich meinte, damit als Externe, ohne bei den Lehrern im Unterricht gesessen zu haben und deren Unterrichtsinhalte zum Thema Kriegsliteratur zu kennen, am meisten rausreißen zu können. Zwar habe ich das Zentralabi mitgeschrieben, aber die Korrekturen finden schließlich nicht zentral statt, sondern hängen auch immer ein Stück weit den Erwartungen der Lehrer ab - die zwar an das Kerncurriculum gebunden sind, aber in ihrem Unterricht trotzdem Gestaltungsspielräume haben und unterschiedliche Akzente setzen können, was sich dann auch auf die Bewertung der Abiprüfungen auswirken dürfte. Der Erwartungshorizont ist ja auch nicht in Stein gemeißt sondern auch immer etwas Auslegungssache. Ich hatte also bei dieser Aufgabe Bedenken, zu einseitig dranzugehen. Beim Kommentar war die Chance höher, inhaltlich möglichst viel abdecken zu können.

 

Zum Kommentar habe ich vorher in einem anderen Forum gelesen, in dem auch Lehrer mitschreiben, dass davon abgeraten wird. Der Aufgabentyp ist noch recht neu, wird im Unterricht kaum geübt und auch die Lehrer wissen nicht so recht, wie sie da die Korrektur angehen sollen. Wie dem auch sei, ich habe die Aufgabe trotzdem genommen.

 

Meine Prüfungsaufgabe

Der Kommentar sollte 800 Wörter umfassen. Wie Unter- oder Überschreitung der Wortzahl bewertet wurde, weiß ich gar nicht, ich habe möglichst eine Punktlandung angepeilt, auch wenn es am Ende etwas weniger gewesen sein dürften. Nachzählen habe ich ganz verschwitzt, hätte aber zum Schluss ohnehin nicht mehr viel gebracht. Von anderen Schreibern des Zentralabiturs weiß ich, dass es an einigen Schulen ab 50 Wörtern Abweichung nach oben oder unten Punktabzug gibt. Find ich einerseits ziemlich streng, andererseits verlangt der Texttyp prägnantes Schreiben. Einige berichteten, über 1.000 Wörter verfasst zu haben - das ist dann wirklich 'etwas' an der Aufgabenstellung vorbei.

 

Das Thema war jedenfalls "Literatur - brauchen wir sie überhaupt noch?". Ich finde, da kann man mit etwas Brainstorming fast gut etwas zu schreiben, ohne sich jemals auf das Thema vorbereitet zu haben. Ich habe trotzdem versucht, auch ein bisschen Wissen, was ich vorher zum Thema Medienkritik und Deutsche Sprache gelernt hatte, mit einfließen zu lassen. z.B. zur Auswirkung von viel lesen/wenig lesen auf Wortschatz und Ausdrucksfähigkeit, aktive und passive Informationsaufnahme  ("sich berieseln lassen" vs. "aktiv etwas lesend erarbeiten"), historische Überlieferungen, die es ohne Literatur nicht gäbe und auch für Gegenwart und Zukunft wichtig sind etc.

 

Dazu gab es eine Menge Materialien, ich glaube 8. Davon ein Diagramm und ein Comicstrip, der Rest Texte bekannter Personen. Die Texte hatten ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Mal ging es um Literatur allgemein, mal z.B. darum, ob man Kinder zum Lesen 'zwingen' sollte. Wie man die Materialien verwendet war beim Aufgabentyp "Kommentar schreiben" auch im Vorfeld nicht so klar.

Also habe ich mir erst in meinen Notizen zu jedem Material die wichtigsten Kernaussagen herausgeschrieben. Dann habe ich meine eigenen Argumente notiert und nach Stärke aufsteigend sortiert. Zum Schluss dann die Materialien, die ich einbauen wollte, den jeweiligen Argumenten zugeordnet. Ich habe darauf geachtet, sowohl solche Teile der Materialien auszuwählen, die meine Argumentation stützen, als auch Gegenargumente aus den Materialien zu nehmen und zu entkräften.

Dann folgte die Reinschrift.

 

Nach der Prüfung

Klingt so weit alles ganz gut, war es aber nicht. Wie immer hatte ich den Rest des Tages ein blödes Gefühl. Bis zum Abend fielen mir noch super viele Punkte ein, die mehr Durchschlagskraft gehabt hätten, als die, die ich letztlich in meinem Kommentar drin hatte. Meinen Teaser fand ich gut, die Überschrift 0815 (ich erinnere mich nach 2 Monaten nichtmal mehr dran :D). Die Materialien hätte ich noch mehr mit einfließen lassen können, allerdings wäre es dann wiederum mit der Wortzahl knapp geworden. Also alles nicht so easy, wie ich dachte. Letztlich wurden es dann auch nur 7 Punkte. Auch wenn vom ILS immer betont wurde, dass Deutsch schriftlich als LK nicht nur "bisschen lesen und bisschen schreiben" ist: Für Deutsch ist das schon schwach, LK hin oder her. Ich hatte hier eine zweistellige Punktzahl angepeilt.

Aaaber vor einigen Monaten hatte ich mir gesagt "Jetzt machst du die Prüfungen endlich, und wenn es nur ein knappes Bestehen mit überall 5 Punkten wird". Also insofern habe ich meine ursprünglichen Erwartungen in fast allen Fächern übertroffen. Aber ehrlichgesagt hatte ich dann während der Prüfungsphase doch Blut geleckt und wollte nicht überall nur mit durchschnittlichen Noten rausgehen. Deshalb haben mich Deutsch und Mathe (dazu morgen mehr) :D  auch geärgert...

 

 

 

 

 

 

 

 


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1 Kommentar


Markus Jung

Geschrieben

Ja, kann ich verstehen, dass dich das geärgert hat. Aber ich denke, der Ärger verfliegt mit der Zeit - und die bestandene Prüfung bleibt 👍.

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