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Was tun, wenn Absagen kommen? Alternativen

Okay, so allmählich geht die Bewerbungsfrist vieler Bachelor- und Masterstudiengänge in die letzte Runde (am 15.07. ist in der Regel sense) und ich überlege fieberhaft, ob ich mich noch für das ein- oder andere einschreiben sollte.

Bei vier Präsenzuniversitäten liegen nun Bewerbungen für einen Psychologie-Master. Leider ist die Wahrscheinlichkeit, vom Fleck weg genommen zu werden, sehr gering. Da ich mich darauf also nicht verlassen kann, denke ich über Alternativen nach. 

Offiziell bin ich noch in Elternzeit und möchte diese auch dazu nutzen, um mich weiterzubilden bzw. zu -qualifizieren. 

Was also tun?
Mein oberstes Ziel wäre immer noch die Kinder-und-Jugendlichen-Psychotherapeutenschiene. 
Das ist hier in NRW nicht einfach, im Master müssten schon Prüfungsleistungen an klinischer Psycho nachgewiesen werden. 
Leichter gesagt, als getan - dazu müsste ich einen der oben genannten Masterplätze ergattern. 
Einerseits möchte ich wohl gerne noch eine Master-Bewerbung (Psychologie) für die FU Hagen abschicken. Die Inhalte fixen mich sehr an, ich finde ihn wirklich interessant. Die Zufriedenheit damit wird im Netz ja häufig als so lala bezeichnet und er berechtigt auch nicht zur KJP-Ausbildung, das ist wirklich schade. Andererseits berechtigt er immerhin zur Führung der Berufsbezeichnung "Psychologe" und öffnet natürlich viele andere Türen. Eigentlich wollte ich den Master nicht mehr im Fernstudium absolvieren, um mal wieder unter die Leute zu kommen, ich bin eben doch ein ziemlicher "Gruppenlerner". Es wäre also mehr was in Richtung Notlösung (dafür dann aber eine ziemlich gute). 
Ich liebäugele auch mit dem Gedanken, mich hier für ein Lehramtsstudium einzuschreiben. Hier habe ich etwas Praxis, weil ich an einer Grundschule gearbeitet und dort den Lehrern assistiert habe. Mich würde es sogar etwas mehr dahin ziehen, wo viel soziales Engagement gefragt ist, z.B. Brennpunkt-Hauptschulen (kein Witz) oder Grundschulen. Mir war damals von den Lehrern angeraten worden, es unbedingt mit Lehramt zu versuchen, da ich ein "absoluter Typ dafür sei". Wie dem auch sei, mir hat das Arbeiten mit Kindern super Spaß gemacht und im Griff atte ich sie auch. Mit dem Lehramt kann man auch wieder eine KJP-Ausbildung aufnehmen. Allerdings müsste ich im Bachelor starten und die Geschichte dauert 3-5 Jahre, bis ich mit dem Master durch bin. Also eher nicht!
Kurze Zeit hatte ich auch überlegt, mich vor Ort für den Master in Pädagogik bewerben. Auch der berechtigt zur KJP-Ausbildung. Auch eine Zukunft als Pädagoge kann ich mir vorstellen, und zwar Richtung Heim-Pädagogik. Dazu müsste ich aber viele Module nachholen und weiterhin sind die Studiengänge nicht konsekutiv. Das heißt: Nach Abschluss des Master bin ich weder Psychologe noch Pädagoge. Schlechte Alternative! 
Das Gleiche gilt für meine Überlegungen, ob ich nochmal einen BSc und MSc in Sozialer Arbeit machen sollte.Da man hier nur an den Wochenenden Vorlesungen hat, ist das fast schon sowas wie ein Fernstudium und unter der Woche müssten 30 Arbeitsstunden anfallen, also wäre ein Verdienst möglich. Problem hier: Gerade am Wochenende lässt meine Leistungskraft doch deutlich nach und das ist die einzige Zeit, wo die ganze Familie mal wieder zusammen sein kann. Somit kommt das auch weit unten auf der Alternativen-Liste.
Jetzt noch was ganz Exotisches: Die FU Hagen bietet nun einen Studiengang an, der zum Ersten Juristischen Staatsexamen führt. Mit anderen Worten ebnen die den Weg, nebenbei nochmal Anwalt, Staatsanwalt oder Richter zu werden. Das hat mich schon vor einiger Zeit sehr stark angefixt. So habe ich schon vor Monaten von der FU Hagen vorprüfen lassen, ob mein vorhandener Bachelor aus England allein überhaupt berechtigt, ein anderes Studium aufzunehmen und dazu eine positive Antwort bekommen. Natürlich wäre das eine ganz andere Richtung als Psychologie. Allerdings bin ich bei Jura ein wenig vom Fach, dadurch dass ich aus einem Juristenhaushalt komme. Mein Mann ist einer und ich habe das gesamte Studium miterlebt, inklusive der beiden StEx. Danach habe ich viel über Recht generell kennengelernt sowie über Kanzleiabläufe. Da meine Familie auch eine Kanzlei hat, in der sie in Arbeit bald ertrinkt, könnte hier ein Arbeitsplatz warten, auch ohne den Druck zu haben, Prädikatsexamina abzuliefern. Das wäre so eine Art zweites Standbein, wenn das mit der Psychologie nicht klappt. Diesen Schritt habe ich mit meinem Mann die letzten Wochen immer und immer wieder besprochen - in diesem Fach hätte ich natürlich die meiste Unterstützung. Und Interesse ist klar da. 
Ich überlege, ob ich mich parallel zum Master Psychologie an der FU Hagen noch für diesen juristischen Studiengang bewerben soll. Klar, das wäre nicht ohne, aber ich sehne mich ein wenig danach, mal wieder richtig gefordert zu werden. Sollte das eine oder andere nichts für mich sein, könnte man sich auch wieder vom jeweiligen exmatrikulieren. 

Das ist das momentane Gedankenkarrusell, das mich täglich umtreibt. Schade ist, dass man sich auf alles gleichzeitig bewerben muss und nicht Schritt für Schritt, auf Absagen aufbauend, neue Bewerbungen für neue Ziele rausschicken kann. Allerdings zwingt einen auch niemand, bei einer Platzzusage anzunehmen. Wichtig finde ich nur, dass man all diese Überlegungen nicht aus der Luft greift, sondern klar überlegt, mit allen Folgen (auch finanziell). 
Im Augenblick fände ich es am tollsten, wenn irgendein Präsenz-Master in Psychologie zusagt, auch wenn damit das Nachholen vieler Scheine verbunden sein mag :)  

LG 
Vica

 


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8 Kommentare


parksj86

Geschrieben

Okay, da hast du dir wirklich Gedanken gemacht. Wobei von der Studienzeit her: Das Studium zur Ersten Juristischen Prüfung dürfte doch sicher in etwa genauso lange dauern wie ein zügig durchgezogenes Lehramtsstudium oder der B.A. Soziale Arbeit. Spielt der Zeitaspekt für dich da eine Hauptrolle oder zählt für dich am Ende das Ergebnis, also die Ausbildung zum KJP?

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Ich kann deine Gedanken total nachvollziehen.  Aber auch sehe ich es wie parksj86. Was ist mit der Idee einfach im Bachelor anzufangen in Richtung Psychologie oder auf Lehramt? Evtl. kannst du dir da ja das eine oder andere Modul anrechnen lassen. Und der Pädagogik -Master der dich zur KJP zulassen würde? Was ist damit? Warum nicht?  Dann hast du dein Ziel doch erreicht.

Die Jura-Schiene dauert ja definitiv viele, viele Jahre.....

 

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parksj86

Geschrieben (bearbeitet)

Zumal der Weg der Volljuristin ja auch noch ein paar Stolpersteine enthält. Referendariat und dann das berüchtigte Zweite Staatsexamen (muss ich dir ja nicht erzählen) und die Frage, ob eine Laufbahn als Richterin oder Staatsanwältin dann, abgesehen von der Note, noch möglich ist. Klar hast du mit deinem Hintergrund echt gute Voraussetzungen, aber du hast hier echt viele Möglichkeiten aufgezählt, doch noch in deinen gewünschten Bereich zu kommen. Von denen finde ich persönlich ein paar sogar gar nicht mal so abwegig.

bearbeitet von parksj86

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Das mit den Alternativen treibt mich auch um, mehr als es mir lieb ist.

 

Aktuell stecke ich im MSc Psychologie der FernUni und finde den Studiengang bislang okay. Gut, ich hänge am zweiten der ersten beiden Module fest, und die sind sozusagen der Türöffner, damit man mal "ordentlich" weitermachen kann. Statistik ist bestanden und bei Gutachtenerstellung stehe ich in den Startlöchern (warte auf Bekanntgabe des Themas). Es ist ganz gut zu schaffen und offensichtlich gibt es in verschiedenen Ecken Deutschlands auch unterschiedlich aktive Lerngruppen. Jetzt bei der Präsenzveranstaltung waren viele Leute als Gruppe da, die sich schon seit dem Bachelor kennen und das alles gemeinsam durchziehen. Es ist für manche also weniger Fernstudium als für andere. 

 

Aber ich kenne auch das Gefühl, endlich mal wieder unter Leute kommen zu wollen. Das funktioniert bei mir jetzt auf einer anderen Ebene, nicht übers Studium. Aber ich wollte lange Zeit nicht an die FernUni, gerade deswegen. 

 

Nur sehe ich momentan nicht wirklich, wie ich beruflich mit dem Master in Psychologie Fuß fassen soll. Es ist sicher nicht unmöglich. Ich habe bei der PV viele Leute getroffen, die schon irgendwie in diesem Bereich arbeiten (Jugendamt, psychologische Praxis, Rehaklinik, als wissenschaftliche Hilfskraft usw.), auch ohne Master. 

 

Was mich seit einiger Zeit verfolgt ist die Tatsache, dass ich vor 6 Jahren meine Tätigkeit als Übersetzerin aufgegeben habe. Die Entscheidung kam nicht einfach so über Nacht, es gab tatsächlich ein einschneidendes Erlebnis bei mir, dass mich zu diesem Schritt veranlasst hat. Nichtsdestotrotz zweifel ich seit einiger Zeit, ob es richtig war, aufzuhören. Und hin und wieder ertappe ich mich dabei, mir Gedanken darüber zu machen, wieder in diese Richtung zurückzukehren. 

 

Auch dieser Job hat seine Nachteile. Als Einzelunternehmer verbringt man viel Zeit vor dem Computer im stillen Kämmerlein oder arbeitet Nachtschichten, um Abgabetermine einzuhalten. Oder muss sich mit Agenturen über den Preis streiten. Oder darüber, dass das gelieferte Glossar Schrott ist. Oder mit seltsamen Auftraggebern, die "sich was ganz anderes vorgestellt hatten" als die Übersetzung, die man geliefert hat. Oder, oder, oder ...

 

Vermutlich könnte ich meine Übersetzungstätigkeit relativ schnell wieder aufnehmen. Kein neues Studium, nur ein bisschen Klinkenputzen und Initiative. ;)

 

 

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Markus Jung

Geschrieben

@TomSon: Ist es auch eine Option, beides parallel laufen zu lassen? Also übersetzen als Brotjob, und das Studium weiter zu verfolgen, um dich ggf. später umorientieren zu können? - Und wie sieht es mit der Überstzung von psychologischen Fachtexten, Gutachten etc. aus? Könnten sich da vielleicht beide Bereiche miteinander verknüpfen lassen?

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vor 2 Stunden, Markus Jung sagte:

@TomSon es auch eine Option, beides parallel laufen zu lassen? Also übersetzen als Brotjob, und das Studium weiter zu verfolgen, um dich ggf. später umorientieren zu können?

 

Ich denke, dass ich das Studium erstmal weitermachen werde. Wirklich aufhören will ich nicht, weil es für mich auch so eine Art "Versicherung" ist. Ich hatte jahrelang schlaflose Nächte, eines Tages im Jobcenter zu stehen und auf die Frage "Was für einen Abschluss haben Sie?" mit "Keinen" antworten zu müssen.

 

Selbst wenn ich nicht genau weiß, was ich damit machen soll. 

 

Das mit den Übersetzungen ist so eine Sache... ich könnte es schon nebenher probieren, quasi im Umfang eines Minijobs. Ich muss mir das mal durch den Kopf gehen lassen. Weiß noch nicht...

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Mandarine

Geschrieben

Wenn du dich in Hagen für den Master in Psychologie bewirbst, muss du den Platz dann auch annehmen oder kannst du ihn auch ablehnen?

 

Also allein durch Lesen des Textes (ich kenne dich ja nicht persönlich, also nicht böse sein wenn die Aussagen nicht zutreffen denn der Eindruck wurde mir allein durch deinen Blogeintrag vermittelt) habe ich folgendes Bild von dir: 

- Jura scheint für dich interessant zu sein- hier siehst du einen sicheren Arbeitsplatz und auch viel Unterstützung von Seiten deiner Familie

- deine Leidenschaft liegt aber eher im sozialen Bereich. Dein Herz hängt vor allem an der Arbeit mit Kindern. Du willst aktiv etwas tun, verändern, dich engagieren

 

Warum bewirbst du dich nicht parallel für ein Lehramtsstudium? Der Weg ist nicht länger wie im Bereich Jura. Du hast hier auch schon Berufserfahrung d.h. du weißt ganz genau was dich erwartet. Und ein Bonuspunkt: deinem "eigentlichen" Ziel- der KJP-Ausbildung- kommst du auch näher! Den Master in Psychologie an der Fernuni Hagen kannst du ja auch jederzeit parallel machen (um dich Psychologin zu nennen) wenn du Zeit und Lust hast. Es sind ja aber bezüglich der KJP-Ausbildung viele Fragezeichen dahinter. 

 

Ich würde kein Studium ergreifen, dass dir nur Arbeitsplatzsicherheit bietet. Du muss den Beruf noch viele Jahre ausüben und ein Arbeitstag ist lange v.a. wenn das Herz nicht wirklich dahinter hängt. Und werden Lehrer nicht aus dringend gesucht d.h. es gäbe auch eine gewisse Sicherheit? (soweit man das sagen kann)

 

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei deinem Vorhaben und lese weiterhin gespannt mit 😀

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Am 7.7.2016 at 09:02 , parksj86 sagte:

Okay, da hast du dir wirklich Gedanken gemacht. Wobei von der Studienzeit her: Das Studium zur Ersten Juristischen Prüfung dürfte doch sicher in etwa genauso lange dauern wie ein zügig durchgezogenes Lehramtsstudium oder der B.A. Soziale Arbeit. Spielt der Zeitaspekt für dich da eine Hauptrolle oder zählt für dich am Ende das Ergebnis, also die Ausbildung zum KJP?


Ja, richtig, das dürfte etwa gleich hinbekommen, es sei denn man powert in Hagen in Vollzeit durch. Allerdings würde ich Jura wenn immer nur nebenher machen, quasi neben einem anderen Studium oder Tätigkeit - nur für den Fall, dass alles schief gehen würde :). 
Eigentlich zählt für mich das Ziel mehr, KJP wäre schon das höchste der Gefühle. Wenn ich nochmal 10 Jahre jünger wäre, würde ich mir da auch mehr Zeit lassen. So höre ich aber die Uhr schon etwas mehr ticken :( 

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      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • SebastianL
      Von SebastianL in M.Sc. Wirtschaftsinformatik an der WBH 5
      Letzte Woche hatte ich noch regen Schriftwechsel mit meinem Dr.-Vater. Es ging um die Promotionsfähigkeit. Ich hatte alle notwendigen Unterlagen eingereicht und diese auch schön aufbereitet. Aus seiner Sicht sprach nichts gegen eine Promotionsfähigkeit, er wollte aber sicher gehen, dass es am Ende keine Probleme gibt und hat offiziell im Dekanat angefragt. Zum Hintergrund, ich habe ja Wirtschaftsinformatik studiert und möchte in Informatik promovieren. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, aber er wollte eben sicher gehen, dass es das Dekanat genauso sieht. Das ging relativ schnell und ich hatte dann das Ergebnis schriftlich im Mail-Postfach. Also natürlich vorausgesetzt ich schließe den Master ab, erst dann bin ich promotionsfähig. Somit muss jetzt nur noch das Kolloquium über die Bühne und dann kann ich mit meinem Dr,-Vater den Doktoranden-Vertrag schließen. In diesem Vertrag verpflichte ich mich jedes halbe Jahr Fortschritte über meine Forschung zu reporten und er verpflichtet sich mich zu betreuen. Soweit also alles auf Kurs.
       
      Die Woche habe ich mich, wie angekündigt mit meinem Dr.-Vater getroffen und die grobe Richtung mit dem groben Thema abgesprochen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war ein echt gutes Gespräch. Das Thema meiner Masterarbeit hat sich rentiert, denn ich kann da mit Wissen anknüpfen. Es geht in Kurzform auch, wie in meiner Masterarbeit um Kompetenzen und deren Vergleich im Hinblick auf Medizinischer Weiterbildung. Soweit jetzt mal grob die Richtung formuliert. Ich muss mich jetzt die nächsten Wochen mit Recherche beschäftigigen und die Problemstellung mit groben Ziel zu definieren. Mir steht auch ein Prof. Dr. in Medizin zur Verfügung, der mich in Sachen Medizin fachlich unterstützt. Der hat sein Büro neben der Büchner Villa, wo ich war. Ich meine mit Büchner Villa nicht die Hochschule, sondern es gibt in Pfungstadt ein Gebäude das so heißt und auch sehr bekannt ist in Pfungstadt.
       
      Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf die Promotion und das Thema finde ich auch sehr spannend. Ich hab mir immer gedacht, Dr.-Vater finden schon schwer und dann noch einen zu finden, der ein Thema hat das einen interessiert ist noch schwerer. Aber da habe ich wohl insgesamt sehr glück gehabt, dass auf Anhieb gleich alles passt.
       
      Mein nächster Blogeintrag wird nach dem Kolloquium sein und mein letzter in diesem Blog. Danach werde ich einen neuen Blog über meine Promotion aufmachen.