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Mündliche Prüfungen Tag 2: Erdkunde und ev. Religion

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Mupfel

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Vorweg: Das wird heute nochmal ein ziemlicher Brocken. Da ich nun aber schon damit angefangen habe, die mündlichen Prüfungen nicht einzeln zu bloggen, sondern einen Beitrag pro Prüfungstag zu schreiben, führe ich das jetzt auch so fort. Wer interessiert ist, aber nicht so viel auf einmal erträgt :D , kann ja eine Lesepause einlegen :)

 

 

Wie schon im letzten Bericht geschrieben, konnte am zweiten Prüfungstag eigentlich gar nicht mehr so viel schief gehen. Ich hätte schon extrem verhauen und nichtmal die ersten Teilaufgaben hinbekommen müssen, um durchzufallen. Trotzdem malt man sich ja noch so einige Horrorszenarien aus. Ich habe am Vorabend z.B. noch panisch Stadttypen gelernt, vom Mittelalter über Absolutismus bis heute....

 

Erdkunde

Ich hatte gehofft, dass hier das Thema „Afrika südlich der Sahara“ drankommt. Das habe ich zwar alles selbständig und ohne ILS-Lernhefte vorbereitet, ich hatte aber trotzdem das Gefühl, das Thema gut abgedeckt zu haben. Alternativ hätte ich mir Welternährung/Agrobusiness oder Stadt- und Raumplanung (das wiederum wurde auch beim ILS gut durchgenommen) gewünscht. Bekommen habe ich eine Aufgabe zu China und diverse Materialien, Diagramme, Altersverteilungen und Karten. War aber auch okay.

 

Aufgabe 1: Die gegebene Karte erklären. Zu sehen waren darauf die Agglomerationen entlang der Küste, man sollte Gründe dafür nennen. Ein Glück war ich das in meiner Vorbereitung zur Raumanalyse von Asien noch durchgegangen. War gut als Einstieg.

Außerdem musste man erklären, wieso die Bevölkerungsdichte in Richtung Westen abnimmt.  Hier wurde auch erwartet, dass man nicht nur sagt warum es so ist, sondern auch noch mal zusammenfasst, dass es so ist und wie genau sich das darstellt.  Also einfach nur die Materialien erklären, bevor man die Gründe nennt. Das habe ich auch getan, weil das sonst in einigen Prüfung mein Fehler war: Ich habe einiges übergangen, weil ich im Hinterkopf Gedanken hatte à la "Sieht ja jeder, muss ich nicht nochmal erwähnen". Nein nein, alles immer schön nochmal erwähnen und beschreiben, was man sehen kann :) Zusätzlich habe ich auch noch eine  Atlaskarte beigezogen (Atlasarbeit ist in Erdkunde wichtig. Also wenn man einen gestellt bekommt, sollte man den nach Möglichkeit auch mit einbeziehen, Hier muss man auch das ILS loben, denn die Fernlehrer haben zu wenig Atlasarbeit meistens kritisiert).

Zuletzt sollte ich dann noch erklären, wie das Land in den geringbesiedelten Regionen genutzt wird. Ich habe ich dann aber leider daneben gelangt. Es wurde dann mit dem Tipp, auch mal Atlaskarte auf Seite xy aufzuschlagen, in meinen Vortrag 'eingegriffen' (was kein gutes Zeichen ist), Es ging dann entsprechend besser weiter, aber sich schon im Vortragsteil korrigieren zu müssen (und das auf Hinweis) ist ziemlich blöd. Ich könnte mich bis heute in den Hintern beißen, das nicht während der Vorbereitungszeit erledigt zu haben, dann hätte ich mein Irren direkt selbst erkannt und gar nicht erst was Falsches vorgetragen. Vor allem wenn man es im Atlas so einfach ablesen konnte :rolleyes:

 

Aufgabe 2: Altersverteilung anhand eines Diagramms erklären, dann Ursachen, Probleme und Perspektiven nennen. Das lief auch ganz gut. Erstmal erklären was man auf dem Diagramm überhaupt sieht, dann die Gründe. Dinge wie die Ein-Kind-Politik waren hier wichtig. Man konnte anhand der Materialien gut erkennen und erklären, wie es erst Beratungsangebote zur Schwangerschaftsverhütung gab, dann die 2-Kind-Politik eingeführt wurde und schließlich die 1-Kind-Politik kam. Wichtig war auch zu wissen, dasss diese 2015 gerade erst gelockert wurde (dafür war Sekundärmaterial auch sehr wichtig, monatlich aktuell werden ILS Hefte natürlich nicht gehalten). Die Ursachen dafür hängen wiederum mit den Problemen daran zusammen, das konnte ich ganz gut überleiten.

 

Aufgabe 3: Demographischer Übergang, den ich erklären sollte und dann auf China übertragen. Hier habe ich die Aufgabe während der Vorbereitungszeit erstmal falsch gelesen und ausschweifend an der Frage vorbei geantwortet, wobei man mich auch nicht gebremst hat, ups. "Demographisch" hatte ich irgendwie komplett übersehen und erstmal über die Entwicklung von China mit Problemen und Perspektiven gequatscht. Was ich da erzählt habe war zwar soweit richtig, aber eben einfach nicht gefragt :rolleyes:  Auf Nachfrage, ob ich den Begriff "demographischer Übergang" erstmal erklären konnte, ist mir das dann auch aufgefallen. Gott, wie peinlich. Also habe ich das definiert (was gelang), und dann weitergemacht. Ich wollte noch schöne Modelle dazu zeichnen, aber da meinten die Prüfer, das bräuchte ich nicht. Mist :D

Das war dann also wieder okay, aber wie bei Aufgabe 1 war natürlich schlecht, dass ich erst in die richtige Richtung geschubst werden musste.

Habe dann auch mal wieder zu weit ausgeholt und musste gebremst werden, damit noch Zeit für das Prüfungsgespräch nach dem Vortragsteil ist. Ob mir das als "Zeit nicht richtig eingeteilt" negativ angerechnet wurde, weiß ich nicht.

 

Der zweite Prüfungsteil war dann also relativ knapp, es wurden viele Punkte aufgegriffen und abgefragt. Unter anderem Stadt-Land-Flucht, Ursachen und Folgen, Globalisierung, bisschen zum Wandel von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft.... Einer der Prüfer stellte dann noch kleine Fragen, mit denen ich nur teilweise etwas anfangen konnte. Der andere Prüfer blickte dann in meinen Studienbericht, den er vor sich liegen hatte, und hat dann eingegriffen, dass diese Fragen nicht mehr davon abgedeckt seien und wir die Prüfung dann auch eigentlich beenden können, da die Zeit schon um war. Es war (wie immer) eine nette Atmosphäre, aber irgendwie unangenehm, auch wenn ich das Gefühl hatte nix dafür gekonnt zu haben - immerhin wurde ich mit diesem Studienbericht zugelassen und alle wussten, was ich vorbereitet hatte und was nicht.

 

Es wurden dann 7 Punkte, was gar nicht mal so gut ist :D Ich glaube, ich habe mich da zwischen den Extremen bewegt. Aufgabe 2 gelang mir gut, Aufgabe 1 und 3 waren sehr durchwachsen. Aufgabe 1 war zur Hälfte gut, zur anderen Hälfte nur mit Hilfestellung gelungen. Aufgabe 3 war okay, allerdings auch erst nach meiner 'Themenverfehlung'. Und bei mündlichen Prüfungen zählt eben nicht nur, was am Ende inhaltlich gesagt wurde, sondern auch das ganze Drumherum. Insgesamt habe ich die Zeit für meinen Vortragsteil auch nicht optimal eingeteilt. Die Aufgaben selbst empfand ich aber wieder als machbar und fair.

 

 

Evangelische Religion

Nach Erdkunde wusste ich dann endgültig, dass ich in Religion nur noch antreten muss und ein Punkt im schlimmsten Fall auch ausreichen würde, um zu bestehen. Trotzdem wollte ich dann natürlich noch was rausholen. Die Aufregung war noch da, aber vergleichsweise gering. Es war eher ein Gefühl von „So, da musst du jetzt noch schnell hin :rolleyes: und in einer Stunde ists dann auch schon wieder vorbei“.

 

Ich bekam ein Glaubensbekenntnis von Dorothee Sölle. Man findet es z.B. hier http://kirche-gross-groenau.de/gottesdienst/glaubenstexte/glaubensbekenntnisse.html etwas weiter unten. Es ist das, was mit "Ich glaube an Gott, der die Welt nicht fertig geschaffen hat wie ein Ding, das immer so bleiben muss" beginnt.

 

Aufgabe 1: Text zusammenzufassen, kein großes Problem. Ich habe allenfalls ein bisschen zu viel nacherzählt. Dann sollte ich meine Meinung dazu sagen. Die Fragestellung war ziemlich offen, sodass ich das gar nicht so einfach fand. Was sollte ich beurteilen, ihren Glauben, ihre Gründe, nur die Gestaltung des Glaubensbekenntnisses? Hmm... Ich habe dann einfach meine Meinung zu Dingen, denen ich zustimme, und Teilen, die ich zu kurz gegriffen oder einfach nicht richtig :D finde, gesagt.

 

Aufgabe 2: Die genaue Fragestellung weiß ich nicht mehr. Es ging aber um das dargestellte Jesusbild.

 

Von dem Jesusbild Sölles ausgehend wurde dann auch schon das Prüfungsgespräch eingeläutet, das teilweise ziemlich sprunghaft war und viele Aspekte meines Studienberichts abgefragt wurden.

Darunter viel über Jesus und seine Botschaft und warum die Erforschung des historischen Jesus problematisch ist. Das war eines meiner Lieblingsthemen und ich hatte alles aus den ILS Heften drauf. Ich hatte aber das Gefühl, dass der Prüfer insgesamt zur Jesusforschung noch mehr hören wollte. Da ich aber das Gefühl hatte, dass die ILS Hefte das Kerncurriculum schon gut abgedeckt haben, blieb es auch bei dem Wissen. Vielleicht hätte ich da doch noch mehr Sekundärliteratur nehmen sollen (Reli war das einzige Fach, bei dem ich mich zu ca. 90% auf die Hefte verlassen habe).

 

Dann wurde umgeschwenkt, ob ich etwas zu Bonhoeffer wisse. Ja, wusste ich – sollte ich erzählen. Wieder eine seeehr offene Frage. Also bin ich sein Leben chronologisch durchgegangen. Von seinem Elternhaus (das ganz und gar nicht christlich geprägt war, Bonhoeffer aber dennoch Interesse an der Theolorie gefunden hat und es schließlich auch studierte), über seine Amerikareise, seine Schriften, sein Dasein als Prediger bis hin zu seiner Arbeit als „Doppelagent“ und der späteren Hinrichtung. Sein Leben wurde beim ILS in Abschnitte eingeteilt, die mit „Wandel zum Christen“ und später „Wandel vom Christen zum Zeitgenossen“ beschrieben wurden. Auch das habe ich so erzählt, weil ich es auch logisch fand. Spätestens beim "Wandel vom Christen zum Zeitgenossen" hat mich der Prüfer seehr seltsam angesehen, als würde er da ganz und gar nicht zustimmen :D  Ich war mir aber meiner Sache sicher und habe so weitergemacht... Aber es wurde da auch nicht mehr nachgehakt.

 

Da ich wg. Bonhoeffer die Deutschen Christen und die Bekennende Kirche angesprochen hatte, kamen wir dann auf Jesus als Jude und was das im Nationalsozialismus hieß, kleine Ausflüge in die Religionskritik. Da konnte ich mir aussuchen, auf wen ich eingehen will, habe Feuerbach und Drewermann angesprochen. Drewermann wurde in den ILS-Heften sehr ausführlich behandelt, dem Prüfer kam aber nur der Name bekannt vor. Ich bin z.B. darauf eingegangen, dass der sich mit der Kirche überworfen hatte und schließlich auch ausgetreten ist – Prüfer guckte fragend, davon wisse er jetzt nichts. Hmpf. Naja, damit war das Thema auch gegessen. Ich weiß nicht, ob meine Antworten diesbezüglich also ausgeklammert wurden oder mir negativ angerechnet wurden. Jedenfalls hatte ich Recht :P Hier zeigte sich aber mal wieder ein Problem beim Externenabi. Hätte ich meine Prüfer aus dem Unterricht gekannt, hätte ich auch gewusst, mit welchen Religionskritikern ich punkten kann und welche ich gar nicht erst anbringen brauche.

 

Zum Schluss wurde dann noch die These „Der Islam gehört zu Deutschland“ in den Raum geworfen, wozu ich Stellung beziehen sollte. Prüfer #2 hat dann noch nachgeschoben, was ich davon halten würde, zu verpflichten, in DE nur noch auf Deutsch predigen zu dürfen. Da hab ich dann wieder meinen Senf zu abgegeben, sollte dann nochmal unabhängig davon Vor- und Nachteile so einer Pflicht aufzählen und damit war ich dann auch durch.

 

 

Ich habe dann ein letztes Mal draußen im Hof auf meine Note gewartet. 0 Punkte waren natürlich ausgeschlossen, also war die Spannung nicht mehr so groß und ich hatte schon den Gedanken „Ja, fertig, Abi bestanden!“. Real wurde es dann, als die Prüfer herauskamen, die mir schonmal gratuliert haben. Die Leiterin der Prüfungskommission hat mir dann 8 Punkte mitgeteilt, mir ebenfalls gratuliert und mich zu Abifeier samt Zeugnisübergabe eingeladen (woraus dann letztlich nichts wurde, da die Schulbehörde ihnen mein Zeugnis zu spät zurückgesendet hat >.< )


Letztlich war die Note zwar wurscht und ich hatte mir „hauptsache bestehen“ vorgenommen, so ganz nachvollziehen konnte ich das aber nicht. Ich fand mich nicht supergut, aber 10 Punkte (auch nur eine 2-) in Religion hätte ich mir doch erhofft. Das hätte zwar am Schnitt nicht mehr viel geändert, sieht aber auf dem Zeugnis einfach besser aus. Allerdings brauche ich keinen besonderen Schnitt, insofern ist das eigentlich nur Eitelkeit :D

 

Trotzdem habe ich mich dann nicht geärgert, sondern war froh, es endlich hinter mir zu haben. Die 2 Tagen waren enorm anstrengend, obwohl ich rückblickend dann am Ende doch irgendwie im Prüfungsmodus drin war (aber im Nachhinein ist ja meistens alles halb so wild). Das Gefühl Abi zu haben war dann erstmal ganz seltsam. Die ersten Tage habe ich ständig gedacht „Heute musst du noch ein paar Stunden lernen“, bis mir dann einfiel, dass ich ja durch bin. Mir ist insgesamt ein riesen Stein vom Herzen gefallen und ich habe erstmal sämtliche Abimaterialien ausgemistet.

 

Ich glaube ich werde die nächsten Tage nochmal ein Fazit zum Abi-Fernlehrgang und den Prüfungen allgemein machen, dann noch etwas darüber, wie es weitergeht etc.


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3 Kommentare


Herzlichen Glückwunsch :)

 

Hast du jetzt schon Pläne für die Zukunft?

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Lernfrosch

Geschrieben

Danke für deine Prüfungsberichte; ich fand die alle sehr informativ und lesenswert. :thumbup1:

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abitierchen

Geschrieben

Erdkunde fand ich auch eigentlich die schwierigste Prüfung (von den Mündlichen). Also, ich finde das Fach echt toll, aber die (EA-/Prüfungs-)Aufgaben sind da echt sooo schwammig, dass ich auch oft nicht wusste, wie detailiert die das nun haben wollten bzw. was jetzt wichtig ist und was nicht...

 

Würde mich freuen, wenn du noch was dazu schreibst, wie es bei dir weitergeht, was du planst zu studieren usw... ich kann ja Jura sehr empfehlen ;)

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      Ich hab ihm davon erzählt und es war beschlossen. Wir werden gemeinsam studieren. Er leitet seit 5 Jahren ein Referat, da hat er sich Wirtschaftswissenschaften für sich ausgesucht. Ich hab gesagt, ich mache auch Wirtschaft, ich würde gerne unterrichten, vielleicht hab ich an meinem Arbeitsplatz später eine Chance auf einen kleinen Lehrauftrag. Wir werden sehen. 
      Wir werden unsere Prüfungen in Linz machen, von Wien brauchen wir ca 2 Std hin. In Wien werden auch zusätzliche LVs im Studienzentrum angeboten, daran wollen wir auch teilnehmen. 
      Ich freue mich einfach auf den Start! 
      So, das war es für´s erste. Bis ganz bald!
       
    • WibbSi
      Von WibbSi in WibbSi wird Pflegemanager! 5
      Ja wieso denn bloß? So oder so ähnlich wollten es schon diese kleinen gnubbeligen Trolle bei Ronja Räubertochter wissen. Eigentlich ist doch alles gut. Fester Job, die Gehaltsstufe ist in der Endstufe angekommen, die jungen Kollegen lassen den nötigen Respekt erkennen und ganz dumm rennt man auch nicht mehr durch den Stationsalltag, immerhin sind diverse Fort und Weiterbildungen abgearbeitet. Also? 

      Es reicht nicht. So einfach ist das. Es liegt mir nicht jetzt bis zur Rente -und das sind doch noch weitere 25 Jahre, wie mir das Schreiben der Rentenversicherung mitteilte...(die haben sich verrechnet!), einfach so weiterzumachen und jeden Tag das gleiche zu tun. Täglich grüßt das Murmeltier - nur mit dem Unterschied, dass das Gesicht im Spiegel mehr Ersatzhaut bekommt und die Knochen anfangen zu knacken. Nein danke!

      Nun gut. Aber weshalb Pflegemanagement?
      Immerhin habe ich eigentlich so keinen großen Bezug zur Wirtschaft, außer wenn ich Umsatz generiere im Büchershop oder so. Und Wirtschaftsmathe verursacht mir schon beim Gedanken daran afrikanische Elefantenpickel...

      Na ja. Es hat die Vernunft gesiegt, so muss ich es wohl formulieren. Ideen hatte ich viele und nicht alle waren eben sehr realistisch. Da ich lange Zeit überlegt hatte ganz etwas anderes zu machen (auch wenn ich meinen Job prinzipiell sehr gerne mache, war der Reiz etwas ganz Neues anzufangen sehr groß) - ich habe sogar einmal den etwas halbherzigen Versuch unternommen mein Abitur nachzuholen - jedenfalls bin ich nach sehr viel Überlegung zu dem Schluss gekommen im pflegerischen Bereich zu bleiben und bin bei der Medizinpädagogik gelandet. Hier in Hamburg gibt es an der Medical School den Teilzeit-Studiengang Medizinpädagogik B.A.  - dieser ist aber mit 450 Euronen recht teuer, wie ich finde (für 4 Tage Präsenz-Unterricht). Ich hätte mit meinem Job große Schwierigkeiten gehabt die entsprechenden 4 Tage regelmäßig frei zu bekommen - hätte die Arbeitszeit reduzieren müssen, mir einen Sudienkredit aufnehmen müssen und so weiter und so fort. Ich möchte am Ende nicht hoch verschuldet sein, deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Außerdem hätte es mich sehr auf das Unterrichten festgelegt und festgelegt auf einen Arbeitsbereich möchte ich auch nicht sein. Schwierige Kiste. 

      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!